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Da haben wir's: Immer mehr Kinder müssen fernsehen, weil ihre Mamis arbeiten wollen! bild: shutterstock

Feministinnen setzen ihre Kids vor den Bildschirm!

Eure Kinder schauen TV? Dann seid ihr Feministinnen. Den Zusammenhang erkläre ich euch gerne.

Nathalie Sassine-Hauptmann / wir eltern



Ein Artikel von

In meinem Unternehmen arbeiten Mütter im Teilzeitpensum, meist von zu Hause aus. Da kommt es durchaus vor, dass sie ihre Kinder vor den Fernseher setzen (müssen), wenn sie ein Telefongespräch in Ruhe führen oder eine Rechnung fehlerfrei ausstellen möchten.

«Ui neiiii!», höre ich schon wieder die Kritikerinnen (Männer finden das meist nicht so tragisch). «Sie parkt ihre Kinder vor den Fernseher.» Ja, das tun wir manchmal, wir Rabenmütter, die zwischendurch bei schlechtem Wetter eine halbe Stunde (oder auch zwei Stunden) Zeit brauchen. Für die Arbeit, ein gutes Buch oder einfach mal, um mit der besten Freundin zu quatschen.

Kommt durchaus vor.

Mal Pause machen? Nein, du bist Mutter!

Was daran schlimm ist? Nicht etwa, dass das Kind zu viel TV schaut. Wir sprechen ja hier nicht von Spongebob-Binge-Watching von morgens früh bis abends spät. Sondern von kleinen Inseln im Alltag, die je nach Alter des Kindes gerade nicht einfacher zu ergattern scheinen als mit der Flimmerkiste.

Es geht auch nicht darum, dass Mama die Kinder vernachlässigt und sich mit etwas anderem beschäftigt. Vielmehr geht es darum, dass Mama es sich raus nimmt, einfach mal Pause von den Kindern zu machen. Denn das darf sie einfach nicht. Sie ist schliesslich Mutter.

Diese – unbewusste – anti-feministische Haltung ist das eigentliche Problem der TV-Debatte. Das sagt Technologie-Journalistin Alexandra Samuel. In ihrem Essay schreibt sie aber auch, das sei kein neues Phänomen.

Mütter müssen noch weniger tun

Technische Innovationen hätten den Müttern schon immer die Kritik eingebracht, sie würden sich das Leben zu einfach machen: Das Tablet ist im 21. Jahrhundert die Waschmaschine der 50er. Jetzt müssen Mütter noch weniger tun.

«Unsere Angst, den Müttern die Arbeit zu erleichtern, wurzelt in der tiefgreifenden Zurückhaltung, Frauen von der Hausarbeit zu befreien.»

Alexandra Samuel

Hinzu kommt die soziale Komponente: Finanziell schlecht gestellte Mütter, die arbeiten müssen, haben schlicht mehr zu tun, weshalb sie ihre Kinder gerne mal vor den Bildschirm-Sitter setzen. Wogegen wohlhabende Familien sich für solche Momente vielleicht eine Nanny leisten können.

Anders als bei der Waschmaschine argumentieren die «Supermamis» heute mit der Gesundheit unserer Kinder. Es täte ihnen einfach nicht gut, vor dem Bildschirm zu sitzen. Doch wenn wir unsere Kinder anschauen, können wir einfach keine gesundheitlichen Folgen feststellen. Dafür sind wir Rabenmütter vielleicht etwas relaxter, weil wir in Ruhe mit dem Kunden reden oder einfach – ui neiii! – relaxen konnten.

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  • 25%Aber sicher!
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  • 42%Ich habe keine Kinder.
  • 9%Ich habe keinen Bildschirm.

