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Offen ist, wie lang der Akku durchhält und ob die Uhr wasserdicht ist. Bild: getty images

Coole Features und einige offene Fragen

So fühlt sich die Apple Watch an

Diese Uhr stupst Sie an, und Sie können damit sogar Ihren Herzschlag verschicken: Beim ersten Ausprobieren macht die Apple Watch einen positiven Eindruck – sie kann deutlich mehr als marktübliche Smartwatches. 

matthias kremp, cupertino / spiegel online

Ein Artikel von

Spiegel Online

Als ich mir die Apple Watch anlege, fällt mir zunächst auf, wie angenehm sie auf dem Arm liegt. Weil ihr Gehäuse von allen Seiten abgerundet ist, stört sie beispielsweise nicht, wenn man seine Hand nach oben oder unten beugt. Übermässig dünn und leicht war der Prototyp, mit dem ich in Kalifornien hantieren konnte, zwar nicht, aber auch nicht schwerer als die Konkurrenz. Vielmehr fühlt sich die Uhr am Arm sehr hochwertig, edel und gleichzeitig robust an.

Als ich dann anfange, auf der Uhr herumzutippen, fällt mir etwas Ungewöhnliches auf: Die Uhr ist drucksensitiv. Wenn ich den Bildschirm nur antippe, geschehen andere Dinge, als wenn ich mit dem Finger etwas Druck ausübe. Mal öffnet sich nur eine Dialogbox, mal ein ganzes Untermenü. Das dürfte interessante Interaktionsmöglichkeiten ergeben, doch im Moment benutze ich lieber eine andere Methode, um mich durch die Möglichkeiten der Apple Watch zu hangeln: die Krone.

Ich dreh am Rad

Statt wie bei Android-Smartwatches auf dem Bildschirm zu fingern, macht man sehr viel über das seitlich ans Gehäuse montierte Drehrad, das wie bei einer mechanischen Uhr aussieht. Ein Druck darauf führt stets zum Hauptmenü zurück. 

Indem man die Krone dreht, kann man sich durch Menüs hangeln, Übersichten vergrössern und verkleinern oder Daten eingeben. Das macht Spass, ist schnell und macht einen intuitiven Eindruck.

CUPERTINO, CA - SEPTEMBER 09:  Apple CEO Tim Cook talks about the Apple Watch during an Apple special event at the Flint Center for the Performing Arts on September 9, 2014 in Cupertino, California. Apple unveiled the Apple Watch wearable tech and two new iPhones, the iPhone 6 and iPhone 6 Plus.  (Photo by Justin Sullivan/Getty Images)

Ein mechanisches Rad mit königlichem Namen. Bild: Getty Images North America

Und natürlich kann man auch Siri benutzen, die Spracheingabefunktion, die von den iPhones bekannt ist. Oft ist es am leichtesten, Befehle oder Texte per Sprache in die Uhr einzugeben, das hat sich schon bei anderen Smartwatches bewährt. 

Ohnehin gibt es vieles an der Apple Watch, was ich von anderen Smartwatches kenne: Sie kann E-Mails anzeigen und mich darauf reagieren lassen, sie zeigt Kurznachrichten an und ich kann damit telefonieren.

Mit diesem Video lancierte Apple seine Uhr an der Keynote

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Mickey-Mouse-Display und Gold-Look. video: youtube

Apples neuer Taptic-Trick 

Ungewöhnlich ist allerdings die Art, wie die Uhr auf neue Mitteilungen oder etwa einen Anruf aufmerksam macht: Sie stupst mich an, fast so, als würde mich jemand mit dem Finger antippen. Und damit nicht genug: Sie stupst mich sogar unterschiedlich an, je nachdem, ob sie eine neue E-Mail oder eine Termin ankündigen will. 

Bleibt abzuwarten, ob man sich die unterschiedlichen Stups-Arten wird merken können. Originell und ausgesprochen dezent ist diese Methode auf jeden Fall. 

