Deutschland
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COLOGNE, GERMANY - MAY 24: Alevi are pictured during a demonstration at Ebertplatz against Turkish Prime Minister Recep Tayyip Erdogan (not pictured) on May 24, 2014 in Cologne, Germany. According to offical sources more than 25.000 protesters gathered for the demonstration walk through the centre of Cologne. The Turkish Prime Minister speaks to Turkish expatriates at an event to mark the 10th anniversary of the UETD, the Union of European Turkish Democrats, at the Lanxess Arena today. Erdogan faces Turkish presidential elections in August and his critics have lambasted him for his handling of the recent mine catastrophe at Soma.  (Photo by Alexander Koerner/Getty Images)

Mitglieder der Alevitischen Gemeinde protestieren gegen den Besuch von Erdogan in Köln.  Bild: Getty Images Europe

«Erdogan, du bist nicht willkommen»

Zehntausende protestieren gegen Erdogan-Besuch in Köln



Mehrere zehntausend Menschen haben am Samstag in Köln gegen den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan und seinen Besuch in der deutschen Domstadt protestiert. Bereits am Mittag versammelten sich laut Polizei rund 30'000 Demonstranten. Sie wollten durch die Innenstadt zu einer Kundgebung marschieren. «Stoppt den Diktator Erdogan», forderten die Teilnehmer auf Plakaten. Manche skandierten sogar «Mörder» und «Faschist». 

Zugleich trafen auf der anderen Rheinseite mehr als zehntausend Anhänger des türkischen Regierungschefs ein. Manche hatten schon seit den frühen Morgenstunden ausgeharrt. Vor der Lanxess-Arena, in der Erdogan sprechen sollte, drängten sich unübersehbare Menschenmassen. 

Erdogan wollte am Abend – ungeachtet der massiven Kritik deutscher Politiker – eine Rede vor seinen Landsleuten halten, wenige Wochen vor der Präsidentenwahl in der Türkei. «Erdogan, du bist nicht willkommen», machten die Demonstranten auf Transparenten deutlich. Aufgerufen zu dem Protest hatte die Alevitische Gemeinde. 

epa04222107 Supporters of Turkish Prime Minister Recep Tayyip Erdogan wait while others hold a prayer in front of the Lanxes arena in Cologne, Germany, 24 May 2014. Shrugging off a torrent of unwelcoming remarks, Turkish Prime Minister Recep Tayyip Erdogan is set to address a mass rally 24 May at an indoor stadium in the western German city of Cologne. Across town, more than 10,000 mainly Turkish opponents gathered to demonstrate against him. Riot police will be deployed to prevent clashes between the two factions.  EPA/OLIVER BERG

Anhänger von Erdogan stehen vor der Lanxess-Arena, während andere beten.  Bild: EPA/DPA

Grosses Polizeiaufgebot

Veranstalter beider Lager und die Polizei hatten sich auf rund 30'000 Anhänger und 30'000 Gegner des Ministerpräsidenten eingestellt. Sie wurden auch aus europäischen Nachbarländern wie Frankreich, Belgien, Österreich und den Niederlanden erwartet. Die Polizei war mit Hundertschaften vertreten, um Zusammenstösse zwischen beiden Gruppen zu verhindern. 

Viele Demonstranten warfen dem türkischen Regierungschef vor, Menschenrechte einzuschränken und Minderheitenrechte zu missachten. Die Meinungsfreiheit in der Türkei werde immer weiter beschnitten. 

Wahlkampf in Deutschland

Dass sich Erdogan keine zwei Wochen nach dem schweren Grubenunglück von Soma mit 301 Toten nun Zeit für einen Deutschland-Trip nehme, sei unverzeihlich, meinten viele. «Der Umgang mit der Katastrophe ist schrecklich. Die Menschen trauern, und Erdogan macht Propaganda in Köln», kritisierte Taylan Can, einer der Demonstranten. Offiziell sollte Erdogan zum zehnjährigen Bestehen der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) sprechen, die als verlängerter Arm seiner Partei AKP gilt. 

Die Türkische Gemeinde in Deutschland und die meisten anderen gehen aber davon aus, dass Erdogan Wählerstimmen sammeln will. Denn es gilt als wahrscheinlich, dass er im August für das Präsidentenamt in der Türkei kandidieren wird. Dabei können erstmals auch fast 1,5 Millionen Türken in Deutschland ihre Stimme abgeben. (dhr/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 25.05.2014 10:37
    Highlight Highlight Was die Gezi-Demos und die Gülen-Bewegung nicht geschafft haben, soll nun mit Soma erreicht werden. In der Tat war das Gebaren R. Erdogans in einigen Teilen katastrophal. Doch R. Erdogan kann die Sache auch wieder hinbiegen. Er muss jetzt dafür sorgen, dass die Sicherheitsvorkehrungen in der verarbeitenden Industrie durchgesetzt werden und die Hinterbliebenen anständig versorgt werden. R. Erdogan hat am Schluss eigentlich immer das Richtige getan, auch wenn es einige Male ziemlich knapp war wie z. B. bei den zu späten Entlassungen der drei von Korruptionsvorwürfen belasteten Minister.
    Jedenfalls werden die Leute nicht von heute auf morgen ihre politische Überzeugungen ändern und es liegt an R. Erdogan und seiner AKP, das dies auch so bleibt.
  • fruppster 24.05.2014 16:39
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