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Haustiere heute.
kafi freitag

Liebe Frau Freitag. Unser Hund ist krank. Die Therapie ist sehr teuer und wir uns uneinig. Was meinen Sie dazu? 

Wir haben seit 6 Jahren einen Hund, den wir alle sehr lieben. Unsere Kinder (4+7) hängen sehr an ihm und wir Grossen auch. Nun ist er krank geworden und braucht eine aufwändige und teure Therapie mit Bestrahlung und allem. Wir können uns das schon leisten, müssten dann aber bei andern Sachen Abstriche machen. (Z.B. Ferien, Hobbies.) Mein Mann ist nicht bereit dazu, wir streiten deswegen. Was meinen Sie dazu? Svenja, 44



Liebe Svenja

Wenn man sich als Kolumnistin in Schwierigkeiten bringen will, dann schreibt man am besten über Kindererziehung. Wenn man sich aber so richtig heftig Ärger einbrocken will, dann schreibt man über Haustiere. Ich habe das schon ein paar Mal gemacht und hatte jedes Mal um ein Haar den Tierschutz am Hals. So wird es wohl auch diesmal sein, so muss ich Sie leider vorwarnen.

Vor einigen Jahren hatten wir ein herziges Kätzchen. Es hatte mich so einiges gekostet, weil man ja keine Bauernhofbüsis als Wohnungskatzen halten soll. Also hatten wir so ein reinrassiges überzüchtetes Tierli, welches ohne tierische Instinkte auskommen musste und von Sofa zu Sessel sprang. Und danach von unserem Balkon. Im 4. Stock. Auf Asphalt. Als ich das Fehlen der Katze bemerkte, war diese bereits mit der Tierambulanz (Tierambulanz!) abgeholt worden und hatte eine sehr aufwendige Operation hinter sich. Der Oberarzt, mit dem ich telefonierte, sprach mit einem frivolen französischen Akzent über den Verlauf der 2,5 stündigen Operation und darüber, dass das «ärzige kleine Tiechli» jetzt 2 Wochen würde im Spital bleiben müsse und danach wieder wie neu sein würde. Ich fragte ganz beiläufig über die Kosten der Aktion und er sagte mir, dass ich mit etwa 3500 Franken rechnen müsste, wenn man das Verbandwechseln, was künftig zweimal die Woche über einen Zeitraum von 6 Wochen stattfinden würde, mit einrechnen würde. Mir blieb ob der Summe das Whiskas im Halse stecken und ich rechnete den virtuellen Preis der zarten Kreatur aus, indem ich die unbescheidenen Anschaffungskosten des Tieres mit den Kosten der Instandstellung addierte. Und auch ich sah die Ferien der kommenden 3 Jahre bachab gehen und der Bach würde in diesem Fall leider nicht der tosende Wasserfall des Giessbachhotels sein, sondern eher die Spülung meiner sanitären Anlagen.

Während der kommenden zwei Wochen erhielt ich jeden Tag einen telefonischen Rapport über den gesundheitlichen und den Gemütszustand meiner Katze. Der französische Oberarzt erklärte mir, dass die «ärzige Gatze» zwar gut geschlafen habe, dafür aber wenig Appetit an den Tag lege. Oder dass sie eine eher unruhige Nacht hinter sich, dafür heute aber etwas Lust aufs Spielen habe. Zur selben Zeit lag der kleine Sohn meiner besten Freundin mit einer schweren Magen-Darmgrippe im Kinderspital und sie hatte grosse Mühe, ab und an einen Arzt zu erreichen, der ihr eine verlässliche Auskunft über den Zustand ihres Sohnes geben konnte. Ich versuchte derweil «meinem Oberarzt» beizubringen, dass er mich nicht jeden Tag anzurufen brauche, ich würde die Katze dann nach Ablauf der besagten 2 Wochen schon abholen. Er liess es sich aber nicht nehmen, mich dennoch täglich über die Farbe und die Konsistenz des Stuhls der eingegipsten Katze zu informieren.

