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Auch Kafi liebt Trachten. Diese hier ist ukrainisch. kafi freitag

Liebe Kafi, wie lange dauert es, bis jemand mit dunkler Hautfarbe als Schweizer gilt?

Wir sind jetzt die 3. Generation, sind aber immer noch «Ausländer», obwohl wir seit 70 Jahren im gleichen Ort leben, seit über 40 Jahren den roten Pass haben, seit ungefähr 50 Jahren Mundart als Muttersprache reden. 2 Generationen in der CH-Armee. Ich werde öffentlich dumm angemacht, wenn ich eine Tracht trage oder ein T-Shirt mit Schweizerkreuz. Wie lange? Bis man weiss wird? Olga, 42



Liebe Olga

Ihre Frage hat mir zugesetzt und mich sehr nachdenklich zurückgelassen. Ich habe mir lange überlegt, was ich Ihnen schreiben kann. Leider weiss ich nicht, wo Sie leben. Das wäre für diese Frage noch spannend gewesen. Zumal ich mir gut denken kann, dass es einen Unterschied macht, ob man eher urban lebt oder ländlich. Mein Sohn geht mit Kindern aus ungefähr 40 Nationen zur Schule, er wächst mit der Tatsache auf, dass die Menschen nicht alle weiss sind und breitestes Zürideutsch reden. Auf dem Land ist das vielerorts noch recht anders, dort steht höchstens Mal ein Asylheim am Rande des Dorfs und sonst bleibt man gern unter sich. Aber das gibt Ihnen auch keine Antwort, ich weiss.

Die Schweiz ist auf der einen Seite ein Land von Einwanderern und auf der anderen will es diese nicht zu seinesgleichen machen. Davon können die Italiener, die man für den Bau geholt hat, ein Lied mit vielen Strophen singen. Und die Jugos, die danach kamen, ebenfalls. Meinem deutschen Vater hat man zweimal die Einbürgerung verweigert und ich weiss nur zu gut, wie schwierig ein Einbürgerungsverfahren bisweilen sein kann. Und hat man dieses dann überstanden, hat man zwar einen roten hübschen Pass, aber ist deswegen noch lange nicht Schweizer. Ich habe mich gefragt, warum das in anderen Ländern besser gelingt als hier. In den USA ist man schnell einmal ein Amerikaner. Der Nationalstolz ist dort so stark, dass man sich verdächtig macht, wenn man sich nicht als Amerikaner labelt. Gleichzeitig ist der Rassismus dort sehr verheerend aktiv, wie die beinahe täglichen Übergriffe von weissen Polizisten auf farbige Bürger zeigen. Selbst Michael Jackson, der erfolgreichste schwarze Künstler aller Zeiten, hat sich bleichen lassen, weil er anscheinend unter seiner Hautfarbe litt. Es scheint also nirgends mit der Nationalität allein nicht getan zu sein.

Sie werden vermutlich immer anders sein, liebe Olga. Nie ganz dazugehören. Da können Sie noch so viele Trachten und Shirts mit Schweizerkreuz tragen. So wie ich immer etwas anders sein und nie ganz dazugehören werde. Und auch ich habe ein Faible für Trachten und auch mich macht es nicht gleicher. Und ich frage mich gleichzeitig, ob es das Ziel sein darf und muss, gleich zu sein. Warum ist es uns so wichtig? Wir Menschen brauchen eine Zugehörigkeit zu einer Gruppe, damit wir uns wohlfühlen. Wenn Sie nun mit einer Tracht und Schweizer Kreuz herumlaufen, dann bedienen Sie sich einer Symbolik, welcher dem konservativsten Teil der Schweiz viel bedeutet. Trachten- und Schwingfeste sind ein Mekka für Menschen, welche sich der SVP nahe fühlen oder diese sogar wählen. Dort wird eine Schweiz gelebt und kultiviert, wie es sie eigentlich kaum mehr gibt und wie sie manch einer gern wieder haben würde. Diese kitschige Folklore zwischen Heidi und Francine Jordi, diese heile Welt inmitten der beschützenden Schweizer Alpen, das Land, in dem Fondue und Gold fliesst. Dies ist das Land, das keinen Krieg überstehen, nicht hungern musste. Es ist das Land, das alles besser weiss und besser kann und darum auch nicht teilen muss. Es ist das Land, das in humanitärer Not Grenzen verstärkt, anstatt sie zu öffnen. Es ist das Land, das den Judenstempel eingeführt und so manchem jüdischen Menschen den Tod beschert hat. Und es ist das Land, das heute auch nicht viel besser ist.

