Charlie Hebdo
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Vierter Tag des Terrors in Frankreich

Komplizin Boumeddiene ist angeblich in Syrien 



07.01.2015: Schiesserei bei Satiremagazin «Charlie Hebdo»

Die Ereignisse im Überblick:

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frufru
U. Tomaschett
Adrian Eng
Petar Marjanović
WStern
jhuesser
Rafaela Roth
Daria Wild
19:30
Ueli Maurer: «Absolute Sicherheit wird es nie geben»
Verteidigungsminister Ueli Maurer und die Armeeführung sehen nach den Terroranschlägen in Frankreich keinen Anlass, ihr Sicherheitsdispositiv zu überdenken. «Für uns hat sich nichts geändert», sagte Maurer gegenüber Radio SRF am Rande des Jahresrapports der Logistikbasis der Schweizer Armee in Grenchen (SO).

Einen Terroranschlag könne man nicht ausschliessen, auch wenn «die Schweiz sicher nicht im Fokus» stehe. «Aber die Schweiz ist sicher keine Insel der Glückseligen», sagte Maurer am Samstag. Doch das Attentat auf die Redaktion von «Charlie Hebdo» am Mittwoch in Paris und die Folgeanschläge hätten die Situation für die Schweiz nicht grundsätzlich verändert.

«Entwicklung entspricht Szenarien»
«Die Entwicklung entspricht den Szenarien, die wir vor Jahren entworfen haben», so Maurer. «Für uns heisst das: Wir müssen überall und jederzeit bereit sein, Sicherheit zu garantieren - mit der ganzen Unsicherheit, die uns dabei begleitet.»

Doch trotz aller Vorbereitungen: Eine «absolute Sicherheit wird es in einer freiheitlichen Gesellschaft nie geben». Daran werde auch das neue Nachrichtendienstgesetz nichts ändern, auf dessen Zustimmung durch das Parlament Maurer und die Armeespitze hoffen.

Das Gesetz würde die vorsorgliche Überwachung erlauben. Unter bestimmten Voraussetzungen soll der Nachrichtendienst dann Telefone und Computer anzapfen und private Räume verwanzen dürfen. (sda)
18:40
Video zeigt dramatische Befreiung der Geiseln von Porte de Vincennes
Der Sender FranceTV Info hat heute ein Video veröffentlicht, dass den Zugriff auf den Geiselnehmer Amedy Coulibaly in einem jüdischen Lebensmittel-Geschäft bei Porte de Vincennes zeigt. Zu sehen ist ein Schusswechsel zwischen der Spezialeinheit der Polizei und Coulibaly, der auf die Polizisten zu stürmt. Das Video stoppt kurz bevor er aus kurzer Distanz tödlich getroffen wird.


Dammartin/Vincennes : retour sur les deux assauts von francetvinfo
17:35
Ist Hayat Boumeddienne in Syrien?
Fieberhaft sucht die französische Polizei nach Hayat Boumeddienne, der Lebensgefährtin des Supermarkt-Geiselnehmers Amedy Coulibaly. Die 26-Jährige wird verdächtigt, an den Terrorakten in Paris beteiligt gewesen zu sein. Doch Hayat Boumeddienne befindet sich möglicherweise gar nicht in Frankreich, sondern in Syrien. Dies berichten der Fernsehsender RTL und die Zeitung «Le Monde».

Demnach wurde die junge Frau beobachtet, wie sie am letzten Donnerstag die türkisch-syrische Grenze überquerte. Sie hätte folglich nicht am gleichen Tag an der Schiesserei in Montrouge beteiligt gewesen sein können, bei der eine Polizistin getötet wurde. Als Täter wird Coulibaly vermutet.

Laut RTL besass Boumeddienne für den 2. Januar eine Reservation für einen Flug von Madrid nach Istanbul. Der Rückflug wäre laut der Zeitung «Le Parisien» für den 9. Januar terminiert gewesen, doch sie hat ihn nicht angetreten.
16:27
Bruder des Polizisten nimmt Stellung
Der Bruder des ermordeten Polizisten Ahmed Merabet hat vor den Medien ein kurzes Statement abgegeben. Ahmed sei das Oberhaupt der Familie gewesen, seit der Vater vor 20 Jahren verschwand: «Wir teilen den Schmerz aller Familien der Opfer.» Man dürfe Extremisten und Muslime nicht in den gleichen Topf werfen: «Wir wollen keine Angriffe gegen Moscheen und Synagogen, das bringt den Familien ihre Angehörigen nicht zurück.»
15:51
Le Pen: «Ich bin nicht Charlie»
Der Gründer des rechtsradikalen Front National (FN), Jean-Marie Le Pen, hat die Solidarität mit dem Satire-Magazin «Charlie Hebdo» verweigert. Alle sagten derzeit, «Wir sind Charlie» oder «Ich bin Charlie», aber dem könne er sich nicht anschliessen, sagte Le Pen am Samstag in seinem im Internet veröffentlichten Videotagebuch. «Es tut mir Leid, ich bin nicht Charlie.»

Er bedaure den Tod von «zwölf französischen Mitbürgern», doch teile er nicht deren politische Überzeugung, sagte Le Pen. Und weiter: «Ich fühle mich keineswegs dem Geist von Charlie verbunden. Ich werde nicht kämpfen, um den Geist von Charlie zu verteidigen, der ein anarchisch-trotzkistischer Geist ist, der die politische Moral zersetzt

Der Angriff auf das Magazin sei ein Beweis für die zunehmende Unsicherheit im Land. Die Regierenden der letzten Jahrzehnte trügen die Verantwortung, da der Terror «offensichtlich» mit der Masseneinwanderung verbunden sei. Le Pen kritisierte, dass seine Partei nicht zur geplanten Grosskundgebung am Sonntag in Paris eingeladen sei. Letztlich sei dies aber eine «Würdigung» seiner Partei, die von den Bürgern auch als solche gewertet werde, sagte der FN-Gründer.

FRANCE EUROPEAN PARLIAMENT ELECTIONS
15:46
Hamas verurteilt Anschlag
Drei Tage nach dem tödlichen Anschlag auf das französische Satire-Magazin «Charlie Hebdo» hat die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas die Tat verurteilt. «Meinungsverschiedenheiten können keinen Mord rechtfertigen», betonte die Hamas in einer am Samstag auf französisch veröffentlichten Erklärung.

Gleichzeitig wies die Organisation eine Äusserung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zurück, der den Anschlag von Paris in eine Reihe mit den Raketenangriffen der Hamas auf israelisches Gebiet gestellt hatte. Es handle sich um «verzweifelte Versuche» Netanjahus, eine Verbindung zwischen der Hamas und dem palästinensischen «Widerstand» sowie dem globalen Terrorismus zu ziehen, erklärte die Organisation.
15:07
Festnahmen in Kanada und Australien
Bei Anti-Terror-Einsätzen in Kanada und Australien sind vier Verdächtige festgenommen worden. In beiden Ländern hatten Islamisten in den vergangenen Monaten Anschläge verübt. In Kanada wurden am Freitag zwei Brüder unter Terrorverdacht gefasst. Einer der beiden wurde am Flughafen von Montréal an der Ausreise gehindert, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Sein Bruder wurde in Ottawa festgenommen.

Der Kanadier Carlos Larmond sei festgenommen worden, weil er sich im Ausland «an terroristischen Aktivitäten beteiligen wollte», teilten die Ermittler mit. Seinem Bruder Ashton Carlton Larmond werde Mitgliedschaft in einer terroristischen Gruppe und die Unterstützung terroristischer Handlungen vorgeworfen.. In Kanada waren im Oktober bei zwei Attacken von Extremisten zwei Soldaten getötet worden. Einer der Angreifer war ins Parlament eingedrungen, wo er von Sicherheitskräften erschossen wurde.

Auch die australischen Ermittler nahmen am Freitag bei Antiterrorrazzien zwei Männer fest. Ein 33-Jähriger wurde im Südwesten von Sydney in Gewahrsam genommen, wie die Polizei mitteilte. Ihm würden die Beschaffung und der Besitz von Munition vorgeworfen. Die Festnahme war den Angaben zufolge «Teil einer langen Ermittlung» und stand nicht im Zusammenhang mit einer «spezifischen terroristischen Bedrohung».

Zudem nahm die Polizei einen 21-Jährigen fest. Der Vorwurf gegen ihn lautet auf Besitz unerlaubter und nicht registrierter Feuerwaffen. Der Anwalt beider Männer betonte, dass gegen die Festgenommenen kein Terrorismusverdacht bestehe. In Sydney hatte ein aus dem Iran stammender Islamist Mitte Dezember in einem Café 17 Menschen als Geiseln genommen. Nach 16 Stunden endete die Geiselnahme - insgesamt gab es drei Tote, unter ihnen der Geiselnehmer.

Die australische Zeitung «The Weekend Australian» veröffentlichte unterdessen am Samstag eine Mohammed-Karikatur. Die Zeichnung zeigt den Propheten im Streitgespräch mit Jesus. Dieser erklärt ihm mit Blick auf den Koran: «Ich habe dir gesagt, dass eine Fortsetzung nötig ist» – ein Anspielung auf das Neue Testament der Bibel. Mohammed antwortet, er könne angesichts der derzeitigen Weltlage nicht auf die Erde zurückkehren, da er ansonsten «gekreuzigt» werde.
14:54
Empörung über Cover von «Le Point»
Die Titelseite der aktuellen Ausgabe des französischen Nachrichtenmagazins «Le Point» sorgt für Empörung bis in höchste Regierungskreise. Sie zeigt die eiskalte Hinrichtung des Polizisten Ahmed Merabet durch die beiden «Charlie Hebdo»-Attentäter. Ministerpräsident Manuel Valls äusserte seine Abscheu über das Foto, und Innenminister Bernard Cazeneuve meinte, das Andenken des Polizisten sei «beschädigt» worden. Der Geschäftsführer von Le Point rechtfertigte sich: Man habe das Bild veröffentlicht, «gerade weil es die Gewalt, Barbarei und Feigheit der Terroristen zeigt».


