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Geschafft! Nach 18 Minuten und 55 Sekunden war die Demonstration der neuen Ladetechnik endlich beendet, und der Akku des Testgeräts voll. bild: spiegel online

Meizu präsentiert das Smartphone, das in 19 Minuten vollständig geladen ist

Der chinesische Handyhersteller Meizu zeigte diese Woche erstmals eine Technik, die Akkuladezeiten drastisch reduzieren soll. Aber ein Problem bleibt.

Matthias Kremp, barcelona / spiegel online



Ein Artikel von

Spiegel Online

Man werde Apple und Samsung mit einer neuen Technologie herausfordern: Mit dieser noch recht kryptisch klingenden Ankündigung lockte der kleine chinesische Handyhersteller Meizu Neugierige zu seiner Pressekonferenz auf dem Mobile World Congress.

Am Messestand wurde dann schnell klar, was Meizu vorhat. Die Firma versucht, ein zentrales Smartphone-Problem zu lösen: die lange Ladedauer der Geräte. Viele Smartphone-Nutzer dürften das kennen – und ihr Gerät jede Nacht ans Kabel hängen.

Meizu präsentierte nun eine neue Ladetechnik, mit der Smartphone-Akkus schneller als bisher aufgeladen werden können – viel schneller. Meizu verspricht, dass ein Smartphone-Akku mit der neuen Technik binnen 20 Minuten voll aufgeladen werden kann.

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Ein Smartphone-Prototyp mit der neuen Ladetechnik. Genaue Daten zu dem Gerät lieferte der Hersteller nicht, erklärte nur, dass der Akku eine Kapazität von 3000 mAh hat, was vielen aktuellen Modellen entspricht. bild: spiegel online

Die Pressekonferenz wurde dann allerdings langsam, sehr langsam – fast schon eine Geduldsprobe. Meizus Pressesprecherin demonstrierte live in Echtzeit, wie schnell sich ein vollkommen entladenes Smartphone mit einem klobigen Meizu-Ladegerät wieder aufladen lässt.

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Während der Meizu-Pressekonferenz passierte 20 Minuten lang fast nichts. Eine Unternehmenssprecherin meldete nur alle fünf Minuten einen Zwischenstand des Ladevorgangs. bild: spiegel online

Rund 20 Minuten lang blieb den Besuchern im Folgenden, geduldig auszuharren. Im Fünfminutenabstand meldete die Sprecherin einen Zwischenstand: «Jetzt sind es schon 17 Prozent!»

Strom, viel Strom

Immerhin gab es in der Zwischenzeit ein paar Informationen zu der von Meizu Super mCharge genannten Technik. Demnach basiert das System auf leicht modifizierten Lithium-Ionen-Akkus, die so verändert werden, dass sie den gegenüber anderen Handys höheren Belastungen beim Aufladen gewachsen sind. Denn das Ladegerät pumpt den Strom mit elf Volt und fünf Ampere, was einer Leistung von 55 Watt entspricht, in den Akku. Zum Vergleich: Ein normaler Standard-USB-Anschluss liefert 2,5 Watt.

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Das Ladegerät ist weit größer als die sonst üblichen Handy-Netzstecker. Damit das System funktioniert, muss man ein spezielles Ladekabel verwenden, das bis zu 160 Watt aushält. bild: spiegel online

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Der Anschluss erfolgt über eine USB-C-Buchse, wie sie bei vielen neueren Smartphones üblich ist. bild: spiegel online

Damit es den Akku dabei nicht zerreisst, wird der Ladevorgang von einer Elektronik überwacht, die ständig Spannung und Stromstärke kontrolliert. Zwingend notwendig ist auch die Verwendung eines besonderen USB-3-Ladekabels, das Belastungen von bis zu 160 Watt aushalten kann.

Das Ergebnis des Aufwands: Bei der Live-Demo auf dem MWC war der Akku schon nach 18:55 Minuten wieder voll – und die Zuschauer wurden endlich erlöst.

Aufladen ohne Akkufieber

Angst, das schnelle Aufladen könne gefährlich sein, müsse man nicht haben, versicherte im Anschluss ein Meizu-Sprecher. Während des Ladevorgangs steige die Temperatur des Akkus nur auf 39 Grad, knapp über Körpertemperatur also. Tatsächlich fühlte sich das zum Test aufgeladene Smartphone nicht sonderlich warm an.

Hoffnungen, dass man diese Technik bald auch in Geräten anderer Hersteller wird nutzen können, sollte man sich jedoch nicht machen. Vorerst, so scheint es, will Meizu das System nur für eigene Geräte verwenden. Welche das sein werden und wann sie auf den Markt kommen, wollte man dann aber auch nicht verraten.

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