Wollen Sie wirklich zu diesem Teil der Schweiz gehören, liebe Olga? Tragen Sie die Tracht aus der Liebe zum alten Handwerk, so wie ich, oder eher aus dem Bedürfnis heraus, dazuzugehören? Die Liebe zu schönen Stickereien könnten Sie auch mit einer ukrainischen Tracht ausleben, warum muss es gerade das Symbol der Urschweiz sein? Ich erlebe ganz oft Secondos, die sehr darunter leiden, sich nicht integriert zu fühlen. Von klein auf hat man nur eines gehört: Ja nicht auffallen! Nicht laut sein! Keine Fehler machen!

Wer mit diesen Werten aufwächst, kann keine eigene Identität entwickeln, sondern definiert sich nur darüber, was er alles nicht sein darf. Das reicht nicht aus, um Wurzeln zu schlagen. Einige dieser überangepassten Immigrantenkinder werden später Hardliner-SVPler. Sie haben Werte eingetrichtert bekommen, die jedem strammen Eidgenossen das Herz erwärmen. Und sie verteidigen ihre Schweiz gegen Neuankömmlinge, die sich anscheinend nicht so ernsthaft integrieren wollen, wie sie selber es getan haben. Dass diese Dynamik in eine gefährliche und dumme Richtung laufen muss, ist hoffentlich klar.

Suchen Sie sich Ihren Platz, liebe Olga. Suchen Sie sich Ihre Leute und Ihr Umfeld und versuchen Sie nicht, mit allen grün zu sein. Das kann kein Mensch mit Ecken und Kanten, egal ob einer weiss, blau oder schwarz ist. Seien Sie so, wie sie sind. Sie werden durch das Tragen von Klamotten mit Schweizerkreuz auch nicht bleicher, Sie wirken höchstens anbiedernd damit. Und das bringt nichts, das weiss ich aus eigener Erfahrung. Früher war ich zu Menschen, die mich arrogant behandelt haben, doppelt freundlich. Einer Mutter aus meinem Quartier, die mich bewusst nicht grüsst, habe ich 4 Jahre lang konsequent Hallo gesagt beim Vorbeigehen. Damit habe ich vor einer Weile schon aufgehört. Es müssen mich nicht alle Menschen gern haben und ich kann keinen, der mich nicht mag, mit nettem Benehmen dazu zwingen. Lassen Sie los, liebe Olga. Diese Energie können Sie für Besseres nutzen. Pflegen Sie die Freundschaften, die Ihnen gut tun, und ignorieren Sie alle Menschen, die es nicht tun. So mache ich es auch und es ist eine gute Art zu leben. Man wird damit nie Everybodys Darling, aber wenn man zügelt, steht eine Handvoll Menschen für einen bereit. Darauf kommt es an. Und auf nichts anderes.

Mit viel Liebe. Ihre Kafi

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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.