14:08
Vor den Terroristen versteckt
Als die Islamisten am Freitag einen jüdischen Supermarkt in Paris und eine Druckerei in der Nähe der französischen Hauptstadt stürmen, gelingt es mehreren Menschen gerade noch rechtzeitig, sich in Verstecke zu retten. Mindestens sechs Menschen entgehen so offenbar einer Geiselnahme durch die drei bewaffneten Extremisten und überleben das Drama unverletzt. Einer davon ist der 26-jährige Lilian und Ilan mit seinem dreijährigen Sohn. Lesen Sie mehr dazu hier.
13:36
So reagiert die arabische Welt auf den Terror in Paris
Nach dem Anschlag auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» und den Polizeieinsätzen gegen islamistische Terroristen zeigt sich die muslimische Welt mehr oder weniger solidarisch mit Frankreich. Zeitungen kritisierten die von Islamisten verursachte Gewalt. Mehr dazu lesen Sie hier.
ITALY FRANCE CHARLIE HEBDO ATTACK Bild: Eine Demo gegen islamistische Gewalt in Bologna
13:28
Valls ruft Franzosen zum Schweigemarsch auf
Frankreich Ministerpräsident Manuel Valls hat die Franzosen nach den Terroranschlägen von Paris zur Solidarität aufgefordert. Die Menschen sollten zahlreich zu dem am Sonntag geplanten Solidaritätsmarsch für die Opfer der Gewalttaten kommen, sagte Valls am Samstag in Évry bei Paris. Die Terroristen hätten mit Rede- und Meinungsfreiheit Symbole Frankreichs angegriffen. Valls kündigte eine Versammlung an, die Macht und Würde der Franzosen und ihre Liebe zu Freiheit und Toleranz zeigen solle. Zu dem Schweigemarsch haben sich auch führende Politiker aus ganz Europa angesagt.

In Nizza gingen am Samstag mehr als 20'000 Menschen auf die Strasse, in Pau 30'000, um der 17 seit Mittwoch bei Anschlägen und Geiselnahmen getöteten Menschen zu gedenken.

12:15
Boumeddiene und Coulibaly bei Al Kaida-Terrorist in Südfrankreich
Wie mehrere Medien berichten, kennen sich Coulibaly und Boumeddiene schon lange. 2010 sollen sie einen mutmasslichen al-Qaida-Terroristen Djamel Beghal in Südfrankreich besucht haben, wo dieser unter Hausarrest stand. Die Zeitung «Le Monde» veröffentlichte Fotos von dem Besuch. Darauf ist Boumeddiene nicht nur mit einer Armbrust sondern auch mit einem Niqab zu sehen. Von der Polizei später auf den Besuch bei Beghal angesprochen soll Boumeddiene gesagt haben, sie sei dort gewesen, um «Armbrustschiessen zu üben».




Beghal könnte ein weiteres Verbindungsglied zwischen den Terroristen sein. Auch Chérif Kouachi kannte radikalen Islamisten. Fotos zeigen die beiden beim gemeinsamen Fussballspiel.
12:09
Auch Hisbollah-Führer Nasrallah verurteilt Terror in Paris
Der Chef der libanesischen Hisbollah, Scheich Hassan Nasrallah (Bild), sieht in islamistischen Extremisten die grösste Bedrohung für den Islam. Die Glaubensfanatiker hätten dem Islam mehr geschadet als jeder andere in der Geschichte, sagte Nasrallah in einer am Freitagabend veröffentlichten Videobotschaft. Direkten Bezug zu dem Anschlag auf die französische Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» nahm er jedoch nicht. Mit ihren unmenschlichen Taten würden Terroristen «den Propheten Gottes und die islamische Welt beleidigen», sagte Nasrallah. Weiter appellierte er an die Einheit der Muslime im Kampf gegen Terrorismus.
LEBANON HEZBOLLAH
12:06
Trauermarsch in Paris
Neben einer Bilanz der Polizeieinsätze gegen die islamistischen Terroristen steht für die Regierung der grosse Solidaritätsmarsch am Sonntag in Paris im Vordergrund. Cazeneuve betonte auch, es würden «alle Vorkehrungen» getroffen, um die Sicherheit bei einem am Sonntag geplanten Trauermarsch in Erinnerung an die Opfer der Anschlagsserie zu gewährleisten. Zum «Republikanischen Marsch» in der Pariser Innenstadt werden hunderttausende Menschen und zahlreiche Staats- und Regierungschefs erwartet. So wollen neben Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, Vizekanzler Sigmar Gabriel, Grossbritanniens Premier David Cameron, Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy und sein italienischer Amtskollege Matteo Renzi an der Trauerkundgebung teilnehmen.
11:28
Jagd auf Komplizin Boumeddiene
Drei Terroristen sind tot - doch ihre mutmaßliche Komplizin ist noch auf der Flucht: Hayat Boumeddiene, die Freundin des Supermarkt-Geiselnehmers, wird von Tausenden Polizisten gejagt. Sie soll bewaffnet sein. Die 26-Jährige wird im Zusammenhang mit der Schiesserei vom Donnerstag im Süden von Paris gesucht, bei der eine Polizistin starb. Dafür wird Coulibaly verantwortlich gemacht, der später Geiseln in einem jüdischen Geschäft im Osten der Hauptstadt nahm.
FRANCE-SHOOTING/
Coulibaly und Boumeddiene sollen mit den beiden Terroristen Chérif und Said Kouachi in Verbindung gestanden haben. Boumeddiene stand offenbar in engem Kontakt mit der Freundin von einem der beiden Brüder. Laut Staatsanwaltschaft haben sie rund 500-mal miteinander telefoniert.
11:25
Immer noch Höchste Alarmstufe
Die französische Regierung hält nach der islamistischen Anschlagsserie an der höchsten Terrorwarnstufe im Grossraum Paris fest. Die höchste Sicherheitsstufe des Anti-Terror-Plans Vigipirate werde beibehalten, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve nach der erneuten Krisensitzung. Die Sicherheitsmassnahmen sollten sogar noch verstärkt werden. «Wir sind in Anbetracht der Umstände Risiken ausgesetzt», sagte Cazeneuve. «Deswegen behalten wir die Mobilisierung aller Mittel bei (...) und verstärken sie noch, um die Sicherheit einer Reihe von Institutionen und religiöser Stätten noch besser gewährleisten zu können.»
10:48
Neue Ausgabe von "Charlie Hebdo" erscheint in mehreren Ländern
Die neue Ausgabe des französischen Satire-Magazins «Charlie Hebdo» soll neben Frankreich auch in mehreren weiteren Ländern erscheinen. Wie am Freitag aus Pressekreisen verlautete, soll das Magazin auf jeden Fall in Spanien und der Schweiz verbreitet werden.

Doch der Vertreiber MLP verhandle auch mit Partnern in weiteren Ländern wie Kanada. Die am kommenden Mittwoch erscheinende Ausgabe ist die Erste seit dem blutigen Anschlag am Mittwoch auf die Redaktion in Paris, bei dem zwei Islamisten zwölf Menschen töteten, darunter vier Zeichner.

Die «Ausgabe der Überlebenden» soll statt der üblichen 60'000 Exemplare mit einer Auflage von einer Million gedruckt werden. Den Angaben zufolge wollen auch Länder, die sonst allenfalls eine Handvoll Exemplare abnehmen, dieses Mal mehrere tausend anfordern. Der neue Chefredaktor des Magazins, Gérard Biard, kündigte am Freitag an, dass die Ausgabe Zeichnungen der gesamten Redaktion, einschliesslich der vier getöteten Karikaturisten, enthalten werde.

Die Ausgabe erscheint mit Unterstützung anderer Zeitungen sowie der Pressevertreiber, die für die neue Ausgabe kein Geld nehmen wollen. «Charlie Hebdo» litt bereits vor dem Anschlag unter schweren finanziellen Problemen.

Die überlebenden Mitarbeiter waren nach dem Anschlag gezwungen, ihre Redaktionsräume zu verlassen und bei der Zeitung «Libération» Zuflucht zu suchen. «Charlie Hebdo» ist für islamkritische Karikaturen bekannt. Die Attentäter gaben selber an, mit ihrem Anschlag den Propheten Mohammed «gerächt» zu haben. (sda/afp)
09:38
Krisensitzung mit Hollande im Élysée-Palast
Nach der beendeten doppelten Geiselnahme in Frankreich hat Staatspräsident François Hollande am Samstagmorgen erneut Minister und Sicherheitsdienste zu einer Krisensitzung zusammengerufen. Neben einer Bilanz der Polizeieinsätze gegen die drei islamistischen Terroristen sollte der grosse Solidaritätsmarsch am Sonntag in Paris im Vordergrund stehen.

An der Kundgebung für die Opfer des Anschlags auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» wollen zahlreiche europäische Regierungschefs teilnehmen. Aus der Schweiz wird Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga nach Paris reisen.

Frankreichs Premier Manuel Valls hatte gesagt, der «republikanische Marsch» vier Tage nach dem Anschlag mit zwölf Toten werde durch ein massives Sicherheitsaufgebot geschützt. (sda/dpa)
07:53
Renzi will EU-Geheimdienst
Als Reaktion auf die islamistischen Anschläge in Paris fordert Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi den Aufbau eines EU-Geheimdienstes. «Wir haben eine gemeinsame Währung, wir brauchen auch eine gemeinsame Geheimdienstagentur. Europa muss gegen den Terrorismus geeint sein». Das sagte Renzi am Freitag laut italienischen Medienberichten. Renzi und seine Kollegen aus den 27 anderen EU-Ländern werden auf ihrem nächsten Gipfel im Februar über die Bedrohung durch den Terrorismus beraten.
06:44
Ermittler suchen nach den möglichen Hintermännern
Die französische Polizei hat nach dem blutigen Ende der zwei Geiselnahmen laut einem Staatsanwalt fünf Personen in Polizeigewahrsam genommen. Sie sucht weiterhin die Freundin des Mannes, der im jüdischen Supermarkt Geiseln nahm - sowie allfällige Hintermänner.

Die Fahnder wollen herausfinden, woher die Waffen der drei getöteten Männer stammten und ob diese Anweisungen erhielten, «aus Frankreich, dem Ausland oder dem Jemen», wie der Staatsanwalt François Molins am späten Freitagabend in Paris sagte.
5:37
So titeln französische Zeitungen am Samstag
Titelseite der Sportzeitung «L'Equipe»:


«Unbespielbares Terrain»: «Wir werden trotzdem spielen!»

