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Mit diesen 5 Tipps surfst du 2017 sicherer im Netz

Deine letzte Sicherungskopie ist Monate her? Und du benutzt für alle Onlinedienste das gleiche Passwort? Diese fünf einfachen Vorsätze für 2017 können Nutzer vor viel Ärger bewahren.

Jörg Breithut / spiegel online



Ein Artikel von

Spiegel Online

Wenn es um die Sicherheit unserer Daten geht, dann lassen wir das Thema gerne schleifen. Es ist wie mit dem Vorsatz, weniger Süssigkeiten zu essen: Das klappt nur kurz und schnell ist man wieder im alten Trott. «hallo» und «passwort» sind weiterhin ganz oben auf der Liste der meistgenutzten Passwörter. Doch wer zu lax mit seinen Daten umgeht, macht es Angreifern im Netz zu leicht. Wenn Angreifer unsere Adresse mitsamt Bankdaten erbeuten, dann ist das ärgerlicher als eine abgebrochene Diät.

Deshalb hier fünf einfache Tipps, wie du dich vor Datenverlust, Onlinebetrügern und neugierigen Beamten schützen können.

Stärkere Passwörter verwenden

Ja, auch eines meiner Passwörter steht in der Liste mit den meistgenutzten Passwörtern. Zwar ist damit nur der Zugang zu einem Online-Fussball-Manager geschützt, fahrlässig ist das trotzdem. Denn auf der Plattform kann ein Angreifer nicht nur meine Aufstellung für den kommenden Spieltag manipulieren, sondern auch persönliche Daten wie Adresse und Bankverbindung einsehen. Im Jahr 2017 will ich dieses Passwort endlich ändern.

Passwörter sollten immer mindestens acht Zeichen lang sein, Gross- und Kleinbuchstaben mischen und Sonderzeichen enthalten – Passphrasen mit ganzen Satzteilen sind dabei oft leichter zu merken als wirre Buchstabenfolgen. Und vor allem sollte man nie das gleiche Passwort für mehrere Profile verwenden, sondern jeden Account mit einer anderen Zeichenfolge schützen. Wer dabei die Übersicht verliert, kann einen Passwort-Manager verwenden wie 1Password oder Dashlane. Dafür muss man sich nur noch ein Master-Passwort merken.

Regelmässig Back-ups erstellen

Abschlussarbeiten, Urlaubsfotos, Geschäftsunterlagen: Auf Festplatten lagern oft wichtige Daten, die neben einem finanziellem vor allem einen ideellen Wert haben.

Wenn der Speicher aber plötzlich versagt oder man Opfer von sogenannter Ransomeware wird, bei der Kriminelle sozusagen die eigenen Daten als Geisel nehmen, haben viele Nutzer ein grosses Problem. Zerstörte Festplatten können zwar von Profis gerettet werden. Meistens kostet das aber viel Geld. Für eine aufwendige Rettungsaktion werden schnell bis zu 1000 Euro fällig. Manchmal bieten Sicherheitsfirmen auch kostenlose Keys an, mit der Opfer bekannte Ransomeware loswerden können. Oft fehlen diese aber oder werden erst nach Monaten bereitgestellt.

Wer gar nicht erst in so eine Situation kommen will, sollte seine Daten regelmäßig absichern. Für ständige Back-ups eignen sich zum Beispiel Netzwerkspeicher wie die Time Capsule von Apple oder NAS-Server mit Festplatten, die über WLAN mit dem Rechner verbunden sind.

Damit läuft die Sicherung über Apple- und Windows-Rechner im Hintergrund ab und muss nicht erst extra angestossen werden. Wer ganz sicher gehen will, setzt auf zwei Speicherwege und -medien, falls auch eine Sicherungskopie ausfällt.

Freunde zu verschlüsselten Messengern überreden

Fast jeder, der ein Smartphone hat, nutzt den populären Messenger WhatsApp. Auch Omas, Eltern und Tanten sind mittlerweile über die App erreichbar, oder über den Facebook Messenger.

Facebook will aber seit diesem Jahr Nutzerdaten von seiner teuer aufgekauften Tochter WhatsApp sehen. Datenschützer und die EU-Kommission sehen die Verschränkung der beiden Dienste kritisch – auch wenn WhatsApp im Jahr 2016 immerhin eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingeführt hat.

