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Anonymous und GhostSec führen seit den Attentaten auf die Journalisten von «Charlie Hebdo» Krieg gegen den «IS».
bild: ap/keystone

GhostSec hackt «IS»-Website im Darknet. Statt Propaganda gibt's nun Happy-Pillen



GhostSec, eine Splittergruppe von Anonymous, hat im anonymen Darknet eine Propagandaseite des «IS» gehackt. Anstelle der Dschihadisten-Webseite springt dem Besucher nun eine Prozac-Werbung ins Auge, die auf die Online-Apotheke CoinRx weiterleitet, berichtet das Newsportal International Business Times.

In bester Hacker-Manier hat GhostSec auch eine etwas kryptische Nachricht hinterlassen:

«Enhance your calm. Too many people are into this ISIS-stuff. Please gaze upon this lovely ad so we can upgrade our infrastructure to give you ISIS content you all so desperately crave.

GhostSec

Anscheinend macht sich GhostSec über die ihrer Meinung nach depressiven «IS»-Terroristen lustig, die lieber ein paar Glücklichmacher-Pillen (Prozac) einwerfen sollten, statt im Frust Unschuldige zu töten.

Hier geht's zur gespiegelten Darknet-Seite: isdratetp4donyfy.onion.link.

So sah die neue «IS»-Webseite im Darknet aus

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Nur eine Woche online, jetzt schon gehackt. Die «IS»-Seite im Darknet.
bild: via krypt3ia

Und das sieht der Besucher nach dem Hack

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Die gehackte-Seite im Darknet zeigt Werbung für eine Online-Apotheke statt «IS»-Propaganda.
bild: via ibtimes

Offenbar ist der «IS» in Sachen Web-Technologie nicht so bewandert, wie dies teils behauptet wurde. Die Administratoren der Propaganda-Webseite hätten ein paar dumme Anfängerfehler begangen, die die Webseite offen für Hacker-Angriffe liess, schreibt der Sicherheitsexperte Scott Terban auf seinem Blog

Die Apotheke CoinRx beschreibt sich selbst als «grösste Online-Apotheke für Bitcoin-Nutzer» und verkauft im Darknet von Viagra bis Prozac so ziemlich jedes erdenkliche Medikament, ohne dafür ein Rezept zu verlangen. Da die Nutzer im Darknet anonym sind – im Gegensatz zum normalen Web – können sowohl Verkäufer als auch Käufer von Medikamenten oder Drogen kaum strafrechtlich belangt werden.

Der «IS» ist seit Kurzem vermehrt im Darknet aktiv, da das internationale Hackerkollektiv Anonymous seine Webseiten und Social-Media-Konten im offenen Internet wiederholt attackiert hat. Das Darknet, quasi ein Parallel-Internet, wird seit Jahren von Menschen genutzt, die anonym bleiben wollen oder müssen: seien dies politische Aktivisten in Diktaturen oder aber alle, die mit illegalen Produkten (Drogen, Waffen etc.) ihre Geschäfte machen. Nun nutzt auch der «IS» das Darknet als geschützten Raum für seine Propaganda, aber GhostSec verfolgt die Dschihadisten auch dort.

Geknackt wurde die Seite angeblich von einem christlichen Hacker aus Ägypten. Er hat via Twitter über den Angriff informiert.

Anonymous und GhostSec führen seit den Attentaten auf die Journalisten von «Charlie Hebdo» einen Krieg im Netz gegen den sogenannten "Islamischen Staat". Nach den jüngsten Attentaten von Paris haben die Hacker ihren Kampf verstärkt und Tausende angebliche «IS»-Webseiten und Twitter-Profile lahmgelegt. Inzwischen mehren sich aber die Stimmen, die kritisieren, dass dabei viele Unschuldige als «IS»-Anhänger angeprangert werden – etwa Wissenschaftler oder Journalisten, die lediglich über den «IS» schreiben.

Lesetipp 1: Anonymous im Kampf mit sich selbst

Lesetipp 2: Der «Islamische Staat» wirbt im Darknet – zu Besuch bei der Terror-Propaganda-Abteilung

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    Alle Leser-Kommentare
  • Realcath 26.11.2015 12:56
    Highlight Highlight Ich liebe diesen Sinn für Humor! ;) Ja, IS - schmeisst euch ein paar Psychopharmaka rein, dann geht's euch sicher besser! Einfach toll :)) Weiter so, Anonymous!
    • RatioRegat 26.11.2015 14:10
      Highlight Highlight Dies sollte man sich auch im Strafrecht zu Herzen nehmen. Anstatt Terroristen zu bestrafen (Strafe setzt Schuldfähigkeit voraus), sollte man eine Wahnstörung diagnostizieren und nach Art. 59 StGB eine stationäre Massnahme anordnen, die verlängert werden kann, bis der Betroffene "geheilt" ist.

      Damit würde der Staat den Terroristen jegliche Intelligenz absprechen, was sie sicherlich mehr stören würde als der Freiheitsentzug an sich.
    • Triumvir 26.11.2015 15:15
      Highlight Highlight @RatioRegat. Das ist bei den meisten Daesh-Terroristen gar nicht nötig, da sie sich ja meistens gleich selber in die Luft sprengen und damit das Problem gleich selber einer endgültigen Lösung zuführen. Ich finde das ehrlich gesagt, sogar sehr lobenswert. Denn stationäre Massnahmen nützen bei 99 Prozent von Terroristen eh nix und wären deshalb rausgeschmissenes Geld. Im Falle von Terroristen wäre ich sogar für die Wiedereinführung der Todesstrafe!
    • RatioRegat 26.11.2015 16:13
      Highlight Highlight Ich gehe auch nicht davon aus, dass die Massnahmen nützen würden. Es war auch nicht in diesem Sinn gemeint.

      Es geht mir mehr darum, dass den Terroristen die Mündigkeit abgesprochen wird und dass man sie in erster Linie als fehlgeleitete Idioten darstellt - was sie auch sind.
  • Triumvir 26.11.2015 12:43
    Highlight Highlight Find ich gut! Alles was Daesh schadet, ist grundsätzlich zu begrüssen! Denn dieser Terrorstaat hat keine Existenzberechtigung.

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