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FILE - In a Tuesday, Feb. 11, 2014 file photo, Director of National Intelligence James Clapper testifies on Capitol Hill in Washington. The North Koreans passed word they wanted a high-ranking U.S. government official for the job, so President Barack Obama sent Clapper, a gruff former general, to spirit home two Americans held captive by the hard-line communists. Clapper is no diplomat by training, and that's perhaps just why he earned the clandestine call. (AP Photo/Lauren Victoria Burke, File)

US-Geheimdienstdirektor James Clapper erklärt, wie smarte Häuser und Autos den Geheimdiensten beim Spionieren helfen können. Bild: AP

Vernetzte Haushalte und Autos sind praktisch – vor allem für schnüffelnde Geheimdienste

Wer seine Wohnung vernetzt, kann sich den Alltag erleichtern – und anderen vielleicht auch. In einem aktuellen Bericht legt der US-Geheimdienstdirektor nahe, dass das Internet der Dinge beim Spionieren helfen könne.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Nicht nur die Tech-Branche verspricht sich viel vom sogenannten Internet der Dinge. Wenn vom Kühlschrank bis zum Thermostat erst einmal Hunderte Millionen Haushaltsgegenstände mit dem Internet verbunden wären, könnten davon auch die Geheimdienste dieser Welt profitieren – durch Sicherheitslücken, vielleicht aber auch durch Hintertüren, die absichtlich oder gezwungenermassen in die Geräte eingebaut wurden.

Dass solche Gedanken nicht abwegig sind, zeigt ein aktueller Bericht von James Clapper, dem amerikanischen Geheimdienstkoordinator. In dem «Worldwide Threat Assessment of the US Intelligence Community» betitelten Dokument (hier als 33-seitiges PDF) geht Clapper auf Gefahren und Bedrohungen rund um den Globus ein, «Cyber und Technolgy» ist gleich das erste Thema.

Die Auswirkungen neuer Technik auf den Lebensstil der Gesellschaft und die Arbeit der Geheimdienste seien in den nächsten Jahren grösser denn je, beginnt Clapper den Abschnitt. Wenn die Hersteller Geräte auf den Markt brächten, die nur minimalen Sicherheitsanforderungen genügten, dann sei das ein Problem für die zivile Infrastruktur – und für die US-Regierungssysteme. «Diese Entwicklungen werden eine Herausforderung für unsere Cyberabwehr und unsere Spionagepraxis sein, aber auch neue Möglichkeiten für unsere Ermittler schaffen.»

Unter dem Stichwort «Internet der Dinge» schreibt Clapper, Geheimdienste könnten mit dem Internet vernetzte Dinge unter anderem zum Identifizieren, zum Überwachen oder zum Orten nutzen, «oder, um Zugang zu Netzwerken und Anmeldedaten zu bekommen». So direkt hat das bislang kein hochrangiger Geheimdienstfunktionär formuliert.

Internet der Dinge Internet of Things LG WLAN

Im Smart Home sind alle Geräte mit dem Internet verbunden und «kommunizieren» untereinander. Bild: lg

Auch KI und VR sind Themen

Neben dem Internet der Dinge, zu dem Clapper auch selbstfahrende Fahrzeuge zählt, geht der Geheimdienstdirektor im Tech-Teil des Berichts zum Beispiel auf die Entwicklungen in den Bereichen künstliche Intelligenz (KI) und Virtual Reality (VR/AR) ein. Während Clappers Beschreibung zur VR ohne echte Bewertung daherkommt («VR erlaubt Nutzern Erfahrungen in menschengemachten Umgebungen, die gänzlich von der Realität abgeschnitten sind»), nennt er beim Thema KI konkretere Risiken der Technologie.

Dadurch, dass stärker auf KI gesetzt werde, die selbst Entscheidungen trifft, entstünden neue Schwachstellen für Cyberattacken, warnt Clapper. «Falsche Daten und unvorhergesehenes Verhalten von Algorithmen hat in der Vergangenheit schon Fluktuationen im Aktienmarkt ausgelöst, weil man sich auf den automatisierten Handel von Finanzinstrumenten verlassen hat.»

Das Kapitel schliesst mit einer Auflistung jener Staaten, die aus Clappers Sicht für die USA die grösste Bedrohung im Tech-Bereich darstellen: Russland, China, Iran und Nordkorea. Zusätzlich gibt es noch den Punkt «Nichtstaatliche Akteure», dort sortiert Clapper zum Beispiel Terroristen und die Macher von Erpressersoftware ein.

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