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organspende

Organspende: I schänke dir mis Härz.
Bild: shutterstock

Zum Tag der Organspende:
«Ich bin froh, dass wir uns entschieden haben, die Organe unserer Mutter zu spenden.»



Im Februar 2015 stirbt Kirstens Mutter überraschend an einer Aortendissektion. Da sie keinen Organspendeausweis hat, muss die Familie die Entscheidung treffen.

Kirsten (31) und ich haben zusammen studiert und obwohl wir uns immer gut verstanden, sehen wir uns nach fünf Jahren das erste Mal wieder. Kirsten ist pünktlich, ich bin zu früh, wie immer. Nachdem sie mich herzlich umarmt hat, sagt sie mir: «Das ist mir an dir am meisten geblieben: Nichtrauchen und Pünktlichkeit». Sie lacht. Wo sie Recht hat, hat sie Recht.  

Bis auf die Länge ihrer Haare und das Brillenmodell hat sie sich kaum verändert, ist noch genauso hübsch und genauso blond wie damals im Studium. Wir beginnen gerade mit Smalltalk, als mir ein Diamant an ihrem Finger entgegenblitzt und ich – ganz Mädchen – frage: «Was ist DAS denn?» Kirsten strahlt und antwortet, sie habe dieses Jahr geheiratet. Natürlich entweicht mir zugleich die oft verhasste Frage, wie’s denn mit der Familienplanung aussehe. Da wird Kirsten ernst und sagt, noch wolle sie das nicht. Sie wolle kein emotionales Loch mit einem Kind füllen.  

Mit dem emotionalen Loch meint sie ihre Mutter. Kirsten hat sich mit mir getroffen, um vom Tod ihrer Mutter zu berichten. Der Mutter, die mitten im Leben stand, im 61. Lebensjahr, Lehrerin war mit Herz und Seele, aktiv und involviert.  

Am 20. Februar 2015 um circa 8.30 Uhr klingelte Kirstens Telefon, als sie gerade im Zug zur Arbeit sass. Am anderen Ende meldete sich ihre jüngere Schwester, völlig aufgelöst und kaum verständlich. Nach mehrfachem Nachfragen erfuhr Kirsten, dass ihre Mutter auf dem Weg ins Spital in St.Gallen sei, der Vater sei mitgefahren.  

«Um 8.30 Uhr kam das Telefon, dass meine Mutter auf dem Weg ins Spital sei.»

Am Morgen habe sie geklagt, sie fühle sich nicht wohl, habe sich darauf hingelegt. Nach einer Weile sagte sie, sie habe starke Schmerzen im Bauch und Taubheitsgefühle in der einen unteren Körperhälfte. Da rief ihr besorgter Ehemann, mit dem sie 35 Jahre verheiratet war, die Ambulanz. In St.Gallen wurde eine Aortendissektion diagnostiziert und die Mutter sofort per Helikopter ins Zürcher Universitätsspital geflogen, wo sie sogleich notoperiert wurde. Noch in St.Gallen erlitt der Vater einen Zusammenbruch und musste zur Beobachtung im dortigen Spital bleiben.  

Kirsten berichtet von diesen Geschehnissen sehr ruhig und geordnet, mir kommen immer wieder fast die Tränen.  

Nach der Operation im Universitätsspital unterrichtet der behandelnde Arzt Kirsten am Telefon über eine Überlebenswahrscheinlichkeit von 30-50 Prozent. «Trotz Schock funktionierte ich einfach weiter und organisierte, wie meine gesamte Familie am schnellsten nach Zürich kommen könnte.» Ein Besuch bei der Mutter war erst tags darauf möglich, dann war auch der Vater wieder dabei.  

«Das war nicht mehr meine Mutter.»

Man habe in der Nacht noch einmal notoperieren müssen, um die Durchblutung der Organe zu gewährleisten, unterrichteten die Ärzte sie vor Ort. Die Mutter sei mehr oder weniger stabil, sie sei jedoch nach Absetzen der entsprechenden Medikamente nicht aus dem künstlichen Koma aufgewacht.  

