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Sundar Pichai, Google's senior vice president of Android, Chrome and Apps, speaks about wearables during his keynote address at the Google I/O developers conference in San Francisco June 25, 2014.  REUTERS/Elijah Nouvelage   (UNITED STATES - Tags: BUSINESS SCIENCE TECHNOLOGY)

Android-Chef Sundar Pichai spricht an der Google-Konferenz I/O über smarte Uhren mit Android als Betriebssystem.  Bild: ELIJAH NOUVELAGE/REUTERS

1 Milliarde Android-Nutzer

Android im Handy, im Auto, im Wohnzimmer und am Arm: Das sind Googles neuste Gadgets

26.06.14, 09:49 26.06.14, 10:12

Matthias Kremp / San Francisco

Ein Artikel von

Im grossen Saal des Moscone Center in San Francisco ist Googles Welt noch in Ordnung. Rund 6000 Gäste haben sich zur Keynote versammelt. Die meisten davon sind Entwickler, die jede Neuheit brav beklatschen. 

Draussen sieht das anders aus: Vor dem Hauptquartier der Firma haben am Mittwochmorgen Besetzer ihre Zelte aufgeschlagen, die unter dem Titel «Google Occupy» die Freiheit im Internet zurückfordern. Und auch im Saal selbst gab es Proteste: Zuerst lief eine Frau im bemalten T-Shirt vor die Bühne, später skandierte ein Mann: «Ihr arbeitet alle für eine totalitäre Firma, die Maschinen baut, die Menschen töten.» 

Anti-Google-Demonstration während der Konferenz: «Google, develop a conscience», fordern die Kritiker. Bild: ELIJAH NOUVELAGE/REUTERS

Das waren schon fast die Highlights der Veranstaltung, auf der der Konzern Hard- und Softwareentwickler zur Unterstützung seiner Plattformen anfeuerte. Neue Hardware gab es nur am Rande zu sehen, in Form von Smartwatches, die Googles Manager entweder selbst am Arm trugen oder die in den Vorführungen neuer Software eine Rolle spielten. Und neue Software bot Google reichlich auf der fast dreistündigen Veranstaltung. 

Statt des offiziellen Mottos «Design, Develop, Distribute» könnte man die I/O (Input/Output) genannte Konferenz auch «Android everywhere» (Android überall) nennen. Denn das ursprünglich für Handys entwickelte Betriebssystem soll nach Googles Plänen bald nahezu überall zu finden sein, im Auto, im Fernseher und am Handgelenk. 

Das Wichtigste von Googles Keynote in unter 2 Minuten. Video: YouTube/Bloomberg

Smarte Uhren, die man nicht anfassen muss 

Das Highlight der Show waren fraglos die Smartwatches von Motorola, LG und Samsung, die gezeigt wurden. Auf ihnen war zu erkennen, dass Google mit dem für Wearables entwickelten Betriebssystem Android Wear das Rad nicht neu erfunden hat. Wie bisher bei Computer-Uhren schon üblich, dienen auch die neuen Modelle schlicht als Erweiterung fürs Smartphone. Elegant ist die Lösung, dass man keine Apps installieren muss. Stattdessen werden Apps automatisch auf die Uhr kopiert, wenn man eine neue App auf dem Smartphone installiert. Ein Trick, der nur funktioniert, wenn die App vom Entwickler entsprechend konzipiert wurde. 

Die Bedienung der Uhr selbst erfolgt in erster Linie mit Sprachkommandos. Nur selten muss man den Touchscreen berühren, App-Icons und dergleichen gibt es nicht. Während Samsungs Gear Live und LGs G Watch sofort lieferbar sein sollen, werde Motorolas Moto 360 erst später in den Handel kommen, hiess es. Sie ist die einzige der neuen Google-Uhren, die mit einem runden Display geliefert werden soll. 

Mit der Gear Live hat Samsung eine Smartwatch präsentiert, die auf Googles neuem Betriebssystem Android Wear für tragbare Geräte basiert. Bild: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

LG lanciert mit der G Watch eine der ersten Uhren, die mit Android Wear laufen.  Bild: ELIJAH NOUVELAGE/REUTERS

Motorola bringt demnächst eine runde Android-Smartwatch auf den Markt. Ein Google-Mitarbeiter demonstriert die Funktionsweise. Bild: ELIJAH NOUVELAGE/REUTERS

Mit Project L zum neuen Android

«62 Prozent aller Tablets laufen mit Android.»

Vor allem aber arbeitet der Konzern daran, Android moderner und schicker zu machen, um seine Marktposition weiter auszubauen. Dabei konnte Google-Manager Sundar Pichai bereits melden, dass jetzt eine Milliarde Menschen pro Monat Android benutzen und der Marktanteil bei Tablets auf 62 Prozent ausgebaut werden konnte, in erster Linie zulasten von Apples iPads. 

Fast eine Stunde widmete sich Pichai dann der nächsten Android-Version für Smartphones und Tablets, die derzeit unter der Bezeichnung Project L entwickelt wird. Als Funktion wird diese Version beispielsweise einen Mitteilungsdienst enthalten, der Meldungen und Hinweise auf dem Sperrbildschirm anzeigt, wo man sie auch gleich bearbeiten kann. 