«Le Figaro» titelt: «Der Tod der Mörder»

5:06
Simon-Wiesenthal-Zentrum kritisiert französische Behörden
Das jüdische Simon-Wiesenthal-Zentrum übt Kritik an den französischen Geheimdiensten. Die Vorgänge der vergangenen Tage seien ein «Desaster» für die Dienste, sagte der Direktor des Zentrums, Marvin Hier. Im Hinblick auf die Rückkehrer, die in Krisengebieten an der Seite radikaler Islamisten kämpften, sagte Hier, die Behörden müssten «eindeutig mehr unternehmen, um zu wissen, wer ins Land einreist».
3:49
Al Kaida droht Frankreich mit weiteren Anschlägen
Am Freitag ist eine Rede eines angeblichen Vertreters der Terrorgruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) aufgetaucht. Dieser droht Frankreich weitere Anschläge an.
«Ihr werdet nicht mit Sicherheit gesegnet sein, so lange ihr Allah, seinen Verkünder und die Gläubigen bekämpft», sagte der ranghohe AQAP-Vertreter gemäss der Dschihad-Beobachtungsplattform SITE. Die Plattform aus den USA berief sich auf eine per Video verbreitete Rede von Harith bin Ghasi al-Nadhari. Dieser soll einer der wichtigsten Glaubenshüter der Gruppe sein.
Die Verantwortung für den Anschlag auf «Charlie Hebdo» wurde in der Botschaft allerdings nicht übernommen. Ihre Echtheit war zunächst nicht überprüfbar.
3:27
USA rufen Bürger zu erhöhter Vorsicht auf
Die US-Regierung hat ihre Bürger in aller Welt nach den Anschlägen in Frankreich dazu aufgerufen, wachsam zu sein. «Jüngste Terrorattacken, seien sie von jenen mit Verbindungen zu Terrororganisationen, von Nachahmern oder einzelnen Tätern, sind eine Erinnerung daran, dass US-Bürger ein hohes Mass an Wachsamkeit aufrechterhalten müssen», teilte das US-Aussenministerium mit.
Amerikaner im In- und Ausland müssten «angemessene Schritte unternehmen, um ihr Sicherheitsbewusstsein zu erhöhen».
2:20
Geiselnehmer in Montpellier ergibt sich
Der Mann, der zwei Frauen in einer Bijouterie im südfranzösischen Montpellier als Geiseln genommen hatte, hat sich ergeben. Die Frauen wurden freigelassen. Zwischen dieser Geiselnahme und den Bluttaten in Paris und Dammartin-en-Goële besteht offenbar kein Zusammenhang.
1:49
Staatsanwaltschaft: Said Kouachis ID lag im Auto
Die Staatsanwaltschaft hat bei der Pressekonferenz bestätigt, dass im Citroën C3 tatsächlich eine auf den Namen Said Kouachi ausgestellte Identitätskarte gefunden wurde. Dieser Umstand hatte Verschwörungstheorien über eine False-Flag-Operation befeuert, die kurz nach dem Anschlag im Web zu kursieren begannen.
Die Staatsanwaltschaft teilte auch mit, auf einem Molotov-Cocktail sei ein Fingerabdruck von Chérif Kouachi gefunden worden.
1:28
Coulibalys Waffenarsenal
Im jüdischen Lebensmittelgeschäft, in dem Amedy Coulibaly seine Geiseln nahm, wurden laut LeMonde.fr folgende Waffen gefunden:
- 2 russische Tokaref-Handfeuerwaffen Kaliber 9mm
- 2 Sturmgewehre des Typs Kalaschnikow
- 1 Weste mit Munition und einem Messer
- Sprengstäbe mit Zünder für zivile Zwecke, die als Sprengfallen verwendet wurden
23:52
Aufnahmen vom Zugriff auf die Druckerei
Wobei die Umschreibung «Zugriff» offenbar den Tatsachen nicht ganz gerecht wird. Die Brüder Kouachi waren offenbar ins Freie gestürmt und hatten das Feuer auf die Einsatzkräfte eröffnet. Diese erwiderten und trafen die Brüder tödlich.
23:48
Tragen Medien Schuld an langer Flucht?
Staatsanwalt Molins zur Rolle der Medien: «Dass man bereits am Mittwochabend die Identität der beiden «Charlie Hebdo»-Attentäter enthüllt hat, hat uns die Möglichkeit eines Überraschungszugriffs genommen.»
23:43
Morgendliche Schiesserei mit Folgen
Offenbar waren die Kouchi-Brüder nach dem neuerlichen Überfall auf einen Automobilisten auf eine Patrouille der Gendarmerie gestossen. Es kam zu einem Schusswechsel mit Folgen. Die Beifahrer-Türe wurde durchlöchert (siehe Tweet), einer der Brüder verletzte sich am Hals.

23:37
Sprengfallen, da wie dort
«Die Brüder Kouachi hatten die Druckerei mit Sprengfallen ausgestattet», sagt der Staatsanwalt. Und weiter zur Geiselnahme im jüdischen Supermarkt in Vincennes: Amedy Coulibaly hat die vier Geiseln bereits vor unserem Zugriff ermordet. Er selber wurde – das wusste man längst, die Red. – bei der Stürmung erschossen. Dagegen wurden vier Personen verletzt. In den Verkaufsräumlichkeiten wurde insgesamt ein Dutzend Sprengkörper entdeckt.
23:31
Attentäter waren ins Freie gestürmt
Der Staatsanwalt: «Heute Morgen sind die beiden Kouachi-Brüder zu Fuss aus einem Wald gekommen und haben einen Autofahrer überfallen und ihm das Fahrzeug abgeknöpft. Said Kouachi (der jüngere der beiden ...) zog sich bei einem kurzen Rencontre mit der Polizei eine Verletzung am Hals zu. Die Brüder verschanzten sich in einer Druckerei und nahmen eine Geisel. Bereits um 10.20 Uhr war der Betreiber der Druckerei frei. Wie der Druckerei-Betreiber der Polizei mitteilen konnte, waren die Brüder zwar schwer bewaffnet, aber Said Kouachi offenbar schwerer verletzt als bis dato angenommen.»
Die Staatsanwaltschaft bestätigt Meldungen, wonach die angebliche Geisel der Attentäter unbemerkt geblieben war. Er hatte sich unter einem Spülbecken versteckt.
Dann: «Kurz vor zwölf Uhr versuchte die Polizei Kontakt mit den Brüdern aufzunehmen – vergeblich. Um 13.45 Uhr betrat ein bewaffneter Mann den jüdischen Supermarkt in Vincennes. Schnell konnten wir ihn als Amedy Coulibaly identifizieren.»
Zum Showdown in der Druckerei kam es um 17.00 Uhr: «Die Tür der Druckerei öffnete sich einen Spalt, worauf die beiden Brüder plötzlich ins Freie stürmten und auf die Einsatzkräfte zu schiessen begannen. Sie wurden erschossen.»
23:13
Zwei Personen fälschlicherweise verhaftet
Laut dem Staatsanwalt sind gestern im Zusammenhang mit dem Mord an einer Polizistin in Montrouge – der wohl auf das Konto des Supermarkt-Geiselnehmers geht – zwei Personen zu Unrecht verdächtigt und verhaftet worden.
23:10
Ehefrau eines Attentäters verhaftet
Der Staatsanwalt: «Die Ehefrau einer der Brüder wurde verhaftet – und auch weitere Familienmitglieder wurden in Gewahrsam genommen».
23:06
Nie verurteilt, nie verurteilt
Der jüngere der beiden Kouachi-Brüder ist offenbar bislang nie wegen seiner islamistischen Umtriebe verurteilt, ja nicht einmal verhört worden. Das sagt der Staatsanwalt. Er tritt damit Meldungen entgegen, die das Gegenteil behauptet hatten. Dagegen habe man gewusst, dass sich sein älterer Bruder Chérif 2011 im Jemen aufgehalten habe.
23:04
Insgesamt schon 16 Verhaftungen
Im Zusammenhang mit den Attentaten haben die Pariser Behörden insgesamt 16 Personen festgenommen. Noch gestern hatte der zuständige Staatsanwalt – der in diesen Minuten übrigens über die Ermittlungen informiert – erst neun Ingewahrsamen vermeldet.
22:56
Supermarkt-Geiselnehmer hatte Sprengstoff bei sich
Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, hatte Supermarkt-Geiselnehmer Amedy Coulibaly «einen oder mehrere Säcke mit Sprengstoff» bei sich. Offenbar sei er während der Schiesserei mit den Polizeikräften aber nicht dazu gekommen, ihn zu verwenden.
22:48
Amateurvideo zeigt den Zugriff
Der TV-Sender «France 2» hat Videoaufnahmen eines Anwohners veröffentlicht. Der Amateurfilmer hat den Zugriff der RAID-Spezialeinheit auf den Geiselnehmer im jüdischen Supermarkt mit der Kamera festgehalten. Zu sehen ist, wie zunächst das Gittertor zum Geschäft geöffnet wird, dann kommt es zum Schusswechsel. Nachdem der Mann ganz offenbar ausser Gefecht gesetzt ist, setzen die Polizisten zum Sturm an. Geiseln werden befreit, ein Leiche wird aus dem Lokal getragen.

Achtung: Die Bilder könnten sensiblen Gemütern zusetzen.