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36
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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Failai 30.10.2016 01:51
    Highlight Highlight Ich finde es geht einfach darum dass die schweizer Gesellschaft umdenken muss. Schweizer ist jeder der hier aufgewachsen ist und sich hier zu hause fühlt und nicht nur wer wie ein "typischer Schweizer" aussieht oder wer einen "Schweizer" Nachnamen hat. Sie sagen "Ein Schwizerkreuz tragen macht sie auch nicht bleicher" muss es auch nicht denn in unserer Schweiz, die heutige Schweiz hat Schweizer sein nichts mit Hautfarbe zu tun. Die Diversität der Schweizer Bürger die sich aus Folgen von Globalisation und Migration entwickelt hat muss akzeptiert werden. Keine "aber ursprünglich?" Fragen mehr
    0 0 Melden
  • Spooky 10.10.2016 01:50
    Highlight Highlight Hallo Olga
    Meine Familie ist stammbaummässig seit 1523 in der Schweiz. Ich selber lebe mit dem Existenzminimum, während die Flüchtlinge mit ihren Mercedes an mir vorbei fahren. Nimm es locker, Olga ! Die Welt ist Chaos. Jeden Tag ein Mal lachen. Hat Nietzsche gesagt. Er hat recht.
    3 15 Melden
  • norsk 08.10.2016 00:35
    Highlight Highlight Was ich aber fast noch erschreckender finde, ist dass einige Leute differenzieren von wo der "Ausländer" kommt:
    Ich bin Norweger, ohne CH-pass, lebe seit 10 Jahren in Zürich und spreche mehr oder weniger gut Deutsch/Dialekt. Schon zu Beginn fand ich gut Anschluss, mir wurde geholfen mich zu integrieren. Gleichzeitig kenne ich einen Schweizer mit Ägyptischen Wurzeln, gleiche Wohngegend und ähnliche Interessen wie ich. Er spricht perfekt Dialekt und seine Familie lebt seit 1903 hier. Einige wollen nichts mit ihm zutun haben, weil er kein Schweizer sei, bei mir haben sie damit aber kein Problem.
    16 1 Melden
    • Failai 30.10.2016 01:57
      Highlight Highlight Verstehe genau was du meinst! Es ist halt weil du so aussiehst wie auch ein Schweizer audsehen könnte. Kenne ähnliche Geschichten! Kollegin von mir: Kind von italienischen Secondos, fühlt sich Schweizerin. Und es wird akzeptiert. Niemand hinterfragt.
      Kolleg von mir: hier geboren, Jamaikanische Wurzeln. Die Leute lachen wenn er sagt er ist Schweizer...
      Ehrlich gesagt ist es einfach unfair! Viele vergessen dass diese Zeiten wo es nur europäisch aussehende Schweizer gibt VORBEI sind!
      2 0 Melden
  • SusiBlue 06.10.2016 14:43
    Highlight Highlight @Kafi: "Ja nicht auffallen! Nicht laut sein! Keine Fehler machen!
    Wer mit diesen Werten aufwächst, kann keine eigene Identität entwickeln, sondern definiert sich nur darüber, was er alles nicht sein darf. Das reicht nicht aus, um Wurzeln zu schlagen."

    Das hat nicht zwingend mit Nationalität zu tun (wie im Text mE suggeriert), es kann auch konfessionell oder traditionell entstanden sein. Item.

    Sehr interessanter Gedanke, werde noch etwas darüber brüten und auf mich wirken lassen... Danke dafür!
    8 4 Melden
  • oldman 06.10.2016 10:44
    Highlight Highlight Grossartige Antwort, Kafi. Und Olga: Schauen Sie einmal Embolo an - zumindest von allen Schweizer Fussballfan als Schweizer akzeptiert und heiss geliebt (solange er Tore schiesst?!). Ja - und da hat Kafi wirklich Recht - Sie müssen nicht von Allen geliebt werden - lieber Wenige und dafür richtig. Dem Rest schenken Sie ein (nicht überhebliches) Lächeln.
    21 5 Melden
  • ShadowSoul 06.10.2016 09:58
    Highlight Highlight Sehr schöner Text, Frau Freitag! <3
    16 9 Melden
  • Matrixx 06.10.2016 06:20
    Highlight Highlight Olga, kennst du den Schweizer Eid?

    "Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern..."

    Somit ist jeder, der zu diesem Volk gehört, als Bruder oder Schwester anzusehen. Auch du, Olga.

    "...in keiner Not uns trennen und Gefahr."

    Wir ste en in Nöten zusammen. Ihr wohn schln lange hier, und habt auch Nöte erlebt, die euch nicht von uns getrennt hat.