«Wir konnten immer nur zu zweit in ihr Zimmer», erzählt mir Kirsten. Der Anblick der Mutter sei erschreckend gewesen, aufgedunsen und gelblich habe sie ausgesehen. «Wie eine Wachsfigur. Das war nicht mehr meine Mutter.» Ihrer Schwester, die mit ins Zimmer gekommen war, versagte der Kreislauf und sie musste sich auf den Boden legen.  

Nach der Besuchszeit fuhr die ganze Familie in Kirstens Wohnung. Kurz nach 23 Uhr kam der Anruf aus dem Spital, der Zustand der Mutter habe sich stark verschlechtert und die Familie möge unverzüglich nach Zürich kommen.  

Kirsten schildert, wie sie vor dem Spital auf ihre Schwester wartete, dabei in der Februarkälte rauchend auf und ab tigerte und ihr der Spruch Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende ständig auf der Zunge lag, wie sie ihn aber ums Verrecken nicht formulieren konnte. «Diese Erinnerung ist in mir festgebrannt. Das war wohl eine Vorahnung oder so etwas wie eine Eingebung bezüglich dessen, was dann kam», beschreibt sie.  

#ichhabmichentschieden

Am 19. September 2015 ist Nationaler Tag der Organspende. Die Kampagne #ichhabmichentschieden des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), in deren Rahmen dieser Text verfasst wurde, hat das Ziel, die Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen, dass die Nachfrage nach Spenderorganen zurzeit massiv höher ist als das Angebot an Spendern. Die Kampagne möchte die Schweizer Bevölkerung auffordern, sich bezüglich Organspende zu entscheiden – dafür oder dagegen. Mehr Informationen finden sich bei transplantinfo.

Die Uhr habe 0:02 Uhr gezeigt, als sie das Spital betraten. Es war der 22. Februar, der Geburtstag ihres Vaters. Sie habe die Zahl gesehen und gedacht: «Ich glaube, heute verlieren wir sie, heute ist kein guter Tag.»  

«Wenn wir uns für eine Behandlung entschieden hätten, wäre das für uns gewesen, nicht für sie.»

Auf der Intensivstation angekommen, bat der Arzt darum, dass drei Familienmitglieder ihm folgen mögen. Der Vater, die mittlere Schwester und Kirsten gingen mit. Die Mutter bekam gerade ein MRI und die fünf Ärzte vor Ort erklärten den dreien, dass nun auch die Karotis, also die Halsschlagader, gerissen sei und die rechte Hirnhälfte deshalb zu lange unterversorgt wurde und abgestorben sei. Die Ärzte stünden vor einer Art Lose-lose-Situation, es gebe unterschiedliche Eingriffe, das Best-case-Szenario sei dabei eine halbseitige Lähmung, die Wahrscheinlichkeit dafür sei jedoch verschwindend klein. Wenn die Mutter die möglichen Eingriffe überleben würde, dann wäre das, wenn überhaupt, lebensverlängernd, die Lebensqualität praktisch nicht mehr vorhanden.

«Wenn wir uns für eine der Behandlungen entschieden hätten, wäre das für uns gewesen, nicht für sie. Das wäre nicht mehr unsere Mutter gewesen, an Maschinen gefesselt, gelähmt, ohne Bewusstsein.» Kirsten zeigt mir ein Bild ihrer Mutter. Es blickt mir eine Frau entgegen, die ich auf höchstens 50 geschätzt hätte, mit einem entspannten Lächeln auf dem Gesicht, das um den Mund und die Augen viele Lachfältchen aufweist. Eine Schöne war sie.  

Und so entschied die Familie, die Mutter keinem weiteren Eingriff mehr auszusetzen und sie gehen zu lassen. Das war 42 Stunden, nachdem sie zuhause in St.Gallen über Unwohlsein geklagt hatte.  