Die Fahrten mit dem Katzenkörbli zum Spital beherrschten meine kommenden Wochen und ich hatte viel Zeit, mich mit den BesitzerInnen von kranken Tieren im Wartesaal der Klinik auseinanderzusetzen. Der Höhepunkt waren dabei sicherlich die Hüftoperation eines Meerschweinchens sowie die Krebsbestrahlung einer 10 Jahre alten blinden Katze. Wobei ich bei ersterem noch laut herauslachte, als ich es hörte, und mich über den originellen Humor der Frau freute, dann aber schnell realisieren musste, dass ich den Wartesaal nun besser unverrichteter Dinge wieder verlassen würde.

Der Tod gehört zum Leben dazu, ob es uns passt oder nicht. Je schneller wir das realisieren, umso früher können wir dem Leben unsere Demut erweisen.

Was ich Ihnen sagen will, liebe Svenja, ist Folgendes: Ich habe in diesen Wochen gesehen, wie wichtig ein Tier für einen Menschen sein kann. Vielen alten Menschen ist die Katze oder der Hund der letzte Gefährte geblieben und es ist darum ein grosser Verlust für diese, wenn dieser einzige Freund dann krank wird oder stirbt. Das kann ich verstehen und nachvollziehen und ich weiss nicht, wie ich an dieser Stelle handeln würde.

Aber ich muss auch ehrlich zu Ihnen sein und Ihnen sagen, dass ich den Medizinwahn bei Haustieren einen Irrsinn finde. Wenn ich die Wahl gehabt hätte, unsere Katze operieren oder einschläfern zu lassen, ich hätte mich wohl für Zweiteres entscheiden. Da mir die Entscheidung aber abgenommen wurde, habe ich es hingenommen und mich um die Konsequenzen gekümmert. Als die Katze Monate später einen Leberschaden und andere gesundheitliche Probleme hatte und ich wöchentlich mit ihr zum Cortison-Spritzen fahren musste, liess ich sie dann aber einschläfern. Das tat mir weh und meinem Sohn noch viel mehr. Aber ich musste einsehen, dass es eine kranke Katze ist und nicht mein kranker Grossvater oder sonst ein Familienmitglied. Ich weiss, dass Tiere zu Familienmitgliedern werden können, und finde das auch sehr schön. Aber wenn ich lese, dass das Tierspital medizinische Geräte für mehrere Millionen beschafft, um Haustieren eine Spitzenmedizin zu bieten, wie nur wir Menschen sie in Industriestaaten kennen, dann widert es mich ehrlich gesagt an. Ich sehe jeden Tag, wie Menschen Geld sammeln, um in Krisengebieten geflüchteten Menschen eine halbwegs menschliche Betreuung zu bieten, oder wie Beat Richner für sein Kinderkrankenhaus in Kambodscha alte medizinische Geräte zusammentrommelt und Spendengelder für Medizin.

Wenn ich das alles sehe und dann höre, was wir hier in der Schweiz alles tun, um einem Haustier noch ein paar Monate Leben zu ermöglichen, dann ist das für mich Perversion auf einem neuen Niveau. In Deutschland werden neue, extrem teure Krebstherapien für Menschen auf den Markt kommen, welche die Diskussion entfachen, wie viel ein paar zusätzliche Monate Menschenleben kosten dürfen. Wie entscheidet man, wer sie in Anspruch nehmen kann und wer nicht? Natürlich ist dies in erster Linie eine Frage der finanziellen Verfügbarkeit. Aber dahinter stehen viel anspruchsvollere Themen, um die sich die Ethiker werden drehen müssen. Diese Fragen sind wichtig und richtig und ich bin dafür, dass man sich ihnen stellt.