    "...Wir wollen frei sein, wie die Väter waren."
    Du bist frei. Wie jeder andere von uns auch.

    Du gehörst zu uns, egal was andere sagen. Leben und leben lassen.
    38 1 Melden
  • Spooky 06.10.2016 01:31
    Highlight Highlight "Auch Kafi liebt Trachten. Diese hier ist ukrainisch."

    Ukrainisch?

    Eher Wikinger...oder so... ;-))
    5 8 Melden
    • Safster 06.10.2016 15:56
      Highlight Highlight Komm DU mir nicht wieder mit den Wikingern! Dabei hatte ich schon so gut losgelassen. Und du reisst die Wunde wieder auf. Tsts.
      6 0 Melden
    • Spooky 06.10.2016 19:53
      Highlight Highlight Ach, du schon wieder! Selber schuld! DU hast mit den Wikingern angefangen!
      5 0 Melden
    • Safster 07.10.2016 10:00
      Highlight Highlight Kommst du heute eigentlich auch in die Bar 63? Kommen eigentlich ALLE heute Abend in die Bar 63?
      1 0 Melden
  • Randy Orton 06.10.2016 00:42
    Highlight Highlight Leider scheint es für eine zunehmende Anzahl Menschen in der Schweiz legitim, Mitmenschen nach optischen Merkmalen zu be- und verurteilen. Die Mutter eines Freundes leidet unter Alopecia Areata, einer Autoimmunerkrankung, bei welcher die Haare ausfallen. Aus diesem Grund schminkt sie sich die Augenbrauen nach und trägt seit 20 Jahren Kopftücher, turbanähnlich gewickelt, um ihre Glatze zu verstecken. Früher war dies nie ein Problem, aber im letzten Jahr wurde sie im Bus in Bern mehrmals teils übel beschimpft (das gehöre nicht hier hin & sei gegen unsere Kultur sind die harmloseren Sprüche).
    46 1 Melden
  • Gelegentlicher Kommentar 06.10.2016 00:37
    Highlight Highlight Sorry Kafi, aber ich denke nicht, dass du dich 1:1 mit einer Person vergleichen kannst, welcher man das vermeintliche "anders sein" schon an der Hautfarbe erkennt.
    58 2 Melden
  • pamayer 05.10.2016 23:47
    Highlight Highlight Danke olga für die offene Frage.
    Danke kafi für die ausführliche und differenzierte Antwort.
    Ein trauriges Thema, das aktuell einen grossen teil europas betrifft, um mal bei unserem Kulturkreis zu bleiben.

    Ich erschrecke sehr, mit welcher wucht die rassisten/nationalisten ihr gedanken'gut' rausposaunen und Anklang finden.

    Rassisten/nationalisten gibt und gab's überall (pauschalaussage, freute mich, wenn's jemand widerlegen kann).

    Eine nachhaltig destruktive Haltung, wie vasco oedrina im vpod Magazin schreibt: 'Nationalismus führt am ende der fahnenstange zu krieg.'
    17 15 Melden
    • DinoW 08.10.2016 05:01
      Highlight Highlight Das Problem ist: Diese Haltung, so bequem und sympathisch sie ist, hilft auch nicht weiter. Sie lässt nämlich jedem Rassisten seine Meinung (weil du bist ja eh nur so ein linker Landesverräter!). Ich will mir meine Heimatliebe zurückerobern. Sie wurde mir von der Rechten gestohlen. Wir sollen alle eine gehörige Portion Patriotismus verinnerlichen, wir dürfen nämlich auf unsere Kultur stolz sein. Vier Sprachen! Eine wunderbare Natur! Sensationelle Lebensqualität! Sollte man da nicht ein bisschen stolz darauf sein, so ganz unverkrampft, inklusiv und da kritisch, wo es angebracht ist?
      3 0 Melden
  • Toerpe Zwerg 05.10.2016 21:40
    Highlight Highlight Je suis olga.
    24 9 Melden
  • Bruno Wüthrich 05.10.2016 19:40
    Highlight Highlight @ Olga -
    es spielt keine Rolle ob ein Teil der Schweizer Sie nicht als Landsfrau sehen. Für viele, die rechtsaussen stehen, sind auch die Linken keine rechten Schweizer (was ja, wenn man es wörtlich nimmt, sogar stimmt).

