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Wir Eltern

Wieso ich es nicht mehr hören kann, dass ich mit meinem Mann so viel «Glück» habe

nathalie sassine / wir eltern



Ein Artikel von

Es passiert immer wieder. Ich treffe Menschen, die mich fragen, was ich tue, wer ich bin. Wenn ich ihnen meine Lebenssituation – also Mutter und Unternehmerin – schildere, fragen sie natürlich immer als Erstes: «Und die Kinder

Wenn ich dann erwähne, ihr Vater mache Home Office und kümmere sich, höre ich sehr oft die Worte «hast du ein Glück mit deinem Mann!». 

Wieso?

«Na, wenn du nicht da bist, hütet er die Kinder, bekocht sie und macht den Haushalt.» 

Die Kinder sind nicht «meine» Baustelle

Ach so. Er macht «meine» Arbeit, meint ihr? Tut er nicht! Er macht seine Arbeit. Schliesslich haben wir uns gemeinsam dazu entschlossen, Kinder zu haben und sie grosszuziehen. 

Die Kinder sind nicht meine Baustelle und ich kann halt von Glück reden, dass er mir dabei hilft. Er wollte die Kids genauso wie ich und deshalb ist es für ihn auch selbstverständlich, sich um sie zu kümmern. Und um den damit verbundenen Haushalt. Genauso wie für mich. Ganz einfach.

Was mich an dieser Ausdrucksweise stört, ist das Wort «Glück». Glück ist per Definition ein Zufall. Dass ich meinen Mann überhaupt je getroffen habe ist Glück. Unsere Ehe aber ist kein Zufall, kein Sechser im Lotto, sie ist eine bewusst getroffene Wahl. Für diesen Menschen, seinen Charakter und für dieses Leben

Ach so. Er macht «meine» Arbeit, meint ihr? Tut er nicht! Er macht «seine» Arbeit.

Sonst würde das ja bedeuten, dass sich andere Frauen einfach mit ihrer «unglücklichen» Situation abfinden müssten, da sie ja offensichtlich keinen Einfluss darauf haben. Doch sie bezeichnet niemand als «glücklos», bloss weil ihre Männer die Kinder als «Mami's Job» bezeichnen und wenig bis gar nichts zu Hause tun. Sie sind halt einfach Mütter. Die Väter sind die (angelernten) Hilfsarbeiter, die manchmal auch noch da sind.

Gebt nicht so schnell auf, Väter!

Und für alle, die jetzt mit dem Argument kommen, die Mütter liessen Väter oft gar nicht erst helfen: Ja und? Dann müssen die Väter drum kämpfen, immer wieder! Es ist zu einfach zu sagen «sie lässt mich ja nicht». In anderen Gebieten geben die Väter ja auch nicht so schnell auf! 

Ausserdem bin nicht ich es, die Glück hat, sondern meine Kinder. Denn die haben sich ihre Eltern nicht ausgesucht. (Ich bin sicher, mein Vorpubertierender wünscht sich manchmal andere ...) Aber es sind unsere Kinder, nicht meine. Und als Eltern sind wir in der Tat überglücklich, sie zu haben!

Auch das sind Gründe, warum wir unsere Kinder einfach lieben ...

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    Alle Leser-Kommentare
  • Mike Mueller 04.09.2015 08:53
    Highlight Highlight Ich, Vater von drei (superwunderbaren aber manchmal auch nervigen) Kindern, kann den Text nur bestätigen. Es sind ja nicht nur die Kinder meiner Frau und es ist nicht nur ihr Haus (und hoffentlich bleibt es so ;-). Wir sind EINE Familie, deshalb teilen wir und alle Aufgaben (Kinder , Haushalt, etc.) auf. Es ist nicht immer einfach, aber es funktioniert.. und ja wir arbeiten beide (Arbeitspensum ca. 140%).
  • reputationsprofi 04.09.2015 08:21
    Highlight Highlight Kinder oder Karriere. Dies bezieht sich natürlich und selbstverständlich auf den Mann und die Frau gleicherweise... denn beides geht oft schief. Dies zeigen die auffällig vielen "Wohlstandsverwahrlosungen".
  • reputationsprofi 04.09.2015 08:20
    Highlight Highlight Kinder oder Karriere. So einfach ist das. Und nicht nur einfach, sondern auch ehrlich, menschlich und kinderfreundlich.
  • Bruno Wüthrich 03.09.2015 23:57
    Highlight Highlight Für viele Menschen hat es halt oft nur mit Glück zu tun, wenn andere mit Erfolg umsetzen können, was sie sich wünschen oder vornehmen. Doch ein Bisschen ist halt doch auch Glück dabei, wenn sich der Partner oder die Partnerin nicht mit der Zeit in eine andere Richtung entwickeln, als für die Ehe/Partnerschaft gut ist. Trotzdem: Glück muss man sich auch erarbeiten. Man hat es nicht einfach so. Insofern kann ich nachvollziehen, was Sie meinen.
    • rYtastiscH 04.09.2015 09:50
      Highlight Highlight Glück ist per Definition auch nicht zwingend Zufall... Das ist aber auch der einzige Punkt des Artikels dem ich nicht zustimmen würde. Glück lässt sich nämlich erzwingen, Zufall nicht...
  • Karl33 03.09.2015 22:59
    Highlight Highlight Bei manchen Eltern frage ich mich schon, ob die nicht besser kinderlos geblieben wären.
    • Nathalie Sassine-Hauptmann 09.09.2015 08:10
      Highlight Highlight Meinen Sie mich damit? Wieso, wenn ich fragen darf?

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