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Moto E und Lumia 630

Bild: Matthias Kremp

Angriff der Preisbrecher: Moto E und Lumia im Test

Motorola und Nokia greifen Apple und Samsung mit 150-Franken-Smartphones an

Man muss keine teuren Tophandys kaufen, um die neueste Version von Android oder Windows Phone zu bekommen. Nokia und Motorola zeigen, dass es auch mit günstigen Geräten geht.

Matthias Kremp / Spiegel Online

Ein Artikel von

Spiegel Online

Motorola und Nokia versuchen es mal anders als üblich. Normalerweise bringen Handyhersteller neue Versionen von Mobilbetriebssystemen zuerst auf teuren High-End-Modellen auf den Markt. Die beiden Smartphones Moto E und Lumia 630 hingegen gehören klar in den Bereich der Billig-Smartphones – sie kosten rund 150 Franken – und werden doch mit den aktuellsten Versionen von Android und Windows Phone ausgeliefert. Motorola liefert Android 4.4.2 mit, auf dem Nokia läuft Windows Phone 8.1.

Das ist schon deshalb erstaunlich, weil neue Betriebssystemversionen oft nur auf leistungsstarker Hardware rundlaufen. In den beiden Low-Cost-Modellen hingegen ackern Prozessoren, die mit moderaten 1,2 GHz getaktet sind. Und auch sonst sind Moto E und Lumia 630 eher sparsam bestückt: Der interne Speicherplatz ist klein, die Kameras sind nur Fünf-Megapixel-Modelle, weder LTE noch Gigabit-W-Lan ist eingebaut.

Moto E und Lumia 630

Plastikrücken: Beide Mobiltelefone werden in Kunststoffgehäusen geliefert, deren Rückseiten austauschbar und in verschiedenen Farben lieferbar sind. Bild: Matthias Kremp

Auch auf das Design schlägt sich der Verkaufspreis nieder: Statt aus hippem Leichtmetall sind die Low-Cost-Smartphones aus Plastik gebaut. Das nutzen die Hersteller allerdings, um einen alten Trend wieder aufleben zu lassen: Sie bieten zu den Handys austauschbare Rückendeckel in verschiedenen Farben an. Im direkten Vergleich hat Motorola diese Aufgabe besser gelöst, weil seine Rückendeckel sich organisch ins Design einfügen. Beim Lumia 630 fühlen sie sich zwar sehr wertig an, wirken aber wie übergestülpt und deshalb billig.

Für Selbstdarsteller nicht geeignet

Die Bildschirme der Geräte sind mit 4,3 und 4,5 Zoll ausreichend gross und ausreichend scharf. Billig wirken sie nicht, sie zeigen kräftige Farben und scharf gezeichnete Schriften an. Beim Lumia würde man sich bei Sonnenlicht allerdings eine etwas kräftigere Hintergrundbeleuchtung wünschen.

Umgekehrt kann die Kamera des Moto E nicht überzeugen. Sie bietet keine Möglichkeit auszuwählen, auf welchen Bildbereich fokussiert werden soll, produziert oft unscharfe Bilder mit blassen Farben. Nokias Kamera hingegen liefert bei identischer Auflösung – fünf Megapixel – brauchbare Bilder mit frei wählbarem Fokus, guter Schärfe und Farbdarstellung. Zudem bietet Nokias Kamera-App zum Beispiel eine Serienbildfunktion. Für Selfies sind die Geräte von Motorola und Nokia nicht geeignet, da sie ohne Frontkameras gebaut werden.

Moto E und Lumia 630

Schnappschuss-Knipse: Die Fünf-Megapixel-Kamera des Moto E neigt zu verwaschene Farben und stellt nicht immer korrekt scharf. Bild: Matthias Kremp

Moto E und Lumia 630

Die bessere Schnappschussknipse: Das Nokia holt mehr aus seiner Fünf-Megapixel-Kamera, als es Motorola bei seinem Modell schafft. In Kombination mit Nokias Foto-Apps sind brauchbare Bilder möglich. Bild: Matthias Kremp

Ausreichend Leistung, zu wenig Speicher

Fast alles andere aber schaffen die Low-Cost-Modelle problemlos, vom Websurfen bis zum Navigieren. Auch die meisten Spiele, die wir ausprobiert haben, machten keine Probleme. Grafisch anspruchsvolle Games wie «Riptide GP2» laufen zwar vielleicht nicht in all ihrer Pracht, aber sie laufen.