Wenn im Mittelpunkt dieser Diskussion aber nicht ein krankes Kind oder ein kranker Erwachsener steht, sondern ein kranker Hund oder ein Kaninchen, dann sehe ich unsere hochentwickelte Welt mit all ihren fantastischen Möglichkeit in eine falsche Richtung laufen. Kümmern wir uns lieber um die Haltung der Millionen von Nutztieren, die jeden Tag auf unseren Tellern landen, anstatt dass wir uns in Kompensationshandlungen verlieren, welche die unmenschlichen Lebensbedingungen von über einer Milliarde Menschen auf dieser Welt auf groteske Art und Weise ins Lächerliche ziehen.

Ich weiss, dass Sie eine andere Antwort hören wollten, liebe Svenja. Und ich weiss, dass ich mich mit dieser Meinung bei vielen Tierhaltern sehr unbeliebt mache. Aber damit kann ich leben. Wir können uns noch so hinter der Spitzenmedizin verstecken, sie macht die Tatsache, dass unser Leben endlich ist, nicht weniger wahr. Der Tod gehört zum Leben dazu, ob es uns passt oder nicht. Das gilt für Sie und das gilt für mich. Und es gilt für unsere Kinder und deren Tiere. Je schneller wir das realisieren, umso früher können wir dem Leben unsere Demut erweisen.

Mit herzlichem Gruss. Ihre Kafi

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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Maseltov 03.07.2017 20:11
    Highlight Highlight Haben ähnliches erlebt wie Kafi Freitag mit unser Kätzin.Nur war Sie angefahren und weggeschleudert bei Nachbarins grundstück liegen geblieben .Ein glück Sie es wusste unsere war konnte sie holen ab zu Tierarzt.Hüfte gebrochen usw.Wäre machbar zu OP ,Sie wieder top fit wird in ca.Halbes Jahr einschätzung von TA jedoch kein Garantie gab ob Nieren,Leber,Darm noch richtig funktioniert und wie sie laufen wird hat beides Erlebt eine war wie vorher andere nur problem eins nach andern.Hat er uns geraten besser es Einzuschäfern.So haben wirs auch gemacht.ohne sie halbs jahr leiden müssen mit Gips usw.
  • Lopsi 10.06.2016 08:21
    Highlight Highlight Ich habe mir diese Entscheidung auch sehr schwer gemacht und mich am Ende für eine palliative Behandlung entschieden. Die Katze hat noch 2 Jahre glücklich gelebt. Wöchentliche Bestrahlung fand ich einen zu grossen Stress für sie. Dafür hat sie viel Liebe erhalten. Und der Tod gehört dann einmal zum Leben.
  • Tout Joli 27.05.2016 13:28
    Highlight Highlight Katzen gehören sowieso nicht in eine Wohnung ohne Freigang. Katzen gehören nach draussen! Es war ihn Ihrem Fall schon ein Fehler sich überhaupt eine Katze zuzulegen (meine Meinung, sorry gäl)... Das mit der Spitzenmedizin und Haustieren sehe ich aber ähnlich wie Frau Freitag.
  • Addi 27.05.2016 11:15
    Highlight Highlight Liebe Kafi,

    sie sind mir gerade von Herzen unsympathisch geworden.
    Denn wer seine Katze einschläfern lässt, weil es ihm zu viel ist, weil man - wie Sie schreiben - 'wöchentlich mit ihr zum Cortison-Spritzen fahren musste, liess ich sie dann aber einschläfern' - der ist für mich völlig daneben. Gab es den keinen, der das Tier aufnehmen wollte, mussten Sie es töten?