Wer bei seiner Kommunikation nicht allein einem Unternehmen die Hoheit über seine Daten geben will, kann günstige Alternativen für das Smartphone prüfen. Darunter etwa die Apps Threema aus der Schweiz oder Signal. Das ist eine App, die auch der NSA-Whistleblower Edward Snowden als sicheren Messenger empfiehlt.

Der Haken daran: Die beiden Dienste haben längst nicht so viele Nutzer wie WhatsApp. Wer dauerhaft umsteigen will, sollte deshalb gleich auch Freunde und Familie überreden, auf einen anderen Messenger umzusteigen.

Nur mit VPN im offenen WLAN surfen

Es ist bequem und schont das Datenvolumen, wenn man sich am Flughafen, im Café und in der Bibliothek in ein öffentliches WLAN einwählt. Doch selbst wenn der Anbieter vertrauenswürdig ist, sollte man vorsichtig sein beim Surfen in solchen Netzwerken. Denn im Gegensatz zum heimischen Netzwerk können die Nebensitzer theoretisch den Datenverkehr mitlesen, da ein offenes WLAN in der Regel unverschlüsselt ist.

Um ganz sicherzugehen, hilft nur ein virtuelles privates Netzwerk, kurz VPN. Damit werden die Daten zunächst verschlüsselt in einer Art Tunnel an einen sicheren Server gesendet und erst von dort aus unverschlüsselt weitergeleitet.

Es ist nicht ganz leicht, ein VPN einzurichten, doch mit den hier verlinkten, teilweise sogar kostenlosen Tools lassen sich auch iPhones und Android-Smartphones ohne grosse Mühe schützen.

Öfter die Spuren im Netz verwischen

Das Tor-Netzwerk verschleiert die Spuren, die man beim Surfen im Netz hinterlässt. Das bedeutet aber auch, dass man nur deutlich langsamer surfen kann als gewohnt.

Für Tor-Neulinge eignet sich das Tor-Download-Paket, bei dem bereits ein modifizierter Firefox-Browser mitgeliefert wird. Die Installation ist simpel und der Browser in wenigen Minuten eingerichtet. Allerdings dauert alles ein bisschen länger beim Surfen im Internet und nicht alle Websites werden richtig angezeigt. Dafür lässt sich die IP-Adresse nicht mehr nachverfolgen.

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Wombat94 04.01.2017 17:27
    Highlight Highlight Tipps zum sicheren Surfen und dann soll man über Tor ins Darknet?
    Klar surft man Anonym wenn man weiss was man tut aber sicherer als das Opennet ist es sicher nicht
    0 1 Melden
  • lilie 03.01.2017 09:02
    Highlight Highlight Auch ein guter Tipp: Passwörter durch die Anfangsbuchstaben von Sätzen bilden: "Meine Grossmutter rastet regelmässig im 7. Stock aus" -> MGrri7Sa

    (Super Tipp von Lilie, die das weiss und trotzdem nicht macht 😒).
    16 1 Melden
    • lilie 03.01.2017 12:39
      Highlight Highlight @xlt: Es sind die geforderten acht Zeichen... aber du kannst sie ja auch im 712. Stock ausrasten lassen, dann hast du zwei Zeichen mehr... ;)
      5 1 Melden
    • lilie 03.01.2017 18:31
      Highlight Highlight @xlt: Der Artikel empfiehlt 8 Zeichen. ;)

      Du kannst die Oma aber ja noch grössenwahnig sein lassen und Tango im Estrich tanzen lassen. Das gibt gleich nochmals 6 Zeichen.

