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A woman walks past a logo of Google at the Global Mobile Internet Conference (GMIC) 2015 in Beijing, China, April 28, 2015. REUTERS/Kim Kyung-Hoon

Google will auch bei Verkäufen mitverdienen. Bild: REUTERS

Google bringt den Kauf-Button und könnte damit zum grössten Online-Händler werden

Google wird laut einem Medienbericht bald einen Kauf-Button auf den Ergebnisseiten seiner Suchmaschine anzeigen. Damit bringt sich das Unternehmen stärker als zuvor in Stellung gegen Amazon, eBay und andere grosse Handelsplattformen.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Google will nach Informationen des «Wall Street Journal» in den kommenden Wochen Kauf-Buttons nebst ausgewählten Suchergebnissen anzeigen: Mit einem Klick könnten die Nutzer dann ihre gesuchten Produkte direkt über Google kaufen. Google wäre damit auf einen Schlag ein gefährlicher Konkurrent für eBay, Amazon und andere grosse Handelsplattformen.

Die neuen Kauf-Knöpfe sollen zunächst nur in den Suchergebnissen der Mobilversion der Suchmaschine angezeigt werden, sobald man nach bestimmten Produkten sucht. Sie erscheinen neben den bezahlten, sogenannten gesponserten Suchtreffern, in dem Feld, in dem derzeit die Google-Shopping-Ergebnisse für den Suchbegriff zu sehen sind – samt Bildern und Preisen der Produkte:

Bild

Google-Suchergebnisse: Die Suchmaschine wird womöglich zum Start- und Endpunkt von Online-Transaktionen. screenshot: google 

In den von Googles Suchalgorithmus zusammengestellten regulären Suchergebnissen wird der Kauf-Button nicht auftauchen.

Wer auf den Kauf-Button klickt, so das «Wall Street Journal» weiter, werde auf eine weitere Google-Seite umgelenkt, um den Kauf abzuschliessen. Das Unternehmen wolle den Kauf-Button zunächst nur bei einem Bruchteil der Suchergebnisse ausprobieren – und nur auf der Mobilversion der Suche. Wer einen Werbeblocker benutzt, werde weder die Shopping-Ergebnisse noch den Button sehen.

Google als zentraler Verwalter von Transaktionen und Daten

Noch spannender als für die Kundschaft dürfte die neue Funktion für Googles Konkurrenz sein: Denn jetzt zeigt Google, dass es nicht nur eine Informationsquelle, sondern auch der Start- und Endpunkt von Online-Transaktionen sein kann. Indem das Unternehmen von der ersten Suchanfrage bis zum abschliessenden Kauf das Einkaufsverhalten analysieren kann, sammelt es wertvolle Kundendaten über das Kaufverhalten.

Vor allem wird Google die Bezahlung abwickeln – und steht damit zwischen dem Händler und dem Kunden. Googles Suchkunden hinterlegen einmal ihre Kreditkartendaten oder ihre Daten bei anderen Internet-Bezahldiensten bei Google und können damit dann bei vielen verschiedenen Händlern einkaufen gehen. Die Händler sehen auf ihren Abrechnungen nur Google als Zahlenden.

PETERBOROUGH, ENGLAND - NOVEMBER 28:  Employees select and dispatch items in the huge Amazon 'fulfilment centre' warehouse on November 28, 2013 in Peterborough, England. The online retailer is preparing for 'Cyber Monday', as it predicts the busiest day for online shopping in the UK will fall on Monday December 2nd this year. On Cyber Monday in 2012 amazon.co.uk recorded over 3.5 million individual items ordered, which equates to 41 items purchased per second. The Peterborough fulfilment centre is 500,000 sq ft, equivalent to approximately seven football pitches in floor area. Amazon are due to employ more than 1,000 seasonal staff to cope with increased demand in the run up to Christmas.  (Photo by Oli Scarff/Getty Images)

Amazon dürfte wenig Freude an Googles Vorstoss haben. Bild: Getty

Für Online-Händler, die ihre Produkte bei Google verkaufen wollen, bedeuten die neuen Buttons einen Kontrollverlust: Google weiss damit genauer, wie ein Kauf zustande gekommen ist, als die Händler. Laut «WSJ» hat Google aber bereits zugesichert, Kundendaten an die verkaufenden Händler weiterzuleiten, sollten die Kunden aktiv der Datenweitergabe zugestimmt haben.

Den Händlern soll die Funktion schmackhaft gemacht werden

Auch sonst sollen die Händler in dem Prozess mitgenommen werden: Die Produktseiten hinter dem Kauf-Button sollen deutlich die Logos und Titel der Händler tragen und auch auf andere Produkte des jeweiligen Anbietern hinweisen. Besonders ist Googles Bezahlmodell: Die Händler sollen weiterhin nur für die Werbeanzeigen zahlen und nicht mit einem Anteil am Verkaufspreis bei abgeschlossenen Käufen – wie das bei eBay und Amazon üblich ist.

Den Händlern hat Google das neue System offenbar schon vergangenes Jahr versucht schmackhaft zu machen, mit mässigem Erfolg, berichtet das «WSJ». Die Argumentation von Google: Mit dem Kauf-Button tätigen Mobilnutzer schneller einen Einkauf. Wenn die Händler Google vertrauen, könnten sie noch mehr Produktinteressierten zu Käufern machen.

Facebook hatte dafür bislang die besten Argumente durch sein detailliertes Wissen über Facebook-Kunden auf Facebook und weit darüber hinaus. Händler konnten bislang allerdings nur bei eBay und Amazon Produkte direkt verkaufen. Allerdings mieden viele grosse Händler bislang solche Dienste, weil sie Produkte lieber aus eigener Hand verkauften – auch um so Kontrolle über alle Käuferdaten zu behalten.

Zusammengefasst: Google wird laut einem Medienbericht «in den nächsten Wochen» bei einigen Suchergebnissen von Produktsuchen einen Kauf-Button anzeigen und so den Produktkauf direkt aus der Google-Suche heraus ermöglichen. Der Zug brächte Handelsplattformen wie eBay und Amazon unter Druck. (kno)

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