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Abzocke im Ausland – diese 4 Roaming-Fallen musst du kennen

Jedes Jahr verkünden die Schweizer Telekomanbieter eine Senkung der Roaming Tarife. Trotzdem bleibt laut dem Vergleichsdienst moneyland.ch das mobile Telefonieren und Surfen im Ausland teuer.

13.06.18, 09:35 13.06.18, 13:22


«Mit exorbitanten Standardtarifen zocken die Telekom-Firmen ihre Kunden ab»

Ralf Beyeler, Telekom-Experte

Der Online-Vergleichsdienst moneyland.ch hat die aktuellen Schweizer Roaming-Tarife untersucht. Fazit: «Telefonieren und Surfen mit dem Handy im Ausland ist trotz den diesjährigen Tarifsenkungen in vielen Fällen immer noch teuer.» Je nach Provider gebe es jedoch riesige Preisunterschiede.

Moneyland.ch hat mit einem eigens programmierten Roaming-Rechner die jeweils günstigsten Roaming-Tarife aller 22 Schweizer Telekom-Anbieter verglichen.

Für das untersuchte Nutzungsprofil ging moneyland.ch von einem zweiwöchigen Aufenthalt mit einem Datenvolumen von 1 GB und 60 Anrufen mit einer Gesprächsdauer von je 2 Minuten aus.

Für die untersuchten fünf Reisedestination Spanien, USA, Kuba, Südafrika und Thailand waren im Vergleich die drei grossen Telekomanbieter Swisscom, Sunrise und Salt mit einer Ausnahme nie die günstigsten Anbieter. So schwingt in Spanien das Prepaid-Angebot von KOKO mit einem Preis von 25.95 Franken oben aus. Bei Sunrise, Swisscom und Salt kostet die gleiche Leistung jeweils mehr als das Doppelte.

Das gleiche Bild zeigt sich auch in den anderen untersuchten Ländern, wobei die Unterschiede meist sogar noch viel deutlicher ausfallen. Insbesondere ein Aufenthalt auf Kuba kommt Ferienreisende sehr teuer zu stehen. Mit 784.95 Franken ist Salt hier der günstigste Anbieter. Bei Sunrise müssen Schweizer Touristen für die gleiche Leistung happige 15'942.50 Franken hinblättern.

Dabei handle es sich um theoretische Werte, hält moneyland.ch auf seiner Website fest. «Die Mobilfunk-Anbieter sperren in der Regel die Verbindung, sobald Kosten von wenigen hundert Franken durch das Roaming entstanden sind.»

Handy-Nutzer sollten diese vier Kostenfallen kennen, um saftige Rechnungen und Umtriebe zu vermeiden:

Kurzes Verfallsdatum

Fast alle Telekom-Anbieter begrenzen die Gültigkeit der Roaming-Datenpakete, was die Kosten nach Ablauf deutlich ansteigen lassen könne. Viele Daten-Optionen sind nur bis 30 Tage nach Aktivierung gültig.

Eine noch kundenunfreundlichere Variante kenne Salt: So seien die Roaming-Optionen «Talk Europe/World» und «Internet Europe/World» nur bis zum 9. Tag eines Monats gültig, wie dem Kleingedruckten zu entnehmen sei.

«Die Branche sollte dieses Problem endlich angehen und Roaming-Pakete ohne Verfallsdatum offerieren»

Ralf Beyeler

Löbliche Ausnahme: Bislang biete einzig der kleine Anbieter Simply Mobile (eine Swisscom-Marke) Datenpakete an, die nicht verfallen.

Automatische Verlängerung

Eine weitere Kostenfalle besteht laut moneyland.ch darin, dass sich viele Roaming-Optionen Monat für Monat verlängern, wenn die Kunden Optionen nicht rechtzeitig kündigen. Auf diese Wiese bezahlen Kunden jeden Monat eine Roaming-Grundgebühr, wenn sie die Kündigung vergessen, selbst wenn sie seit Monaten wieder in der Schweiz sind.

Die Roaming-Hölleninseln

Während populäre europäische Destinationen wie Mallorca, die Kanarischen Inseln oder Madeira bei allen Providern zu Spanien beziehungsweise Portugal zugeordnet werden, gibt es für andere Inseln unterschiedliche Bestimmungen. So werden Hawaii (USA), Puerto Rico (USA), Réunion (Frankreich) oder Aruba (Niederlande) bei den meisten Schweizer Telekom-Anbietern zu teureren Tarifen als das entsprechende Land abgerechnet.

Immerhin gebe es auch angenehme Überraschungen: So rechnet Sunrise im Fall von Hawaii und Puerto Rico und UPC im Fall von Réunion mit dem günstigeren Europa-Tarif ab.

