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Sektenblog

Gott hat uns einen freien Willen gegeben (– doch daran glaubt er wohl selber nicht)

Wir leben zwar in einer säkularisierten Welt und viele Staaten kennen die Trennung von Staat und Kirche, doch religiöse Überzeugungen, Ideen und Machtinteressen sind in der Politik omnipräsent.



Die kürzlichen Anschläge in Sri Lanka demonstrieren die Folgen der religiösen Konflikte auf eindrückliche Weise: Radikale Muslime ermordeten in christlichen Kirchen Katholiken. Die religiös motivierten Gewalttaten sind nicht nur ein Clash der Kulturen, viele religiöse Konflikte haben einen politischen Hintergrund.

So zeigt der brutale Streit zwischen Sunniten und Schiiten, dass es auch politische Machtkämpfe zwischen Glaubensbrüdern gibt. Der jahrzehntelange blutige Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland, der durch den Brexit neu aufflammen könnte, zeigt das politische Konfliktpotenzial auch unter christlichen Religionsgemeinschaften.

Time Trialists pass a loyalist mural during stage one of the Giro d'Italia in Belfast, Northern Ireland, Friday, May, 9, 2014.   The Giro d'Italia will have three stages in Ireland, starting in Belfast on May 9th with stage 1 Time Trial followed by stage 2 along the Antrim coast and stage 3 finishing in Dublin on May 11th.  (AP Photo/Peter Morrison)

Zeugen einer brutalen Vergangenheit: Mural in Belfast, Nordirland. Bild: AP/AP

Da stellt sich unweigerlich die Frage: Wo befindet sich Gott, wenn sich seine Jünger in seinem Namen die Köpfe einschlagen? Er steht offensichtlich abseits und glänzt durch Abwesenheit.

Christen verteidigen seine «Gleichgültigkeit» mit dem Argument, Gott habe uns aus dem Paradies verwiesen und uns einen freien Willen gegeben, das Leben und die Welt nach unseren Vorstellungen zu gestalten.

Nur: Was hat der Sündenfall von Adam und Eva mit uns Zeitgenossen zu tun? Gerechtigkeit sieht anders aus, und die Kollektivstrafe ist nicht einmal im Militär erlaubt.

Opfer sind die Unterprivilegierten

Ausserdem: Wir durchschnittlichen Menschen haben zwar einen freien Willen, doch wir können mit diesem keinen Frieden stiften. Ein paar skrupellose oder narzisstische Staatsoberhäupter – von Trump bis Putin, von Xi Jinping bis Duterte, von Erdogan bis Orban, von Maduro bis zu den afrikanischen Autokraten – zwingen Milliarden von Menschen ihren Willen auf.

Opfer ihrer Machpolitik sind oft die Unterprivilegierten. Nicht wenige landen trotz des vermeintlich freien Willens auf der Flucht in einer maroden Barke, die im Mittelmeer versinkt. Schaffen sie es doch bis nach Europa, haben sie zwar ihr Leben gerettet, doch sie sind meist entwurzelt und ohne Zukunftsaussichten. Der freie Wille bleibt also auf der Strecke.

Hände sprengen Ketten.

Der freie Wille ist längst enttarnt. Bild: shutterstock.com

Überhaupt gibt es den freien Willen nur im christlichen Glauben. Philosophie, Psychologie und Soziologie haben den Mythos von der Willensfreiheit längst enttarnt.

Wir sind eingebettet in soziale, politische und wirtschaftliche Strukturen, die von uns Einordnung bis Unterordnung verlangen. Dies empfinden wir zu recht oft einengend, doch ohne Spielregeln sind wir nicht überlebensfähig. Unschön und teilweise missbräuchlich ist, dass oft machtbesessene und unempathische Menschen die Regeln bestimmen.

Ängste und Aberglauben legen uns lahm

Der freie Wille wird aber auch durch unsere eigene Bedingtheit eingeschränkt. Ängste, psychische Störungen, körperliche Grenzen und hirnphysiologische Fehlfunktionen prägen unser Leben mit – oder bestimmen es über weite Strecken. Ausserdem legen wir uns auch selber lahm durch Selbsttäuschungen, Vorurteile, Einbildungen, destruktive Sehnsüchte, Ängste und Aberglauben.

Indem den Gläubigen vorgegaukelt wird, alle Entscheide selbst treffen zu können, werden sie in die Irre geführt.

Die religiöse Idee vom freien Willen, den uns Gott angeblich gegeben hat, ist also eine Illusion. Damit werden Gläubige getäuscht und diszipliniert. Dies ist vor allem in Freikirchen zu beobachten. Dort halten die Pastoren trotz gegenteiliger Erkenntnisse unbeirrt an der Idee von der Willensfreiheit aus religiösen Gründen fest.

Indem den Gläubigen vorgegaukelt wird, alle Entscheide selbst treffen zu können, werden sie in die Irre geführt. Gläubige, die schwach werden und sündigen, fühlen sich schuldig und minderwertig. Sie befürchten sogar, dass sie am Jüngsten Tag ein übervolles Sündenregister haben und ihnen die Tür ins Jenseits vor der Nase zugeschlagen wird. Und dann ist es mit dem freien Willen definitiv vorbei.

Hugo Stamm; Religionsblogger

Hugo Stamm

Glaube, Gott oder Gesundbeter – nichts ist ihm heilig: Religions-Blogger und Sekten-Kenner Hugo Stamm befasst sich seit den Siebzigerjahren mit neureligiösen Bewegungen, Sekten, Esoterik, Okkultismus und Scharlatanerie. Er hält Vorträge, schreibt Bücher und berät Betroffene.
Mit seinem Blog bedient Hugo Stamm seit Jahren eine treue Leserschaft mit seinen kritischen Gedanken zu Religion und Seelenfängerei.

Du kannst Hugo Stamm auf Facebook und auf Twitter folgen.

Auch eine Art von Willen:

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  • Share 14.05.2019 20:23
    Highlight Highlight Die rationale Enttarnung basiert auf dem Utilitarismus und schält die Wahrscheinlichkeit frei, wägt das Risiko ab. Das geschieht mit dem Drohfinger allerdings auch, bei Androhung der Vertreibung aus dem Paradies. Im Gottesstaat verbleiben Kain und Abel. Sie führen in die Absurdität von Despotentum und Allmend.
  • Pasionaria 14.05.2019 19:20
    Highlight Highlight Heyyda
    "Man findet halt für jede Meinung eine Bibelstelle."
    Aber Sie meinen, die richtige gefunden zu haben! Und Sie erlauben Sich, H. Stamm hoechst unhoeflich anzugehen. Zeugt dies von Differenziertheit? Nein, aber von Unverschaemtheit.

    Die beliebteste Art der Bibelauslegung der Frommen ist das bekannte Rosinenpicken.
    Zugegeben die Bibel bietet Grundlage zu beliebiger Auslegung, von sog. Naechstenliebe bis zum Voelkermord und Vernichtung von Anders- oder Nichtglaeubigen.
    Da die Bibel keinen Standard fuer Ethik und Moral bietet, sind andere Quellen (> Humanismus) zu Rate zu ziehen.


  • Heyyda! 14.05.2019 11:55
    Highlight Highlight 2/2
    Der von ihnen hineininterpretierte "freie Wille" hat hingegen nichts mit dem "Sündenfall" zu tun. 3. Sie schreiben von Gläubigen und Gott, ohne zu differenzieren, dass die Religionen diesbezüglich äusserst unterschiedliche Konzepte haben (z.B. ist der Hinduismus sehr stark deterministisch; im Buddhismus spielt Karma eine zentrale Rolle etc.). 5. Im zweitletzten Satz schreiben Sie, die Tür ins Jenseits werde zugeschlagen, ohne auszzführen, wer das glauben soll. Im Christentum zumindest kommen alle ins Jenseits, die Frage ist nur, wohin. 👿 6. --> Platz fehlt für alle Ungenauigkeiten 🙄



