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Wenn der Vater mit dem Sohne ...
Wenn der Vater mit dem Sohne ...bild: shutterstock
Wir Eltern

Hurra, ich habe das Baby für mich allein ... Verdammt!

Blogger Nils Pickert hat seinen kleinen Sohn Theo 72 Stunden für sich allein. Und stellt fest: Wenn einer mal sein Baby für sich hat, dann kann er was erleben.
30.06.2015, 21:1017.09.2015, 11:19
nils pickert / wir eltern
Ein Artikel von
Branding Box

Darauf habe ich mich seit 2 Wochen gefreut: Theo und ich, drei Tage ganz allein. Die Grossen sind mit ihrer sehr entspannten Lieblingsmama «Ich will nicht nach Berlin»-singend nach Berlin gefahren (fragt einfach nicht!), um Freunde in der alten Heimat zu besuchen und sich so sehr an kulinarisch hochwertigem Fastfood zu überfressen, bis ihnen das Essen von Papa wieder wie der Himmel vorkommt. 

Für Theo wäre das nichts.

Seine Essgewohnheiten sind, wenn auch sehr lustig, doch überschaubar und ausserdem mag er seine Routinen. Ein Drei-Tages-Trip wäre für ihn eine ziemliche Zumutung. Er schläft gerne in seinem Bett, sitzt gerne in seinem Stuhl, rupft gerne sein Gras im Garten und krabbelt vor dem Haus gerne seinen Ameisen nach.  

Jetzt auf

Das alles mal eben für 3 Tage einzupacken, lohnt sich nicht. Also bleiben Theo und ich einfach daheim: Hurra aber auch. So mit morgens noch ganz lange rumschnuckeln, weil kein anderes Kind gerade Aufmerksamkeit will. Und Theo behalten dürfen, wenn er sich vor Lachen kaum einkriegt. 

Darauf warten seine Geschwister nämlich die ganze Zeit.

Ich denke mir einen Blödsinn nach dem anderen aus, um ihn zu belustigen, und kaum funktioniert etwas, wollen sie ihn «auch mal haben», weil er gerade so schön am Glucksen ist. Aber nicht in den nächsten 72 Stunden, oh nein! 

Ich werde seine unfassbare Freude darüber, dass ihm jemand so schnell wie möglich mit einer vollen Packung Taschentücher zwischen den kleinen Händen hin und her schlägt, ganz für mich alleine haben. Und wenn wir draussen in den Himmel gucken und ich einen Stoffwichtel auf ihn abstürzen lasse, dann prustet er nur für mich los. 

Als sich Theo allerdings, während ich mir für 1,8 Millisekunden das Gesicht wasche, auf den Fliesen im Badezimmer einen Faceslam verpasst und darüber in dicke Kullertränchen ausbricht, ist es schnell vorbei mit dem Spass

Das passiert häufig in letzter Zeit. Und das obwohl ich mir für diese Phase vorschriftsmässig ein Auge in den Nacken habe pflanzen lassen und ständig auf der Hut bin.

Aber das reicht nicht. Denn Theo steht rum. Und zwar überall, minutenlang. Wippt in den Knien, patscht auf Oberflächen, «Huht» und «Högääht» vor sich hin und steht. 

Bis, ja, bis ihn die Kräfte verlassen. Oftmals kündigt sich das an und man darf auf sein huldvolles Keuchen hin zu ihm stürzen, um ihm zu helfen. Denn so super stehen auch ist, so uncool ist hinsetzen. Also wenn man hingesetzt wird oder aus Versehen auf seinen Hintern plumpst, dann ist das schon in Ordnung. Aber richtiges Hinsetzen ist nichts für mein Hampelmännchen. 

Und so stehen und fallen wir durch unsere gemeinsamen drei Tage.

Immer wieder kippt er um und immer wieder unterdrücke ich den – beim 3. Kind glücklicherweise nicht mehr so starken Impuls – ihn ständig auf den Arm zu nehmen. Gemeinsam stehen wir das durch und haben ziemlich viele von den Momenten, auf die ich mich gefreut habe. 

Wenn man Theo zum Beispiel beim Essen so zum Lachen bringt (aus Versehen natürlich, nur aus Versehen), dass er danach aussieht wie eine Erdbeere. Wenn ihm das Füttern nicht schnell genug geht und er aus Langeweile/Protest Lippenfürze produziert, die einen mit Brei berieseln. 

Oder wenn da plötzlich zwei Ameisen sind, denen er nachkrabbeln will, und er mit einem sehr erwachsenen Seufzer aufgibt und wartet, bis eine dritte vorbeikommt, weil die Entscheidung zwischen den beiden gerade viiiieeeel zu anstrengend ist. 

Trotz der gelegentlichen fliesenharten Momente hatten wir eine gute Zeit (und machen das bald mal wieder).

Denn alles in allem waren diese 3 Tage von viel Geduld, Verständnis und Nachsicht geprägt – und ich hab mir auch Mühe gegeben.

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