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«Entwürdigend und diskriminierend»: Atze Schröder für sexistischen Gina-Lisa-Clip gerügt

«Entwürdigend und diskriminierend», so rügt der Deutsche Werberat das Wiesenhof-Video, in dem sich Atze Schröder über Gina-Lisa Lohfink lustig macht. Rund tausend Beschwerden gingen beim Werberat ein.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Das heftig kritisierte Werbevideo des Geflügelproduzenten Wiesenhof mit Anspielungen auf das Model Gina-Lisa Lohfink hat die Beschwerdezahlen beim Deutschen Werberat in die Höhe getrieben.

German model and reality-TV star Gina-Lisa Lohfink arrives at the court in Berlin, Germany, June 27, 2016. REUTERS/Hannibal Hanschke

Gina-Lisa Lohfink wurde in einem Werbevideo mit Atze Schröder übel beleidigt. Bild: HANNIBAL HANSCHKE/REUTERS

Im ersten Halbjahr seien insgesamt 1545 Beschwerden eingegangen, davon rund tausend gegen das vom Werberat als «entwürdigend und diskriminierend» beanstandete Wiesenhof-Video, wie das Gremium mitteilte. Insgesamt untersuchte der Werberat demnach in der ersten Jahreshälfte 365 Werbemassnahmen.

In dem Werbevideo von Wiesenhof hatte sich der Komiker Atze Schröder eineinhalb Minuten lang über die Länge einer Bratwurst ausgelassen, Anspielungen auf Penislängenvergleiche waren offensichtlich. In dem Video sagt Schröder unter anderem: «Danach müssen Gina und Lisa erst mal in die Traumatherapie.»

15 Unternehmen gerügt

Nach massiven Protesten zog der Konzern den Clip zurück, auch Schröder entschuldigte sich. Er sei «ausnahmslos gegen jede Form sexueller Gewalt», der Film «hätte nie veröffentlicht werden dürfen».

abspielen

Kein Meisterwerk: der Atze-Schröder-Clip für «Wiesenhof». YouTube/WIESENHOF

24 unfassbar sexistische Werbungen, die tatsächlich mal gedruckt wurden

Über den Werberat können sich Verbraucher über Inhalte von Werbung beschweren, wenn Anzeigen, Spots oder Plakate als anstössig wahrgenommen werden. Insgesamt rügte das Gremium 15 Unternehmen, darunter elf wegen Geschlechterdiskriminierung.

Die anderen wurden wegen Gewaltverherrlichung, Altersdiskriminierung, Diskriminierung von Flüchtlingen und wegen Verstössen gegen Ethik und Moral erteilt. Im Vorjahreszeitraum waren nur sieben Unternehmen gerügt worden.

In 142 Fällen war der Werberat letztlich nicht zuständig, in 161 Fällen wurde die Beschwerde als unberechtigt eingestuft. 37 Werbemassnahmen wurden eingestellt, in zehn Fällen wurde die Werbung geändert. Der Werberat ist eine Institution der Wirtschaft. Das Gremium wurde 1972 vom Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft als selbstdisziplinäres Organ gegründet.

msc/AFP

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