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Anwalt droht: Wenn Gina-Lisa Lohfink im Dschungelcamp von Vergewaltigung redet, muss RTL zahlen

Gina-Lisa Lohfink behauptet, zwei Männer hätten sie vergewaltigt – obwohl die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen einstellte. Bald soll das Model ins RTL-«Dschungelcamp» einziehen. Für den Sender könnte das teuer werden.

Ansgar Siemens



epa05464102 German model Gina-Lisa Lohfink (C) arrives to the Tiegarten local court in Berlin, Germany, 08 August 2016, where the trial against her for false testimony continues. Others are not identified. Lohfink stands trial for deliberately falsely accusing two man of rape in 2012.  EPA/JOERG CARSTENSEN / POOL

Medienrummel um Gina-Lisa Lohfink am 8. August vor dem Gericht in Berlin. Bild: EPA/DPA POOL

Ein Artikel von

Spiegel Online

Mit dem Einzug von Gina-Lisa Lohfink ins RTL-Dschungelcamp könnten dem TV-Sender Schadensersatzklagen drohen. Die Ex-«Topmodel»-Kandidatin behauptet zurzeit im Rahmen eines Strafverfahrens, sie sei widerstandsunfähig von zwei Männern vergewaltigt worden.

Der Berliner Strafverteidiger Christian Gerlach, der den vermeintlichen Täter Sebastian C. vertritt, sagte «Spiegel Online»: «Wenn Frau Lohfink vor der Kamera behauptet, dass sie vergewaltigt und mit K.-o.-Tropfen betäubt wurde, darf das nicht gesendet werden.»

Man werde gegen jede derartige Äusserung vorgehen und vom Sender dafür Schadensersatz verlangen. Eine entsprechende Warnung werde dem Sender zugehen. Gerlach sagte, Lohfink wiederhole die Vorwürfe ständig, obwohl die Staatsanwaltschaft sie widerlegt habe. Das sei «niederträchtig und ehrabschneidend». Den Einzug in den Dschungel habe Lohfink «auf dem Rücken und zum Schaden meines Mandanten erreicht».

epa05464114 Witness Sebastian Castillo Pinto arrives to the Tiegarten local court in Berlin, Germany, 08 August 2016, where the trial against German model Gina-Lisa Lohfink, a former 'Germany's Next Topmodel' candidate, for false testimony continues. Lohfink stands trial for deliberately falsely accusing two man of rape in 2012.  EPA/JOERG CARSTENSEN / POOL

Der Anwalt von Sebastian C. warnt RTL. Bild: EPA DPA POOL

Die «Bild»-Zeitung hatte berichtet, Lohfink werde im kommenden Januar in das Dschungelcamp einziehen und dafür insgesamt 150'000 Euro Gage erhalten. RTL wollte den Bericht nicht kommentieren. Die «Bild»-Zeitung gilt bei dem Thema Dschungelcamp aber als stets sehr gut informiert.

Lohfink hatte die Männer 2012 wegen Vergewaltigung angezeigt. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen ein. Das Model ist zurzeit vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten angeklagt, weil es die beiden Männer zu Unrecht beschuldigt haben soll. Einen Strafbefehl über 24'000 Euro wollte Lohfink nicht akzeptieren. Gerlach hatte sie im Namen der beiden Männer bereits Ende der vorigen Woche wegen Beleidigung, Verleumdung und übler Nachrede angezeigt.

epa03026185 German model Gina-Lisa Lohfink poses for a photograph in a traditional Fiaker horse carriage during a press event in Vienna, Austria, 06 December 2011.  EPA/GEORG HOCHMUTH

Lohfink auf einem Foto von 2011. Bild: EPA

Am Dienstag dieser Woche reichte Gerlach im Namen seines Mandanten C. erneut Strafanzeigen ein, die «Spiegel Online» vorliegen. Lohfink wird darin eine erneute Beleidigung vorgeworfen. Sie habe bei der Verhandlung am Montag gesagt: «Diese Schweine müssen ihre Schwänze abgeschnitten kriegen. Die müssen eingesperrt werden.»

Einer Zeugin werden in einer weiteren Strafanzeige Beleidigung, Verleumdung, üble Nachrede, falsche Verdächtigung und uneidliche Falschaussage vorgeworfen. Die 35-Jährige hatte vor Gericht behauptet, C. habe sie 2004 vergewaltigt, nachdem er ihr K.-o.-Tropfen verabreicht habe. Die Geschichte, so heisst es in der Strafanzeige, sei «erstunken und erlogen».

Gerlach sagte, man wolle für C. einen Unterstützerkreis organisieren. «Unser Ziel ist es, dass auch bei Verfahren wegen falscher Verdächtigung die Opfer als Nebenkläger zugelassen werden.» In anderen Verfahren ist das längst üblich. Nebenkläger können eigene Beweisanträge stellen und Zeugen befragen. «Männer müssen vor unberechtigten Vorwürfen der Vergewaltigung besser geschützt werden», sagte Gerlach.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Boston5 11.08.2016 14:23
    Highlight Highlight Ok, ich will dieser Frau nichts unterstellen solange das Gerichtsurteil nicht endgültig ist. Aber man kann doch nicht ins Dschungelcamp gehen und Hoden essen, wenn man zuvor das Gericht, angeblich traumatisiert von einer Vergewaltigung, den Saal verlässt.

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