    Wie schon jemand schrieb: 'Wer ein Tier einschläfert, weil er sonst keine Ferien machen kann, ist emotional beschränkt.' - und ich meine, bei Ihnen ging es nicht mal um die Ferien, sondern um die Bequemlichkeit.
    • Zerpheros 27.05.2016 11:51
      Highlight Highlight Geht es nicht eher um Verhältnismässigkeit? In einer idealen Welt sollten auch Hamster eine Prothese bekommen, aber in dieser gibt es ein paar drängendere Probleme... sage ich und fahre mit den Viszlas mit dem Auto nach Finnland, weil man die Viehcher nur mit Presslufthammer in die Flugzeugverladekiste bekäme 😒
  • stimpy13 27.05.2016 08:31
    Highlight Highlight Unser drei jähriger Kater wurde vor einem knappen Jahr von einem Auto angefahren, worauf er drei Mal operiert werden musste und zwei Wochen beim Tierarzt war. Mittlerweile ist er wieder ganz gesund und das rechtfertigt für mich jeden investierten Rappen. Wer den finanziellen Part in so einem Fall abfedern möchte, soll sich über eine Versicherung informieren. Denn diese sind vielfach weniger teuer als ihr Ruf. So kann sich die Entscheidung erleichtern, wenn sowas passiert.
  • one0one 26.05.2016 11:00
    Highlight Highlight Es stimmt das wir uns schämen sollten das Gemeinützige Organisationen grosse Mühe haben Mittel zu organisieren. Ebenfalls zum kotzen ist unser Verhalten in der Flüchtlingskrise. Aber sie werfen vor das zuviel Geld in die versorgung kranker Tiere fliesst. Dann müssen sie aber den ganzen überfluss hier anprangern! Da ist mir jemand symphatischer der sein erspartes in sein Haustier investiert und dafür nicht in die Ferien fährt als jemand der sein Tier aufgibt nur damit er in die Ferien kann. Hätten sie die 3500 Franken für gemeinütziges eingesetzt? Nein, sie bangten um ihre Ferien!
    • Zerpheros 26.05.2016 15:05
      Highlight Highlight Deal.
    • Emma Jones 26.05.2016 15:38
      Highlight Highlight Wer sein Tier behandeln lassen möchte, soll es tun. Zum Kotzen ist aber, wenn Menschen, die im Starbucks Cappuccino trinken, andere verurteilen, weil sie ihre Tiere nicht bestrahlen lassen. Wie lange lebt denn ein männliches Kälblein einer Milchkuh?
    • El_Sam 27.05.2016 08:36
      Highlight Highlight ca. 13 Monate, bis es dann als Steak auf meinem Teller landet.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Emma Jones 26.05.2016 10:13
    Highlight Highlight Sind hier eigentlich alle, die eine Behandlung ungeachtet der Kosten fordern, Veganer? Oder isst die Familie, nachdem der Hund zur Bestrahlung war, noch ein gutes Stück Fleisch?
    • Ms. Song 26.05.2016 10:50
      Highlight Highlight Als Veganer nerven mich diese veganen Kommentare unheimlich
    • Emma Jones 26.05.2016 11:05
      Highlight Highlight War ja kein Angriff auf Veganer, eher umgekehrt. Veganer, die so argumentieren sind zumindest konsequent. Ich frage mich nur, wie Fleischesser ihren Kindern erklären, dass sie wegen den Tierarztkosten nicht in die Ferien können.
    • Emma Jones 26.05.2016 13:35
      Highlight Highlight Ich habe nichts dagegen, dass jemand sein Tier gegen Krebs behandelt. Aber dass gefordert wird, dass diejenigen, die es nicht machen, keine Tiere mehr halten sollten, irritiert mich. Besonders wenn sie selbst nicht Veganer sind. Wie kann jemand der Fleisch isst oder Milch trinkt, von andern fordern sie müssten ihr Tier ungeachtet der Kosten behandeln lassen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • nolle 26.05.2016 09:28
    Highlight Highlight Bei all diesen Kommentaren mit den Leidenswegen von Haustieren wird mir ganz flau im Magen. Als ich 8 war bekamen wir einen kleinen Welpen, der jetzt, nach 13 Jahren eingeschläfert wurde.
    Auch er war im Tierspital. Ja, mein Verstand sagt mir, dass das krank ist, absolut pervers. Viele Menschen können von so einer Behandlung nur träumen. Und ein Menschenleben ist für mich, entgegen WWF und co, eben doch mehr wert als ein Tierleben. Nichts desto trotz steht dieses Tierspital in Bern und meine Gefühle sagen mir, es war richtig ihm, bzw uns diese Jahre zu schenken.
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  • Ms. Song 26.05.2016 08:37