Exclusif France 2 : les images du face-à-face... von francetvinfo
22:00
War die Terrorkomplizin gar nicht im Supermarkt?
Rund um die mutmassliche Terrorkomplizin Hayat Boumeddiene, die dem Supermarkt-Geiselnehmer bei der gestrigen Ermordung einer Polizistin beigestanden haben soll, ranken sich die abenteuerlichsten Gerüchte. Jenes, wonach sie ebenfalls im Supermarkt gewesen und in der allgemeinen Verwirrung nach der Stürmung für eine Geisel gehalten und entkommen sein soll, hat sich offenbar nicht bestätigt. Das berichtet zumindest «Le Monde». Demnach soll die Frau gar nicht in Vincennes gewesen sein. Fakt ist aber: Mit Hochdruck wird weiter nach ihr gefandet. Auch das FBI hat vor wenigen Stunden ihr Fandungsprofil veröffentlicht:
21:38
Deutlich mehr Geiseln im Supermarkt als angenommen
Aus dem jüdischen Supermarkt in Vincennes seien 15 Geiseln gerettet worden, vier wurden getötet. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf die israelische Regierung. Auch Reuters berichtet von vier toten Geiseln. Die Agentur beruft sich auf den französischen Präsidenten. Zuvor wurde auf den Social-Media-Kanälen und in den Medien lange Zeit von 6 Geiseln ausgegangen.
21:30
«Wir sind die Verteidiger des Propheten»
Offenbar am Nachmittag hatten die beiden «Charlie Hebdo»-Attentäter Kontakt aufgenommen mit dem BFM-TV-Reporter Igor Sahirizum. Im zweiminütigen Gespräch eröffneten sie ihm: «Wir sind die Verteidiger des Propheten». Sie hätten die Redaktoren und Karikaturisten nicht als Zivilisten betrachtet, sondern als «Ziele».
21:09
Geiselnahme in Montpellier noch nicht beendet

21:05
Hollande warnt vor anhaltender Bedrohung für Frankreich
Auch nach der Tötung von drei Attentätern in Frankreich besteht die islamistische Bedrohung für das Land nach den Worten von Präsident François Hollande fort. «Ich rufe Sie zur Wachsamkeit auf», sagte der Staatschef am Freitagabend in einer Fernsehansprache in Paris.

Zugleich appellierte Hollande an die Franzosen, «Einigkeit» im Kampf gegen Intoleranz zu zeigen. Er werde am Sonntag an dem grossen «republikanischen Marsch» in Paris zum Gedenken an die Opfer der islamistischen Attacken teilnehmen.

Hollande rief alle Franzosen dazu auf, sich den Demonstrationen am Sonntag anzuschliessen und für «Demokratie, Freiheit, Pluralismus» einzustehen. Die Franzosen dürften sich nicht «auseinanderdividieren» lassen. (sda/tat)
20:41
Sommaruga am Trauermarsch in Paris
Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga wird am Sonntag am Trauer- und Protestmarsch in Paris teilnehmen. Das hat Bundesrats-Sprecher André Simonazzi via Twitter mitgeteilt.


Sie reiht sich ein in einen illustren Kreis aus Europas Polit-Elite. Ebenfalls am Sonntag in Paris sein werden:
Angela Merkel, Bundeskanzlerin Deutschland
Donald Tusk, EU-Ratspräsident
Jean-Claude Juncker, Präsident EU-Kommission
David Cameron, Premierminister Grossbritannien
Matteo Renzi, Ministerpräsident Italien
Mariano Rajoy, Ministerpräsident Spanien
Alexander Stubb, Premierminister Finnland
Xavier Bettel, Premierminister Luxemburg
20:39
Attentäterin weiter auf der Flucht
Hayat Boumeddiene, die mutmassliche Komplizin des Supermarkt-Attentäters Amedy Coulibaly, soll noch immer flüchtig sein. Laut CNN-Berichten zufolge könnte Boumeddiene nach dem Zugriff der Einsatzkräfte auf den Supermarkt entkommen sein. Sie wurde in diesem Moment von Einsatzkräften möglicherweise für eine Geisel gehalten haben. Dies könnte ihr zur Flucht verholfen haben.
20:37
«Es gibt ein Vorher und ein Nachher»
Frankreichs Premierminister Manuel Valls sagt: «Es gibt ein Vorher und ein Nachher. Diese Attacke ist schmerzhaft, aber Frankreich darf keine Angst haben. »
20:30
Ein falsch aufgelegter Telefonhörer half der Polizei
Offenbar ist dem Supermarkt-Geiselnehmer Amedy Coulibaly ein falsch aufgelegter Telefonhörer nach einem Gespräch zum Verhängnis geworden. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, hätten die in der Umgebung postierten Einsatzkommandos teilweise mithören können, was in den Räumlichkeiten des jüdischen Supermarkts vorgegangen sei. Das habe bei der Einschätzung der Lage geholfen.
20:26
Synagoge in Paris geschlossen

20:24 Uhr: Input von watson-Leserin frufru zu den Kommentaren
von frufru
20:20 Uhr: «Man hat Frankreich den Krieg erklärt»
von U. Tomaschett
Der französische Ex-Präsident Sarkozy äussert sich in einem Communiqué wie folgt zu den Anschlägen: «Man hat Frankreich den Krieg erklärt. Seinen Institutionen und der Republik, durch Barbaren, die selbst das Ideal der Zivilisation und die universellen Werten des Humanismus leugnen. Diese tragische Situation gebietet uns alle, die nationale Einheit zu respektieren.»
20:08
«Früher von Anwar al-Awlaki finanziert»
Chérif Kouachi, er ist der ältere der beiden Brüder und «Charlie Hebdo»-Attentäter, gab gemäss BFM-TV an, früher vom jemenitischen Iman Anwar al-Awlaki finanziert (und wohl auch ideologisch geschult) worden zu sein. Anwar al-Awlaki wurde 2011 von einer US-Drohne getötet. Er galt als Befehlshaber der Al-Kaida im Jemen.
19.57
Bekenntnis zu Al-Kaida und der Terrormiliz IS
Chérif Kouachi, einer der «Charlie Hebdo»-Attentäter soll vor seinem Tod gegenüber dem französischen Sender BFMTV gesagt haben, er und sein Bruder seien vom Al-Kaida-Ableger im Jemen zur Tat beaufragt und finanziert worden sein. Amedy Coulibaly, der Geiselnehmer im jüdischen Supermarkt, sagte ebenfalls zu BFMTV, er gehöre zur Terrormiliz IS. Mit den beiden anderen Attentätern habe er sich abgesprochen: «Sie Charlie Hebdo, ich die Polizisten».
19:48
«Charlie Hebdo»-Redaktion arbeitet wieder
Gestern schon gab die «Charlie Hebdo»-Redaktion bekannt, eine Einladung der «La Libération» , in deren Redaktionsräumen weiterzuarbeiten, anzunehmen. Heute haben die Redaktoren und Karikaturisten die Arbeit bereits wieder aufgenommen.
19:28
Kein Zusammenhang von Geiselnahme in Montpellier
Zur aktuellen Geiselnahme in Montpellier, die sich gegen 17.30 Uhr in einem Juweliergeschäft in Montpellier ereignet, erklärte Staatsanwalt Christophe Barret gegenüber Medien, die Tat habe keinerlei Zusammenhang mit den Geiselnahmen islamistischer Angreifer in Paris und im Norden der französischen Hauptstadt.
19:19 Uhr: Europas Politeliten kommen nach Paris
von U. Tomaschett
Der britische Premierminister David Cameron, der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy und EU-Ratspräsident Donald Tusk hatten ihre Teilnahme am grossen Trauer- und Protestumzug am Sonntag in Paris bereits angekündigt, jetzt haben auch Italiens Ministerpräsident Renzi (siehe Tweet) und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ihr Kommen bestätigt.

19:00
Innenminister dankt Polizisten
Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve hat sich noch am Tatort des koscheren Supermarkts bei Beamten der Antiterroreinheiten persönlich für ihren Einsatz bedankt.
18:55
Spezialeinheiten treffen in Montpellier ein
Ein bewaffneter Mann hat in einer Bijouterie in der Innenstadt von Montpellier mindestens eine Person als Geiseln genommen. Die Spezialeinheit GIPN ist am Tatort eingetroffen.

18:47
Warten auf weitere Informationen
Während aus der französischen Stadt Montpellier nach und nach Fotos über die Sozialen Medien geteilt werden, wonach offenbar wirklich ein Polizeieinsatz durchgeführt wird, fehlen aus Versailles jegliche Informationen. Update folgt …
18:39
Offenbar auch in Versailles Alarm
Gemäss unbestätigten Medienberichten ist nun auch in Versailles Alarm ausgebrochen. Update folgt …

18:33
Unklare Situation in Montpellier
Nur wenige Minuten nach der Beendigung der Geiselnahmen in Paris und Dammartin hat sich in der südfranzösischen Stadt Montpellier angeblich eine weitere Geiselnahme ereignet, diese Mal in einem Juweliergeschäft. Dies berichtet Russia Today. Es gibt auf Twitter allerdings auch Stimmen, die von einem Überfall sprechen.
18:27 Berichte über eine Geiselnahme in Montpellier
von Adrian Eng

18:25
Video: Hier stürmt die Antiterroreinheit
18:19
Paris: Fünf Tote, vier Schwerverletzte
Fünf Menschen, darunter der Geiselnehmer, kamen bei der Erstürmung des Lebensmittelgeschäfts ums Leben, vier wurden schwer verletzt. Das berichtet Le Parisien.
18:11
Mehr Geiseln im koscheren Lebensmittelgeschäft, als angenommen
Laut Informationen von 20minutes.fr befanden sich in dem koscheren Lebensmittelgeschäft mehr Geiseln, als zunächst angenommen. Sie blieben vom Geiselnehmer unbemerkt und konnten die Polizei kontaktieren.
18:07 Hayat Boumedienne geflohen
von Petar Marjanović
Die zweite Verdächtige bei der Geiselnahme in Paris – Hayat Boumedienne – ist nach Angaben der Polizei geflohen. Ob sie mit der Geiselnahme tatsächlich in Verbindung steht, ist nach wie vor unklar.

18:01
Vier Geiseln bei Stürmung in Paris getötet
Dies schreibt die französische Nachrichtenagentur AFP.

18:00
Video der Erstürmung
17:51
Hier stürmt die Polizei den Lebensmittelladen in Paris

17:41
Paris: Sirenengeheul, Krankenwagen
Vor dem koscheren Lebensmittelladen im Osten Paris sind zahlreiche Krankenwagen zu sehen, Sirenen ertönten pausenlos, Polizisten stehen vor dem Eingang zum Laden.
France Newspaper Attack
17:38
Vier Polizisten verletzt
Le Parisien berichtet, dass bei dem Einsatz im Osten Paris' vier Polizisten verletzt wurden.
17:35
Wurden alle Geiseln gerettet?
Der Fernsehsender France 24 meldet, dass alle Geiseln – sowohl die sechs in Paris, als auch die in Dammartin – in Sicherheit sind. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus.