  • Heyyda! 14.05.2019 11:47
    Highlight Highlight 1/2
    Herr Stamm, wenn Sie schon religiöse Überzeugungen zitieren und ihnen Konzepte unterjubeln wollen, welche viel jünger sind als einige heilige Schriften - dann zitieren Sie doch wenigstens korrekt. Der Text strotzt ja nur so von Ungenauigkeiten, plakativen verallgemeinernden Unterstellungen, das ist ja ein Graus... 🙈
    Beispiel? 1. Der freie Wille wird in der Bibel nicht als solcher diskutiert und unter Theologen umstritten. 2. Die aufgeführte Episode im Paradies ist falsch wiedergegeben. Die Strafe für das Frucht-Essen war der Verstoss aus dem Paradies und die Geburtsschmerzen der Frau.
  • Ro Viking Ger 13.05.2019 11:33
    Highlight Highlight Ich vergleiche das Leben/freien Willen mit dem Schach.
    Das Brett ist die natürliche Begrenzung. Figuren Möglichkeiten zu agieren.
    Schachzüge erfolgen aus freiem Willen, aber lösen eine Konsequenz aus, für alle beteiligten "Figuren. Jeder Schachzug verändert das Spiel, setzt wieder Möglichkeiten frei.
    So verändert sich das Leben. Entscheidungen haben Einflüsse.
    Es gibt im Schach Schwarz/Weiss, aber dieses Schwarz/Weiss ergibt im Leben das Grau.Weil jeder und jede, jeden und jede durch die Handlungen der Lebensschachzüge einer Wirkung aussetzt und aber auch wieder mögliche Richtungen freisetzt.
  • Spooky 13.05.2019 07:26
    Highlight Highlight Die Frage, ob unser Wille frei oder unfrei sei, ist zwar ein interessantes Thema. Und gut fürs Hirn - so ähnlich wie Sudoku. Aber für unseren Alltag ist die Frage nicht wichtig, so ähnlich wie Sudoku auch nicht wichtig ist. Wir müssen im Alltag ja trotzdem so tun und entscheiden, als ob es einen freien Willen gäbe - völlig egal, ob es ihn gibt oder nicht gibt.
  • Spooky 13.05.2019 03:37
    Highlight Highlight Falls Gott einen freien Willen hat,
    dann hat der Mensch auch einen freien Willen.

    Falls Gott keinen freien Willen hat,
    dann hat der Mensch auch keinen freien Willen.

    Warum ist das so?
    Weil Gott den Menschen nach seinem Ebenbild erschuf.
    • Pelegrino 14.05.2019 12:41
      Highlight Highlight Aus den vormenschl. Gattung stammten die Primaten,die sich zum Erectus u.Hominini entwickelten,dann durch Paarung zu Cro-Magnon Menschen wurde.Wie sich im Detail damals zu Homosapien entwickelt hat,ist noch zu wenig erforscht.Nach erforschen anderer Berichte,gab es Fortschritte u.Rückschritte in der Evolution.
      Die Schöpfung ist eine natürliche Erlesung zum fortgeschrittenen fortentwickelten,doch die Verwerfung war gleichenfalls der Rückschritt zum Hominini,wonach das erkennen der Unzulänglichkeit viel zu spät registriert wurde. Das freie Denken war da zu Ende,wo der Homo anfing zu denken.
    • Spooky 15.05.2019 06:12
      Highlight Highlight eSo. Pelegrino

      Nicht schlecht! Aber schon morgen finden sie vielleicht wieder einen neuen Knochen, der das alles wieder in Frage stellt.
  • Spooky 13.05.2019 03:25
    Highlight Highlight "Ein paar skrupellose oder narzisstische Staatsoberhäupter – von Trump bis Putin, von Xi Jinping bis Duterte, von Erdogan bis Orban, von Maduro bis zu den afrikanischen Autokraten – zwingen Milliarden von Menschen ihren Willen auf."

    Da hat Herr Stamm die EU noch vergessen.

    Neuestes Beispiel: Beim Rahmenabkommen und beim Waffengesetz, wo die EU der Schweiz ihren Willen aufzwingen will.
    • Pasionaria 13.05.2019 23:40
      Highlight Highlight Da bringst Du wieder einmal abenteuerlich
      einiges durcheinander.
      Thema dieses Blogs ist der Wille des Individuums, die EU (endet zwar manchmal auch auf …...dum,) aber ist eine Gemeinschaft. Und da kann man nicht von Willen sprechen, sondern von Richtlinien, die oft mehr oder weniger sinnvoll sind.
      Das Waffengesetz zum Beispiel ist eine der vernuenftigen Verfuegungen…
      Also hoer auf mit > Willen hier.
    • Spooky 14.05.2019 07:48
      Highlight Highlight "Also hoer auf mit > Willen hier."

      Ich höre nicht auf. Du kannst mir deinen Willen nicht aufzwingen! 😡👊🏾👻
    • Pasionaria 14.05.2019 19:02
      Highlight Highlight > der war doch gut!!
      Sie, Herr Spooky, fangen an, selbst mir zu gefallen!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Spooky 13.05.2019 03:14
    Highlight Highlight "Philosophie, Psychologie und Soziologie haben den Mythos von der Willensfreiheit längst enttarnt."

    Also, das höre ich jetzt zum ersten Mal. Jedenfalls in der Philosophie bleibt das Problem der Willensfreiheit ungelöst:
    ⬇︎☟⬇︎
    [https://www.philosophie.ch/philosophie/grosse-fragen/gibt-es-den-freien-willen]
    • Tjugt 14.05.2019 09:58
      Highlight Highlight Sie Herr Spooky gefallen mir 👍🏻
    • Spooky 15.05.2019 06:02
      Highlight Highlight Tjugt

      😄👻😉
  • Hypatia 12.05.2019 17:19
    Highlight Highlight Worauf Stamm hier hinweisen möchte, ist wohl, dass der freie Wille ein Privileg derjenigen ist, die sich nicht mehr (mit) den Lebensnotwendigkeiten aus(einander)setzen müssen, sondern aufgehoben sind in einer Gesellschaft, die sie von diesen Notwendigkeiten befreit.

    Der Bootsflüchtling handelt aus Notwendigkeit und nicht aus Freiheit, also ist er letztlich auch nicht dafür verantwortlich, wenn sein Kind ertrinkt, da er selber ein Opfer dieser Notwendigkeiten ist.

    Der freie Wille ist also nicht natürlich gegeben sondern ein geschichtlich errungenes und ausgebildetes Privileg.
    • Hypatia 12.05.2019 18:14
      Highlight Highlight Und, um den Gedanken weiter zu führen, ist dieses geschichtlich ausgebildete Phänomen so sehr in uns eingebildet, dass wir mit der Einbildung herumlaufen, der freie Wille sei etwas Naturgegebenes. Natürlich ist der Mensch, wie Michael nicht müde wird, darauf hinzuweisen, ein ziemlich dominanter Trockennasenaffe. Zum Wesen dieses Lebewesens aber gehört seine Geschichtlichkeit. Ohne sie lässt sich der Mensch, so wie wir ihn kennen und so wie wir uns kennen, nicht verstehen. Ohne sie lässt sich auch nicht verstehen, warum wir dem Anderen helfen müssen, aus seiner Not zu entkommen.
    • awmrkl 12.05.2019 21:03
      Highlight Highlight "dass der freie Wille ein Privileg derjenigen ist, ..."

      Wow, danke, so hab ich das noch gar nicht gesehen! Grübel grübel nachdenk ...
  • Dani B. 12.05.2019 13:40
    Highlight Highlight Ja, der freie Wille ist eine Illusion in einer deterministischen Welt. Ich will diese Illusion behalten. Menschen, welche diese Illusion verloren haben, sind sehr unglücklich und gelten als geistes- und verhaltensgestört.
    • Ale Ice 12.05.2019 14:52
      Highlight Highlight Ich würde das nicht so verallgemeinern...
    • Tjugt 14.05.2019 10:02
      Highlight Highlight Haben sie nicht selber gerade gezeigt, dass es der Freie Wille gibt? Die haben eine Entscheidung getroffen, welche ihr Leben beeinflusst hat (falls wirklich alle geistes- und verhaltensgestört werden)
  • Franz0506 12.05.2019 12:26
    Highlight Highlight Hr. Stamm macht mit seinenArgumentationen einen wilden Ritt durch viele Themen - man macht sich fast Sorgen, dass er da nicht vom Pferd fällt. Aber anstatt Gott dankbar zu sein, dass er im Rahmen der Gesetzmässigkeiten seinen freien Willen hat (und darum auch noch ungestört gegen Gott lästern kann), beklagt es sich noch darüber.
    Wir alle haben den freien Willen um den Preis, dass wir für unser Tun auch die Verantwortung zu tragen haben. Und man lebt auch nach dem irdischen Tode im Jenseits weiter. Glauben muss man das nicht, aber man soll sich dann auch nicht wundern, wenn es dann so ist.
    Benutzer Bild
    • Nonbeliever 13.05.2019 09:26
      Highlight Highlight @ Franz0506 , kannst du mal aufhören, immer diese simplifizierenden Bildi "Schöpfer-versus-Atheismus" in den Blog reinzustellen? Es scheint mir, du hast die Prinzipien der Evolution, kurz angedeutet "Mutation & Selektion" nicht verstanden. Ich nehme an, du hast keinen naturwissenschaftlichen Rucksack, also bös gesagt einen Fensterplatz im Fach "Evolutionsbiologie" in der Schule gehabt. Macht aber nichts, man kann sich auch im Alter das Wissen noch aneignen. Franz, es ist nie zu spät! Ein guter Einstieg gäbe es z.B. hier
      Play Icon
    • Elvenpath 13.05.2019 18:52
      Highlight Highlight Der Schmetterling ist nicht "durch Zufall" entstanden, du Pappnase.
    • Gugguseli1963 14.05.2019 20:54
      Highlight Highlight @Nonbeliever
      Ihre Arroganz ist unübertrefflich und dann wollen sie noch anderen verbieten ihre Meinung kund zu tun. Franz versteht wohl was er schreibt und es ist logisch. Ihre Evolutionstheorie hat einen Hacken, es fehlt die Ursache, wer hat den ihre "Mutation und Selektion" verursacht? Gemäss ihrer Theorie der Zufall. Die Bibel erklärt die Ursache, nämlich Gott und Gott hatte keinen Anfang er war immer.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Beteigeuze 12.05.2019 12:04
    Highlight Highlight "Gott hat uns einen freien Willen gegeben".

