Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Der erste Test: Das taugt die Apple Watch wirklich

In wenigen Tagen beginnt der Vorverkauf der Apple Watch. Wir haben an einem der wenigen Testgeräte ausprobiert, was das neue Gadget wirklich kann.

Matthias Kremp / spiegel online



Ein Artikel von

Spiegel Online

Apple hat sich viel Mühe gegeben, seine erste Smartwatch lange vor der Markteinführung bekannt zu machen. Im September wurde die Apple Watch erstmals öffentlich präsentiert, im Januar kündigte Konzernchef Tim Cook den Verkaufsbeginn für April an, Anfang März schliesslich gab das Unternehmen endlich Details und Preise bekannt.

Kennst du schon die watson-App?

Über 130'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

Und jetzt konnte ich eines der ersten Testgeräte in Empfang nehmen, dessen Übergabe ganz anders ablief als üblich. Das Gerät kam nicht per Post, sondern ich durchlief das gesamte Prozedere, das auch künftigen Apple-Watch-Käufern geboten werden soll.

Dazu gehört, dass man schon im Apple Store den Karton öffnet, seine Smartwatch aus der darin verborgenen Box auspackt und sie unter Anleitung eines Apple-Mitarbeiters anpasst, mit dem iPhone verbindet und einrichtet. Ein Service wie bei einem guten Uhrenhändler, der den Preisen zwischen 350 und 18'000 Franken angemessen ist.

apple watch

Wer das nicht will, kann es aber auch allein versuchen. Sonderlich kompliziert ist der Vorgang nicht. Um beispielsweise die Bluetooth-Verbindung zwischen Handy und Smartwatch herzustellen, müssen keine Menüs aufgerufen, keine Codes eingegeben werden.

Stattdessen genügt es, die Handykamera auf den Bildschirm der Smartwatch auszurichten, auf dem nach dem Einschalten eine wirre Pixelwolke wabert. Einen Augenblick später steht die Verbindung. Alles Weitere erledigt man mit der Apple-Watch-App, die zu iOS 8.2 gehört, ihre Funktionen aber erst in Kombination mit der Smartwatch preisgibt.

Siri versteht mich

Schon beim ersten Ausprobieren fällt mir auf, wie gut die Apple Watch verarbeitet ist. Das Edelstahlgehäuse des Testgeräts macht einen soliden und zugleich edlen Eindruck. Das Deckglas des Bildschirms geht ohne spürbare Kante sanft in das Gehäuse über. Die viel billigeren Android-Smartwatches können da nicht mithalten, nicht einmal die ansonsten sehr schöne Asus Zenwatch.

Bild:

Beim Herumwischen auf dem Bildschirm merke ich bald, dass die Apple Watch sehr schnell reagiert, Grafiken und Symbole geschmeidig animiert werden. Gleichzeitig fällt auf, dass einige Apps ein wenig langsam sind. Die Stoppuhr beispielsweise braucht fünf Sekunden, bevor sie einsatzbereit ist. Das kann noch optimiert werden.

Fast fehlerlos funktioniert die Texteingabe mit Siri. Das ist wichtig, weil es keine Tastatur gibt, auch keine virtuelle. Gesprochene Nachrichten, Erinnerungen, Termine versteht die Software nahezu perfekt. Nach Ansagen, zum Beispiel «Kalendereintrag, morgen um elf Uhr zum Zahnarzt», erscheint Sekunden später ein entsprechender Vermerk in meinem Terminplan.

Steuerungszentralen: Die Apple-Watch-App und die Aktivitäten-App

Viele verschiedene Klopfzeichen

Ebenso gut funktioniert die sogenannte Taptic Engine, die Apple als verbessertes Gegenstück zum Vibrationsalarm im Handy anpreist. Wenn sie mir etwas signalisiert, fühlt sich das eher so an, als würde mir jemand mit dem Finger aufs Handgelenk klopfen.

Verschiedene Klopfzeichen, kombiniert mit Tonsignalen, sollen unterschiedliche Ereignisse und Mitteilungen signalisieren. Mehrere Dutzend solcher Paare gibt es laut Apple. Nach einer Woche habe ich allerdings Mühe, sie noch auseinanderzuhalten.

