Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bildmanipulation

Diese App enttarnt Foto-Fälschungen 

Bild: Paul Hansen/ Dagens Nyheter 

Die neue App Izitru stellt Bildern im Internet ein Zeugnis aus: «Dieses Foto ist mit hoher Sicherheit authentisch», heisst es, wenn das Programm keine Bildmanipulation entdecken kann. Der Dienst soll Fotografen helfen, die Echtheit ihrer Bilder zu belegen. Das klappt ganz automatisch – und zuverlässig. 

06.05.14, 17:02

Ein Artikel von

Ob ein Bild echt oder frisiert, original oder kopiert ist, ist im Internet oft schwer festzustellen. Nur Experten können nachweisen, ob ein Bild nachträglich manipuliert wurde. Das ist ein Problem für all diejenigen, die authentische Bilder im Internet anbieten wollen: Wie können sie nachweisen, dass ihr Bild echt und nicht gefälscht ist? 

Der neue Online-Dienst Izitru (gesprochen «Is It True?», zu Deutsch: «Stimmt's?») will eine Antwort auf diese Frage gefunden haben. Er analysiert fragwürdige Bilder und gibt ein Urteil ab: «Starkes Vertrauen, Originaldatei von der Kamera» oder «Manipulation wahrscheinlich». Das Ergebnis wird als öffentliche Urkunde samt Bild und Analysedaten ausgestellt. Wer mit einem der automatischen Urteile nicht einverstanden ist, kann eine Neubewertung anregen. Schliesslich lautet das Izitru-Motto «zweifellos echte Fotos». Es richtet sich an Fotografen, nicht an Konsumenten. 

Hinter Izitru stecken zwei erfahrene Digitalbild-Experten, Kevin Connor und Hany Farid, letzterer ist ein ausgewiesener Experte im Nachweisen von Bildmanipulationen. Seine statistischen Methoden kommen auch bei Izitru zum Einsatz, wo Eingriffe mathematisch bewiesen werden können. 

Wenn Izitru ein Bild bemängelt, dann mit Recht 

Tatsächlich gibt es viele Ansätze, um einem Fotopfusch auf die Spur zu kommen. Die meisten Experten verlassen sich zunächst auf ein geübtes Auge, um typische Artefakte von Bildbearbeitungssoftware in verschiedenen Bestandteilen des Bildes aufzuspüren. Erstaunlich eindeutig funktioniert die sogenannte Error Level Analyse (ELA), mit der verschobene Bildelemente identifiziert werden können (hier ausprobieren). 

Paul Hansen, Fotograf der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter, mit seinem Siegesfoto der World Press Photo 2012 Bild: Keystone

Izitru wendet nicht alle bekannten Algorithmen auf die zur Prüfung hochgeladenen Bilder an. Es geht um eine schnelle und trotzdem sichere Einschätzung. Und wenn Izitru ein Bild bemängelt, dann mit Recht. Eine komplexere oder gar subtilere Manipulation ist derzeit bestenfalls manuell nachweisbar – und oft nicht einmal mit grosser Sicherheit, wie die Diskussion um die angebliche Bildmanipulation beim World Press Photo Award 2013 zeigte. 

Dort führte das all zu «magische» Siegerbild des norwegischen Fotografen Paul Hansen zu Streit um dessen Authentizität. Erst ein Experten-Gutachten anhand der originalen Raw-Dateien («frisch von der Kamera») konnte Hansen entlasten: «Es ist eindeutig, dass das veröffentlichte Foto im Hinblick auf allgemeine und einzelne Farbgebung und Farbtiefe retuschiert wurde. Darüber hinaus finden wir jedoch keinen Beweis für signifikante Fotomanipulation oder eine Zusammensetzung aus mehreren Bildern.» 

(fko) 



Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

Abonniere unseren Daily Newsletter

Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Schulen dürfen WhatsApp nicht mehr nutzen – die Lösung ist ganz einfach 

«Lehrer müssen Klassenchats auf Whatsapp löschen»: Mit dieser Schlagzeile sorgt die «Sonntagszeitung» für Diskussionsstoff. Die beste Alternative gibt's aus der Schweiz.

Überall in der Schweiz würden derzeit Lehrer und Schulleiter beraten, wie es nach der WhatsApp-Ära weitergehen solle, berichtet die «Sonntagszeitung» in aufgeregtem Tonfall. Denn seit einer Woche sei es illegal, «wenn sich Lehrer über diesen Messenger-Dienst mit ihren Schülern unterhalten».

Grund: WhatsApp ist neu ab 16 Jahren. So steht es in den geänderten Nutzungsbedingungen, denen die rund 6 Millionen Kunden hierzulande kürzlich zustimmen mussten.

«Jetzt dürfen die Lehrer über diesen …

Artikel lesen