    Wer das glaubt, hat von Tuten und Blasen keine Ahnung. Der freie Wille ist eine Illusion. Nichts läuft da in dieser Richtung. Unser Leben ist vom Moment der Geburt bis zum Tod komplett vorbestimmt, und nichts aber auch gar nichts können wir daran ändern.

    Der wissenschaftlich gebildete Mensch weiss das. Einstein ist mein Zeuge.

    Wir müssen den Gesetzen unseres Schicksals gehorchen. Wir glauben zwar, dass wir Entscheidungen im Leben aus freien Willen getroffen haben. Aber diese Entscheidung wurde schon lange vorher an anderer Stelle getroffen.
    • awmrkl 12.05.2019 20:57
      Highlight Highlight "Einstein ist mein Zeuge"

      Wäre mir neu. Wo denn? Zitat?
      Außerdem, selbst WENN Einstein so argumentiert hätte, so wäre er EIN Mensch, EINE Auffassung zu diesem Thema von vielen Mrd (er hat zu diesem Thema keinerlei bevorzugte Kompetenz!)

      Ansonsten: Du hängst anscheinend dem an, was Prädestination genannt wird, oder?

      Naja, wenns gefällt und scheee macht ...
    • Pelegrino 13.05.2019 12:55
      Highlight Highlight Der Wille kann nicht frei sein, wenn die Vorlagen dazu fehlen, und das liegt im Homosapiens selbst, die nicht willens sind, die schädlichen Errungenschaften, wie die Atombombe zu beseitigen, u. fossile Energie einzudämmen. Die ministerielle Führung lieben das Finanzkapital, statt Kapital für natürliche Lebensqualität,

      > u. da soll der Mensch noch frei entscheiden können, wie er die Natur gestalten will!?<

      Denn nicht nur aus den PKW entweichen Schadstoffe, sondern auch aus den industriellen Fabriken.
  • Maya Eldorado 12.05.2019 08:57
    Highlight Highlight Bitte Herr Stamm, beantworten Sie mir diese Fragen.

    Wo genau in der Bibel steht, dass uns Gott den Freien Willen gegeben hat?
    Das würde mich sehr interessieren.

    Ich weiss, dass Gott den Menschen verboten hat vom Baum der Erkenntnis zu essen. Sie haben es trotzdem gemacht, verführt von der Schlange (Symbol des Teufels, wahrscheinlich).
    Erst mit der Möglichkeit der Erkenntnis, ist der Wille möglich. Und wie frei der Wille ist, ist im einzelnen Menschen, wie weit er das pflegt.
    • Pasionaria 12.05.2019 22:53
      Highlight Highlight "Wo genau in der Bibel steht, dass uns Gott den Freien Willen gegeben hat?"​
      Ev. nicht im Wortlaut, aber folgende Passagen sind sehr eindeutig:​
      „Du sollst das Leben wählen.“ Wie? „Indem du auf seine Stimme hörst.“ ​
      Gemeint soll sein: sich bewusst dafuer zu entscheiden, sich an Gottes Gebote zu halten (5. Mose 30:19, 20). ​
      Ginge die Bibel nicht von der Willensfreiheit aus, wuerde diese Wahlmoeglichkeit keinen Sinn ergeben. ​
      Oder Bibelinterpretationen wie: Die Willensfreiheit, ein wertvolles Geschenk Gottes, damit zeigt man, ihn mit ganzem Herzen zu lieben — und zwar aus eigenem Antrieb. ​
    • Heyyda! 14.05.2019 11:41
      Highlight Highlight @Maya Eldorado: die Frage ist in der Theologie tatsächlich umstritten. Habe schon beides gelesen, kann dies aber nicht mehr auswendig zitieren.

      @Pasionaria: es gibt auch gegenteilige Bibelstellen, z.B. dass der Glaube und somit die Errettung ein Geschenk Gottes sei (Eph. 2) wir also gar nicht beeinflussen können würden, ob wir glauben oder nicht. Man findet halt für jede Meinung eine Bibelstelle. 😅
    • Maya Eldorado 14.05.2019 13:05
      Highlight Highlight Danke für die Antworten.
      Schade, dass sich Herr Stamm noch nicht gemeldet hat.
      An einer Antwort seinerseits wäre ich sehr interessiert.
  • Alienus 12.05.2019 08:53
    Highlight Highlight Den Willen in 600 Zeichen beschreiben? Hm….

    Gibt es den Gott, so seien wir Menschen von IHM erschaffen worden. Ein Problem, er gibt die Hard- und Soft-Ware vor. Also können wir nur nach seiner Vorgabe handeln.

    Der göttliche fr. W. ist von „weisen“ Männern uns eingeredet worden, Gott hätte in seiner Güte uns diesen gegeben. Schaut man genauer hin, so schmilzt dieser zusammen, denn die Die indo-und exogenen Einwirkungen sind zu groß. Die Indizienmenge gegen den fr. Willen ist unendlich groß.

    Aber das Böse wegen des nichtvorhandenen göttl. freien Willen wird jedoch dadurch nicht exkulpiert
    • Pasionaria 12.05.2019 22:29
      Highlight Highlight

      Alienus, meinen Sie nun echt,
      Sie sind Ihres Willen's Knecht,
      daraus folgend umso mehr
      Ihrer Wahrnehmung Herr?
    • Alienus 13.05.2019 07:47
      Highlight Highlight Gleich Ikarus mit seinen Schwingen,
      wollt man die Erleuchtung erzwingen.

      Wie eine Motte wollt man zum Licht,
      bis einem der Zensor die Texte bricht.

      Zu weit hat ausgeschlagen der Pegel,
      so ist sie, die heilig Kommentarregel.
    • Pasionaria 13.05.2019 23:52
      Highlight Highlight voxy's Predigten und Kommentieren
      tut schon laenger nicht mehr irritieren

      Seine Phrasen plaetschern so dahin
      total dumpf, leer und ohne Sinn.

      Zu hoffen, er haelt die gewollte Pause heilig,
      nur Unglaeubige haben's bis zur Hoelle eilig.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zurichda 12.05.2019 07:22
    Highlight Highlight Entschuldigung, aber dies gilt sicher nicht für jede Gemeinschaft. Der Blog ist natürlich kontrovers, er soll zum Denken anregen. Doch es gibt tatsächlich im modern-orthodoxen Judentum zum Beispiel, keinerlei Nutzen für irgendwelche “Obrigkeit”, den freien Willen auszunutzen. Dies hat stark mit der dezentralen Aufbauart der Gemeinschaft zu tun. Ich spreche von einer Community, welche den freien Willen priorisiert, als sei es das erste Gebot. Herr Stamm, ich lade Sie gern in unsere Synagoge ein, reden wir darüber. Etwas differenziert.
    • awmrkl 12.05.2019 20:49
      Highlight Highlight "Ich spreche von einer Community, welche den freien Willen priorisiert, als sei es das erste Gebot"

      Das ist dann aber keine "jüdische" oder "christliche" Community. Denn deren 1. Gebot lautet anders (du sollst keine anderen Götter...)