An der Krone drehen

Weil der Bildschirm so klein ist, wurden einige Funktionen auf die digitale Krone rechts am Gehäuse gelegt. Der Grund ist klar: Man will mich davon abhalten, mit meinen Fingern auf dem Display herum zu wischen und mir damit selbst die Sicht darauf zu versperren.

Umfrage

Wirst du dir eine Apple Watch kaufen?

  • Abstimmen

4,062

  • Ja, sicher23%
  • Nein, zu hässlich das Teil48%
  • Ich bin mir noch nicht sicher29%

Es dauert ein wenig, mich daran zu gewöhnen, aber nach ein paar Tagen habe ich es raus und scrolle seither nur noch mithilfe des kleinen Drehrads durch mein Adressbuch und meine E-Mails.

Eintrittskarten am Arm

Neben den Grundfunktionen – Textnachrichten, Freisprechfunktion, Wetter, Uhrzeit – hat Apple einige Extras in seine Smartwatch gepackt. Eine App beispielsweise, mit der man sein Apple TV oder den iTunes-Player auf iMac und Macbook fernsteuern kann.

Noch nützlicher ist Passbook. Die App, die es auch für iPhones gibt, speichert Flugtickets, Hotelreservierungen, Kinokarten und dergleichen. Bei einer Kontrolle lässt man einfach den QR-Code des entsprechenden Tickets auf dem Display anzeigen. In der Praxis funktionierte das bei mehreren Flügen problemlos, sorgte allerdings noch für verdutzte Blicke beim Personal.

Das sind die ersten Apps der Apple Watch

Wie hoch ist mein Puls?

Die Fitnessfunktionen der Apple Watch eignen sich prima, um sein tägliches Bewegungsniveau zu protokollieren, sportliche Aktivitäten aufzuzeichnen und daraus den ungefähren Kalorienverbrauch zu berechnen. Dank des integrierten Pulsmessers sollen die so berechneten Werte besonders genau sein, etwa so wie beim Fitbit Charge HR.

Bei meinen Tests funktionierte das sehr gut. Die Aktivitäten-App zeichnete korrekt alles auf, wenn ich spazieren ging, eine Fahrradtour machte oder durchs Nordseewatt wanderte. Eine Besonderheit: Die Schrittlänge des Nutzers errechnet die App automatisch mithilfe der GPS-Daten vom iPhone, die während eines Laufs oder Spaziergangs ermittelt werden.

Grafisch werden die so ermittelten Werte sowohl auf der Smartwatch als auch in der iPhone-App hübsch aufbereitet. Besonders weit gehen die Auswertungen im Vergleich zu spezialisierten Apps wie Runtastic oder Runkeeper aber nicht. Weder kann ich mir meine Laufstrecke auf einer Karte anzeigen lassen, noch wird ausgewertet, in welchen Herzfrequenzzonen ich trainiert habe.

Der Akku könnte mehr können

Die Akkulaufzeit war im Test besser als erwartet. Teilweise zeigte mir das Gerät abends noch 75 Prozent Akkukapazität an. Das ändert sich aber drastisch, sobald ich die Watch intensiver benutzte. Unter die 20-Prozent-Marke kam ich trotzdem nicht.

Ein fünfundvierzigminütiges Training mit Pulsmessung und Musik via Bluetooth-Headset saugt 17 Prozent der gespeicherten Energie aus dem Akku. Ein ebenso langes Training ohne Musik und mit einem Bluetooth-Pulsgurt anstelle des eingebauten Sensors benötigte nur sieben Prozent der Akkukapazität.

Zudem zeigte sich, dass die Apple Watch nicht nur ihren eigenen, sondern auch den Akku des angeschlossenen iPhones belastet. Mein Apple-Handy musste während der Testwoche jedenfalls früher an die Steckdose als gewohnt.

Fazit

Design, Material und Verarbeitung der Apple Watch sind makellos. Die neue Smartwatch sieht nicht nur gut aus, sie ist auch sehr angenehm zu tragen. Die Eingewöhnung an das neue System kann ein paar Tage dauern, zeigt dann aber seine Logik und funktioniert schnell und problemlos.