    Highlight Highlight Ich persönlich kann nicht verstehen, wie man sein Tier einschläfern lassen kann, wenn man es heilen könnte. Niemals würde ich meine Ferien höher werten, als das Leben einer mir nahestehenden Seele. Unsere Haustiere unterliegen unserem Schutz. Sie können nicht selbst entscheiden und sie zu töten, weil einen das Geld reut, ist für mich so mit das Übelste überhaupt. Wer so denkt sollte keine Haustiere halten. Das Argument "so viele Menschen haben keinen Zugang zur Medizin" ist so abgelutscht. Eine Ausrede, denn das Geld wird ja nicht diesen Menschen zugeführt, sondern in Ferien o.ä. investiert.
    • Balan 26.05.2016 11:31
      Highlight Highlight Sie sprechen mir aus der Seele:)
  • oldman 26.05.2016 07:43
    Highlight Highlight Bei einem solchen Entscheid stehen sich Emotionen und Vernunft einander gegenüber. Aber auch ein Tier, Haus- wie Nutztier, hat Achtung verdient, ist nicht einfach Ware. Für mich war es keine Frage, meinen Berner Sennhund, der tödlich an einem Knochenkrebs erkrankt war, für seine wenigen restlichen Lebensmonate palliativ behandeln zu lassen (trotz hoher Kosten). Einem Hund, an dem die Familie sehr hängt, die Behandlung zu verweigern, um sich auf einer Südseeinsel einen "Sex on the beach" einkippen zu können, zeugt nicht von hoher Empathie. Svenja - Lösung? Lasse doch deinen Mann einschläfern.
    • Ms. Song 26.05.2016 08:41
      Highlight Highlight Ich bin völlig einer Meinung mit Dir. Dann noch das Argument anzuführen, dass die Tiermedizin perverse Ausmasse angenommen hat und viele Menschen keinen Zugang zur Medizin haben, ist doppelt zynisch. Meine Haustiere sind priviligierter, als viele Menschen auf dieser Welt. Das ist mir bewusst. So what?! Soll ich sie deshalb Schmerzen leiden oder gleich umbringen lassen? Was können meine Tiere dafür und was würde dies den betroffenen Menschen bringen? Viele Leute verstecken sich hinter solchen Argumenten.
    • Pinkes Einhorn 26.05.2016 08:46
      Highlight Highlight Wow, that escalated quickly
    • Tilman Fliegel 26.05.2016 09:14
      Highlight Highlight Den letzten Satz hätten Sie lieber weggelassen, da hat wohl die Selbstkontrolle versagt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Driver7 26.05.2016 07:29
    Highlight Highlight Mit so genannten Tierkliniken habe ich auch so meine Erfahrung gemacht.. unsere Katze lag eines Tages schwer atmend vor der Haustüre. Wir wussten das sie ein Herzproblem hatte, aber liesen das nicht operieren, es ging ihr gut, der Tierarzt sagte, dass halt einfach einmal fertig sein wird. Trotzdem gingen wir, warum auch immer, an diesem Tag mit ihr in die Tierklinik. Dort ist sie dann eingeschlafen, natürlich unter ärztlicher "Bewachung".. das hat uns dann 600.- gekostet.. jetzt haben wir wieder ein, vom Bauernhof, kostenlos, frisst Landi-Futter und Mäuse, sie ist glücklich.
  • pamayer 26.05.2016 07:20
    Highlight Highlight Ufff.
    Ein sehr typisches, ernsthaftes first world problem.
    Danke fraufreitag für die klare stellungsnahme.
  • baggi 26.05.2016 06:40
    Highlight Highlight Danke für die Antwort - sie spricht mir aus dem Herz!
  • Balan 26.05.2016 00:46
    Highlight Highlight Menschen welche für ihre Tiere kein Geld ausgeben, werden es warscheinlich auch nicht für die armen Menschen tun.
    Ausserdem kaufen sie weiterhin billige Klamotten und Esswaren welche von eben diesen armen Menschen unter schlimmen Vorausetzungen hergestellt wurden. Aber Tiermedizin ist zu teuer?
    Es läuft vieles falsch auf dieser Welt und es gibt viele Möglichkeiten wo Veränderungen nötig wären und wir sparen könnten und sollten. Aber doch bitte nicht bei den Tieren die nichts dafür können.
    • Driver7 26.05.2016 07:23
      Highlight Highlight Balan, sorry, sie haben den text zu 0% begriffen!!
    • Balan 26.05.2016 11:15
      Highlight Highlight Nicht gleicher Meinung zu sein, bedeutet nicht 0% verstanden zu haben. Oder steht im Text nicht dass sie den Tierwahn bei Haustieren einen Irrsinn findet? Um das geht es in meinem Text. Dass ich da nicht übereinstimme.
      Ich stimme mit ihr aber überein, dass man ein Tier auch nicht unnötig leiden lassen sollte und dass bei den "Nutz"Tieren unbedingt was geändert werden muss.
