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Deutscher Justizminister zu Brand in NPD-Hochburg: «Wenn Flüchtlingsheime brennen, ist das beschämend»



In einem künftigen Asylbewerberheim in Tröglitz im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt hat es in der Nacht zum Samstag gebrannt. Das Feuer ist nach Erkenntnissen der Ermittler vorsätzlich gelegt worden.

Bislang sei bekannt, dass eine oder mehrere Personen in der Nacht auf Samstag in das Haus eingebrochen seien und dort das Feuer gelegt hätten, hiess es in der Mitteilung der Polizei Sachsen-Anhalt Süd. «Dabei wurde mit grosser Wahrscheinlichkeit auch Brandbeschleuniger verwendet.» Der ausgebaute Dachstuhl wurde durch das Feuer zerstört.

«Gemeinsam gegen rechtsextreme Stimmungsmache»

Nach dem Brand in einem geplanten Flüchtlingsheim im Bundesland Sachsen-Anhalt hat der deutsche Justizminister Heiko Maas die Bürger zu Zivilcourage aufgerufen. Er sagte:

BERLIN, GERMANY - JANUARY 09:  German Justice Minister Heiko Maas (L) and mosque chairman Ender Cetin speak to the media outside the Turkish-speaking Sehitlik Mosque on January 9, 2015 in Berlin, Germany. The mosque's imam called the recent attacks by Islamic extremists against the satirical magazine Charlie Hebdo in Paris, in which 12 people were killed, a

Kanzelt die rechten Brandstifter verbal ab: Justizminister Heiko Maas. Bild: Getty Images Europe

«Wenn Flüchtlingsheime brennen, ist das beschämend»

justizminister heiko maas

«Wo immer Rechtsextreme Stimmung machen gegen Ausländer, müssen wir gemeinsam dagegen halten. Und deutlich machen: Menschen, die gerade alles verloren haben und sich hilfesuchend zu uns flüchten, sind bei uns willkommen», sagte Maas der «Welt am Sonntag» laut Vorabbericht.

Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière fordert rasche Aufklärung. Er sagte am Samstag der Deutschen Presse-Agentur dpa: «Das ist eine abscheuliche Tat, die unverzüglich aufgeklärt werden muss». Und weiter:

Die Täter gehören hinter Schloss und Riegel

innenminister thomas de maizière

Rechtsextreme Proteste

Der zurueckgetretene ehrenamtliche Ortsbuergermeister von Troeglitz (Sachsen-Anhalt), Markus Nierth, steht am 09.03.2015 in Troeglitz. Nierth war wegen einer vor seinem Haus geplanten Demonstration der rechtsextremen NPD von seinem Ehrenamt als Ortsbuergermeister zurueckgetreten. EPA/DAP/Jan Woitas

Markus Nierth sah sich ungenügend unterstützt und gab seinen Rücktritt bekannt. Bild: EPA/DPA

Tröglitz ist in ganz Deutschland in den Schlagzeilen, seit der ehrenamtliche Bürgermeister Markus Nierth wegen rechtsextremer Anfeindungen seinen Rücktritt erklärt hatte. 

Nierth war Anfang März zurückgetreten, weil eine genehmigte Anti-Asyl-Demonstration direkt vor seiner Haustür stattfinden sollte. Er fühlte sich von der Politik nicht ausreichend unterstützt und sah seine Familie nicht gut genug geschützt.

Die von der Rechtspartei NPD angeführten Proteste richteten sich gegen die geplante Unterbringung von 40 Flüchtlingen. Die ersten sollen Anfang Mai nach Tröglitz kommen.

Am vergangenen Dienstag hatte Landrat Götz Ulrich (CDU) bei einer Bürgerversammlung mit rund 500 Teilnehmern über die Unterbringung der Flüchtlinge informiert und auch Fehler bei der Planung eingeräumt. (lhr/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 06.04.2015 09:43
    Highlight Highlight Brandstiftung ist immer eine feige Tat. Doch das dahinter stehende Problem ist, dass es der Demokratie und der Wirtschaft zukünftig weniger gelingen wird, alle Bevölkerungsteile zufriedenzustellen. Und diejenigen Bevölkerungsteile, die sich nicht in ihre marginalisierte Rolle fügen, erklären den Anderen den Krieg.
    Die Spaltung der Bevölkerung scheint weiter zu eskalieren. Der Ton wird schärfer. Auch vor Gewalt wird von allen Seiten nicht mehr zurückgeschreckt. Das lässt für das angebrochene Jahr 2015 nichts Gutes erahnen, in dem weitere geschätzte 500.000 Flüchtlinge in D ankommen werden.

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Jahrelang hat sich die Flüchtlingsbetreuungsfirma ORS gegen Transparenz gewehrt. Jetzt gibt sie erstmals Geschäftszahlen preis.

Wie viel Geld die ORS Service AG verdient, beschäftigt seit Jahren Medien, das Parlament, den Bundesrat: Die Firma betreibt primär für die öffentliche Hand über 100 Asylunterkünfte mit fast 90'000 Schlafplätzen. Obwohl das Geld zu grossen Teilen vom Staat stammt, veröffentlichte ORS nie Gewinnzahlen. Die Firma gehört einer Beteiligungsgesellschaft in London. Die Schlagzeilen waren entsprechend: Von «verstecktem Profit auf dem Buckel von Flüchtlingen» oder «Profiteuren des Elends» war die Rede.

Nun …

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