Ihr volles Potenzial wird die Apple Watch aber erst ausspielen, wenn es mehr als die paar Drittanbieter-Apps gibt, die zum Test bereitstanden. Denn die Apple Watch ist ebenso wenig eine Armbanduhr wie ein Smartphone eine Taschenuhr ist.

Pro:
Edles Design 
Sehr hochwertige Verarbeitung
Sehr gutes Display
Einfache Bedienung
Drahtlose Ladefunktion

Kontra:
Hohe Preise
Bei intensiver Nutzung mässige Akkulaufzeit
Verkürzt die Akkulaufzeit des gekoppelten iPhones

Die Apple Watch vs. die Konkurrenz

uhrenvergleich smartwatch, apple watch, moto 360, pebble time

Bild: watson

Das könnte dich auch interessieren:

Fotograf schiesst DAS Foto der Notre-Dame und muss sich nun gegen Fake-Vorwürfe wehren

Link zum Artikel

Das grösste Verdienst von Tesla sind nicht die eigenen Autos

Link zum Artikel

Schluss mit Lügen! So lässt sich die ganze Welt allein mit grüner Energie versorgen

Link zum Artikel

Vergiss Tinder! Hier erfährst du, welches Potenzial deine Fassade hat 😉

Link zum Artikel

17 katastrophale Tinder-Chats, die definitiv niemanden antörnen

Link zum Artikel

Vermisst und wieder aufgetaucht – 9 Fälle von Kindern, die verschwunden waren

Link zum Artikel

Mit diesen 21 Fakten kannst du beim kommenden «Game of Thrones»-Marathon angeben

Link zum Artikel

«SRF Deville» verkündet Pfadi-Putsch in Liechtenstein – diese finden's gar nicht lustig

Link zum Artikel

Brauchen wir einen Green New Deal, um eine Rezession zu vermeiden?

Link zum Artikel

Wie rechte Ideologen den Brand von Notre-Dame für ihre Zwecke instrumentalisieren

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
sentifi.com

Watson_ch Sentifi

Abonniere unseren Newsletter

14
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 09.04.2015 09:37
    Highlight Highlight Egal wo die Entwicklung im Moment steckt. Wir sind da bei den Anfängen einer neuen Produktkategorie, die bald das Normalste sein wird. Nehmen wir mal Abstand davon, dass es sich um eine Uhr handelt. Es geht um ein Steuergerät für unseren Alltag, das viele Funktionen umfasst. Per Handgelenk bardgeldlos zahlen, Türen öffnen, Automaten bedienen, Autos öffnen und starten, PC sichern und entsichern, ÖV-Nutzen, sich ausweisen, Status der Smartdeviceces sehen, Zeit, Kalender, Kurzmitteilungen, und und und. Dass das Ganze am linken Handgelenk stattfindet, ist bequem, bedienerfreundlich, aber eine Bedrohung der klassischen Uhr, die man als Schmuckstück aber weiterhin rechts tragen kann. Man kann damit den Status des urban-modernen Traditionalisten weiter ausbauen. Bleiben wir doch cool dazu. Das Beste wird noch kommen...
  • glüngi 08.04.2015 22:03
    Highlight Highlight Sehe keinen grund mir eine applewatch zu kaufen. Für das geld kriege ich eine schöne analoge uhr die monatelang wenn nicht sogar länger läuft und wasserfest ist. Fernsteuern kann ich das natel auch mit einem anständigen bt headset das einem zudem mehr mehrwert bietet als diese watch.
  • pixipou 08.04.2015 21:03
    Highlight Highlight Sehe noch immer keinen wirklichen Mehrwert. Habe ein iPhone. Warum sollte ich nun meine schöne analoge Uhr gegen eine Apple-/Smartwatch opfern? PS: Meinen Pulsschlag will ich nicht mit meinen Freunden teilen...
  • Haaz 08.04.2015 19:33
    Highlight Highlight Kann es sein, dass Apple sich die Journalisten aussucht und den Text der Journalisten revidiert? Im Grunde so wie es Nintendo gerne machen würde.
    Den gefühlt sind solche "Pre-Launch-Testberichte" immer sehr positiv gegenüber Apple.
    • Oliver Wietlisbach 08.04.2015 20:14
      Highlight Highlight Jein. Apple hat keinen direkten Einfluss auf die Testberichte, zumindest in der Schweiz nicht. Apple sucht sich aber seine Lieblingsjournalisten sehr genau aus und lädt nur diese an Produktpräsentationen (iPhone, iPad, Apple Watch) ein. In der Regel schreiben daher dem US-Konzern wohlgesinnte Journalisten die Testberichte.