Die Familie verbrachte noch die gesamte Nacht gemeinsam mit der Mutter. Am Morgen um 4 Uhr hörte sie auf, selbständig zu atmen. «Für mich ist sie in dem Moment gestorben», sagt Kirsten heute.  

«Wenn mein Vater sich gegen eine Spende entschieden hätte, hätte ich ihn gelassen.»

Erst zu diesem Zeitpunkt thematisierte der behandelnde Arzt eine mögliche Organspende. Die Mutter hatte keinen Spenderausweis. «Ich weiss nicht genau, warum. Wahrscheinlich, weil sie Angst hatte, dass man dann nicht alles für sie tut. Oder auch, weil sie sich einfach keine Gedanken dazu machte», erklärt mir Kirsten. Für sie, selbst langjährige Besitzerin eines Ausweises, sei der Fall klar gewesen, für den Rest der Familie schliesslich auch. Auf die Frage, wie es wohl gewesen wäre, wenn man sich innerhalb der Familie nicht hätte einigen können, sagt Kirsten: «Das kann ich mir nicht vorstellen. Wir hätten alle auch gar nicht die Kraft gehabt zu streiten. Wenn mein Vater sich gegen eine Spende entschieden hätte, hätte ich ihn gelassen.»  

Als sie signalisierten, dass eine Spende für sie in Frage käme – und noch ohne irgendeine feste Zusage – wurden zwei Mitarbeiter der Donor Care Association (DCA) aufgeboten.  

Genau wegen der Ängste, man könnte der Organe wegen zu früh mit der Behandlung aufhören, seien die behandelnden Ärzte und das Transplantationsteam immer streng voneinander getrennt, unterrichtete sie der behandelnde Arzt, und er versicherte der Familie, dass er keine Ahnung habe, welche Organe entnommen und wem sie transplantiert würden, das wüssten nur die Transplantationsteams, und das auch erst, nachdem der Spende zugestimmt und mittels biologischer Daten der Spenderin der optimale Match im System gefunden worden sei.     

«Das Ganze war unheimlich professionell. Wir wurden genau über den Ablauf aufgeklärt, über die Hirntoddiagnose und was es dafür braucht, über jeden einzelnen Schritt. Sie betonten immer wieder, dass wir jederzeit auch Nein sagen und unsere Meinung ändern könnten.»  

Am Morgen gab die Familie ihr Einverständnis.  

Der Hirntod wurde am nächsten Tag um 12.12 Uhr offiziell festgestellt, die Multiorganentnahme fand in der darauffolgenden Nacht statt. Es wurden Lunge und die Cornea, also die Hornhaut des Auges, entnommen und transplantiert.     

«Es gibt Momente, da möchte ich schreien.»

Die Familie konnte die aufgebahrte Mutter später noch einmal sehen. «Auch da war ein Mitarbeiter des Transplantationsteams vor Ort, um uns zu begleiten und Fragen zu beantworten», berichtet Kirsten. «Ich ging nur meiner Familie wegen in dieses Zimmer hinein. Ich habe es fast nicht ausgehalten, das war einfach nicht meine Mutter.»  

Über den Zustand der Lungenempfängerin bekommt die Familie heute regelmässige Updates. Es gehe ihr gut, sie habe die Reha bereits hinter sich. Es habe Momente gegeben, beichtet mir Kirsten, wo sie sich gefragt habe, wieso diese Frau leben dürfe und ihre Mutter nicht. «Ich bin mir bewusst, dass das komplett irrational ist», fügt sie an.  

Kirsten konnte erst Monate nach dem Tod ihrer Mutter richtig weinen. Als die allgemeine Trauer vorbei war und das Umfeld ins Tagesgeschäft überging, «da hat es mich so richtig verschnätzlet. Der Schmerz ist manchmal regelrecht physisch, hier in der Brust, weisst du?», sagt sie und hält ihre Hände über ihr Herz. «Es gibt Momente, da möchte ich schreien, obwohl ich weiss, dass es irgendwann vorbei geht.»  