    Sie haben den Pass. Damit sind Sie Schweizerin! Ohne Wenn und Aber! Auch mit dunkler Hautfarbe! Egal, ob dies nun allen passt oder nicht. Aber es ist nicht die Tracht, oder das Shirt mit dem Schweizerkreuz, das Sie zur Schweizerin macht. Seien Sie offen für diejenigen, die Sie mögen und gut finden. Dann sind Sie in Ihrer Schweiz. Mehr haben auch die anderen Schweizer nicht.
    90 5 Melden
  • Hirnwinde 05.10.2016 19:22
    Highlight Highlight Das hat nichts mit der Hautfarbe zu tun. Wenn man schon nur dem Namen nach als fremder Fötzel erkannt wird, dann kriegt man es zu spüren, selbst wenn sein Urahne schon vor mehr als sieben Generationen sich hier niederliess.
    Frage einmal einen Juden mit typisch jüdischem Namen, oder einen Nachfahren eines bekannten Zigeunergeschlechts, dessen Familie seit vielen Jahrhunderten hier heimisch ist, was sie da heutzutage so alles ertragen mussten.
    Nein, in der Schweiz kann man sich nie eine Ehrenmedaille verdienen.
    21 26 Melden
  • Bruno Wüthrich 05.10.2016 19:22
    Highlight Highlight Für Frau Freitag ist die Schweiz das Land, das keinen Krieg überstehen musste. Sie erklärt nicht, wie dies gemeint ist. Negativ? Positiv? Ob Deutschland beim Besserwissen «besser» ist als die Schweiz, ist m.E. offen. Und mit der Ermordung der Juden hat ein anderes Land zig mal mehr zu tun als die Schweiz.

    Auch Sie, Frau Freitag, biedern sich an. Sie sitzen nicht im gleichen Boot wie Olga. Sie tun nur so, weil Sie sich in dieser Rolle gefallen.

    Bei Frau Freitags Negativaufzählung wird die Schweiz jeweils als DAS Land bezeichnet. Sie ist aber jeweils EIN Land, weil es auch noch andere gibt.
    90 14 Melden
  • lilie 05.10.2016 17:18
    Highlight Highlight Liebe Olga

    Darauf, dass Ausländer in der Schweiz als Schweizer akzeptiert werden, können sie wahrscheinlich warten, bis sie schwarz werden!

    Aber ich würde es auch so machen, wie Kafi empfiehlt: Suchen Sie sich ein paar Leute, die wissen, was sie an Ihnen haben, und lassen Sie die anderen links (oder rechts...) liegen!

    Und lassen Sie sich nicht davon abhalten, das zu tragen, was Ihnen Spass macht.

    Selbst wenn Sie niemanden damit überzeugen können, dass Sie mindestens so Schweizerisch sind wie Christoph Blocher*!