Ein sehenswertes Hands-on-Video

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Die Apple-Uhr im ersten Test. video: youtube

Apple nutzt die Technik auch, um Stups-Gespräche mit anderen Uhrenträgern zu ermöglichen. Das heisst: Ich kann jemanden aus der Ferne anstupsen und ihn, wenn ich zwei Finger aufs Display lege, sogar meinen Herzschlag spüren lassen. Möglich macht es eine Technologie, die Apple Taptic nennt, abgeleitet von dem Begriff Haptik, der die Empfindungen beschreibt, die man hat, wenn man etwas anfasst. 

Natürlich kann ich auch einfach den Touchscreen benutzen, etwa, um Apps auszuwählen. Was mir dabei auffiel: Der Bildschirm zeigt alles sehr detailliert, kontraststark und scharf an. Die Auflösung dürfte hoch sein. Wie hoch, will Apple noch nicht verraten. Das Unternehmen sagt nur, dass es sich um einen Retina-Display handelt, so wie bei den iPhones.

Der Chefdesigner spricht

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Jony Ive wirbt für seine Uhr. video: youtube

Auch wenn Apple sich bei der Keynote am Dienstagabend sehr ausführlich mit der neuen Apple Watch beschäftigt hat: Viel verraten hat Firmenchef Tim Cook über das Gerät noch nicht. Es wurden keine technischen Daten bekanntgeben, auch keine Masse und Details wie etwa die Bildschirmauflösung. 

Offen ist auch, wie lang der Akku durchhält oder ob die Uhr wasserdicht ist. Man will sich bis zur Einführung der Uhr Anfang 2015 wohl die Möglichkeit offenhalten, noch zu ändern, was zu ändern ist. 

Hier erklärt Apple die Fitness-Funktionen

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Die Uhr soll zu mehr Bewegung animieren. video: youtube

Was man noch über Apples Uhr wissen muss

Ansonsten gibt es noch einige Kleinigkeiten, die man über Apple Watch wissen sollte:

• Sie funktioniert nur mit iPhones ab dem iPhone 5

• Sie stellt sich automatisch nach einer Zeitabfrage via Internet, passt sich also neuen Zeitzonen selbst an. 

• Über den zweiten Knopf an der Uhr ruft man jederzeit eine Liste seiner wichtigsten Freunde auf, denen man vor dort aus Nachrichten schicken kann. 

• Man kann den Musikplayer und die Kamera des iPhones fernsteuern. 

• Die Smartwatch taugt als Fernbedienung für ein Apple TV

• Sie beherrscht Apples neuen Continuity-Technik, man kann also einen auf der Uhr begonnenen Text auf seinem iPhone zu Ende schreiben. 

Mehr als ein Miniatur-Handy 

Nach dem ersten Ausprobieren der Apple Watch stellt sich bei mir der Eindruck ein, dass ich hier gerade die erste echte Smartwatch am Arm getragen habe. Während ich andere Computer-Uhren bisher immer als zweiten Handybildschirm oder Miniatur-Handy angesehen habe, macht diese hier den Eindruck, ein ganz eigenes Gerät zu sein. Eines, das mehr kann als alle Smartwatches, die ich bisher gesehen habe.

Wenn die Apple Watch auf den Markt kommt, wird man mit sich zwischen mehreren Modellen und Armbändern entscheiden können. Drei Varianten – Standard, Sport und Edition – stehen zur Wahl. In Cupertino zeigte Apple eine Vielzahl unterschiedlicher Farb- und Materialkombinationen. Die Armbänder sollen sich im Handumdrehen austauschen lassen.

Am Ende dürfte aber wohl der Preis das ausschlaggebende Kriterium für oder gegen einen Kauf sein. Ab 349 Dollar soll das Gerät zu haben sein. Wie weit die Preise nach oben gehen und in welchen Abstufungen, bleibt vorerst Apples Geheimnis. Wie vieles anderes. 



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