Flach wie Windows Phone und iOS  

Ausserdem wird Android L 64-Bit-Prozessoren unterstützen und soll auf bestehender Hardware erheblich schneller laufen als die bisherigen Android-Versionen. Zudem wurde ein Android Extension Pack gezeigt, dass die Grafikleistung für Spiele verbessern soll. Eine Demovorführung war durchaus beeindruckend. Allerdings braucht man den Angaben zufolge ein neues Highend-Tablet, um davon zu profitieren. 

Sehr viel Raum nahm die Beschreibung des neuen Designs von Project L ein, dass in mancherlei Hinsicht an Apples iOS 7 erinnert. Genau wie bei diesem ist die neue Optik sehr flach und klar gehalten. Unter anderem soll das Update ein intensiveres optisches Feedback geben, wenn man den Bildschirm berührt. Gleichzeitig soll eine neue Technik ermöglichen, Elemente der Benutzeroberfläche räumlich in mehreren Ebenen zu stapeln. Das sieht nett aus und schafft Übersicht. 

Android L

Video: YouTube/IGN



Android-Schwemme 

Neben Project L wurden noch zwei weitere neue Android-Varianten angekündigt: Zum einen Android Auto, das in Autos die Benutzeroberfläche von deren Bordcomputern übernehmen soll, sobald man ein Android-Smartphone anstöpselt. Navigation, Kommunikation und Musikunterhaltung werden ab dann vom Telefon eingespielt. Ein Konzept, das stark an Apples Carplay erinnert. 40 Hersteller haben sich bereits dazu erklärt, das System verwenden zu wollen. Android TV wiederum soll ein Ersatz für herkömmliche Smart-TV-Systeme werden und Google-Technik, vor allem Googles Suchfunktionen, in TV-Geräte und Set-Top-Boxen integrieren. 

Android Auto soll in Autos die Benutzeroberfläche von Bordcomputern übernehmen. Bild: ELIJAH NOUVELAGE/REUTERS

Um ausserdem die potenzielle Kundschaft für Android-Smartphones zu erweitern, hat Sundar Pichai die Initiative Android One angekündigt. Dabei handelt es sich um ein System, das den Bau besonders günstiger Smartphones ermöglichen soll, mit denen man «die nächste Milliarde» Mobilfunknutzer erreichen will. Zielmärkte sieht man in Schwellenländern wie Indien. Auf der Google I/O wurde ein Android-One-Handy gezeigt, dass nur 100 Dollar kosten soll, was für viele Menschen in solchen Ländern allerdings immer noch sehr viel Geld ist. 

Gleichzeit demonstrierte der Konzern, dass er ins Big Business will. So soll Android künftig nativ Microsofts Office-Formate beherrschen, so dass man etwa eine Powerpoint-Präsentation direkt in einer Mail anschauen kann. Ausserdem bietet Google eine neue Version seines Cloud-Speichers Drive an, die Firmenmitarbeitern gegen zehn Dollar pro Monat unbegrenzten Web-Speicher bietet. Android soll künftig auch die Möglichkeit bieten, zwei getrennte Speicherbereiche für private und berufliche Daten einzurichten. Eine solche Funktion bietet Blackberry bereits seit einiger Zeit an. 

6000 Entwickler und Journalisten verfolgten die Google-Konferenz am Mittwochabend in San Francisco. Bild: Getty Images North America

Das Fazit

Während die bahnbrechenden Hardware-Neuheiten ausblieben, lieferte Google die erwarteten Software-Neuerungen und schickte die Zuschauer der Keynote mit einer kleinen Bastelaufgabe in die Pause: Am Ausgang bekam jeder Teilnehmer eine Pappschachtel in die Hand gedrückt, aus der man sich eine Art analoge Google-Glass-Brille bauen soll. Das Bastelset wirkt wie eine Spielerei, ist aber ein ernsthaftes Google-Projekt, mit App und allem was dazu gehört. Eine nette Möglichkeit sich zu beschäftigen, bis die wirklich grossen Neuheiten kommen. 

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hans der Dampfer 29.06.2014 14:46
    Highlight ich denke das der Balken mit der 2 Version weg kommt. auf The verge wurde jedenfalls eine dahingehende Meinung geäussert
    0 0 Melden
  • Hans der Dampfer 26.06.2014 13:14
    Highlight "Die meisten davon sind Entwickler, die jede Neuheit brav beklatschen." als wenn es bei apple anders wäre..
    die moto würde ich mir kaufen aber der untere schwarze balken geht für mich nicht da ich dort immer hinstarren würde.
    0 1 Melden
    • Philipp Rüegg 26.06.2014 13:19
      Highlight Das ist mir bisher gar nicht aufgefallen. Warum haben Sie mich nur darauf aufmerksam gemacht :)
      0 0 Melden
    • Squirri 27.06.2014 08:02
      Highlight wird im Internet heftig über diese "horizon line" diskutiert.
      Ein Halbkreis und damit gegen unten abgeschlossen, wäre wohl die schönste Lösung, ist wohl technologisch nicht möglich.

      Die andere Option wäre diesen Benachrichtigungsbalken nach unten zu schieben, was wohl dann wie in diesem Bild aussehen würde.
      0 0 Melden

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