      Klingt aber erstmal sympathisch ... (trotz Synagoge)
  • Pasionaria 12.05.2019 06:36
    Highlight Highlight Einstein's Stellungnahme geht mir niemals aus dem Kopf:
    "Ich weiß ehrlich nicht, was die Leute meinen, wenn sie von der Freiheit des menschl. Willens sprechen. Ich habe z.B. das Gefühl, dass ich irgend etwas will; aber was das mit Freiheit zu tun hat, kann ich nicht verstehen. Ich spüre, dass ich meine Pfeife anzünden will und tue das auch; aber wie kann ich das mit der Idee der Freiheit verbinden? Was liegt hinter dem Willensakt, dass ich meine Pfeife anzünden will? Ein anderer Willensakt? Schopenhauer sagte einmal: ,Der Mensch kann tun was er will; er kann aber nicht wollen was er will."
    • Herbert Anneler 12.05.2019 10:51
      Highlight Highlight Hätten Sie keinen freien Willen, könnten Sie nichts planen! Sie gingen so durchs Leben: Sie haben eine Pfeife angezündet und stellen ex post fest: „Huch, ich habe eine Pfeife angezündet!“ Sie würden feststellen: „Huch, ich bin nach Zürich gefahren!“ Das ist Epi-Metheus, der die Büchse der Pandora mit allen ihren Plagen geöffnet hat. Sein Bruder, Pro-Metheus (der Vorausdenker), schenkte hingegen den Menschen das Feuer - das Licht, den freien Willen! Deshalb bestraften die Götter Prometheus. Von Schopenhauer lässt sich auch die moderne Gehirnforschung (Neuweiler!) den freien Willen nicht nehmen!
    • vera.vox 12.05.2019 15:09
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
    • Pasionaria 12.05.2019 22:16
      Highlight Highlight H. Anneler
      Warum im die griech. Mythologie fluechten -
      wenn's auch die Realitaet kann richten!

      Warum kann man der Meinung sein, dass man f beim Entscheiden FREI sein kann? Ist Freiheit in der Natur vorgesehen? Nein!
      Der Wille kann nur wollen, was das Hirn entscheidet.
      Es ist unmoeglich hier bei 600 Anschlaegen weiter darauf einzugehen. Es gibt aber genuegend wissenschaftliche Abhandlungen, um sich ueberzeugt vom Glauben des freien Willens zu verabschieden.
      Fazit: Sie glauben an den freien Willen - na, Sie haben ja keine Wahl!
    Weitere Antworten anzeigen
  • manago 12.05.2019 04:33
    Highlight Highlight Leider geht Stamm nicht näher auf Wille ein. Auch wenn es den freien Willen nicht gibt, existiert doch ein Willen zur Freiheit. Willen hat etwas damit zu tun, ob man etwas erreichen will. Ohne Wille hätte die Menschheit nicht überlebt. Der Wille muss nicht frei sein, es geht darum, ihn zu stärken. So können Ängste, festgefahrene Vorstellungen und Mangel an Selbstbeherrschung besiegt werden, damit Personen sich nicht ausnutzen lassen, oder selber die Umwelt ausnutzen. Wenn er schwach bleibt, wird man Sklave sozialer, religiöser Vorstellungen und hormonellen Kräften bleiben.
  • Gugguseli1963 11.05.2019 21:24
    Highlight Highlight "Gott hat uns den freien Willen gegeben" richtig, Schlussfolgerung - Gott existiert und hat uns geschaffen und uns nicht im Dunkeln gelassen mit der Hl Schrift. Er hat uns gesagt was wir zu tun haben und was wir zu lassen habe. Klarer gehts wohl nicht, der HS wieder spricht sich immer, in jedem Artikel. Einmal schreibt er Gott existiert nicht und dann wieder doch. Wir haben den freien Willen, Gott reicht dir die Hand, er streckte sie dir zu. Jesus ist aber auch unendlich gerecht, wenn der Mensch die Hand Gottes nicht ergreifen will, muss er die Konsequenzen tragen.
    • vera.vox 11.05.2019 22:08
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
    • Pelegrino 12.05.2019 13:25
      Highlight Highlight Oft verstricken sich fehlgeleitete Privatkirchen immer mehr in fragwürdige Zusatzlehren,die als Fundament zum friedfertigen Leben festgelegt werden,u.mehr Streit statt Frieden unter sich fördern.

      Keiner soll aus unangenehmen Gründen, von sich wegweisen,auch Pastoren nicht,dieselbst nach Gutdünken vermeintlich Gutess aus sich herausreden.

      Selbst fromme,hochmütigen,stolzen u. überheblichen,die als Gläubigen sich vorstellen,bleiben mir ein schlechtes Beispiel,wie Menschen zu leben haben,u.bleiben im Vollzugszwang.Keiner ist frei,wenn ihm gefälschte Freiheitsversklavung aufgetischt wird.
    • Elvenpath 13.05.2019 19:12
      Highlight Highlight "Gott hat uns den freien Willen gegeben"

      "Er hat uns gesagt was wir zu tun haben und was wir zu lassen habe."

      Toll, da hat man einen "freien Willen" und wenn man ihn nicht so ausübt, wie der totalitäre Führer im Himmel das will, wird man so bestraft, dass "drakonisch" dagegen Ringelpietz mit Anfassen ist.

      Das ist kein freier Wille. Das ist Erpressung.
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  • Spooky 11.05.2019 20:15
    Highlight Highlight „Tu was Du willst, soll sein das ganze Gesetz!“

    (Aleister Crowley)
    • Pelegrino 12.05.2019 12:36
      Highlight Highlight Wer auf einen Gott mit einem Gesetzli-poltik setzt, und es dazu noch verherrlicht, aber verhält sich nicht danach, der macht sich mit dem was er für andere vorbildlich zu glauben scheint, sich lächerlich, und werden zu Verräter an sich selbst.

      Selbstrechtfertigung ist die Spur zum Verräter, in dem jeder befangen ist, und sich selbst knechtet, dass aus Angst das Verborgene aufdeckt wird, u. in Zwängen alles zu vertuschen versucht, denn das ist irrationale Unfreiheit.
    • Spooky 13.05.2019 03:29
      Highlight Highlight @eSo. Pelegrino

      ????
    • Pelegrino 14.05.2019 20:53
      Highlight Highlight Mir ist das Mysterium jenseits von Gut u.Böse fremd vor;sp;die Wege d.Hr.sind unergründlich.QVs.Das ist wie ein Medika falsch angewendet,vergiften wird.Die Interpretation kann jederfür sich einrichten wie er es haben will, wie Wörter aus dem Diktionär frei frisch neu aneinandergereit.Wenn alles akzeptiert wird,was interpretiert wird,wo wären wir heute!?Die Freiheit ist eine Definition von vielen,die Homos an sich gebunden hat,um aus Umauer seine Rechte einzufordern,die nur stückweise existiert.Deshalb ist es falsch von Glauben der frei macht,überhaupt zu versprechen,denn das ist eine Lüge.

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  • Billy the Kid 11.05.2019 20:09
    Highlight Highlight Die moderne Hirnforschung beweist, dass das Konstrukt "Wille" erst nachdem die "Tat" schon auf dem Weg ist von uns konstruiert wird.
    Hier handelt es sich zwar um Millisekunden - aber dieser Gap zwischen Handlung und "Wissen um die Handlung" ist entscheidend.
    Der Wille als nachgelagertes Konstrukt (auch wenn er offensichtlich eine Täuschung darstellt) hat aber durchaus seine Vorteile. Ohne dieses Täuschungsmanöver der Natur würden wir einen enormen Souveränitätsverlust hinnehmen müssen, der uns völlig überfordern würde.
    Die Natur muss uns über uns selber täuschen um uns zu schützen!
    • Spooky 11.05.2019 20:53
      Highlight Highlight Billy the Kid

