Charlie Hebdo
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04605029 French President Francois Hollande (2-R) and German Chancellor Angela Merkel (2-L) during their meeting with Ukrainian President Petro Poroshenko (not pictured) in Kiev, Ukraine, 05 February 2015. Merkel and Hollande joined top US diplomat John Kerry in Kiev as they mounted a new diplomatic initiative to counteract escalation in eastern Ukraine.  EPA/ROMAN PILIPEY

Frankreichs Präsident François Hollande. Bild: ROMAN PILIPEY/EPA/KEYSTONE

Frankreich

Nach Terror von Paris Aufwind für Hollande nun auch bei Wahlen

Die Terrorattacken von Paris markieren zunehmend einen Wendepunkt für Frankreichs Präsident Hollande. Nach gestiegenen Zustimmungswerten gibt es einen Wahlerfolg. Seine Sozialisten gewinnen eine wichtige Nachwahl – wenn auch knapp.

Mit einem knappen Sieg seiner Sozialisten bei der als symbolisch wichtig angesehenen Nachwahl in der ostfranzösischen Region Doubs manifestiert Präsident François Hollande ein Comeback in der Gunst der Franzosen. Ausgerechnet die Tragödie der Terroranschläge von Paris Anfang Januar scheint sich für den 60-Jährigen zu einem Wendepunkt in seiner zunächst bis 2017 dauernden Präsidentschaft zu entwickeln.

Die Welle der Solidarität unter den Franzosen nach den blutigen Attacken mit 17 unschuldigen Toten bildet die Basis für eine neue Zustimmung für Hollande. Die Umfragewerte hatten sich davor seit seinem Wahlsieg 2012 kontinuierlich zu den miesesten für einen Präsidenten nach Ende des Zweiten Weltkriegs entwickelt.

Für viele Franzosen fand Hollande in dem für das Land so schwierigen Moment der Anschläge scheinbar die richtige Mischung aus Trauer um die Opfer, Verteidigung demokratischer Werte und Härte im Kampf gegen den Terror.

Neuer Elan

Seit vergangener Woche macht Hollande, dessen Kriege gegen Islamisten in Mali und im Norden Iraks in Frankreich weitgehend Zustimmung finden, zudem wieder aussenpolitisch Punkte. Seine Initiative an der Seite der deutschen Kanzlerin Angela Merkel für eine friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts wurde auch von sonst kritischen Medien mit viel Respekt begleitet. Selbst der konservative «Le Figaro» schrieb vom «neuen Elan» Hollandes.

Seit Januar zeigen die Umfragen für den Staatschef wieder deutlich nach oben, auch wenn ihn immer noch etwa zwei Drittel der Franzosen für einen schlechten Präsidenten halten.

Zerstrittene Opposition

Zur gleichen Zeit liefert sich die tief zerstrittenen Opposition der konservativen UMP immer neue Grabenkämpfe. Nach dem überraschenden Aus ihres Parlamentskandidaten beim ersten Wahlgang in Doubs konnte sich die UMP von Partei-Chef und Ex-Präsident Nicolas Sarkozy nicht auf eine einheitliche Wahlempfehlung für die zweite Runde einigen.

Sarkozys Gegenspieler bei einer möglichen Präsidentschaftskandidatur, der frühere Regierungschef Alain Juppé, forderte eine Unterstützung der Sozialisten im zweiten Wahlgang, um einen vierten Sitz im nationalen Parlament für die rechtsextreme Front National (FN) zu verhindern.

Der Vorstand votierte für ein «Weder-Noch» per Enthaltung und damit sogar gegen Sarkozy. Der Partei-Chef machte sich vergeblich für eine Abstimmung gegen die FN stark - während er auf Vortragsreise in Abu Dhabi weilte.

Le Pen, die lachende Dritte

Als bisher lachende Dritte zwischen schwächelnden Sozialisten und streitenden Konservativen stand bisher stets Marine Le Pen mit ihrer umstrittenen Front National bereit. Seit Jahren versucht sich ihre Partei als Alternative zu einem aus ihrer Sicht identischen System von Sozialisten und UMP zu positionieren.

Im vergangenen Jahr fuhr Le Pen mit ihrem Populismus gegen Europa, Ausländer oder Muslime grosse Erfolge ein, etwa als stärkste Partei bei der Europawahl. Nach dem Dämpfer der knappen Niederlage ihrer Kandidatin in Doubs blickt die Front National wieder nach vorn: Sie will schon bei Wahlen in den französischen Départements im März wieder regionale Mandate gewinnen. (viw/sda/dpa)



Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Der Enthüller

Nach Anschlag in Paris: Satiremagazine können sich vor Bewerbern kaum retten 

Paris/Zürich/Berlin (den). Über 24 Stunden sind seit dem grausamen Anschlag auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» in Paris vergangen. Vermutet wird ein Zusammenhang mit Mohammed-Karikaturen, welche das Magazin über die Jahre publiziert hat. Was für Absichten die Täter auch antrieben, mit einem haben sie garantiert nicht gerechnet: Weltweit melden Satireredaktionen einen schwindelerregenden Anstieg an Bewerbungen. 

«Heute Morgen hatte ich 16 Zuschriften im Posteingang», sagt …

Artikel lesen
Link zum Artikel