    • Balan 26.05.2016 11:24
      Highlight Highlight *den Medizinwahn nicht Tiewahn sorry..
  • Löckypöntsch 25.05.2016 23:48
    Highlight Highlight Es kommt immer auf die Erfolgchancen an, nicht mehr nicht weniger. Ist die Behandlung dem Lebewesen zuzumuten oder nicht ist hier die Frage. Und das schliesst Anderes ja nicht aus (Menschenrechte, Tierschutz o.ä.).
    • Tilman Fliegel 26.05.2016 07:47
      Highlight Highlight Nein es kommt auch auf den Preis an, den der Besitzer des Tieres zu zahlen bereit ist. Und das muss jeder selbst entscheiden.
  • Spooky 25.05.2016 20:11
    Highlight Highlight Ich finde das eine sehr gute Antwort von Kafi Freitag. Ich möchte nur noch anmerken, dass es auch ein Problem ist, dass die Tiere nicht reden können. Und weil sie nicht reden können, können sie uns Menschen tragischerweise nicht mitteilen, dass sie sich zum Beispiel bei Exit anmelden oder eine Patientenverfügung ausfüllen möchten, in der sie uns Menschen anweisen, ihr Leben nicht unnötig zu verlängern. Tönt irgenwie lustig, aber ich meine es irgendwie ernst.
    • Tilman Fliegel 26.05.2016 07:50
      Highlight Highlight Peperoni, dass sehe ich nicht so. Ich finde es vernünftig zu überlegen, was eine teure Behandlung für's Familienbudget bedeutet.
  • Bambi. 25.05.2016 19:55
    Highlight Highlight Als vor 2 Jahren mein Kater von einem Auto angefahren wurde, stand ich vor einer ähnlichen Entscheidung. 2500.- OP Kosten oder die Spritze. Als ich den Kleinen so hilflos dort liegen sah, hats mir das Herz in Stücke zerrissen und der Verstand ausgeschaltet. Hab gesagt sie sollen ihn aufschneiden und falls er wieder ein normales Katzenleben ohne Einschränkungen führen kann, sollen sie ihn retten. Ich bereue nichts. Klar gehört der Tod zum Leben, aber wenn man ein Leben retten kann...
  • Lami23 25.05.2016 19:44
    Highlight Highlight Ich lese jetzt hier immer wieder, wenn das Tier nachher eine gute Lebensqualität hat, soll ihm dies nicht verwehrt werden. Ich komme aus der "Menschenmedizin" und dort sind dass sehr schwierige Entscheidungen und können nicht so einfach gefällt werden, wie das teils hier dargestellt wird, bei Tieren sicher nicht anders. Ich für meinen Teil finde es legitim, sich für einschläfern zu entscheiden, gerade bei onkologischen Behandlungen und aber auch bei Tierarzkosten die in die tausenden von Franken gehen.
    • Ylene 26.05.2016 00:02
      Highlight Highlight Ja, zumindest bei meinen Haustieren waren die Tierärzte in allen 3 Fällen viel zu optimistisch und gebracht hat die teure Behandlung dann leider doch nichts (war aber wenigstens jeweils ein relativ kurzes Leiden für die armen Viechli). Ansonsten kommt es doch wirklich sehr drauf an, wie die Einschränkung durch die hohe Tierarzt-Rechnung aussieht - muss ich statt am Meer halt am See brutzeln (ja, dann halt) oder geht's deswegen gleich Richtung Existenzminimum (fände ich verantwortungslos gegenüber der Familie)?
  • mitch01 25.05.2016 19:13
    Highlight Highlight Starke Antwort Frau Freitag
  • lvsc. 25.05.2016 19:07
    Highlight Highlight Sie wissen, dass Kosten aufkommen können, wenn sie sich eine Katze oder einen Hund zutun. Wenn Sie nicht dazu bereit sind, für diese Kosten aufzukommen, dann kaufen Sie sich keine Katze. (P.S. es gibt Haustierversicherungen, sehr ratsam, da die Wahrscheinlichkeit gross ist, dass ein Tier mal einen Unfall oder eine Krankheit hat)
    • Driver7 26.05.2016 07:53
      Highlight Highlight ja, man kann alles versichern, budgetieren, und und und.. unsere Katze kostete eine Flasche Wein (Buurehof-Büsi), das teuerste war Kastration, Entwurmung, Chip (das Starter-Kit also). Sie kostet uns seither alle 2 Monate einen Landi-10kg-Sack-Trockenfutter. Sonst nichts. Sie bekommt liebe, frisst Mäuse, ist gesund und glücklich.
  • Caprice 25.05.2016 17:18
    Highlight Highlight Eine starke Antwort. Schliesse mich aber auch meinen Vorschreibern an, es gilt zu differenzieren ob man ein Tierleben bloss künstlich in die Länge zieht und dieses mit beträchtlichen Einschränkungen weiterleben "muss" oder ob begründete Aussicht auf definitive Heilung besteht.