      Das stimmt zum Teil schon, was du schreibst. Aber das ist nur das, was die Hirnforschung messen kann. Alles andere bleibt im Dunkeln. Nicht alles ist messbar.
    • Billy the Kid 11.05.2019 21:53
      Highlight Highlight @Spooky
      Da gebe ich dir freilich Recht. Trotzdem ist es sehr spannend, dass wir heute so weit sind, dass wir sogar hirnphysiologisch so etwas höchst Komplexes wie das Konstrukt namens "Wille" zumindest untersuchen können. Ob wir jemals diese black box namens Gehirn von a-z entschlüsseln werden scheint mir auch eher unwahrscheinlich.
      Der Fakt aber, dass die Natur Selbstbewusstsein generiert hat - scheint über die Frage nach dem "freien Willen" die Frage aufzuwerfen ob wir nicht tatsächlich die Speerspitze der Entwicklung des Kosmos sind. Dies meine ich ohne alle Hybris.
    • Billy the Kid 11.05.2019 22:18
      Highlight Highlight @Spooky
      Ich bin zwar kein religiöser Mensch aber es gibt eine Szene im Christentum, die ein ungeheures Geheimnis darstellt: Jesus (Gott) am Kreuz zweifelt in den letzten Sekunden seines "menschlichen" Daseins an seiner eigenen Existenz als Gott. "Vater - wieso hast du mich verlassen?"
      Egal ob diese Geschichte "wahr" ist oder nicht - die Endszene ist ein Geniestreich.
      Gott musste Mensch werden um an seiner eigenen Existenz zweifeln zu können.
      Vielleicht kann man es auch so interpretieren: Sein "Wille" dieser Gott zu sein wurde gebrochen, da er seine Schöpfung in all ihrer Konsequenz erkannte.
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  • Gummibär 11.05.2019 18:35
    Highlight Highlight Gott hat wem den freien Willen gegeben ?
    Ueber die Existenz, die Reichweite und den Nutzen dieses freien Willens zu sinnieren setzt gewisse Umstände voraus.
    Ein junger Mann der mit seinen Eltern die Schulden seiner Familie in einem indischen Steinbruch abarbeitet, nie zur Schule ging, von der Existenz eines jüdischen oder christlichen Gottes nie gehört hat und noch viel weniger von der Gabe eines freien Willens hat wenig Aussicht diesen in irgend einer Weise auszuüben.
    Der von H.Stamm zitierte Gott scheint nicht alle Menschen mit den gleichen Startbedingungen belohnt zu haben.
  • Hypatia 11.05.2019 17:52
    Highlight Highlight Man muss schon genau sagen, was man unter Willensfreiheit versteht, bevor man sie als Mythos oder Illusion meint nicht mehr Ernst nehmen zu müssen, denn ohne freien Willen ist niemand mehr für seine Handlungen verantwortlich.

    "Ausserdem: Wir durchschnittlichen Menschen haben zwar einen freien Willen, …" Also was jetzt? - Und was heisst hier "durchschnittlich"? -
    • vera.vox 11.05.2019 20:40
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
  • Martin Andri 11.05.2019 17:49
    Highlight Highlight Mit dem freien Willen, den es für Herrn Stamm nicht gibt, ist gemeint, dass jeder Mensch selber entscheiden kann/muss, was er glaubt oder eben nicht glaubt. Herr Stamm glaubt nicht an Gott, lässt aber keine Gelegenheit aus, Gott schlecht darzustellen und gläubigen Menschen den gesunden Menschenverstand abzusprechen. Langsam geht mir das echt auf die Nerven!
    Ich kenne keinen einzigen gläubigen Menschen, der anderen mit ähnlicher Penetranz seine einseitige und nicht objektive Meinung aufzuzwingen versucht.
    • vera.vox 11.05.2019 20:38
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
  • Musikuss 11.05.2019 15:48
    Highlight Highlight Stamm missversteht das Geschenk des freien Willes komplett: Gott hat uns den freien Willen gegeben, um frei zwischen gut und böse zu wählen, z.B. zwischen Frieden und Aggression. Diese Wahl respektiert Gott konsequent: wenn der Mensch unbedingt Krieg machen will, dann darf er es auch. Allerdings muss er dann auch mit den Folgen leben. Das gibt ihm immerhin die Gelegenheit, zu lernen, dass Frieden ein kostbares Gut ist und die bessere Wahl als Krieg! Die Verantwortung für diese Wahl tragen wir allerdings selbst, weil wir eben frei sind, zu entscheiden.
    • Garp 11.05.2019 17:07
      Highlight Highlight Klar und Kinder können auch wählen, wenn die Eltern den Krieg wählen und sie verprügeln, einsperren usw. und das hat dann wiederum Konsequenzen, wie sich das Hirn ausbildet usw. . Nein, wir sind nicht immer frei zu entscheiden.
    • vera.vox 11.05.2019 23:07
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
    • Pelegrino 12.05.2019 07:10
      Highlight Highlight Die Freiheit muss erschaffen werden,dass frei gelebt werden kann.Frei in einer verirrten Gesellschaft zu Leben macht nicht glücklich, selbst unter Frommen nicht,wenn jeder jeden unterjocht.

      Manche verstehen Freisein, über alles zu verfügen,u.machen was sich beliebt, auch zum Schaden dem Nächsten gegenüber.

      Die Waffen ab-segnen für den Export in die Kriegsgebiete,wirft Bedenken auf,warum lässt das Gott zu!?

      Vorsehen ist besser statt Nachsehen was passiert ist.Die Meinung aus Kriegen zu lernen, ist ein Affront,denn Vorbeugen dem schlechten Gewissen ist sinnvoller.
  • marcus tullius 11.05.2019 15:22
    Highlight Highlight Wer ist "Gott"?
    • Spooky 11.05.2019 19:10
      Highlight Highlight @marcus tullius

      Eric Clapton
    • Pelegrino 12.05.2019 11:26
      Highlight Highlight In unserer globalen Welt ist jeder sein Gott, nur auf sich bedacht, zuerst gelten die eigenen Interessen, u. erst dann dem Kontrahenten.
    • Pelegrino 12.05.2019 13:54
      Highlight Highlight Selbst Friede u.Freiheit bleibt auf der Strecke,denn nur das Ego zählt,was in der menschl.Natur liegt.

      Eigentlich geht es da ganz tierisch zu,eins auf den Schädel u.ins Genick.

      Nicht zu überhören ist,wenn behauptet wird,dass ihm eines Gottes ist.Im Menschen ist nichts göttlich,wenn auf Waffenverkauf investiert wird.

      Nicht wenige haben vergessen,du sollst nicht töten,u.ausgerechnet habe ich Religiösen dabei ertappt,im leichtsinnigen Geplapper einige Fromme sich für den Waffenexport u.Aktienkurs interessieren.

      Mir ist heucheln überdrüssig geworden, dass Krieg den Frieden bedeuten soll.

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  • leu84 11.05.2019 13:34
    Highlight Highlight Einen freien Willen um ihn zu knechten...
  • Der sich dachte 11.05.2019 13:22
    Highlight Highlight Stamm hat recht: Es gibt keinen freien Willen. Nur schon, wenn wir "mal dringend müssen" müssen wir eben. Da gibt es dann keinen Gott und halten...
    • Pelegrino 12.05.2019 15:32
      Highlight Highlight Es gibt Omnipotentes,nicht eines Übernatürlichen, sondern die es zu scheinen hoffen,doch nichts sind.

      Was ist Wahrheit, was macht frei,von den Felsseln der Sklaverei?Nicht die religiösen Satzungen der schweizerischen Religionsfreiheit,u.die sich darin baden!