Seit dem Tod der Mutter lebe sie bewusster. Sie könne sich heute vorstellen, Kinder zu haben. Das habe sie früher nie ausgeschlossen, aber jetzt sei es konkreter. Die Hochzeit ohne die Mutter sei hart gewesen. «Sie fehlt immer wieder». Trotzdem sei sie heute, viel eher als früher, immer wieder dankbar für alles, was sie habe.  

«Ich habe es keine Sekunde bereut.»

Zum Schluss unseres Gespräches stelle ich Kirsten eine wichtige Frage, nämlich, ob sie im gesamten Ablauf je das Gefühl hatte, man gebe ihre Mutter zu früh auf, um an ihre Organe zu kommen. In Gesprächen und in Diskussionen zu Organspendetexten war das immer wieder ein Thema, und es ist meines Erachtens einer der Hauptgründe, warum sich Leute aktiv gegen Organspende entscheiden. Kirstens Antwort darauf war klar und deutlich: «Nein. Auf keinen Fall. Ich hatte sogar das Gefühl, dass man uns eher zu viele Optionen aufzeigte, als man uns entscheiden liess, ob die Behandlung fortgesetzt werden soll oder nicht. An und für sich war klar, dass meine Mutter sterben würde und dass die aufgezeigten Optionen sie nicht retten konnten, die Ärzte wollten aber nicht ohne unser Einverständnis die Behandlung meiner Mutter einstellen.»  

«Ich habe es keine Sekunde bereut, dass wir uns fürs Spenden entschieden haben», betont Kirsten. «Falls meine Mutter nun ihrerseits eine Spende gebraucht hätte, aus welchem Grund auch immer, wäre ich auch froh gewesen, wenn eine andere Familie die Entscheidung getroffen hätte, die wir gefällt haben.»   

In liebevoller Erinnerung an Brigitte, 1955-2015 

Yonnihof Yonni Meyer

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Organspende

Wo bekomme ich einen Spenderausweis? http://www.swisstransplant.org/de/organspende-transplantation/spender-werden/
Hier kann man einen Ausweis ausfüllen und sofort ausdrucken (der Zeitaufwand beträgt geschätzte 60 Sekunden), sich eine Karte per Post bestellen und sich die entsprechende App holen. Empfohlen wird, einen Ausweis bei sich zu tragen und die App auf dem Handy zu installieren.
Auf dem Ausweis kann man angeben, ob man alle, keine, oder nur gewisse Organe spenden will.

Genügt ein Spenderausweis als rechtliche Grundlage zur Organentnahme?
Ja.

Welche Kriterien müssen zur Entnahme erfüllt sein?
Zwingende Kriterien sind entweder der irreversible Hirntod (Donor after Brain Death) oder der irreversible Herzstillstand (Donor after Circulatory Death). Eine Organentnahme wird ausschliesslich mit einer Einwilligung (Organspendeausweis, Einwilligung der Angehörigen) durchgeführt. Die behandelnden Ärzte und das Transplantationsteam sind in der Schweiz immer streng voneinander getrennt, sodass eine mögliche Organspende so wenig Einfluss wie möglich auf die Behandlung des Patienten hat. 

Welche Organe können gespendet werden?
In der Schweiz: Herz, Lunge, Leber, Niere, Dünndarm und Pankreas (Bauchspeicheldrüse), sowie Gewebe wie z.B. Augenhornhaut, Haut.
Für Lebendspenden kommen Nieren sowie Teile der Leber und, was am häufigsten gespendet wird, Blutstammzellen in Frage. Blutstammzellen-SpenderIn können Sie hier werden.