17:32
Wer schoss zuerst?
Erfolgte der Zugriff in Dammartin erst, als die Attentäter das Feuer auf die Polizisten eröffnete? Ein Tweet der Nachrichtenagentur AFP legt diese Theorie zumindest nahe.
17:26
Attentäter in Paris angeblich getötet – mehrere Geiseln in Paris in Sicherheit gebracht.
In Paris wurde der Attentäter angeblich bei dem Zugriff der Eliteeinheiten getötet. Mehrere Geiseln wurden in Sicherheit gebracht.
17:21
Geisel in Dammartin in Sicherheit
Die Geisel in Dammartin wurde laut Informationen von AFP in Sicherheit gebracht.
17:17
Charlie-Hebdo-Attentäter angeblich getötet
Die Nachrichtenagentur AFP berichtet auf Twitter, dass die Charlie-Hebdo-Attentäter in Dammartin-en-Goële bei dem Zugriff der Polizei getötet wurden.
17:14
Polizei stürmt Lebensmittelladen in Paris
Bei dem Zugriff der Polizei auf den Lebensmittelladen in Paris waren Schüsse und mehrere Explosionen zu hören, wie verschiedene Reporter vor Ort berichteten.
17:10
Rauch steigt auf
Rauch steigt aus der Druckerei auf, wo sich die Kouachi-Brüder verschanzt haben. Die beiden Attentäter hatten zuvor erklärt, als Märtyrer sterben zu wollen.
17:08
Explosionen, Feuer
Die Polizei hat die mutmasslichen «Charlie-Hebdo»-Attentäter in der Druckerei nördlich von Paris angegriffen. Das berichten französische Medien übereinstimmend unter Berufung auf Polizeiquellen.

Elite-Polizisten starteten am Freitagnachmittag einen Einsatz zur Beendigung der Geiselnahme nordöstlich von Paris. Explosionen waren in der Nähe der Druckerei in dem Ort Dammartin-en-Goële zu hören, wo die beiden Hauptverdächtigen des Anschlags auf die Satirezeitung «Charlie Hebdo» mindestens eine Geisel genommen haben sollen. Ermittlerkreise sprachen von einem Zugriff der Elite-Einheit GIGN.

17:06
Starke Explosionen zu hören
Der Fernsehsender France24 berichtet in seiner Livesendung von starken Explosionen. Ein Helikopter kreist nach wie vor über dem Gebäude.
17:04
In Dammartin erfolgt der Zugriff: Schüsse sind zu hören, Rauch steigt auf
Die Lage in der Ortschaft Dammartin, wo sich die beiden Charlie-Hebdo-Attentäter befinden, scheint sich zuzuspitzen. Die Polizei stürmt allem Anschein nach die Druckerei, wo sich die Koachi-Brüder verschanzen.
16:59 Geiselnehmer waren schon früher einmal im Fokus der Sicherheitsbehörden
Der Supermarkt-Geiselnehmer, Amedy Coulibaly, soll bereits 2010 in den Händen einer französischen Anti-Terroreinheit gewesen sein. Das melden mehrere französische Medien.
16:22
Dammartin-en-Goële gleicht einem Kriegsgebiet
Die Situation in Dammartin-en-Goële präsentiert sich unverändert. Die Polizei ist mit einem Grossaufgebot vor Ort und hat das Gebäude, wo sich die zwei Charlie-Hebdo-Attentäter mutmasslich aufhalten, umstellt. Scharfschützen sind rund um die Druckerei postiert, Helikopter kreisen um das Gebäude. Die Ortschaft gleiche «einem Kriegsgebiet», so AFP.

16:18
Jüdische Geschäfte werden geschlossen
Die Polizei hat laut übereinstimmenden Medienberichten die Schliessung jüdischer Geschäfte im Marais angeordnet. Das Viertel ist bekannt für seine zahlreichen jüdischen Geschäfte und Einrichtungen.
16:00
Treffen zwischen Merkel und Hollande verschoben
Ein Treffen zwischen Francois Hollande und Angela Merkel, das für kommenden Sonntag anberaumt war, wird laut Informationen von AFP verschoben. Ob die Entscheidung im Zusammenhang mit den Attentaten in Frankreich steht, ist bislang nicht bekannt.
15:56
WEF verschärft Sicherheitsvorkehrungen nicht
In knapp zwei Wochen beginnt das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Der Graubündner Ferienort gleicht während dieser Zeit einer Festung. Trotz der Terroranschläge in Paris muss das Sicherheitsdispositiv darum nicht verschärft werden.

Derzeit gebe es keine Hinweise für eine konkrete Bedrohung, sagte Thomas Hobi von der Kantonspolizei Graubünden auf Anfrage. Eine Änderung des Dispositivs sei daher nicht nötig. «Sollte sich diese Beurteilung in den nächsten Tagen ändern, wären Anpassungen immer noch möglich», sagte Hobi. (sda)
15:48
Bild: In diesem Geschäft werden die sechs Geiseln festgehalten
15:42
Porte de Vincennes: Anwohner evakuiert
Polizisten evakuieren Anwohner im Umkreis der Porte de Vincennes, wo ein bewaffneter Mann mindestens sechs Personen in einem Lebensmittelgeschäft festhält.
15:41
Was darf Satire? – Alles.
Die bekannte Regel, wonach Satire «alles darf», wurde vom deutschen Journalisten und Schriftsteller Kurt Tucholsky erfunden. Er wäre heute 125 Jahre alt geworden.

15:39
Front National am Gedenkmarsch unerwünscht
Die rechtsextreme Partei Front National (FN) bleibt von dem Gedenkmarsch für die Opfer des Anschlags auf «Charlie Hebdo» am Sonntag ausgeschlossen. Der Marsch soll die zwölf Todesopfer des Angriffs auf das Sartire-Magazin «Charlie Hebdo» würdigen. Zugleich will Frankreich damit seine Geschlossenheit demonstrieren.

Sie habe bei einem Treffen mit Staatspräsident François Hollande am Freitag «keine klare Aufhebung eines Verbots» erwirken können, sagte FN-Chefin Marine Le Pen am Mittag. Sie bedauere dies, fügte sie hinzu, und warf Hollandes Sozialisten und der Zentrumspartei UDI «Sektierertum» vor. Beide würden sich gegen eine Einladung der FN zu dem «Republikanischen Marsch» stellen.

Zu dem Protest- und Gedenkmarsch werden am Sonntagnachmittag hunderttausende Menschen in Paris erwartet. Neben den meisten Parteien und Gewerkschaften haben auch Menschenrechtsorganisationen zur Teilnahme aufgerufen.

Auch wenn die rechtsextreme Partei nicht offiziell eingeladen ist, unter ihrem Parteibanner mitzumarschieren, bleibt ihren Mitgliedern die Teilnahme offen. «Alle Bürger können zu Demonstrationen kommen», sagte Hollande nach dem Treffen mit Le Pen. «Es ist ihre Entscheidung.» (pma/sda/afp)
15:35
Paris-Geiselnehmer fordert freies Geleit für Charlie-Hebdo-Attentäter
RTL France meldet, dass der Geiselnehmer im Osten von Paris freies Geleit für die beiden eingekreisten Charlie-Hebdo-Attentäter fordert.
15:33 Uhr: Hunderte Muslime in Strasbourg reagieren auf die Attacken in Frankreich
von WStern
Hunderte von Muslimen versammeln sich vor einer Moschee in Strasbourg, um der Opfer von Charlie Hebdo zu gedenken.

15:32
Hisbollah-Chef bezeichnet Attentate als «unmenschlich»
Der Generalsekretär der schiitischen Hisbollah-Organisation, Hassan Nasrallah, äusserte sich in einem Video zu den Attacken rund um #CharlieHebdo. Er verurteilte die Taten und bezeichnete die Taten als «unmenschlich».

15:22
Entwarnung beim Trocadéro-Platz
Es gibt nun offizielle Entwarnung. Die Polizei sei vor Ort gewesen und habe den Platz geräumt. Es handlete sich dabei jedoch um einen Fehlalarm.

15:19
Alarm beim Trocadéro-Platz?
Beim Trocadéro-Platz, unweit vom Eifelturm, soll es einen weiteren Alarm geben. Unbestätigte Aussagen sprechen von Schüssen. Andere, bisher unbestätigte Meldungen sprechen von einem Fehlalarm, stützend auf Aussagen des Innenministeriums. Update folgt…
15:18
Beide Geiselnehmer «kennen» sich
Der Mann, der für die Geiselnahme im Osten von Paris verantwortlich sein soll, soll Mitglied der selben Dschihadisten-Gruppe sein wie die beiden Attentäter («Kouachi Brüder»), die am Mittwoch in der «Charlie Hebdo»-Redaktion zwölf Person ermordeten. Dies schreiben mehrere Nachrichtenagenturen und beziehen sich dabei auf Aussagen der Polizei.
15:17 Uhr: Situationserklärung
von WStern
15:02
Widersprüchliche Angaben zu Opfern im Osten von Paris
Le Monde dementiert, dass es bei der Geiselnahme im Osten von Paris Tote gegeben hat und bezieht sich dabei auf Informationen der französischen Polizei. Tages-Anzeiger widerspricht, unter Berufung auf das französische Innenministerium, ebenfalls ursprünglichen Berichten, wonach zwei Personen getötet worden waren.
14:55
Dammartin-en-Goële: Schulkinder werden evakuiert
Schulkinder in der Gemeinde Dammartin-en-Goële, wo sich die Charlie-Hebdo-Attentäter in einer Druckerei verschanzt haben, werden unter Polizeischutz mit Bussen evakuiert.
14:48
Französische Polizei sieht Zusammenhang zwischen beiden Attentaten

14:34
Video: Antiterroreinheiten im Osten von Paris
14:29
Ladenbesitzer riegeln Geschäfte ab
Ladenbesitzer rund um Porte de Vincennes werden von der Polizei aufgefordert, ihre Geschäfte zu schliessen.
14:25
Mindestens zwei Tote im Osten von Paris
Die Nachrichtenagentur AFP meldet, dass mindestens zwei Personen bei der Schiesserei nahe der Metrostation Porte de Vincennes ums Leben gekommen sind. Über die Identität der Opfer besteht Unklarheit.