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • drdukan 28.05.2016 14:22
    Highlight Highlight Meine Kids sind nun schon älter, aber diese 20 min.
    von 9.00 bis 9.20 als Teletubbies im Fernsehen ausgestrahlt wurden, waren Gold wert zum telefonieren oder Zahlungen machen.
    Der Fernseher hiess daher bei uns auch "die elektrische Schwiegermutter "
  • Pinga 28.05.2016 12:42
    Highlight Highlight Ohne hier kritisieren zu wollen eine ehrliche Frage an die Mütter; wo ist denn der Unterschied zwischen das Kind vor den Fernseher zu setzen um es zu beschäftigen oder vor eine Kiste Lego?
    Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke wäre ich beim Fernsehschauen wohl auf dem Sofa rumgehüpft und hätte das halbe Wohnzimmer auseinandergenommen, während ich mit Lego/Brio/... stundenlang still und ruhig zu beschäftigen war...
    • Nathalie Sassine-Hauptmann 31.05.2016 08:28
      Highlight Highlight Das kommt sehr auf's Kind an. Beim ersten funktionierte der TV, beim 2. die Legos. Hauptsache, ein wenig Ruhe zwischendurch... ;-)
  • Lami23 27.05.2016 11:49
    Highlight Highlight Naja selbst tut man sich einfach für die zukunft einen gefallen, wenn sie lernen, sich selbst zu beschäftigen. Lernen sie vor dem Tv nicht und so kabn man noch länger keine Tv freien Ruhemomente haben...
  • Wilhelm Dingo 27.05.2016 08:25
    Highlight Highlight Also ich kann nicht vernünftig arbeiten von Zuhause wenn ich Kinder betreue. So erledigt sich auch die Fernseherfrage.
    • Nathalie Sassine-Hauptmann 31.05.2016 08:30
      Highlight Highlight Ich glaube, das kann niemand. Richtig arbeiten. Aber was erledigen vielleicht. Deshalb fand ich den Kommentar von Rhabarber grad so lustig. ;-)
  • Bruno Wüthrich 27.05.2016 08:20
    Highlight Highlight Kinder sind heute früh mal in der Krippe, später im Kindergarten, dann in der Schule. Gehe ich recht in der Annahme, dass es sich deshalb um Kinder zwischen 0 und 3 Jahren handeln muss, die zwecks Käfele, Relaxen, oder weil eine Rechnung gerade jetzt geschrieben werden muss, bereits früh an den Bildschirm gewöhnt werden?
    Stehen zur Kinderbetreuung heute nicht auch die Väter zur Verfügung? Gerade bei Feministinnen wäre dies zu erwarten! Und ist es nicht eine Frage, welche Stellenprozente man (bzw. Mann oder Frau) annimmt, damit die Heimarbeit und die Kinderbetreuung kombiniert werden können?
    • Tobi321 27.05.2016 09:34
      Highlight Highlight Zum Thema "an den Bildschirm gewöhnen": Eine Kollegin arbeitet in einer Tagesstätte und erzählt regelmässig von Kindern die versuchen, bei Büchern zu swipen, anstatt umzublättern. Diese Kinder versuchen dann auch mit dem zwei Fingern das Buch zu "zoomen".
      Deren Mütter waren demnach Hardcore-Feministinnen?
    • EvilBetty 27.05.2016 09:36
      Highlight Highlight Selber keine Kinder, oder? Kindergarten ist nur Morgens. In der Krippe sind die Kinder – meistens jedenfalls – weil beide Eltern auswärts arbeiten. Schöne heile Welt in der sie leben. Ich muss 100% arbeiten damit die Familie über die Runden kommt. Nix mit bitzeli Teilzeit pläuschle...

      Allerding ist es mir auch lieber wenn meine Jungs (altersgerecht) Zocken, statt nur zu gucken. Schult die Reflexe, «logisches» Denken und die Kooperation. Erlebe ich genau so. Ausserdem scheint es auch inspirierenden Charakter zu haben.
    • Raw Olu 27.05.2016 10:23
      Highlight Highlight @Betty
      Alle 2 Jahre, wenn ich eine neue Schulklasse übernehme, erkenne ich die Zocker innert 1-2 Schultagen. Aber Kooperation, Reflexe oder logisches Denken - damit fallen sie ganz sicher nicht auf...
      P.s. ich bin Gamer der ersten Stunde (+30 Jahre Gameerfahrung)
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