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FBI Director James Comey testifies on Capitol Hill in Washington, Tuesday, March 1, 2016, before the House Judiciary Committee hearing on 'The Encryption Tightrope: Balancing Americans' Security and Privacy.' ( AP Photo/Jose Luis Magana)

FBI-Direktor James Comey fordert schon seit vielen Monaten immer wieder, Gerätehersteller müssten Hintertüren für die Sicherheitsbehörden in ihre Schutzsysteme einbauen.
Bild: AP

Streit mit Apple: Israelische Firma hilft dem FBI angeblich beim iPhone-Hack

Das FBI bekommt Hilfe bei der Entschlüsselung beim umstrittenen iPhone eines Terroristen – laut einem Zeitungsbericht von einer Firma aus Israel. Sollte der Hack gelingen, müsste die Behörde Apple aber wohl über die Lücke aufklären.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Wenn sich das FBI erfolgreich in das iPhone eines toten Attentäters in Kalifornien hacken kann, muss es die dabei verwendete Methode unter Umständen für Apple offenlegen. Sollte das Verfahren eine Schwachstelle in Apple-Software ausnutzen, könnte der Konzern diese dann schliessen und die US-Behörden wieder zurückwerfen.

Das FBI hatte am Montag überraschend mitgeteilt, dass dank der von einer «externen Partei» vorgeschlagenen Methode das iPhone 5C, um das seit Wochen heftig mit Apple gestritten wird, möglicherweise doch noch ohne Hilfe von Apple entsperrt werden kann. Bisher wurden keine Details zu dem Vorgehen genannt.

Das FBI bekomme Hilfe von der israelischen Firma Cellebrite, berichtet die Zeitung «Yedioth Ahronoth» (hier die englischsprachige Version auf «Ynet»).

Das Unternehmen ist eine Tochter von Sun Corp aus Japan und bekannt für seine Software, die die Datenwiederherstellung bei mobilen Geräten unterstützt. Es hat mehrfach mit Geheimdiensten und Ermittlungsbehörden zusammengearbeitet – auch mit dem FBI. Cellebrite lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Apple selbst weigert sich, dem FBI beim Entsperren des iPhones zu helfen und argumentiert, die dafür benötigte Software würde die Sicherheit für alle Nutzer senken.

Schwachstelle geheim halten?

Liegt der nun angewendeten Methode eine Sicherheitslücke zugrunde, müsste diese möglicherweise von einem Regierungsgremium geprüft werden. Es entscheidet, ob solche Schwachstellen geheim gehalten und von den Behörden ausgenutzt werden können – oder zur Sicherheit der Nutzer die betroffenen Anbieter informiert werden sollten. Die Abwägungsprozedur heisst «Equities Review».

Ein früherer Vizechef des Abhördienstes NSA, Chris Inglis, sagte dem Finanzdienst Bloomberg, die FBI-Methode sollte aus seiner Sicht einer «Equities Review» unterworfen werden. Ein früherer ranghoher FBI-Experte für Cybersicherheit, Leo Taddeo, betonte hingegen, die Behörden seien nicht verpflichtet, Schwachstellen offenzulegen, wenn sie nicht breit bekannt und nicht einfach zu missbrauchen seien.

Bisher habe die Regierung den Grossteil der Sicherheitslücken offengelegt, schrieb Bloomberg unter Berufung auf eine informierte Person. So seien in einem Jahr nur etwa zwei von rund 100 überprüften Schwachstellen zurückgehalten worden.

Der Fall FBI vs. Apple

Das FBI fordert von Apple ein Werkzeug, mit dem die US-Polizeibehörde ein iPhone entsperren kann. Apple will dieses Werkzeug aber nicht herstellen. Der Streit dreht sich um ein Handy, das einer der Attentäter von San Bernardino benutzt hat. Er hatte in der kalifornischen Stadt zusammen mit seiner Ehefrau am 2. Dezember 2015 14 Menschen mit Schusswaffen getötet und 21 weitere verletzt. Beide Täter wurden von der Polizei erschossen, ihre Tat gilt als islamistischer Terroranschlag.

Das FBI kann das Handy des Attentäters bisher nicht knacken und hat deswegen einen Gerichtsbeschluss erwirkt. Darin heisst es, Apple müsse der Polizeibehörde «angemessene technische Unterstützung» gewähren, um die Code-Sperre des Smartphones auszuhebeln. Apple-Chef Tim Cook erklärte in einem offenen Brief, das FBI wünsche sich eine spezielle Version des iPhone-Betriebssystems, die dort normalerweise integrierte Sicherheitsmechanismen aushebeln solle.

Konkret geht es um die Möglichkeit, mehr als zehn Sperrcodes automatisiert ausprobieren zu können. Das FBI könnte dann mit Hilfe eines Computers eine sogenannte Brute-Force-Attacke auf den Sperrcode des Handys durchführen, also rasend schnell eine Vielzahl von Codes durchprobieren. Cook verweigert die Herstellung eines solchen Werkzeugs bislang mit der Begründung, es könne, einmal geschaffen, beliebig viele andere iPhones entsperren. Die Anfrage der Behörden schaffe einen gefährlichen Präzedenzfall.

Das FBI beteuert, man wolle nur dieses eine iPhone entschlüsseln. Mittlerweile wurde jedoch bekannt, dass sich das Justizministerium der USA bereits in 15 Fällen um eine Umgehung der Schutzmechanismen bemüht hat. FBI-Direktor James Comey fordert schon seit vielen Monaten immer wieder, Gerätehersteller müssten Hintertüren für die Sicherheitsbehörden in ihre Schutzsysteme einbauen.

(fab/dpa)

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