Was bisher geschah (14:17 Uhr)
von WStern
Frankreich wird in diesen Minuten von zwei Geiselnahmen erschüttert. In Dammartin-en-Goële verschanzen sich die zwei Attentäter von Charlie Hebdo in einer Druckerei, über die Anzahl der Geiseln besteht Unklarheit. Mehrere tausend Polizisten haben das Dorf im Nordosten von Paris weiträumig abgeriegelt.

Gleichzeitig kam es um ca. 13 Uhr bei der Metrostation Porte de Vincennes in Paris zu einer Schiesserei. Ein einzelner Täter, bewaffnet mit Schnellfeuergewehren, soll in einem koscheren Lebensmittelgeschäft das Feuer eröffnet haben. Verschiedene Medien spekulieren, dass es sich beim Attentäter um den Todesschützen von Montrouge handelt. Fünf Personen, darunter auch Kinder, sollen sich in der Gewalt des Schützen befinden. Die Polizei ist mit einem Grossaufgebot vor Ort.
14:07
Paris: Kinder unter den Geiseln
Focus berichtet, dass sich unter den fünf Geiseln in einem koscheren Lebensmittelgeschäft auch Kinder befinden sollen.
13:59
Überfall auf koscheren Supermarkt in Paris: Mindestens fünf Geiseln

13:39
Paris: Mindestens eine Person verletzt

Wie die französische Nachrichten Agentur AFP berichtet, häufen sich die Vermutungen, dass es sich beim Schützen im Osten von Paris um denselben Schützen wie in Montrouge handle. Bei der jüngsten Schiesserei bei der Metrostation Porte de Vincennes wurde mindestens eine Person verletzt.





13:27
Schiesserei in einem jüdischen Lebensmittelgeschäft in Paris
Gegen 13 Uhr sei es in Paris, bei der Metrostation Porte de Vincennes, zu einer weiteren Schiesserei gekommen. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, seien die Schüsse in einem jüdischen Lebensmittelgeschäft abgefeuert worden. «Le Figaro» berichtet weiter, dass es eine Geiselnahme gegeben habe. Verdächtigt wird der Schütze von Montrouge. Die Polizei hat das Gebiet um die Porte Vincennes weiträumig abgeriegelt.



13:22
Foto aus Krisenstab getwittert
Frankreichs Präsident Hollande ist zur Zeit mit Vertretern der Armee und der Polizei an einer Krisenstabssitzung.

13:19
Schulen werden evakuiert
Die Schüler, die heute früh zur Schule gingen, werden seit einigen Stunden geschützt. Wie Twitter-User @juliettedemey berichtet, wurden die Schüler nun unter Polizeischutz evakuiert.

13:00
IS-Miliz kündigt nach Anschlag von Paris weitere Terrorangriffe an
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Anschlag auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» als Start einer grösseren Terrorkampagne mit weiteren Angriffen in Europa und den USA bezeichnet.

«Wir haben mit der Operation in Frankreich begonnen, für die wir die Verantwortung übernehmen», sagte der IS-Prediger Abu Saad al-Ansari nach Angaben von Anwesenden beim Freitagsgebet in einer Moschee der nordirakischen Stadt Mossul.

«Morgen werden es Grossbritannien, die USA und andere sein.»

Die Drohung gelte für alle Länder des Bündnisses, das Luftangriffe auf die IS-Miliz fliege.

Beim Attentat auf die Redaktionsräume des Satire-Magazins «Charlie Hebdo» in Paris mit zwölf Toten hatten die Terroristen am Mittwoch behauptet, zu Al-Kaida zu gehören. Als sie um sich schossen riefen die Männer zudem «Allah ist gross» und «Wir haben den Propheten gerächt». (sda/dpa/afp/reu)
12:45
Attentäter wollen als «Märtyrer» sterben

Verwechslungsgefahr Terrorist/Muslim
von jhuesser
.
Situationskarte
von WStern
Karte von AFP
Was bisher geschah (12:15 Uhr)
Nachdem sich am frühen Freitagmorgen auf einer Autobahn im Nordosten von Paris ein Schusswechsel ereignete, wurde bald klar, dass es sich bei den Tätern um die mutmasslichen Verantwortlichen des Anschlags in der «Charlie Hebdo» handelt. Mit einem gestohlenen Fahrzeug flüchteten die Brüder Kouachi in eine Druckerei in der Kleinstadt Damartin-en-Goële, wo sie sich seit einigen Stunden mit Geiseln verschanzt haben. Bisher ist unklar, wie viele Geiseln es sind.

Die Gendarmerie ist mit Spezialeinheiten vor Ort. Verschiedene Medien sprechen von insgesamt 1000 Polizisten. Die gesamte Kleinstadt ist abgesperrt. Medien kommen zur Zeit nur schwer an Informationen.

In einer Ansprache rief der französische Präsident François Hollande kurz vor Mittag zum Zusammenhalt auf. Man werde alles unternehmen, um die Attentäter zu fassen. (pma)

12:22 Uhr: Behörden fordern Einwohner auf, zu Hause zu bleiben
von WStern
Die Behörden von Dammartin-en-Goële fordern auf ihrer Homepage die Einwohner auf, in ihren Häusern zu bleiben. Die Kinder, die sich in der Schule befänden, seien dort in Sicherheit.
12:21 Uhr: «Charlie Hebdo» wird Ehrenbürger von Paris
von Rafaela Roth
Die Bürgermeisterin Anne Hidalgo verleiht «Charlie Hebdo» die Ehrenbürgerschaft der Stadt Paris.


12:18 Uhr: Zusammenhang Kouachi/Mord an Polizistin
von Daria Wild
«Le Point» stellt erstmals einen Zusammenhang zwischen dem Attentat und dem Mord an einer Polizistin in Montrouge her: So soll der Täter die beiden gekannt haben und in dieselbe «Dschihadisten-Schule» gegangen sein wie die Kouachi-Brüder. Von ihnen ist bekannt, dass sie 2004 auf den radikalislamischen Farid Benyettou trafen und dessen Schüler wurden. Benyettou, selbsternannter Imam und Salafist, soll zwischen 2003 und 2005 zehn junge muslimische Franzosen in den Irak geschickt haben. Er wurde damals zu sechs Jahren Haft verurteilt.
11:59 Uhr: Panzer in Dammartin gesichtet
von WStern
Ein Panzer wurde in der Nähe einer Strassensperre vor Dammartin gesichtet. Dies meldet der Telegraph. Ob der Panzer im Zusammenhang mit der Geiselnahme steht, ist unklar.

11:52 Uhr: Flugverkehr in Paris gestört
von WStern
Wegen der Geiselnahme durch zwei mutmasslich islamistische Attentäter in der Nähe des Pariser Flughafens Charles de Gaulle werden eine Reihe von Flügen umgeleitet. Mindestens zwei Flugzeuge mussten bei der Landung durchstarten.

«Aus Vorsicht» würden die Flugzeuge nicht mehr auf der Nordpiste des Flughafens landen, sondern auf der Südpiste, sagte ein Flughafensprecher am Freitag. «Die Starts werden hingegen auf der Nordpiste in der Nähe von Dammartin aufrechterhalten.» (sda)
11:39 Uhr: Offenbar Scharfschützen in Stellung gebracht
von WStern
Unbestätigten Berichten zufolge haben sich Scharfschützen rund um die Druckerei in Stellung gebracht.

11:28
Hollande ruft zum Zusammenhalt auf
François Hollande:
«Wir haben die Fähigkeit zusammen zustehen.»
In seiner Ansprache hat sich Frankreichs Präsident auch zur Kundgebung am Sonntag geäussert, bei der es unklar war, ob die Präsenz der rechtspopulistischen Front National erwünscht sei.
11:22 Uhr: Hollande: «Wir wissen nicht, ob es einen Zusammenhang gibt»
von Daria Wild
Französischer Präsident François Hollande: Im Moment wissen wir nicht, ob ein Zusammenhang zwischen dem Attentat auf Charlie Hebdo und dem erschossenen Polizisten in Montrouge gibt. Wir sind daran, Informationen zu sammeln.

11:15 Uhr: Aufnahme zeigt Polizei und Journalisten
von WStern
11:10
Helikopter am Boden
Wie TV-Bilder von «France 24» zeigen, kreisen die Helikopter nicht mehr über dem Industrieareal. Das bestätigt auch eine unmittelbare Anwohnerin.

Screenshot: «France 24»
11:00
Gleich spricht François Hollande
Um 11 Uhr wurde eine Ansprache des französischen Präsidenten François Hollande angekündigt. Der TV-Sender «France 24» (Livestream oben) wird die Ansprache live zeigen.
10:53 Uhr: «Frankreich befindet sich im Krieg mit dem Terrorismus, nicht mit einer Religion.»
von WStern

10:47 Uhr: Der mögliche Verlauf der Flucht
von WStern
Anwohner sagen gegenüber dem Independent-Reporter John Lichfield, dass die zwei Brüder heute Morgen um 8 Uhr nahe Crepy-en-Valois einen grauen Peugeot entwendet hätten. Die flüchtigen Attentäter hätten die weibliche Fahrerin gezwungen auszusteigen, ihr aber keine Verletzungen zugefügt.

In der Folge schlug die Frau Alarm, die Polizei rückte mit einem Grossaufgebot aus. Nach einem Schusswechsel flohen die Brüder in eine Druckerei in Dammartin-en-Goële, wobei sie angeblich mindestens eine Geisel nahmen. Die Polizei riegelte die Ortschaft daraufhin weiträumig ab.
10:42 Uhr: Création Tendance Découverte
von Daria Wild
Beim umstellten Gebäude in Dammartin-en-Goële handelt es sich um eine Fabrikhalle des Druckereiunternehmens Création Tendance Découverte (CTD). Es befindet sich rund 40 Kilometer nord-östlich von Paris, direkt neben der Autobahn.
10:33 Uhr: Primar- und Sekundarschule in unmittelbarer Nähe
von Daria Wild
Eine Primar- und eine Sekundarschule befinden sich in unmittelbarer Nähe zur umstellten Druckerei.

