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Der Schauspieler Goetz George posiert am Dienstag, 23. Maerz 2010, in Koeln, Nordrhein-Westfalen, fuer die Fotografen.

Götz George als «Schimanski». Bild: AP dapd

«Schimanski»-Schauspieler Götz George ist tot

Er war ein Raubein mit Charme, ein Intellektueller, ein sanfter Künstler, ein aufbrausender Charakter. Götz George war nicht nur einer der vielfältigsten Schauspieler Deutschlands, sondern ein Mensch mit vielen Facetten. Er wurde 77 Jahre alt.



Der Schauspieler Götz George ist tot. Wie seine Agentin am späten Sonntagabend in Berlin mitteilte, starb George bereits am 19. Juni nach kurzer Krankheit im Alter von 77 Jahren. «Götz George hat sich eine Verabschiedung im engsten Kreis gewünscht», hiess es in der Mitteilung. Von weiteren Nachfragen solle aus Rücksicht auf die Privatsphäre der Familie abgesehen werden.

Die Zeitung «Bild» berichtete, George sei in Hamburg im engsten Kreis der Familie beigesetzt worden. Dazu wollte die Agentin keine Angaben machen.

George ist einem Millionenpublikum neben zahlreichen weiteren Rollen besonders als «Tatort»-Kommissar Horst Schimanski in Erinnerung. Den schnodderigen Polizisten aus dem Ruhrgebiet verkörperte er binnen 32 Jahren insgesamt 48 Mal. 29 «Schimmi»-Folgen liefen zwischen 1981 und 1991. Zweimal war er im Kino sehen, und 1997 widmete das Erste seinem erfolgreichen Helden eine eigene Reihe mit dem Kult-Logo «Schimanski».

Trotzdem hat sich George nie gern in die Krimischublade stecken lassen. Mit Ehrgeiz, Spielfreude und unglaublicher Vitalität profilierte er sich in seiner langen Karriere als einer der vielseitigsten deutschen Schauspieler.

Eine seiner berühmtesten Rollen hatte er als homosexueller Massenmörder Fritz Haarmann in «Der Totmacher», der 1995 das Filmfestival von Venedig eröffnete. Zugleich bewies er in Satiren wie «Schtonk!» oder «Rossini» auch sein komödiantisches Talent. 2007 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Deutschen Fernsehpreis geehrt, 2014 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

Er spielte aber auch den KZ-Arzt Josef Mengele («Nichts als die Wahrheit») und einen an Alzheimer erkrankten Busfahrer («Mein Vater»), einen Taschendieb («Das Trio») und einen blinden Klavierlehrer («Der Novembermann»), einen Öko-Aktivisten («Lüg weiter, Liebling») und einen todgeweihten Staatsanwalt («Nacht ohne Morgen»).

Auf Sardinien gelebt

Zu den Medien hatte George trotz seines Erfolgs ein gespanntes Verhältnis; dem Fernsehen warf er auch mal vor, «nur noch auf Kohle und Quote» zu schauen. In Deutschland sei er deshalb nur mehr zum Arbeiten und Steuern zahlen, sagte er einmal.

Ansonsten zog er sich mit seiner gut 20 Jahre jüngeren Lebensgefährtin Marika Ullrich in sein Refugium auf Sardinien zurück. Schlagzeilen machten ein schwerer Badeunfall 1996 und eine Herzoperation 2007.

Vor zwei Jahren hatte er erklärt, er wolle sich nach 65 Arbeitsjahren aus dem Schauspielgeschäft weitestgehend zurückziehen. 2015 stand er dann zum letzten Mal vor der Kamera: Im ARD-Krimi-Drama «Böse Wetter» spielte er einen Bergbau-Baron – nicht im Ruhrgebiet, sondern im Harz. Ein Ausstrahlungstermin für den Film steht noch nicht fest.

«Tschüss, Schimanski.»

Die Todesnachricht löste in Deutschland Betroffenheit und Trauer aus. «Adieu, Schimmi. Mit Götz #George verliert unser Land einen unserer grossen Charakterdarsteller», twitterte der deutsche Justizminister Heiko. Der frühere Fussballnationalspieler Christoph Metzelder schrieb schlicht: «Tschüss, Schimanski.»

(trs/sda/dpa)

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