Android

Aktueller geht es nicht: Trotz der Positionierung als Einsteiger-Smartphone ist das Moto E mit der neuesten Android-Version 4.4.2 bestückt. Die Hardware kommt damit bestens zurecht, machte während des Tests nie einen überlasteten Eindruck. Bild: Matthias Kremp

Moto E und Lumia 630

Wie aus einem Guss: Beim Moto E fällt nicht auf, dass der Rückendeckel austauschbar ist. Nur eine schmale Rille zwischen Vorder- und Rückseite deutet darauf hin. Bild: Matthias Kremp

Moto E und Lumia 630

Schöner Rücken: Von hinten betrachtet sieht das Lumia gut aus und fühlt sich auch so an. Leider wirkt es von der Vorderseite betrachtet etwas billig, weil sich der austauschbare Rückendeckel bis nach vorn um den Bildschirm zieht. Bild: Matthias Kremp

Technische Daten

Tabelle moto e und nokia

Hier der Direktlink für Mobile-User mit der Möglichkeit zum Zoomen. Bild: Spiegel Online

Problematisch ist die Knauserigkeit eher beim Massenspeicher. Mit nur vier Gigabyte ist das Moto E sehr bescheiden bestückt, zumal dem Nutzer davon nur wenig mehr als die Hälfte zur Verfügung steht. Den Preis für eine MicroSD-Speichererweiterungskarte sollte man beim Kauf also gleich einkalkulieren. Mehr als 32 GB kann man beim Motorola leider nicht nachrüsten.

Beim Lumia 630 sieht das etwas besser aus. Zwar wird es mit acht Gigabyte Massenspeicher geliefert, was nicht viel mehr ist. Allerdings kann man den Speicher um bis zu 128 Gigabyte erweitern. Das wäre dann zwar ausgesprochen üppig, angesichts von Preisen zwischen 80 und 150 Euro für eine solche Speicherkarte aber auch purer Luxus.

Fazit

Angesichts ihrer Preise bieten Moto E und Lumia 630 sehr viel, sie bessern das Image der Smartphone-Billigangebote auf. Die Geräte sind weder langsam, noch mit veralteter Hard- und Software ausgestattet, da ruckelt nichts. Verzicht muss man an anderer Stelle üben: Die Kameras sind nur Mittelmass, gute Selfies unmöglich, es gibt kein LTE, kein edles Design und nur sehr wenig Speicherplatz. Wer sich damit arrangieren kann oder womöglich jetzt gerade sein erstes Smartphone anschaffen will, kann aber nicht viel falsch machen.

Das Lumia 630 im Video-Test

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Das Lumia 630 gibt es mit der neusten Windows-Phone-Version 8.1. Video: YouTube/Cyberport

Das Moto E im Video-Test

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Das Moto E gibt es mit der neusten Android-Version 4.4.2. Video: YouTube/PC-Welt

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gäry 29.05.2014 22:42
    Highlight Highlight Wenn man von den tiefen Produktionskosten von beispielsweise einem iphone hört, frage ich mich irgendwie, weshalb man keine billigsmartphones in gleicher qualität liefert.
    Für die meisten einen rückschritt weshalb keine alternative...schade
  • elivi 29.05.2014 21:52
    Highlight Highlight cool, brauch dringend ein neues natel und kann wahrscheinlich ned auf googles lego natel warten ...
  • MediaEye 29.05.2014 17:44
    Highlight Highlight Wer will schon ein Microsoft-Handy?
  • Oliver Wietlisbach 29.05.2014 16:56
    Highlight Highlight Zwei schon etwas ältere, aber empfehlenswerte Budget-Smartphones sind das Nokia Lumia 520 und das HTC 8S. Für Smartphone-Einsteiger sind beide Geräte immer noch eine gute Wahl, da man sie ab 130 bzw. 200 Franken bekommt und sie die neuste Betriebssystem-Version Windows Phone 8.1 erhalten werden. http://www.netzwelt.de/vergleich/nokia-lumia-52vs-windows-phone-8s-by-htc.html
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