      Vom umso höheren frommen Allesbesserwisser, bis zum hinunterfallen vom grossen hogen Ross, ist da der Weg nicht zu weit, und nicht zu hoch, denn der faule Apfel fällt nicht weit vom Baum.
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  • Regas 11.05.2019 13:07
    Highlight Highlight Gemäss der Bibel ist Gott allmächtig und omnipräsent und hat uns den freien Willen gegeben Gott (Jesus, HL Geist: dreieinig) anzunehmen oder nicht. Dieser Gott weiss also im Voraus wer von seinen Geschöpfen seine Gnade annehmen will und wer nicht. Er weiss auch im Voraus wer sündigt oder nicht. Er weiss auch im Voraus wer Busse tut oder nicht. Manchmal greift dieser Gott in unser Leben ein manchmal auch nicht (wenn jemand Ihm sein Leben übergibt). Er ist und Er ist nicht je nach dem! Die die errettet wurden haben einfach glück gehappt. Zu denen gehöre ich zum glück nicht (mehr).
    • kingeli 11.05.2019 13:33
      Highlight Highlight Kann es den überhaupt einen freien Willen und gleichzeitig eine Vorsehung durch Gott geben? Wenn Gott die Zukunft kennt, so muss sie ja einen eindeutigen Weg gehen, ansonsten würde er nur mögliche Zukunften kennen. Diese Eindeutigkeit schliesst nun die Entscheidungsfreiheit insofern aus, dass es klar ist, welche Entscheidung getroffen wird. Ich selbst denke mir in solchen Momenten, dass Gott jenseits unseres Verständnis ist und seine Allmächtigkeit nicht einmal im Ansatz greifbar ist. Doch solche Gedankenspiele bringen uns ihm villeicht ein Stück näher.
    • Regas 11.05.2019 14:14
      Highlight Highlight kingeli:
      Ganz recht, entweder gibt es diesen Gott gar nicht oder er ist ein Sadist.
    • kingeli 11.05.2019 16:27
      Highlight Highlight Damit sprichst du wohl eine der grössten Frage des Glaubens an:Theodizee. Wie kann ein uns liebender Gott so viel Leid zulassen? Ich beantworte diese Frage dadurch, dass Gott nicht eingreifen kann bzw darf, weil er sich in diesem Moment greifbar machen würde, während ich Gott als das absolut unbegreifliche wahrnehme, der für uns nie so konkret erkennbar sein kann und immer noch Gott sein kann.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nestroy Lodoño de Salazar y Matroño 11.05.2019 12:12
    Highlight Highlight Frei bin ich erst seit der Pensionierung. Aber selbst da riet mir die Fachfrau von der Pro Senectute, ich solle mir ein Zeitmanagement zulegen.Was lernen diese Fachfrauen eigentlich in ihrer Ausbildung?
    • Garp 11.05.2019 17:15
      Highlight Highlight Freiheit ist etwas anderes als freier Wille. Dein Wille ist nicht frei, wenn man sich das auch gut vorgaukeln kann. Es gibt ihn nicht, wie sehr wir uns das auch wünschen.
      Das was Du tun willst, ist schon in Dir, durch Hirnstrukturen, Genetik, äussere Einflüsse über das Leben, Erfahrungen etc. .
    • Garp 11.05.2019 17:38
      Highlight Highlight Die Fachfrau hat Dir nur etwas geraten, Dir nichts aufgezwungen, aus irgendeinem Grund warst Du ja bei der. Warum denn?
  • Share 11.05.2019 12:12
    Highlight Highlight Freien Willen haben? Falsche Baustelle. Freien Willens sein. Zwei verschiedene Paar Schuhe, würde ich meinen.
  • SamTwise 11.05.2019 12:07
    Highlight Highlight Der freie Wille funktioniert aber etwas anders. Wir sind in der Lage uns eine wünschenswerte Zukunft vorzustellen, der Trick besteht nun darin, dass wir es zulassen, dass sich diese auch materialisieren kann. Ich empfehle jedem eine Ausbildung in Hypnose, denn 99% unseres Tuns basiert auf Hypnose und Selbsthypnose.
    • Pelegrino 11.05.2019 17:17
      Highlight Highlight Fluz, Selbsthypnose ist Selbstbetrug, sich selbst vorzugaukeln dass alles irdische wie Katastrophen in Ordnung u. Gottes-Wille sei. Wer so denkt der irrt sich, denn jeder ist frei sein leben zu bestimmen, wenn er sich nicht einem geistigen Führer verknechten lässt, u. jegliches Ungemach wegen Unglauben zum Führer, als Gottesstrafe geandet u. gepredigt wird.
    • SamTwise 15.05.2019 01:22
      Highlight Highlight @eSo Pelegrino: random text! Es ist nicht die Angst, welche die Welt regiert, sondern der Zweifel.
  • steamer 11.05.2019 12:06
    Highlight Highlight Ach Herr Stamm, Sie Armer. Sie haben also keinen freien Willen, und das Schreiben Ihres blogs wird Ihnen aufgezwungen?
    Dann wundert mich tatsächlich gar nichts mehr.
    Auch wenn Ihnen so wahre Sätze gelingen wie "der Mensch sei nicht fähig, Frieden zu schaffen". Darüber würde es sich lohnen, länger nachzudenken, und den Sinn der Religion und des göttlichen Backgrounds zu entdecken.
    • Share 13.05.2019 14:34
      Highlight Highlight Tatsächlich verschiebt der religiöse Background die Diskussion hin zu Beruf und Berufung, trägt damit aber nicht zur Klärung bei.
  • Jungleböy 11.05.2019 12:03
    Highlight Highlight Es ist immer eine Frage der Perspektive. Sie nennen Trump als Beispiel, für Sie ist Trump schlecht für seine Anhänger ist er eine Art Messias. Wer hat nun Recht? Das ist nicht Gottes Kampf sondern unser. Wir müssen die Konflikte lösen weil wir sie verursachen. Aber eben man kann sich das ganze einfach machen und die Verantwortung von sich abschieben und allen anderen die Schuld geben. Ist genau so mit den so genannten Eliten, ja die sind Schuld, dass es so läuft, wer aber gibt Ihnen macht? Wir! Ohne uns läuft gar NICHTS. Freier Wille bedeutet frei zu wählen aber mit den Konsequenzen zu leben
  • Denverclan 11.05.2019 11:33
    Highlight Highlight Loslassen, sich fragen was man zum Leben überhaupt braucht und erkennen dass es nicht materialistische Dinge sind. Freier Wille ist relativ und das Wollen ist etwas anderes als das Können. Es gibt gute Regeln, so etwas wie die 10 Gebote z.B. Die Menschheit befindet sich nach wie vor auf einem sehr tiefen Level bezgl. Umgang miteinander und Selbsterkenntnis. Wir leben nicht in der Steinzeit aber sind unfähig mit den paradiesischen Voraussetzungen umzugehen. Die Gier, der Machthunger usw. stehen uns im Weg. Und da kommt Gott ins Spiel, er gibt uns den freien Willen zu entscheiden wohin es geht.
    • Jungleböy 11.05.2019 16:36
      Highlight Highlight Etwas gar pessimistisch findest du nicht?
      Ich will nicht sagen, dass alles perfekt ist. Trotzdem war es noch nie so friedlich wie heute. Krieg war früher nur schon in Europa allgegenwärtig.
    • Denverclan 11.05.2019 17:58
      Highlight Highlight @Jungleböy: Krieg ist ein Aspekt. Es gab wohl noch nie soviel Mord und Totschlag im Privatbereich sowie Suizide usw. obwohl wir aufgeklärter sind. Wir waren noch nie so vernetzt weltweit und schaffen es trotzdem nicht eine friedliche Gesellschaft aufzubauen. Die Komplexität des Lebens hindert uns daran das Einfache zu tun. Die Unterschiede des Einzelnen zum Anderen sind zu gross. Wir haben nicht alle die gleichen Startbedingungen und nicht dieselben Ziele. Nur ein gemeinsamer Feind könnte uns zusammenschweissen, wenn auch nur vorübergehend! Ein Gott wird uns nicht helfen! Selbstverantwortung
    • Jungleböy 11.05.2019 18:19
      Highlight Highlight Ich sehe das etwas anders, als Prozess. Es lässt sich nun mal nichts erzwingen und das ist halt nun mal die Schattenseite des freien Willens. Grenzenloser Frieden wird es wohl nie geben und falls doch werden wir spätestens als Weltraum fahrende Spezies irgendwann auf feindliche Zivilisationen treffen. Man kann versuchen möglichst nahe an einer Utopie zu kommen aber völlige Zufriedenheit wird es wohl kaum geben, weil wir zu unterschiedlich sind. Nichts desto trotz ist es gerade deshalb wichtig Gemeinsamkeiten zu finden, alles andere käme einer Gleichschaltung gleich und das will niemand.
    Weitere Antworten anzeigen
  • marbos 11.05.2019 11:22
    Highlight Highlight Hugo Stamm ist schon speziell.
    Er zeigt auf, dass Terroristen von Belfast bis Sri Lanka nicht einfach Terroristen per se sind, sondern sich meist auf eine Ideologie abstützen, die leider oft religiösen Charakters ist.
    Das macht Stamm speziell gut.
  • Oh Dae-su 11.05.2019 11:15
    Highlight Highlight Ich halte das Konzept des freien Willens ganz allgemein für eine reine Illusion.
    Unser Gehirn, der Ursprung unseres Bewusstseins und damit unserer Entscheidungen, ist ein Resultat aus Genetik und äusseren und inneren Einflüssen. Eindrücke und Erlebnisse formen Synapsen,, welche wiederum unsere Entscheidungen bestimmen. Hormone regen die Aktivität von Neuronen an, machen uns glücklich oder traurig.
    Ein Gehirn ist unglaublich komplex, aber es besitzt nach heutigem Wissensstand keine nichtdeterministische Komponente. Es ist ein Computer ohne Seele.
    • supremewash 11.05.2019 15:22
      Highlight Highlight Ist der Freie Wille im biblischen Sinn nicht einfach nur beschränkt auf die Entscheidung für Gott, oder gegen ihn?
    • Elvenpath 13.05.2019 19:22
      Highlight Highlight Wenn dem so ist, ist "Gott" ein Erpresser.
  • Wander Kern 11.05.2019 11:03
    Highlight Highlight Lieber Hugo

    Dein Artikel lässt sich m.E auf ein einfaches Argument herunterbrechen:

    'Das Konzept des freien Willens löst das Theodizeeproblem nicht.'