All-Inclusive-Verlockungen

Verschiedene Telekom-Anbieter werben mit vermeintlichen «Sorglos-Paketen» mit Inklusiv-Roaming. Doch aufgepasst: Die Inklusiv-Leistungen gelten längst nicht in allen Ländern. Bei den meisten Abos mit Inklusiv-Roaming seien nur Leistungen in europäischen Ländern abgedeckt. Ausserdem sei die Datenmenge für das Surfen im Ausland limitiert.

Fazit: Für den klassischen Ferienreisenden, der einmal pro Jahr bis zu zwei Wochen am Strand liege oder ein Land bereise, seien Abos mit Inklusive-Roaming in der Regel nicht geeignet. «Denn solche Abos sind wesentlich teurer als solche ohne Inklusive-Roaming.»

Was lernen wir daraus?

Für die Wahl der geeigneten Roaming-Option komme man um eine individuelle Berechnung nicht herum. «Schweizer Telekom-Anbieter haben oftmals viele verschiedene Optionen im Angebot. Klar ist, dass sich eine Option in der Regel gegenüber dem exorbitant hohen Standardtarif rechnet.»

Es kommt noch schlimmer mit dem Tarif-Dschungel: Je nach Anbieter können die gleichen Länder in unterschiedliche Regionen eingeteilt werden. Leider sei die genaue Berechnung der optimalen Lösung für Laien kaum durchführbar.

Und die EU?

Seit dem 15. Juni 2017 ist für EU-Bürger Schluss mit Roaming-Tarifen – seitdem heisst es auch im EU-Ausland «telefonieren wie zu Hause». Vor einem Jahr traten in der EU neue Regeln in Kraft, nach denen die Roaming-Gebühren bei der Handynutzung entfallen. Die Bilanz von Verbraucherschützern sei durchweg positiv. «Der prophezeite Bärendienst am Verbraucher durch steigende Preise ist ausgeblieben», sagt Lina Ehrig, die beim Bundesverband der Verbraucherzentrale in Berlin das Team Digitales und Medien leitet.
Eine Schwachstelle haben die EU-Regeln aus Sicht der Verbraucherschützer allerdings noch: Sie gelten nicht für Anrufe aus dem Heimatland in ein anderes EU-Land. Ruft ein Deutscher also einen Freund in Spanien an, kann es nach wie vor teuer werden. Doch auch das hat bald ein Ende: Erst in der vergangenen Woche einigten sich Unterhändler des Europaparlaments, der EU-Länder und der EU-Kommission darauf, diese Kosten künftig zu decken.
(sda)

(dsc/sda)

Weiterführende Informationen:
Medienmitteilung von Moneyland.ch

Panini!? Die schönsten Fussballsticker kommen aus Luzern

Video: srf

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Supermonkey 15.06.2018 16:49
    Highlight In Bangkok gibts gleich am Flughafen einen Schalter von AIS an denen man sehr günstig eine Traveller sim karte kaufen kann. Mit zb 6GB für 15tage für 599THB/ca. 20Fr.
    1 0 Melden
  • roebix3 13.06.2018 23:52
    Highlight Roaming <.< ich brauche vieles davon da Fernbeziehung in Deutschland. Das einzige Roaming Abo das sich bis anhin lohnte war das infinity L von Swisscom mit 12GB im Jahr. Leider führen die das nicht mehr. Für jemand der teilweise Roaming nur im Zug braucht sind solche Tagestarife gift. Meine 12GB kann ich mir dagegen über das ganze Jahr einteilen wie ich will.
    0 2 Melden
    • Isodor 15.06.2018 06:38
      Highlight Lösung: einfach ein Dous Handy kaufen und eine Simkarte von der EU.
      1 0 Melden
    • roebix3 15.06.2018 09:39
      Highlight Hat ich schon von vodafone. Kommt teurer als die jetzige lösung, da Volume jeweils nur 30 Tage gültig ist.
      0 0 Melden
  • Fanor 13.06.2018 17:14
    Highlight Wie kann man Ferien ohne Internet geniessen, wenn man nicht auf Watson kann???
    3 2 Melden
  • B-Arche 13.06.2018 15:08
    Highlight Für USA:
    Für $30 bekommt man bei T-Mobile für drei Wochen 2GB LTE data, danach 128kbit/s unlimited. Unlimited SMS ins Ausland, 1000 Minuten Gespräche in die USA (bsp Restaurant Tisch reservieren et.al.). Nach drei Wochen schaltet sich die Telefonnummer automatisch ab, keine Folgekosten.
    7 0 Melden
  • axantas 13.06.2018 14:39
    Highlight Auf die Idee von Salt mit dem Fallbeil zum 9. jeden Monats muss man erst mal kommen.