Karte: Le Monde/Google Maps
10:21
Flüge machen Umweg um Dammartin-en-Goële
Verschiedene Flugzeuge, die vom oder zum Pariser Flughafen Charles de Gaule fliegen, meiden zur Zeit den Flug über Dammartin-en-Goële. Dies berichtet die zivile Luftfahrtgesellschaft «Les Echos».

10:09
Polizei dementiert Tote
Wie «Le Figaro» berichtet, dementieren Polizei und Eliteeinheiten, dass es bei der Geiselnahmen bisher zu Toten gekommen sei. Auch fehlt bislang eine offizielle Bestätigung dafür, dass es zu Verletzten gekommen sei.
10:05
Polizei umstellt Druckerei

09:59
Polizei verhandelt mit Geiselnehmern
Die Spezialeinheit der französischen Polizei GIGN soll nach Angaben von «iTélé» Verhandlungen mit den Geiselnehmern eingeleitet haben.
09:57
Geiselnahme fordert angeblich zwei Tote und 20 Verletzte
Wie «Le Parisien» berichtet, sollen zwei Personen getötet und 20 verletzt worden sein. Andere Medien, wie «Le Figaro», sprechen lediglich von Verletzten.
09:50
Spezialeinheit im Einsatz
Die Brüder Kouachi, die für die Anschläge bei «Charlie Hebdo» verantwortlich sein sollen, haben sich in einer Druckerei zurückgezogen. Wie der Innenminister Bernard Cazeneuve gegenüber den französischen Medien sagt, habe man die Spezialeinheit der Polizei «GIGN» aufgeboten.

«Le GIGN se rend sur place et les opérations seront conduites dans les minutes qui viennent. La mobilisation est générale.»


09:43
Polizei bestätigt Geiselnahme in Dammartin-en-Goële
Wie «Le Monde» schreibt, hat die Polizei die Geiselnahme «in einer Firma» bestätigt. Man wisse noch nichts über die Anzahl der Geisel. «Le Parisien» bezeichnete die Firma als eine Druckerei.
09:41
3 Helikopter im Einsatz
Gemäss Augenzeugen befinden sich drei Helikopter der Polizei in der Umgebung von Dammartin-en-Goële im Einsatz. «Le Monde» berichtet zudem von Armeehelikoptern des Typs Puma.


09.38
Geiselnahme in einer Druckerei
Die Newsplattform «Le Parisien» berichtet, die beiden von der Polizei gejagten Verdächtigen hätten sich in Dammartin-en-Goële in einer Druckerei verschanzt und hätten mehrere Personen in ihrer Gewalt.


09:37 Uhr: Einwohner sollen Häuser nicht verlassen
von WStern
Die Einwohner von Dammartin-en-Goêle – einem kleinen Dorf nordöstlich von Paris – werden von der Polizei aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. Ein Radiohörer berichtet, dass die Einwohner auch aufgerufen wurden, die Fenster zu schliessen.

«Je travaille dans l'entrepôt Kuehne Nagel dans la zone industrielle. Il y a une demi heure à peu près j'ai entendu deux coups de feu et dans les cinq minutes il y avait toute la sécurité présente, les hélicoptères les policiers. On nous a interdit d'être près des fenêtres on doit rester à l'intérieur de l'entrepôt. Il n'y a plus aucun mouvement qui se fait ni pour entrer ni pour sortir.»

09:21
Polizei jagt zwei Verdächtige
Bei der Jagd nach den beiden Attentätern der Satire-Zeitung «Charlie Hebdo» hat es nordöstlich von Paris am Morgen Schüsse und eine Verfolgungsjagd gegeben. Zwei Verdächtige würden auf der Nationalstrasse 2 verfolgt, hiess es aus Ermittlerkreisen. Französische Medien wie RTL oder «Le Figaro» berichten von einer Geiselnahme. Die beiden Verdächtigen seien bewaffnet.


09:16
Schusswechsel
Laut dem französischen Fernsehsender RTL soll es auf Autobahn RN2 im Nordosten von Paris bei Dammartin-en-Goêle zu einem Schusswechsel gekommen sein. Wie «Le Parisien» schreibt wurde Minuten später ein Fahrzeug von zwei Männern gestohlen.

08:39
Verletzte immer noch im kritischen Zustand
Nach Berichten der französischen Zeitung «Le Monde» befinden sich vier beim Attentat verletzte Person noch immer in einem kritischen Zustand.
08:10
Mutmassliche Täter standen im Visier der USA
Laut CNN standen die beiden Brüder Chérif und Said Kouachi auch in den USA unter Terrorverdacht. Beide standen dem Fernsehsender zufolge auf der sogenannten «No-Fly-Liste», was ihnen Flüge in den USA untersagte.
08:06
Anti-Terror-Treffen geplant
Am kommenden Sonntag wollen sich führende Politiker der EU und den USA zu «Anti-Terror-Gesprächen» in Paris treffen. Mit dabei sollen der deutsche Bundesinnenminister Thomas de Maizière und US-Justizminister Eric Holder sein.
06:58
Zeitschrift der Überlebenden
Die «Charlie Hebdo»-Verantwortlichen bekräftigten früher gemachte Aussagen, wonach sie weitermachen wollten. Auf der Internetseite des Magazins ist eine grosse gezeichnete Faust zu sehen, die einen Zeichenstift umgreift. Daneben steht, die Kraft der Karikatur sei stärker als die «Barbarei».

Man wolle weitermachen, weil die Freiheit ein Grundrecht sei und viele Menschen sie unterstützten, heisst es. Die nächste Ausgabe der «Zeitschrift der Überlebenden» erscheine am kommenden Mittwoch. Zuvor war berichtet worden, die Ausgabe solle in einer Auflage von einer Million Exemplare erscheinen. Zuletzt hatte die Zeitschrift nur eine Auflage von mehreren Zehntausend Heften.

TURKEY FRANCE CHARLIE HEBDO ATTACK
06:44
Auch Guardian hilft
Die Solidarität spielt auch unter den Medien. Nach mehreren französischen Medien sagte auch die britische Guardian-Mediengruppe dem Satire-Magazin Hilfe zu. Wie der Chefredakteur des «Guardian» mitteilte, will das Unternehmen der Zeitschrift 100'000 Pfund spenden. Das Geld solle dazu dienen, «Charlie Hebdo» zu erhalten, schrieb Alan Rusbridger.
06:18
Neun Personen verhaftet
Trotz intensiver Suche sind die mutmasslichen Attentäter des Anschlags auf das Satiremagazins «Charlie Hebdo» bisher unauffindbar geblieben. Die Polizei nahm neun Personen aus dem Umfeld der Terroristen in Gewahrsam, wie Innenminister Bernard Cazeneuve bekanntgab.
05:48
Vive la France!
Nach dem Anschlag in Paris drückt US-Präsident Barack Obama den Franzosen sein Mitgefühl aus. Dazu schreibt er in ein Kondolenzbuch in der Botschaft des Landes in Washington: «Im Namen aller Amerikaner drücke ich den Menschen in Frankreich nach dem Terroranschlag in Paris unser aufrichtiges Beileid und tiefe Verbundenheit aus. Als jahrhundertealte Verbündete stehen wir zusammen mit unseren französischen Brüdern, um sicherzustellen, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wird und unsere Art zu leben geschützt wird. Wir gehen gemeinsam voran in dem Wissen, dass Terror nicht mit Freiheit und Idealen, für die wir einstehen, zueinanderpasst. Ideale, die die Welt zum Strahlen bringen. Vive la France! »

USA OBAMA
04:14
Warnung vor Anschlägen im Westen
Der Chef des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5, Andrew Parker, hat vor Anschlägen mit einer grossen Opferzahl in westlichen Ländern gewarnt. Eine Kerngruppe militanter Islamisten in Syrien, die Al-Kaida nahestehe, plane «Angriffe gegen den Westen», sagte er. Gemeinsam mit seinen Partnern tue Grossbritannien alles, um derartige Anschläge zu verhindern, sagte Parker vor Journalisten in London. «Wir wissen jedoch, dass wir nicht darauf hoffen können, alles zu stoppen.»

Britain Increased Threat

Besonders von Kämpfern, die aus Syrien in ihre Länder zurückkehrten und eine «verdrehte Ideologie mitbringen», gehe eine Gefahr aus, sagte Parker. Zwar sei die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die derzeit offensichtlichste Bedrohung, allerdings seien auch Kämpfer, die Al-Kaida nahestünden, weiterhin eine Gefahr, sagte er.
02:44
Licht aus beim Eiffelturm
In ganz Frankreich gab es am Tag der nationalen Trauer am Donnerstag eine Schweigeminute für die Opfer. Tausende gingen auf die Strassen und hielten Plakate mit dem Schriftzug «Je suis Charlie» (Ich bin Charlie) hoch. Die Glocken der Pariser Kathedrale Notre-Dame erklangen. Am Abend wurde das Licht am Eiffelturm ausgeschaltet.

FRANCE CHARLIE HEBDO ATTACK
02:38
Sondersitzung am Freitag
Die Regierung hatte landesweit 88'000 Einsatzkräfte mobilisiert, um die mit Kalaschnikow und Panzerfaust bewaffneten Attentäter zu fassen und weitere Terrorakte zu verhindern. Für Freitagmorgen (8.30 Uhr) hat Präsident François Hollande sein Krisenkabinett erneut zu einer Sondersitzung einberufen.



02:18
Suche im Wald unterbrochen
Die französische Polizei ist bei der Suche nach den beiden Verdächtigen in der Nacht nicht vorangekommen. Am späten Donnerstagabend brachen die Sicherheitskräfte eine Suchaktion in einem Waldstück in Nordfrankreich ergebnislos ab. Wie mehrere französische Medien berichteten, blieben einige Polizeieinheiten aber in der Region, die etwa 80 Kilometer von Paris entfernt liegt. Diese kontrollierten weiter Strassen und Häuser. Auch Helikopter waren im Einsatz.

FRANCE CHARLIE HEBDO ATTACK AFTERMATH
02:02
Keine Hinweise auf Auftrag
Die «New York Times» berichtete unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten US-Regierungsvertreter, dass einer der Brüder, Said Kouachi, im Jahr 2011 «ein paar Monate» im Jemen verbracht habe. Er habe dort von Mitgliedern des dortigen Ablegers des Terrornetzwerks Al-Kaida unter anderem Schiesstraining erhalten.