    Damit bin ich einverstanden. Dass aber christliche Theologen heute mehrheitlich der Meinung sind, das Theodizeeproblem sei überhaupt unlösbar, scheinst Du zu unterschlagen. In diesem Kontext den freien Willen als Argument anzuführen, ist höchstens Besj-Jungschi Niveau (sorry an meine freikirchlichen Brüder und Schwestern).

    Die Gewissensfreiheit hingegen kannst Du einer christlichen Minderheit in die Schuhe schieben :)
  • Wander Kern 11.05.2019 10:34
    Highlight Highlight "Überhaupt gibt es den freien Willen nur im christlichen Glauben. Philosophie, Psychologie und Soziologie haben den Mythos von der Willensfreiheit längst enttarnt."

    Naja, im Strafrecht ist er auch nicht ganz unerheblich. Man kann den freien Willen als Konstrukt nicht abschaffen und diese Gesellschaft in dieser Form erhalten.
    Philosophisch fehlt mir einerseits eine saubere Definition des f.W., weshalb ich an dem Konzept zweifle (no entity w/o identity), andererseits scheint die radikale Ablehnung des f. W. notwendig mit einen eliminativen Materialismus vorauszusetzen, den ich ablehne.


  • c'est moi 11.05.2019 10:29
    Highlight Highlight Ouu dieser Gedankengang ist aber intressant
    '' Ein paar skrupellose oder narzisstische Staatsoberhäupter – von Trump bis Putin, von Xi Jinping bis Duterte, von Erdogan bis Orban, von Maduro bis zu den afrikanischen Autokraten – zwingen Milliarden von Menschen ihren Willen auf.''
    Passieren diese Sache nicht weil genau diese Staatsoberhäupter den Freien Willen haben?
    • äti 11.05.2019 11:11
      Highlight Highlight Was ist deine Definition von 'freien Willem' in Religionen/Sekten?
    • Jungleböy 11.05.2019 15:04
      Highlight Highlight Man könnte auch den Satz anders formulieren. Milliarden von Menschen sind gewillt sich deren Willen aufzuzwingen zu lassen.

      Ganz so einfach ist das nicht.
    • Pelegrino 11.05.2019 19:21
      Highlight Highlight Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten, die fliegen vorbei, wie nächtliche Schatten, kein Mensch kann sie erhaschen, sie fliegen vorbei.

      So kann es nur in einem jungen Leben sein, wo kein Einfluss in sein Herzen von der immer grösseren Welt einwirkt hat.
  • Julian Roechelt 11.05.2019 10:26
    Highlight Highlight Ich finde es gut, dass soviele Menschen den freien Willen (dessen Konzepte die meisten offenbar auch nicht begreifen) ablehnen. Umso leichter können wir diese manipulieren.
    • RicoH 11.05.2019 10:56
      Highlight Highlight Ich weiss nicht, warum Manipulation etwas gutes sein soll. Damit wird gezielt versucht, das Erleben und Verhalten von einzelnen Menschen dahingehend zu beeinflussen, so dass der Sachverhalt nicht mehr in Frage gestellt und als Wahr angesehen wird - was übrigens genau das Prinzip des Glaubens ist.
    • Ale Ice 11.05.2019 11:38
      Highlight Highlight 😂 Eben eher nicht.
      Leute, die den freien Willen als Illusion entlarven, neigen dazu, dies auch mit Manipulationsversuchen zu tun.
  • Dr. Unwichtig 11.05.2019 10:24
    Highlight Highlight Freier Wille = absolute Kontrolle über das eigene Leben? Ausser Herrn Stamm käme wohl keiner auf die Idee, den Begriff so zu definieren. Natürlich gibt es Zwänge. Die Menschen gehen damit aber sehr verschieden um, wie teilweise extrem unterschiedliche Vitas von Personen mit dem exakt gleichen sozialen, kulturellen und politischen Hintergrund aufzeigen...
    • Garp 11.05.2019 11:11
      Highlight Highlight Sie haben die Gene vergessen.
    • Ale Ice 11.05.2019 15:26
      Highlight Highlight Die Zwillingsforschung, bei der eineiige Zwillinge untersucht worden sind, die getrennt voneinanden in völlig unterschiedlichen Umfeldern aufgewachsen sind, weist in die Richtung die Garp anspricht:
      Gene ...
    • Pelegrino 11.05.2019 17:49
      Highlight Highlight Viele empfinden es als Unbill, wenn ihnen auf ihre Glaubenszwänge hingewiesen wird, weil es ihnen scheut in die Realität draussen im Sonnenlicht zu sehen, bleiben grundsätzlich die Frommen in den übelrichenden, abgesonderten nach Schweiss richenden dumpfer Luft, um ihren Irrglaubens zu frönen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • HundBasil 11.05.2019 09:54
    Highlight Highlight Stamm ist speziell. Er schafft es den Bogen zu schlagen von den Terroranschlägen in Sri Lanka bis zu seinen Lieblingsfeinden, den Freikirchen. Ist das dumm oder dreist? Oder gleich beides? Und lieber Herr Stamm: Gläubige, die, wie in Sri Lanka, im Namen Allahs fast 500 Christen ermorden, sind doch keine „radikalen Muslime“, sondern islamische Terroristen.
    • dorfne 11.05.2019 10:05
      Highlight Highlight Zumal die Religion meist vorgeschoben ist. Es geht auf dieser Welt um die ungleiche Verteilung von Einfluss, Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten.
      Wenn ich bedenke, dass die USA und Russland den Irak und Afganistan zusammengenommen zweimal innerhalb von zwei Generation zugebombt haben, versteh ich den Hass der arabischen Welt auf den Westen, der jetzt eine zusätzl. Dimension entwickelt indem er sich auf andere Regionen und Völker ausweitet.
    • Füdlifingerfritz 11.05.2019 10:33
      Highlight Highlight @dorfne
      Die alte Leier. Immer ist der böse Westen Schuld, nie die eigentlichen Täter. So kann mans natürlich auch drehen....
    • kingeli 11.05.2019 16:40
      Highlight Highlight @regentrockn: Wie kommst du darauf das jede Religion den Anspruch hat nicht hinterfragt zu werden? In jedem gesunden Glauben und auch Religion ist der Zweifel die Antriebskraft, weil der Glaube sich nur dadurch entwickeln kann. Sie unterstellen den Religionen sich allein auf die Dogmatik zu verlassen, was höchstens ein Bruchteil des Fundaments ist. Man muss ja an Gott zweifeln oder wenigstens mit ihm hadern, um seine eigenen Glaubensfragen zu beantworten, was ja schlussendlich dazu führt, dass man Gott eben näher kommen kann. Nur indem ich an Gott zweifle, kann ich meinen eignen Glauben haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • dorfne 11.05.2019 09:47
    Highlight Highlight Der freie Wille wird eingeschränkt durch Herrschaftssysteme, durch die Raffgier, die Missgunst und die Machtgier jener die die Macht haben. Siehe aktuell Venezuela. Wer die Macht hat schürt Angst und Schrecken. Die Angst macht Menschen gefügig und kraftlos, sodass sie keinen freien Willen mehr entfalten können Das wusste Jesus. Daher seine Aufforderung: steh auf und fürchte Dich nicht.
    • RicoH 11.05.2019 11:11
      Highlight Highlight Du meine Güte, sind Sie sich des Widerspruches Ihrer Argumentation bewusst? Ihr freier Wille besteht darin, sich einem Glauben anzuschliessen. Mit diesem Bekenntnis geben Sie aber genau Ihren freien Willen auf, da Sie nur noch nach den Grundsätzen Ihres Glaubens denken und handeln.
    • rodolofo 11.05.2019 15:18
      Highlight Highlight Eine ähnliche Diskussion hatten wir gestern in einer gemütlichen Beiz:
      Einer behauptete, dass eine geheime Weltregierung hinter all diesen schlechten Nachrichten stecke, die uns Angst einjagen sollen, damit wir gefügig bleiben.
      Ich antwortete ihm, dass es noch viel perfider sei: Um "mächtig" zu werden, muss man seinen eigenwilligen Charakter mit allen dazugehörigen "Werten" abgeben.
      Als charakterloser Führer sagt man dann genau das, was der ebenso charakterlosen und verkommenen Gefolgschaft am besten gefällt, nämlich:
      "Die ........ (XYZ) sind an allem schuld! Tötet und enteignet sie!"
    • Pelegrino 11.05.2019 19:06
      Highlight Highlight Wo u.warum Fundis-Fans-Populisten,ihre Verschwörungstheorie an die Passanten bringen wollen,ist reiner Profitgier ihrer Führer, im Missionsbefehl nur fröhlichen Gebers,hat Gott lieb.