Wer bekommt die Spende?
Die Priorisierung erfolgt in der Schweiz, unabhängig von der Art der Versicherung, nach folgenden Kriterien: Medizinische Dringlichkeit > Wohnsitz Schweiz > Medizinischer Nutzen > Prioritäten (Kinder/Blutgruppe) > Wartezeit  

Lernen sich die Angehörigen von Spendern und die Empfänger kennen?
Nein. Das Schweizer Transplantationsgesetz verbietet es, dass die beiden Parteien sich kennenlernen. Empfänger, die sich bedanken wollen, können den Angehörigen des Spenders über swisstransplant einen persönlichen Brief zukommen lassen. Die Plattform habdank.ch dient Angehörigen und Empfängern, ihre Gefühle und das Erlebte in Worte zu fassen.  

Warum soll ich spenden?
Ein Organspender rettet das Leben von bis zu sieben Menschen. Im Moment warten ca. 1300 Menschen in der Schweiz auf ein Spenderorgan, etwa 100 sterben jährlich, weil sie keines erhalten.

Yonni Meyer

Yonni Meyer (33) schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen – direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt. 
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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lionqueen 21.09.2015 22:13
    Highlight Highlight Yonni Du kannst auch an kalten Tagen mein Herz erwärmen. Danke dafür!
  • Miicha 19.09.2015 23:16
    Highlight Highlight Was will ich noch mit meinem Körper wenn ich tot bin? Bringt mir wenig. Von mir können sie alles haben, das weiß auch meine Familie.
  • LaTschuberlinca 19.09.2015 19:17
    Highlight Highlight Ich bin Organspenderin und stolz darauf!
  • Hayek1902 19.09.2015 16:14
    Highlight Highlight ich kann leute nicht verstehen, welche ihre organe mit ins grab nehmen wollen. egoistischer geht es nicht. eigentlich müsste man organspendern prioritär die organe geben. wer keine abgeben will soll auch keine bekommem, so lange andere potentielle organspender auch auf organe warten. Ich danke der im Text beschriebenen Familie sehr für die weise Entscheidubg in einer sehr schwierigen Situation.
    • MyAnusIsBleeding 20.09.2015 15:58
      Highlight Highlight "ich kann leute nicht verstehen, welche ihre organe mit ins grab nehmen wollen. egoistischer geht es nicht."

      Naja, so einfach können solche Menschen nicht abgestempelt werden. Meiner Meinung nach haben diese das Gefühl danach als "Ersatzteillager" herumzulaufen. Das bei kleinsten Komplikationen schon der Stecker gezogen und man quasi "ausgeschlachtet" wird.
      Allein der blosse Gedanke dazu aktiviert hier ein "Selbstschutz", genährt durch Angst. Ein Trieb zum Überleben.
      Wodurch man sich schlussendlich gegen einen Ausweis entscheidet. Das ist keine einfache Entscheidung und gilt zu respektieren.
    • Capitanski 21.09.2015 12:05
      Highlight Highlight @blutendesrektum

      Der Tod muss durch zwei unabhängige (sprich nicht transplantierende Ärzte) zweifelsfrei festgestellt werden. Da wird nicht einfach "der Stecker gezogen". Wer nicht hirntot ist, der behält seine Organe und wer hirntot ist, der braucht sie nicht mehr. Die Entscheidung ist jedem selbst überlassen. Ich habe mich dafür entschieden.
  • Lucignolo 19.09.2015 15:01
    Highlight Highlight Danke! Ein sehr berührender und aufrüttelnder Text. Kirsten scheint eine enorm starke Frau zu sein. Sie verdient für ihr Handeln und ihre Erzählungen meinen vollsten Respekt - Chapeau! Ich wünsche ihr und der gesamten Familie weiterhin in dieser schweren Zeit alles Gute und viel Kraft!

    Dank dieses Textes wurde ich daran erinnert, was ich schon lange machen wollte; mir einen Organspendeausweis ausstellen lassen. Habs direkt gemacht und mal wieder festgestellt, dass es manchmal keine zwei Minuten dauert, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Merci Yonni!♥️

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