      Und wenn du dir das immer noch zu wenig ist, verwurstest du das erste Kapitel von Harry Potter zu einem Passwort. Das ist dann hoffentlich genug lang. Nur merken kannst du es dir dann vielleicht nicht mehr. ;)
      2 0 Melden
    • SwissGTO 04.01.2017 02:05
      Highlight Highlight In meinem Passwortmanager sind mitlerweile über 100 Passwörter gespeichert. Ohne geht gar nicht mehr. Wer kann sich schon 100 verschiedene Sätze merken...
      0 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rick Blaine 03.01.2017 08:43
    Highlight Highlight Wer nicht will, dass seine Mails mitgelesen werde, sollte auch seine hotmail/outlook/gmail Mailadresse löschen. Ein guter Anbieter ist etwa https://posteo.de/de. Kostet 1€/Monat aber das es mir wert.
    3 1 Melden
    • dmark 03.01.2017 11:55
      Highlight Highlight Oder man holt sich einen Server mit eigener Domain. Das macht auch sogleich etwas mehr her. :)
      1 0 Melden
  • kuhrix 03.01.2017 08:33
    Highlight Highlight Zu den Passwörtern noch das obligatorische XKCD-Comic:
    User Image
    14 0 Melden
    • Julian Steinmann 03.01.2017 08:52
      Highlight Highlight Korrekt, solange kein Dictionary-Angriff verwendet wird.
      3 2 Melden
    • rothi 03.01.2017 09:25
      Highlight Highlight Viel Spass bei 4 Zufallswörtern und Dictionary Angriff :) Keine Chance, das zu knacken.
      5 2 Melden
  • fant 03.01.2017 08:25
    Highlight Highlight Backup: Nur dann ein Schutz gegen Ransomware, wenn die Backup-Daten normalerweise nicht vom PC aus erreichbar sind. Sonst wird bei einer Infektion nämlich auch gleich das Backup verschlüsselt...

    Also entweder jeweils manuell verbinden oder als "pull" von einem separaten Backup-Rechner (statt als "push" vom PC) umsetzen...
    7 1 Melden
  • loccodelcocco 03.01.2017 08:23
    Highlight Highlight Simpel: Daten gar nicht mehr auf dem Desktop speichern, sondern direkt auf dem gespiegelten Netzwerk-Speicher (z.B. Synology NAS). Diesen dann über das Internet mit einem befreundeten NAS (z.B. Bei den Eltern) spiegeln und sich gegenseitig Backup-en. So ist auch falls es mal brennt ein günstiges, sicheres, örtlich getrenntes Backup vorhanden.
    5 1 Melden
    • Madison Pierce 03.01.2017 17:31
      Highlight Highlight Wie ich gelesen habe, können die Synology die Daten verschlüsselt auf einen Cloudspeicher spiegeln. Man kann also seine 1TB Speicher von Office 365 oder so nutzen, ohne von Hand (bzw. mit Scripts und GPG) verschlüsseln zu müssen.
      1 1 Melden
  • Madison Pierce 03.01.2017 07:57
    Highlight Highlight Backup: Wichtig ist es, mindestens eine Kopie der Sicherung ausserhalb der Wohnung aufzubewahren. (Ich sichere auf 2 USB-Disks, wovon ich jeweils eine bei den Eltern aufbewahre.)

    Tor: Weit "schlimmer" als die Bekanntgabe der eigenen IP-Adresse (welche meist eh dynamisch ist) sind die auf Websites eingebetteten Tracker. Google, Facebook etc. wissen so, welche Seiten man besucht. Ghostery blockt diese Tracker. (Als Nebeneffekt wird der Seitenaufbau schneller, da weniger JavaScript-Code vom Browser ausgeführt werden muss.)
    17 0 Melden
    • almlasdn 03.01.2017 08:40
      Highlight Highlight Wie sieht es mit privacy Badger aus? Ist das auch "zum Gebrauch freigegeben"?
      4 0 Melden
    • Madison Pierce 03.01.2017 17:30
      Highlight Highlight Kenne den Privacy Badger selbst nicht, aber er kommt von der EFF, welche ich als sehr vertrauenswürdig einstufe.

      Und wenn ich so die Tests überfliege, scheint er spätestens seit Version 2 gut zu funktionieren.
      0 0 Melden
  • almlasdn 03.01.2017 07:39
    Highlight Highlight Merken, es bringt aber nichts, mit Tor seine Mails auf gmail zu lesen.
    18 0 Melden

2019 ändert sich WhatsApp – und es wird dir nicht gefallen (Spoiler: Werbung)

Lange war darüber spekuliert worden, nun hat es Facebook bestätigt: WhatsApp gibt es künftig mit Werbung.

«Wir bringen in den Status-Meldungen künftig Werbung», sagte WhatsApp-Chef Chris Daniels am Mittwoch. Mit Anzeigen im Status-Bildschirm Geld zu verdienen, werde für das Unternehmen zur primären Finanzierungsquelle.

Wann genau Werbung in den Status-Meldungen Einzug halten wird, liess Daniels offen. Seit Wochen und Monaten wurde darüber spekuliert, dass Facebook ab Anfang 2019 Werbung in WhatsApp testen werde. Nun scheint sich das zu bewahrheiten.

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