  • dorfne 11.05.2019 09:40
    Highlight Highlight "Wo befindet sich Gott, wenn sich seine Jünger in seinem Namen die Köpfe einschlagen?"
    Nirgens. Weil Gott unser Handeln durch die Kraft seines heiligen Geistes lenkt, der im Gläubigen lebt und dessen Handeln bestimmt. Wer vorgibt im Namen Gottes zu töten, trägt diesen Geist nicht in sich. Auch jene nicht, die sich fromm geben, aber nur für ihre eigene Macht und Habgier leben. Leider wirkt der heilige Geist auch innerhalb der Kirche nicht häufiger als ausserhalb. Missbrauch von Kindern, Ausschluss von Menschen und Selbstgerechtigkeit kommen wohl eher vom Teufel.
    • Füdlifingerfritz 11.05.2019 10:34
      Highlight Highlight @dorfne
      Musss bequem sein immer den anderen die Schuld geben zu können. Mal ist "der Westen" Schuld, mal der Teufel. Hauptsache nie man selbst.
    • um80 11.05.2019 10:56
      Highlight Highlight Und der Gott der Liebe fordert in der Bibel Völkermorde...soviel dazu.
    • Lisaa 11.05.2019 11:37
      Highlight Highlight Ich trag den ,,Heiligengeist'' auch nicht in mir da ich nicht religiös bin, bin aber trozdem ein guter Mensch was ich aber aus deiner Sicht nicht sein kann. Ich benutze halt meinen gesunden Menschenverstand. Wenn ich doch mal was anstelle trage ich die Konsequenzen und lerne daraus. Für mich hört sich das mit dem Heiligengeist so an als würde man keine fehlermachen da man ja fremdgesteuert ist wie eine Puppe und ganz erlich ich will das nicht...
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  • Fehler beim Bearbeiten der Anfrage vong OLAF her 11.05.2019 09:19
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte bleibe beim Thema und beachte die Kommentarregeln.
  • rodolofo 11.05.2019 08:53
    Highlight Highlight Wie beschränkt die Freiheit des eigenen Willens ist, merken wir spätestens dann, wenn wir Hunger und Durst haben, oder wenn wir auf die Toilette müssen...
    Tibetische Mönche schaffen es zwar hin und wieder, einige Stunden lang dünn bekleidet draussen im Schnee zu hocken und zu meditieren, aber ihr Wille zu leiden ist dann doch nicht so gross, dass sie sich das noch länger antun.
    Bei meiner militärischen Aushebung musste spätestens der dritte Wunsch von uns angehenden Rekruten betreffend zugeteilter Waffengattung "Füsilier" lauten. Das war dann der "freie Wille" im Militär...
    • Braindead 11.05.2019 10:16
      Highlight Highlight Es ist auch eine Frage der Definition. Freier Wille ist nicht mit unbedingtem Wille zu verwechseln.

      „Das Handwerk der Freiheit“ von Peter Bieri. Meiner Meinung nach ein Wunderbares Buch über den freien Willen.

      Der Freie Wille setzt voraus, dass man einen Abstand zu sich selbst schaffen kann. Und so kann man ihn ( unter den gegebenen Umständen) bilden, und auch verändern.

      Unbedingter Wille wäre kein Wille, sondern reine Willkür....
    • c'est moi 11.05.2019 10:33
      Highlight Highlight Wenn ich auf die Toilette muss ist das doch eher ein Köperliches Bedürfniss der freie Wille ist dann, dass ich selber entscheiden kann wo ich hinpinkeln möchte ;)
    • rodolofo 11.05.2019 10:40
      Highlight Highlight Mir hat das Buch von Michael Schmidt-Salomon aus der Seele gesprochen und mich darum auch total überzeugt:
      "Jenseits von Gut und Böse"
      Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind
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  • Heinzbond 11.05.2019 08:49
    Highlight Highlight Das Recht auf freie Meinung setzt voraus das man eine eigene Meinung hat, genau so ist es mit dem freien Willen...
    • Pelegrino 11.05.2019 18:06
      Highlight Highlight Heinzbond, denn Freien-willens lässt sich einbilden, vor allen dann wenn auf der Strasse mit starken Worten, einen entfremdeten Angst-Glauben einzuprügeln versucht, und befremdete Botschaften aus dem Jenseits den Passanten aufzwingen will.

    • Heinzbond 11.05.2019 18:54
      Highlight Highlight Ich verstehe diesen Kommentar nicht pelegrino...
    • Pelegrino 11.05.2019 20:06
      Highlight Highlight Freien Willens hat nichts mit den Bekehrungsaufgebot in Strassen u. auf den Plätzen zu tun, sondern ist nötigen per se, ohne zu bedenken, dass der Passant Freien-Glaubens frei zu entscheiden hat, ob er nun eine Ideologie annehmen will. Viele verschiedene Zitate werden sogar in den Mund gesteckt, in der Hoffnung dass es gelesen wird.
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  • Ale Ice 11.05.2019 08:40
    Highlight Highlight Toll und knapp zusammengefasst!

    Es ist spannend zu sehen, wie im Christentum der freie Wille als etwas Positives verkauft wird, während es eigentlich die Peitsche ist, mit dem Menschen ihr eigenes Handeln oder das anderer abstrafen.
    Wenn man die Tragweite der Tatsache begreift, dass der freie Wille nicht (oder nur rudimentär existiert), kann man doch kaum noch rigoros verurteilen. Man muss dann noch lange nicht alles gutheissen.
    Aber wenn der Drang zu Verurteilen schwindet, können Nachsicht und ein friedlicheres Miteinander leichter Fuss fassen.
    Und Humor auch...
    Benutzer Bild
  • R4ff4e1e 11.05.2019 08:24
    Highlight Highlight Die Kunst ist es nicht den freien Willen zu erlangen, sondern mit dem freien Willen leben und umgegen zu können.
    • Ale Ice 11.05.2019 08:56
      Highlight Highlight Aber wenn der freie Wille nicht wirklich existent ist, wenn menschliches Erleben und Verhalten ganz anders gestrickt ist, nämlich überwiegend determiniert durch ein komplexes Gefüge aus intrinsischen und extrinsischen Faktoren,
      dann wirkt so ein schön klingender Satz überfordernd. Diese Haltung kann über kurz oder lang zu Frustration, zu Resignation und im schlimmsten Fall zu Hass und Gewalt führen - gegenüber sich selbst und/oder anderen.
    • dorfne 11.05.2019 09:49
      Highlight Highlight Natürlich hat der Mensch einen freien Willen. In einer Wohlstands-Demokratie wie der unseren sowieso. Aber er ist eingeschränkt. Weil ich Rücksicht nehmen muss auf Andere und immer wieder Kompromisse eingehen muss.
    • rodolofo 11.05.2019 10:15
      Highlight Highlight Das Konzept eines "Freien Willens" gehört zum neoliberalen Konzept, wonach die erfolgreichen "Schönen und Reichen" sich selber vom Tellerwäscher zum Multimilliardär hocharbeiten, währenddem die "Hässlichen und Armen" selber schuld sind an ihrer misslichen Lage und sich gleich noch mit einem Hammer aus Selbstvorwürfen den eigenen Schädel einschlagen sollen, da Sozialhilfe für "Schmarotzer" eh nutzlos vergeudet ist und besser in die Verschönerung der Paläste und Villen gesteckt wird...
      Meistens ist es aber so, dass diejenigen, die reich geboren werden, noch reicher werden und die Armen ärmer.
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