      Andere Firmen sind einiges lockerer drauf, haben aber auch weniger Macht, um Medien zu beeinflussen. Ein sehr interessanter Artikel zum Thema heisst: "Wie Apple die Medien verbiegt …und warum alle mitspielen" https://krautreporter.de/85--der-apfel-fallt-nicht-weit-vom-bann
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 08.04.2015 21:50
      Highlight Highlight Ganz ehrlich, mir ist es egal, wie objektiv ein Tech-Artikel ist. Lieber enthusiastisch und positiv, als immer nur meckern. Ich bin fähig mir selber ein Urteil zu bilden.
    • Haaz 09.04.2015 07:14
      Highlight Highlight @andre, dass ist wohl Ihre Meinung.
      Ich jedoch möchte vor dem Kauf eines Produktes möglichst viel über das Produkt wissen. Dazu zähle ich auf eine Reihe von möglichst neutralen Reviews, welche alle Pros und Cons des Produkts auflisten.
      Das ist wie beim Abstimmen. Sie stimme auch erst ab, wenn Sie sich genug tief mit den Themen auseinandergesetzt haben. Oder wählen Sie basierend auf oberflächlichen Parteiparolen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • nimmersatt 08.04.2015 19:21
    Highlight Highlight Ich wette, der Schlusssatz war Vorgabe von Seiten Apple für den frühen Erhalt des Testgeräts
  • JJ17 08.04.2015 17:44
    Highlight Highlight Sony Smartwatches for the win! :)
  • mrgoku 08.04.2015 16:11
    Highlight Highlight cool. ich brauche meine uhr vor allem um die zeit nachzuschauen und als accessoire... diese "app" watches sind für mich daher kaka. was die kann, kann ein smartphone alles schon lange... schade, jetzt werden auch noch uhren verdigitalisiert... :(
    • Bowell 08.04.2015 17:04
      Highlight Highlight Dafür erhält man einen Service wie bei einem guten Uhrenhändler, mit Hilfe beim Auspacken und so...
  • Nightghost 08.04.2015 16:07
    Highlight Highlight Design ob schön oder nicht, ist Ansichtssache
    • goschi 08.04.2015 17:02
      Highlight Highlight Wollte schon schreiben
      "[..]Die neue Smartwatch sieht nicht nur gut aus,[..]"
      Ist eine sehr, sehr subjektive Äusserung, denn mMn. ist es mit eine der hässlichsten Smartwatches auf dem Markt, da gibt es wesentlich gelungenere Exemplare, die Apple Watch ist einfach ein etwas rungelutschter Klopper.

Sony enthüllt Details der Playstation 5: 8K-Grafik, SSD und kompatibel mit PS4

Dass Sony an einer neuen Playstation arbeitet, ist ein offenes Geheimnis. Nun plaudern die Japaner erstmals aus dem Nähkästchen.

Die kommende Playstation 5 unterstützt 8K-Grafik, 3D-Audio, superschnelle SSDs – und sie ist kompatibel mit Playstation-4-Spielen. Dies hat Mark Cerny von Sony dem renommierten Tech-Magazin wired.com verraten. Im Gespräch stellt Cerny klar, dass die neue Konsole, anders als die PS4 Pro, kein Upgrade der PS4 sei, sondern eine neue Konsolen-Generation darstelle.Die Playstation 5 verfüge demnach über neue Hardware, darunter eine Achtkern-CPU auf Basis der dritten Generation der Ryzen-Linie …

Artikel lesen
Link zum Artikel