DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
German President Joachim  Gauck delivers a speech after an ecumenical service remembering the Armenian slaughter at the Berlin Cathedral Church in Berlin, Germany, Thursday, April 23, 2015. On Friday, April 24, Armenians will mark the centenary of what historians estimate to be the slaughter of up to 1.5 million Armenians by Ottoman Turks, an event widely viewed by scholars as genocide. Turkey, however, denies the deaths constituted genocide and says the death toll has been inflated. (AP Photo/Michael Sohn)

Gauck gibt Deutschland eine Mitverantwortung am Völkermord Bild: Michael Sohn/AP/KEYSTONE

Da dürften in der Türkei wieder die Köpfe rauchen – Deutscher Bundespräsident nennt Massaker an Armeniern Völkermord



Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck hat den Massenmord an den Armeniern vor 100 Jahren im Osmanischen Reich als Völkermord bezeichnet. Zudem gab er Deutschland eine Mitverantwortung.

In einer Rede nach einem ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom ging Gauck am Donnerstag damit über eine Formulierung der Regierungskoalition hinaus, die der Bundestag am Freitag beschliessen will.

«In diesem Fall müssen auch wir Deutsche insgesamt uns noch der Aufarbeitung stellen, wenn es nämlich um eine Mitverantwortung, unter Umständen sogar Mitschuld, am Völkermord an den Armeniern geht», sagte Gauck mit Blick auf Militärvertreter des Kaiserreichs, die an den Deportationen beteiligt waren.

Die Türkei räumt ein, dass osmanische Truppen bei Massakern und Deportationen 1915 und 1916 armenische Christen töteten. Die Regierung bestreitet aber, dass es Hunderttausende waren und dass es ein Völkermord gewesen sei. Nach Schätzungen wurden damals bis zu eineinhalb Millionen Menschen umgebracht.

Das 100-jährige Gedenken löst seit Wochen diplomatischen Wirbel aus. Aus Protest gegen eine Genozid-Resolution des österreichischen Parlaments zog etwa die türkische Regierung am Mittwochabend ihren Botschafter aus Wien ab. In der Erklärung der Parlamentarier heisst es, man habe die Pflicht, die damaligen Ereignisse «als Genozid anzuerkennen und zu verurteilen». (gag/sda/reu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

In Deutschland fragt man sich: Warum wurden nicht mehr Menschen gewarnt?

Bei der Flutkatastrophe in Westdeutschland wurde nur ein Teil der Menschen gewarnt, zum Beispiel durch Sirenenalarm. Denn laut Innenministerium gibt es vielerorts kaum noch solcher Anlagen.

Die Hydrologin Hannah Cloke von der britischen Universität Reading erhebt schwere Vorwürfe gegen den Katastrophenschutz in Deutschland. Die hohen Todeszahlen durch die Flutkatastrophe seien ein «erhebliches Versagen des Systems». Sie hätte erwartet, dass Menschen evakuiert werden «und nicht, dass im Jahr 2021 so viele Menschen in einer Flut sterben», sagte die Wissenschaftlerin dem Magazin «Politico».

Tatsächlich hatte das Europäische Hochwasserwarnsystem (EFAS), für das auch Hannah Cloke …

Artikel lesen
Link zum Artikel