    Der Tod gehört zum Leben dazu, das müssen auch die Kinder lernen - die meisten erfahren dies zum ersten Mal am geliebten Haustier. Ebenso sollen die Kids aber auch lernen, dass jedes Leben wertvoll ist und man auch das Haustier nicht einfach wegwirft, wenn es beschädigt ist.
    • River 26.05.2016 03:57
      Highlight Highlight Der letzte Satz ist sehr richtig und wichtig. Hab paar mal gesehen, dass ein Familienhaustier per Spritze entsorgt wurde, weil es nicht mehr ganz funktionstüchtig (krank/verletzt) war und nur kurze Zeit später war ein neues da: "Ach, den Aufwand und Kosten mit Tierarzt mögen wir uns nicht antun, und für die Kinder ist es doch schön, nochmals ein junges (voll funktionsfähiges) Büsi/Chüngeli/Hündli zu bekommen."
      Wertvolle Lektion für die Kinder. Mm-hmm
    • Lopsi 10.06.2016 08:33
      Highlight Highlight 100% richtig, danke.
  • amira 25.05.2016 17:17
    Highlight Highlight entspricht meiner Meinung, danke Kafi. Habe mich bis jetzt selten gewagt diese Meinung zu äussern, da man als unmenschlich angesehen wird.
  • no0815girl 25.05.2016 16:01
    Highlight Highlight Ich würde die Entscheidung davon abhängig machen, ob man das Leiden des Tieres nur verlängert, oder ob man mit der Behandlung eine Heilung erzielen kann. Bei zweiterem verzichte ich gerne auf die Ferien, bei ersterem ist Einschläfern wohl "humaner".
    • Tilman Fliegel 26.05.2016 07:56
      Highlight Highlight Nur weiss man das im Voraus oft nicht wirklich. Und was ist wenn sie 5 Jahre auf Ferien verzichten müssten? Irgendwann ist halt der Punkt erreicht, wo es zu teuer wird. Auch in der Humanmedizin und trotz Versicherung ist es irgendwann zu teuer.
  • Dan Rifter 25.05.2016 14:44
    Highlight Highlight Frau Freitag bezieht für einmal laut und deutlich Stellung. Findi guet.
  • pinex 25.05.2016 13:55
    Highlight Highlight Sehr guter Text Kafi!
  • Bruno Wüthrich 25.05.2016 13:54
    Highlight Highlight Es braucht tatsächlich etwas Mut und Courage, darüber zu schreiben, wie viel Spitzenmedizin wir unseren Haustieren angedeihen lassen wollen, und dabei die Haltung einzunehmen, dass der Tod zum Leben gehört. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich Frau Freitag nicht nur Freunde und Freundinnen macht. Aber...