    *dessen Grossmutter wanderte aus Deutschland ein
    29 7 Melden
  • Jol Bear 05.10.2016 17:07
    Highlight Highlight Die Empfehlung von Kafi an Olga ist durchaus gut, es gibt auch hier Menschen, die sich unabhängig von Hautfarbe mit andern befreunden, keine Rassisten sind usw. Nach Kafi's Verständnis der Schweiz ist das aber nahezu ein Wunder. In einem Land das für den Holocaust verantwortlich sein soll, Grenzen für Schutzbedürftige schliesst, Secondos zu bösen SVPlern mutieren und Schwinger in Eintracht mit Francine Jordi Charakter verderben und Intoleranz säen. Wo lebt denn Kafi? Das muss ja grässlich sein dort.
    45 17 Melden
  • Dominique Minnig 05.10.2016 16:21
    Highlight Highlight Als gar nicht svp anhängerin finde ich schweizer trachten sowie edelweisshemden aber auch schön! nicht nur svp ler sollten diese tragen dürfen sondern alle die lust haben. Wir müssen nicht zwingend zulassen, dass sich patriotismus gegen auslander stellt! Ich denke, dass man die schweiz lieben kann und es zugleich auch möglich ist, offenheit gegenüber anderen kulturen zu zeigen. Nur weil ein paar extreme meinen, das gehe nicht, bedeutet das noch lange nicht, dass es nicht möglich ist!
    109 4 Melden
    • kinna 05.10.2016 19:02
      Highlight Highlight einer der besten kommentare, geht mir genau gleich!
      24 2 Melden
    • Dominique Minnig 05.10.2016 22:45
      Highlight Highlight Danke sehr!
      12 2 Melden
  • heinigers 05.10.2016 15:57
    Highlight Highlight Bei solchen Geschichten fragt man sich selbst als Schweizer ob man überhaupt dazugehören will..
    53 22 Melden
    • Louie König 05.10.2016 16:46
      Highlight Highlight Ich will es nicht. Aber muss ich zum Glück auch nicht. Und was heisst schon "dazugehören"? Alle Menschen sind verschieden, DEN Schweizer gibt es sowieso nicht. :-)
      25 11 Melden
  • Hanslishans 05.10.2016 15:42
    Highlight Highlight Wie lange dauert es denn, bis jemand mit weisser Hautfarbe Afrikaner wird?
    26 79 Melden
    • Nevermind 05.10.2016 16:02
      Highlight Highlight 5 Tage.
      76 7 Melden
    • ... and Justice for All 05.10.2016 17:42
      Highlight Highlight Mir reichen 2.
      20 8 Melden
    • löffel61 05.10.2016 20:07
      Highlight Highlight ach hanslihans....
      17 6 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wilhelm Dingo 05.10.2016 15:37
    Highlight Highlight Es geht etwa gleich lange bis ein Mensch mit weisser Hautfarbe in Brazzaville als Kongolese gilt. Solange keine Benachtiligung aufgrund der Hautfarbe z.B. beim Job besteht ist das halt einfach normal.
    33 16 Melden
  • meerblau 05.10.2016 15:26
    Highlight Highlight Eine sehr inspirierende Antwort. Danke :)
    22 9 Melden
  • HappyMe 05.10.2016 15:15
    Highlight Highlight Vielen Dank für die schöne Antwort, liebe Kafi!

    @ Olga: Ich weiss zwar nicht, wie vereinsaffin du bist, aber möglicherweise findest du dort die Zugehörigkeit, die du in der Gesellschaft vergeblich suchst.
    18 8 Melden

Liebe Kafi, Ich arbeite in einem Unternehmen, bei dem Überzeit nicht vergütet und als Investment angesehen wird

Seit 4 Jahren arbeite ich bis zum Gehtnichtmehr – Beförderungen etc. erreicht. Mittlerweile habe ich mich entschieden, zu gehen und habe eine tolle Stelle gefunden. Künden werde ich sobald ich den neuen Vertrag habe – sogar 7 Monate vorher anstatt nur die 2 Monate, die ich müsste. Wie höre ich auf? (Überstunden zu machen, um alles kümmern, mich für alle zu opfern). Danke :-) Lea, 29

Liebe Lea

Verstehe ich Sie richtig, dass Sie weitere 7 Monate im Betrieb bleiben werden, obwohl Ihre Kündigungsfrist 2 Monate beträgt? Bin mir gerade nicht ganz sicher. Hoffe eigentlich sogar, dass ich das falsch verstehe. Denn das wäre sehr ungünstig.

Ich bin der Meinung, dass man gekündigte Menschen möglichst schnell aus der Firma haben sollte. Und zwar im Interesse beider Seiten. Es ist meist recht unangenehm, in diesem Zustand weiterhin in einem Team zu arbeiten. Darum: Falls ich das …

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