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Hilfe für Eltern: So erklärst du deinen Kindern die «Duschgesetzdings-Initiative»

reto hunziker / wir eltern



Ein Artikel von

«Mami, was machst du?»

«Ich fülle die Abstimmungsunterlagen aus.»

«Was ist das?»

«Ach, weisst du, das sollte man tun, wenn man erwachsen ist und in der Schweiz lebt. So können wir mitbestimmen, wie unser Land aussieht.»

«Wie willst du es denn? Grün? Oder rot? Oder braun?»

«Am liebsten total farbig. Und gerecht.»

«Warum schreibst du da ein Nein hin?»

«Da geht es um die Durchsetzungs-Initiative. Und die möchte ich nicht annehmen.»

«Warum nicht?»

«Weil ich möchte, dass die Schweiz ein schönes und faires Land bleibt und für alle, die darin wohnen, die gleichen Gesetze gelten.»

«Und die Duschgesetzdings will das nicht?»

«Vielleicht wollen das die Leute hinter der Durchsetzungs-Initiative schon. Aber auf diesem Weg klappt das sicher nicht.»

«Wieso nicht?»

«Es ist so: Wenn hierzu eine Mehrheit der Schweizer Ja sagt, dann müssen Menschen, die nicht hier geboren sind, das Land wieder verlassen, wenn sie etwas Böses machen.»

«Aber das ist doch gut so.»

«Mag sein. Aber es würde eben auch viele treffen, die einen kleinen Seich gemacht haben und darum so eine harte Strafe nicht verdient haben.»

«Was zum Beispiel? Kaugummi klauen?»

«Das allein vielleicht nicht. Aber wenn jemand betrunken war und sich gehauen hat und dafür verurteilt wurde und später einem Polizisten Schlötterlig angehängt hat – dann käme er nicht ins Gefängnis, sondern würde ausgeschafft.»

«Ausgeschafft?»

«Ja, er müsste das Land verlassen.»

«Also, wenn Papi so etwas machen würde, müsste er weggehen?»

«Nein, Papi nicht. Er ist ja in der Schweiz geboren. Aber zum Beispiel Angis Vater schon.»

«Dann muss er halt so Sachen nicht machen.»

«Klar, das wäre mir auch am liebsten. Aber manchmal macht man auch Dinge, die man später bereut. Und ich möchte nicht, dass wir hier in der Schweiz das Leben von Leuten zerstören, die einen Fehler gemacht haben.»

«Wieso das Leben zerstören? Werden die dann tot gemacht?»

«Nein, nein. Aber stell dir vor, Papi müsste plötzlich in ein Land auswandern, das er zuletzt als Fünfjähriger gesehen hat und wo er niemanden kennt. Und entweder wir bleiben hier und er da. Oder wir gehen mit und du könntest Sebi, Gianna und Oma und Opa nur noch ganz selten sehen.»

«Oh.»

«Eben. Und darum möchte ich, dass ein Richter jedes Mal ganz genau schaut, was passiert ist und dann ein gerechtes Urteil macht. Wie bei der Geschichte mit dem König Salomon, weisst du noch?»

«Ja.»

«Und darum schreibe ich hier Nein.»

«Und wo ist mein Zettel, wo ich Nein draufschreiben kann?»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Eskimo 25.02.2016 09:14
    Highlight Highlight ob das Mami in ein paar Jahren auch noch so denkt wenn ihre Kinder mal Opfer eines Wiederholungstäters werden?
    13 13 Melden
    • giandalf the grey 25.02.2016 11:09
      Highlight Highlight Mal so eine Frage... Wie viele Leute kennst du, die Opfer von Wiederholungstätern wurden?
      Ich... keine. Und ich bin ein Kreis Vier Kind. Gut es gibt vermutlich eine Dunkelziffer aber auch dann noch. Wenige. Ich nehme nicht an, dass das bei dir anders ist.
      Der Witz an Unrecht das einem angetan wird ist aber immer: Je weniger man zur Vergebung bereit ist, desto mehr schmerzt es. Und auch wenn es schwer ist, auch einem Wiederholungstäter kann und muss man dem eigenen Seelenheil zuliebe vergeben.
      Ausserdem sollte man nie über einen Täter urteilen dessen Geschichte man nicht kennt.
      7 7 Melden
  • Michael Graf77 25.02.2016 00:27
    Highlight Highlight Liebes Watson
    Erst habe ich mich über die Argumentation der Befürworter geärgert, nun stehen ihnen die Gegner in nichts nach!! Was für ein fadenscheiniges Interview ihr da darstellt, lässt Einem den Entscheid wieder schwerer fällen wie auch schon! Muss ich mich als Leser wirklich so unintelligent fühlen??

    Bitte um etwas niveauvollere Darstellungen und objektiveren wie auch neutraleren Journalismus.
    Vielen Dank
    16 20 Melden
    • Sorbitolith 25.02.2016 08:14
      Highlight Highlight Journalismus muss und darf nicht neutral sein, solange er nicht von einem Staatsorgan betrieben wird. Immer das gute SVP Argument, dass alles was kritisch mit ihnen umgeht, sofort nicht mehr neutral ist, und der armen, armen Partei auf den Kopf haut. Die Wahrheit tut halt manchmal weh!
      12 10 Melden
  • Mietzekatze 24.02.2016 11:21
    Highlight Highlight Und Sebi, Gianna und Oma und Opa kannst dann nur du und Mamma besuchen! Denn Papa hat ein Einreiseverbot für mindestens 10 Jahre und darf nicht mit in die Ferien kommen... Vielleicht noch zur Ergänzung :) Sonst nicht schlecht beschrieben!
    43 16 Melden
  • dopaminho 24.02.2016 11:14
    Highlight Highlight Auch jemand der hier geboren wurde würde ausgeschafft werden, sofern sie keinen CH Pass haben (Secondos)
    49 6 Melden
  • TheBean 24.02.2016 10:29
    Highlight Highlight Betreffend SVP-Kampagne "Mehr Schutz für unsere Frauen und Töchter": Der Kerl im Video bringts auf den Punkt ;-)
    Play Icon
    5 7 Melden

Ich wage ein Gedankenexperiment und fordere: Chloroform für alle!

Wenn Eltern erschöpft sind, finden sie manchmal sogar in absurden Fantasien Trost.

Ich hätte da eine Marktlücke entdeckt, aber wie so oft bei tollen Ideen, hat die Sache einen Haken: sie ist illegal. Wagen wir trotzdem das Gedankenexperiment und laben uns an der Vorstellung. 

Was wäre wenn... Chloroform für jedermann frei zugänglich wäre? Wenn wir es in der Apotheke kaufen könnten, in der Literflasche natürlich und zuhause einsetzen könnten, wann immer es opportun wäre – und das wäre relativ oft. 

Nicht auszudenken, oder? 

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