US-Geheimdienste untersuchen laut «New York Times», ob der Al-Kaida-Ableger den Anschlag von Paris ausdrücklich angeordnet haben könnte. Bislang gebe es aber keine Hinweise, dass die beiden Attentäter einen solchen Auftrag bekommen hätten oder einer Al-Kaida-Zelle in Frankreich angehörten.

Allerdings habe ein von der Gruppierung herausgegebenes Propaganda-Magazin im Jemen kürzlich zu Anschlägen auf Menschen im Westen aufgerufen, die den muslimischen Glauben verunglimpften. Auch der Chef des Satiremagazins «Charlie Hebdo» sei ausdrücklich genannt worden.

01:58
Verdächtige waren auf US-Terrorliste
Die beiden mutmasslichen Attentäter von Paris standen nach Angaben aus Washington als Verdächtige auf einer Terrorliste der USA. Auch auf einer Flugverbotsliste standen die Namen der Brüder nach Angaben eines Vertreters der Ordnungskräfte. Chérif und Said Kouachi hätten «seit Jahren» auf den Überwachungslisten des Landes figuriert, sagte der Vertreter, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag. Sie seien dort als Terrorverdächtige geführt worden. Den Brüdern war es verboten, in die USA zu fliegen.


FRANCE CHARLIE HEBDO ATTACK
01:24
Werbetour gestoppt
Der französische Skandal-Autor Michel Houellebecq setzt wegen des Anschlags auf die Satire-Zeitung «Charlie Hebdo» die Werbemassnahmen für sein neues Buch aus. Aus Trauer um seinen getöteten Freund Bernard Maris zieht er sich laut seinem Agenten vorübergehend zurück. Der bekannte Wirtschaftsjournalist Maris war wie elf weitere Menschen beim Attentat am Mittwoch in Paris erschossen worden. Houellebecq wolle Paris verlassen, wie sein Verlag am Donnerstag bestätigte.

FRANCE-ART/
01:02
UNO mit Schweigeminute
Nach dem Attentat auf «Charlie Hebdo» hat der UNO-Sicherheitsrat mit einer Schweigeminute am Donnerstag die Opfer gewürdigt. Der UNO-Botschafter von Chile, Cristián Barros Melet, sagte, der Rat sei angesichts des «unerträglichen Angriffs» in «tiefer Trauer». Dann erhoben sich die Vertreter der 15 Mitglieder des UNO-Gremiums und es wurde still im Sitzungssaal. Chile präsidiert derzeit den Sicherheitsrat.

Eine Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse finden sie im Text unten. Den Liveticker der letzten zwei Tagen können Sie hier nachlesen.

Stille Trauer und hektische Fahndung: Während die Franzosen eine Schweigeminute für die Opfer des Anschlags auf die Satire-Zeitschrift «Charlie Hebdo» einlegten, suchte die Polizei am Donnerstag, einen Tag nach dem mutmasslich islamistischen Angriff, weiterhin fieberhaft nach den Attentätern. 

Auch in der Nacht auf Freitag sollten Helikopter im Einsatz bleiben.  Die beiden Hauptverdächtigen wurden nach Angaben von Ermittlern in Nordfrankreich gesichtet. In dem Gebiet zog die Polizei Eliteeinheiten zusammen. In der Gegend von Villers-Côtterets im Département Aisne waren am Donnerstagnachmittag Beamte der Anti-Terror-Polizeieinheit RAID und der Gendarmerie-Sondereinheit GIGN im Einsatz. In der Region rund 80 Kilometer nordöstlich von Paris sei ein Auto entdeckt worden, das die beiden Verdächtigen als Fluchtwagen benutzt hätten, hiess es. 

Charlie-Hebdo-Titelblätter

Flagge und Waffen

Zuvor hatte es von Seiten der Ermittler geheissen, der 32-jährige Chérif Kouachi und sein 34-jähriger Bruder Said seien in einem grauen Renault Clio gesichtet worden. Der Betreiber einer Tankstelle in der Nähe von Villers-Côtterets habe die beiden «eindeutig erkannt». «Die beiden Männer sind vermummt, mit Kalaschnikow und anscheinend mit Raketen-Werfern» ausgerüstet, hiess es weiter. In einem anderen kurz nach dem Anschlag in Paris zurückgelassenen Auto wurden nach Angaben der Ermittler zwei dschihadistische Flaggen und ein Dutzend Molotow-Cocktails gefunden. Der Fund zeige die islamistische Gesinnung der Täter und deute daraufhin, dass sie womöglich weitere Anschläge geplant hätten, hiess es.

Beim schwersten Anschlag in Frankreich seit Jahrzehnten hatten am Mittwoch zwei schwer bewaffnete Männer die Redaktion von «Charlie Hebdo» überfallen und dort sowie auf ihrer Flucht insgesamt zwölf Menschen erschossen. Unter den Todesopfern sind der Chef des bekannten Satire-Magazins, Stéphane Charbonnier, mehrere weitere Zeichner sowie zwei Polizisten. Elf weitere Menschen wurden verletzt.

Schweigeminute für die Opfer

Laut Premierminister Manuel Valls sind die beiden Hauptverdächtigen bereits polizeibekannt. Chérif Kouachi war 2008 wegen Unterstützung des Terrornetzwerks Al-Kaida im Irak verurteilt worden. Von der dreijährigen Haftstrafe wurden anderthalb Jahre auf Bewährung ausgesetzt. Die Ermittler waren den Brüdern nach dem Anschlag auf die Spur gekommen, weil ein Ausweis von Said in einem zurückgelassenen Auto entdeckt wurde. Ein möglicher Komplize, der 18-jährige Hamyd Mourad, stellte sich am späten Mittwochabend der Polizei. 

Solidarität mit «Charlie Hebdo» in aller Welt

Die Polizei nahm am Morgen sieben Verdächtige aus dem Umfeld der mutmasslichen Täter in Gewahrsam. In Frankreich galt am Donnerstag offizielle Staatstrauer. Mit einer Schweigeminute wurde landesweit der Opfer des Anschlags gedacht - unter anderem in Behörden, Unternehmen und Schulen. Tausende hielten Plakate mit dem Schriftzug «Je suis Charlie» (Ich bin Charlie) hoch. Die Glocken der Kirche Notre-Dame erschallten in Paris. Staatspräsident François Hollande forderte seine Landsleute auf, in dieser schweren Zeit zusammenzustehen. Zudem hielt er eine Reihe von Krisentreffen ab, unter anderem mit seinem konservativen Rivalen, Ex-Präsident Nicolas Sarkozy.

Internationales Krisentreffen in Paris

Innenminister Bernard Cazeneuve kündigte am Donnerstagabend ein internationales Treffen zum Kampf gegen den Terrorismus am Sonntag in Paris an. Er habe seine Amtskollegen «der am meisten vom Terrorismus betroffenen europäischen Länder» ebenso eingeladen wie US-Justizminister Eric Holder und den US-Minister für Innere Sicherheit Jeh Johnson, sagte Cazeneuve. An dem Treffen sollten auch EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos und der EU-Koordinator für den Kampf gegen Terrorismus, Gilles de Kerchove, teilnehmen. Notwendig im Kampf gegen den Terrorismus sei ein gemeinsames Vorgehen «in der Europäischen Union und darüber hinaus», sagte Cazeneuve.

Charlie Hebdo: Solidaritätswelle in der Schweiz ebbt nicht ab

Die französische Regierung verurteilte unterdessen islamfeindliche Übergriffe scharf. Nach dem Anschlag auf «Charlie Hebdo» wurden eine Moschee im nordwestfranzösischen Le Mans sowie ein muslimischer Gebetsraum im südfranzösischen Port-la-Nouvelle in der Nacht auf Donnerstag beschossen. Vor einem Kebab-Laden nahe einer Moschee im ostfranzösischen Villefranche-sur-Saône gab es eine Explosion. Verletzt wurde bei den Angriffen niemand. «Charlie Hebdo» macht weiter Die Belegschaft von «Charlie Hebdo» will indes nicht aufgeben. «Wir werden weitermachen», sagte Patrick Pelloux nach einem Treffen mit anderen Redaktionsmitgliedern.

Der Anwalt des Wochenblatts kündigte für kommende Woche gar eine Rekordauflage von einer Million Exemplaren an. Für neue Terrorangst sorgte zunächst eine Schiesserei im Süden von Paris am Donnerstagmorgen, bei der ein Unbekannter eine Polizistin tötete und einen Polizisten verletzte. Zunächst gab es keine Hinweise darauf, dass die Taten zusammenhängen. Die Anti-Terrorismus-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. (feb/sda/afp/dpa)

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33 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Ju114n
09.01.2015 16:33registriert May 2014
Jetzt muss der Zeitpunkt sein, an dem Muslime, Christen und Juden endlich zusammenhalten und zusammenfinden!
Wir kämpfen nicht gegen den Islam, sondern gegen feige Terroristen, die diesen Terror als Glaubenskrieg bezeichnen und ihre Terrorlust unter dem "einzig wahren Glauben" begründen.
Wir gegen den Terror! Stoppt die Dominanzausbreitung der radikalen Islamisten (auch wenn das Wort Islamist als Bezeichnung der radikalen "Gotteskrieger" ein aus den Medien erfundener Begriff ist, wisst ihr wer gemeint ist)!
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#10
09.01.2015 15:02registriert April 2014
Ich möchte watson nahe legen, etwas vorsichtiger mit Meldungen bezgl. Toten und Verletzten zu verfahren. Oder übersetzt einfach Le Monde, für jene, die nicht französisch verstehen. - Heute seid ihr schon zweimal widerlegt worden. Wenn ich jedes Gerücht glauben will, dann bin ich Twitter bestens bedient, ein Onlineportal braucht's dafür nicht.
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henk
09.01.2015 14:50registriert February 2014
Ich finde es sehr demütigend wenn jetzt von jedem Moslem ein statement erwartet wird. Diese Angriffe wurden von der IS eingefädelt. Die Muslime haben mit dieser Tat nichts zu tun sondern kaltblütige Terroristen! Nur weil ich Christ bin würde ich mich nicht dazu verpflichtet fühlen ein statement abzugeben wenn Katholiken einen Anschlag verüben würden!
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33

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