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Wir Eltern

«Nein, wir streiten uns nicht» und 7 andere Lügen, die Eltern ihren Kindern ständig auftischen

Den Nachwuchs anschwindeln gilt als uncool. Trotzdem machen es alle. Und zwar ständig.

nils pickert / wir eltern



Ein Artikel von

Ich bin ein Lügner … und habe mich damit arrangiert. Obwohl ich mir vor langer Zeit mal vorgenommen habe, meine Kinder nie anzulügen, mache ich es jeden Tag.

Um mich abzugrenzen.

Weil mir nichts Besseres einfällt.

Weil ich müde bin.

Mit anderen Eltern darüber reden, scheint ein Ding der Unmöglichkeit. Stattdessen hört man bei Besuchen bekannte Floskeln und denkt sich «Aha, die Lüge benutzen die also auch.»

Zeit, darüber mal zu reden. Deshalb hier eine Liste von 8 Lügen, die ich so, oder so ähnlich, ständig höre und selbst benutze, und ihre Bedeutung: 

«Nachdem ihr schlafen gegangen seid, passiert sowieso nichts aufregendes mehr.»

Doch! In den Stunden, in denen ihr schlaft und eure Eltern noch wach sind, besprechen sie den Tag, machen blöde Witze, lästern über euch, essen mehrere Tafeln Schokolade, vögeln was das Zeug hält und gucken eine Folge ihrer Lieblingsserie nach der anderen … Wenn es ein guter Tag ist.

«Der Computer ist nur ein Arbeitsgerät.»

Ja stimmt, manchmal arbeiten wir tatsächlich daran. Ansonsten stöbern wir auf eBay Kleinanzeigen, schauen uns Katzenbilder oder Aufreger in sozialen Netzwerken an und gucken YouTube – besonders, wenn wir eigentlich arbeiten müssten.

«Nein, wir streiten uns nicht.»

Gut, ihr habt uns erwischt: Wir streiten. Vielleicht sogar so, wie sich die Eltern von euren Freunden vor ein paar Monaten gestritten haben. Ihr wisst schon, die, die sich gerade getrennt haben.

«Das haben wir leider verloren.»

Stehrümchen aus dem Billig-Shop? Den sackschweren, selbstrollenden Plastikball, der auch noch Geräusche macht? Den haben wir bei Freunden liegen lassen, die uns noch einen grossen Gefallen schuldeten. Haha!

Eltern, die ihre Kinder belügen. Findest du das schlimm?

«Das hast du wirklich toll gemacht.»

Das 12. Bild von etwas, dass das Kind «Baum» nennt – suuuuuper. Wo sollen wir das nur alles aufbewahren?!

«Es geht mir gut.»

Nein Kind, es geht mir nicht gut. Ich versuche ja authentisch in meinen Gefühlen zu sein und dir halbwegs ehrlich zu sagen, wie ich drauf bin. Aber wie oft unsere Familie kurz vor der Pleite steht, ich keinen Sex habe, obwohl ich dringend welchen bräuchte, mein Rücken schmerzt und ich Oma helfen muss, weil sie echt am Ende ist, willst du wirklich nicht wissen.

«Da kümmere ich mich am Wochenende drum.»

Um deine Handy-Playliste??!! Darum, für dich einen Sportkurs zu belegen, den du eh nur 2 Mal besuchst? Nee. Einfach nee. Also gut: Ich weiss, dass dir das wichtig ist, aber ich habe 1000 andere Sachen im Kopf. Irgendwann mach ich das. Demnächst. Bald vielleicht.

«Macht euch keine Sorgen!»

Überall Krieg, Flüchtlingsheime brennen, Steuernachzahlung, das Auto macht schlapp, marodes Bildungssystem, der Partner treibt einen zur Weissglut, Krebsfälle in der Familie. Es besteht tatsächlich kein Grund zur Sorge. Es besteht Grund zur PANIK. Aber Pssscht!

Auch Bilder erzählen Lügen:

Manipulierte Fotos, die Geschichte schrieben

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    Alle Leser-Kommentare
  • Matrixx 09.09.2015 07:45
    Highlight Highlight Hach, wie ich die Lügen vermisse, wenn ich von der Schule heim komme und ich meine Mutter frage, wie's Vater geht, der gerade wegen Chemotherapie im Spital liegt und die sehnlichst erwartete Antwort "Er übersteht es sehr gut und darf nächste Woche heim" zu hören bekomme... Und zwar Woche für Woche.
    Bald 6 Jahre her, als es ihm dann eben nicht so gut ging, an diesem Freitag im Februar frühmorgens.
    Und trotzdem habe ich ihr das nie vorgeworfen...
    • Louie König 11.09.2015 15:04
      Highlight Highlight Mein Beileid... Diese Lügen sind doch auch zum Schutz des Kindes gedacht, denke ich.

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Langzeit-Stillen ist gut für Mutter und Kind. Ohne Zweifel. Das wäre Nicht-Autofahren auch. Beides ist nicht immer praktikabel.

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