    Das ist eine extrem clevere Geschäftsidee. Du verkaufst eine Leistung für 30 Tage und kappst sie mit einer nachgelagerten Kondition möglicherweise nach einem Tag gleich wieder. Vermutlich ein Extra-Punkt in den AGB "Kundenverarschung"

    Wenn ich nicht bereits Nichtkunde wäre bei Salt, würde ich glatt den Anbieter wechseln, nur schon aus Prinzip.
    12 0 Melden
  • Snowy 13.06.2018 14:16
    Highlight 2/2:
    Trotz regem Mailverkehr sah Salt ihr Fehlverhalten nicht ein und blieb auf dem Standpunkt, dass irgendwo im Kleingedruckten steht, dass das Package 30 Tage oder jeweils bis zum 9. des Monats läuft...

    Dies obwohl mir der Verkäufer am Telefon das Package "für 30 Tage verkaufte".

    Das ist nicht mehr nur Kunden unfreundlich - das ist bewusste Abzocke. Das war letztes Jahr... unglaublich, dass Salt diese Praxis offensichtlich immer noch weiterführt!
    16 0 Melden
  • Snowy 13.06.2018 14:11
    Highlight "Eine noch kundenunfreundlichere Variante kenne Salt: So seien die Roaming-Optionen und «Internet Europe/World» nur bis zum 9. Tag eines Monats gültig, wie dem Kleingedruckten zu entnehmen sei."

    Dies musste ich schmerzlich erfahren.
    Habe mich vor einem Trip in die Ukraine extra erkundigt, welches Paket ich kaufen muss. Man bescheinigte mir eine 30-tägige Laufzeit und dass das Paket sich nicht automatisch verlängern würde...

    Nach einem verlängerten Weekend in Kiev dann der Schock: CHF 400.- Mobilerechnung... Das Datenpaket ist einen Tag (!) nach meiner Aktivierung bereits wieder erloschen.
    13 0 Melden
  • Raphael Stein 13.06.2018 12:28
    Highlight Offtopic:

    Ich war gerade in einem Salt Laden um eine Daten Prepaid Simkarte, für unsere Gäste aus dem Ausland, zu kaufen.

    Nach diesem Erlebnis überlege ich mir ein 100km langes Festnetzkabel zu kaufen.
    Gopf, nicht mal Service kennen die dort. Aber kassieren dann schon.
    Musste zweimal hin bis es endlich funktioniert. Und die Bedienung murrte zuerst noch in der Gegend rum.

    Und i.S. Ausland, ich kauf mir dort eine DatenSim und finito. Lasse anrufen, und skype zurück.
    14 0 Melden
    • Alterssturheit 13.06.2018 15:29
      Highlight übrigens...es heisst Saft Laden -:))
      7 0 Melden
  • chandler 13.06.2018 12:11
    Highlight Das diese "Standardtarife" überhaupt noch existieren, ist reine Abzockerei. Kann zum Glück in meinem Fall bei Swisscom deaktiviert werden, so dass nie ein Standardtarif aktiviert wird. Hätte ich bei UPC einen Vertrag, bin 1 Woche in den USA und benötige 1GB, zahle ich CHF 8000.00. Pakete ausserhalb Europa sind keine erhältlich.
    Das kann doch keiner rechtfertigen...
    3 8 Melden
  • Gsnosn. 13.06.2018 11:06
    Highlight Naja, stimmt zum Teil nicht. Mit den Swisscom Abo Vivo hat jeder gewisse GB in Europa inklusive und somit fallen kaum Roamingkosten an. Die GB gibt es einfach dazu, insofern schwierig zu berechnen was die Theoretisch kosten.
    5 3 Melden
  • bokl 13.06.2018 10:29
    Highlight Einfachster "Trick":

    In den Ferien einfach Ferien machen.

    Wenn es ohne Internet nicht geht 1-2x am Tag ein gesichertes W-LAN nutzen und gut ist.
    40 4 Melden
    • Hoppla! 13.06.2018 11:57
      Highlight Ich möchte die Möglichkeit mit einen kurzen Blick auf Google Maps die nächste gute (!) Cocktailbar zu finden, eine Reservierungsbestätigung zu checken, spontan ein Fahrrad zu mieten,... nicht missen.

      Wenn man natürlich "nur" am Strand liegt, sieht das wiederum anders aus.
      16 3 Melden
    • AllumeTaSalade 13.06.2018 12:00
      Highlight Internet kann einen aber die Ferien ziemlich erleichtern, z.B. mit googlemaps, airbnb, uber und co
      11 3 Melden
  • Ezi 13.06.2018 10:28
    Highlight Ich empfehle für Auslandaufenthalte eine Swiss-Simcard.
    2 4 Melden
  • Nelson Muntz 13.06.2018 10:23
    Highlight Ferien Offline geniessen ist günstiger und billiger. Man muss ja nicht alles immer im Liveticker auf Ista und FB posten.
    35 3 Melden
    • AllumeTaSalade 13.06.2018 12:01
      Highlight Billiger nicht unbedingt denn Internet hilft einen eine günstige Unterkunft und Fahrgelegenjeit zu finden,
      8 6 Melden

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