Charlie Hebdo
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epa04550064 People hold placards reading 'Je suis Charlie' (I am Charlie), during a silent gathering in Toulouse, southern France, 07 January 2015, after the attack by masked gunmen on the satirical magazine 'Charlie Hebdo' headquarters in Paris earlier the same day. According to news reports, 12 people have been killed in the shooting attack.  EPA/FRED SCHEIBER

#JeSuisCharlie: Das Bild eines Pariser Twitterers wird zum Symbol der Solidarität auf der ganzen Welt. Bild: FRED SCHEIBER/EPA/KEYSTONE

Das Bild zu #JeSuisCharlie

«Es hat nur eine Minute gedauert, es zu entwerfen»

Er ist der Mann, dessen Bild zurzeit um die Welt geht: Der Pariser Artdirector Joachim Roncin. In einem Interview erklärt er, wie er das Symbol kreiert hat.

Es sind nur 13 weisse Buchstaben. Auf schwarzem Grund. Aber das Bild zum Hasthag #JeSuisCharlie wurde in kürzester Zeit zum Symbol der Solidarität mit dem Satiremagazin «Charlie Hebdo». Inzwischen wurde es millionenfach im Netz geteilt, unzählige Facebook- und Twitter-User verwenden es als Profilbild.

Der Mann, der dahinter steckt, ist Joachim Roncin, Artdirector und Journalist aus Paris. Er habe zum Zeitpunkt des Attentats auf die Redaktion von «Charlie Hebdo» selber an einer Sitzung in seiner Redaktion teilgenommen, erzählte er der Süddeutschen Zeitung

«Als der Anschlag stattfand, sassen wir im Konferenzraum und besprachen etwas. Plötzlich bekam ein Kollege einen Tweet auf das Handy. Wir waren geschockt.»

Joachim Roncin, Journalist

Ein Kollege habe ihn dann gefragt, ob er dazu nicht etwas twittern wolle, doch Roncin fühlte sich nach eigenen Angaben unfähig, dazu etwas zu sagen. Er habe sich gefühlt, als habe der Anschlag auch ihm gegolten:

«Wir sassen vor dem Bildschirm und sahen immer mehr Tweets von Menschen, die genauso geschockt waren wie wir. Zwölf Menschen sind tot und ich fühlte mich, als hätte man auf mich geschossen.»

Joachim Roncin, Journalist

Mit dem Bild habe er schliesslich ausdrücken wollen, dass der Anschlag ein Anschlag auf uns alle sei, «auf die gesamte zivilisierte Welt»:

«Wir alle sind Charlie Hebdo. Das wollte ich mit dem Bild ausdrücken. Es hat nur eine Minute gedauert, es zu entwerfen.»

Joachim Roncin, Journalist

Danach ging das Bild um die Welt, unter dem Hashtag #JeSuisCharlie wurden bis zur Stunde 2,3 Millionen Tweets versendet, viele haben das Bild verschickt oder zu ihrem Profilbild in den Sozialen Medien gemacht. Das hat auch Roncin beeindruckt:

«Das ist verrückt. Die Bürgermeisterin von Paris hat es getwittert, die amerikanische Botschaft in Frankreich, das deutsche Aussenministerium und die BBC.»

Er habe Interviewanfragen von vielen TV-Stationen bekommen, aber er habe alle abgelehnt, sagt Roncin. Seine Begründung:

«Weil jeder so etwas hätte machen können.»

Auf ein Bild von sich im Interview wollte der 39-Jährige bewusst verzichten: Er wolle angesichts der grausamen Tat selbst nicht im Mittelpunkt stehen, gab er zu verstehen. (egg)



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