    ...Frau Freitag hat absolut recht! Tiere sind anständig zu halten. Auch die Nutztiere. Dass Haustiere bei vielen Menschen Sonderstatus geniessen, ist in Ordnung. Aber es sollte irgendwo eine Grenze haben. Für Tiere ist der Tod etwas natürliches. Im Gegensatz zu einem Gips um ein Körperteil.
    • Emma Jones 25.05.2016 15:03
      Highlight Highlight Wenn's mit Knochen einrenken und Gips drum getan ist, würde ich das meinem Tier nicht verwehren. I.d.R. haben sie sich nach ein paar Stunden auch an den Fremdkörper gewöhnt und fühlen sich wieder wohl. Operationen, Bestrahlung etc. fände ich aber auch übertrieben.
  • Madison Pierce 25.05.2016 13:36
    Highlight Highlight Ich bin einverstanden, man sollte nicht alles machen für ein Tier. Aber ich finde es falsch, die Entscheidung von den Kosten abhängig zu machen. Wegen den eigenen Ferien den Hund sterben zu lassen ist doch etwas sehr egoistisch.

    Bei der Entscheidung sollte das Tierwohl an erster Stelle stehen. Es ist auch egoistisch, dem Tier eine lange und belastende Therapie zuzumuten, nur weil man es nicht verlieren will.
    • PeterBünzli 25.05.2016 15:25
      Highlight Highlight Ich teile diese Meinung. Ist dem Tier nicht mehr zu helfen, soll das ganze nicht künstlich in die Länge gezogen werden. Doch aber aufgrund der Kosten ein Leben zu lassen, ist doch nicht wirklich fair oder Sinnvoll. Das Tier ist nicht ein Gegenstand der beim nicht gebrauchen weggeworfen bzw. getötet werden kann.
    • Tilman Fliegel 26.05.2016 08:06
      Highlight Highlight Naja Kosten können aber, gerade in der Spitzenmedizin fast ins unermessliche Steigen. Da können Sie nicht einfach sagen, das darf kein Kriterium sein.

FRAGFRAUFREITAG

Mir ist vor kurzem etwas extrem Peinliches passiert

Ich war in meinem Lieblingsrestaurant zum Abendessen und am Ende des Abends hat mir der Kellner gesagt, dass ich das Preisschild von der Bluse am Rücken habe. Ich bin dann sofort nach Hause und seither nie mehr dorthin gegangen. Ich weiss nicht, wie ich mich jetzt verhalten soll. Was raten Sie mir? Raina, 23

Liebe RainaAls ich Ihre Frage gelesen habe, musste ich sehr herzhaft lachen. Ich hoffe, Sie verzeihen mir das. Ich habe mich nicht etwa über Sie und Ihr Erlebnis amüsiert, sondern über die Tatsache, dass ich in meinem Repertoire unzählige solcher Geschichten habe! Und dann habe ich auch noch das riesengrosse Glück, Freundinnen zu haben, die mir in regelmässigen Abständen ähnliche Schauergeschichten erzählen. Und wissen Sie was, ich liebe solche Lapsus! Sie passieren mir häufig und ich …

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