Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
werbung tv

Android-Apps erfassen Ultraschall-Signale, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind. Bild: shutterstock

Der Spion, der aus der TV-Werbung kam: So werden Handy-Nutzer per Ultraschall überwacht



Deutsche Sicherheitsexperten haben mindestens 234 Apps für das Google-Betriebssystem Android entdeckt, die Nutzer über verschiedene Geräte hinweg mit Ultraschall-Signalen verfolgen.

Die Apps lauschen auf entsprechende Töne, die in Fernsehwerbung untergebracht ist oder von den Lautsprechern in verschiedenen Geschäften wiedergegeben wird. Das sogenannte «Ultraschall-Leuchtfeuer», das insgesamt auf mehreren Millionen Smartphones weltweit installiert ist, wird insbesondere für Werbekampagnen ausgenutzt.

«Mit einer Technologie namens Ultrasound Cross-Device-Tracking (uXDT) können Android-Apps Ultraschall-Signale tracken, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind. Das Smartphone protokolliert dann Werbespots, Fernsehsendungen oder Internetseiten, die ihr euch momentan anschaut und übermittelt diese Daten an Firmen.»

Mobilegeeks

So kann die App einer Handelskette beispielsweise registrieren, wenn ein Nutzer eine bestimmte Filialen betritt. Oder sie wird durch die Ausstrahlung bestimmter Werbespots im Fernsehen ausgelöst und der Handy-Nutzer als Empfänger des Werbespots identifiziert.

Die vier Forscher von der Technischen Universität Braunschweig hatten für ihre Studie, die an einer Sicherheitskonferenz in Paris vorgestellt wurde, insgesamt 1,3 Millionen Apps analysiert. Bei einer vergleichbaren Untersuchung vor einem Jahr nutzten gerade einmal sechs Apps Ultraschall-Tracking, nun sind es mindestens 234.

So funktioniert Ultraschall-Tracking

Beim Ultraschall-Tracking werden Signale im Frequenzbereich zwischen 18 und 20 kHz ausgestrahlt, der für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbar ist. Entsprechend ausgestattete Smartphone-Apps können allerdings diese Signale empfangen, die dann für Werbezwecke verwendet werden. So könnte beispielsweise eine Restaurant-Kette die Smartphones in der Umgebung anfunken und somit erkennen, ob ein Anwender sich gerade in der Nähe einer Filiale befindet.

Die Wissenschaftler entdeckten insbesondere in Südostasien eine starke Nutzung. Dort würden auch bekannte Konzernen wie McDonald's oder Krispy Kreme in ihren Apps die Lauschsoftware anbieten. Aber auch in 4 von 35 untersuchten Geschäften aus zwei europäischen Städten habe man die zu den Apps passenden Ultraschallsender gefunden.

Europa bislang verschont

Zur Zeit seien die Nutzer hierzulande noch einigermassen von der Technologie verschont. «In Europa gibt es zumindest noch keine Fernsehsender, die Werbung mit Ultraschall-Beacons ausstrahlen», schreibt das Tech-Portal Winfuture.

Allerdings werden auch in Europa Technologien eingesetzt, um Android- und iPhone-Nutzer zu tracken. Smartphone-Nutzer werden beispielsweise durch die MAC-Adresse der WLAN-Schnittstelle eines Smartphones identifiziert, sobald sie sich in der Nähe eines Geschäfts oder einer Bar befinden, um ihnen beispielsweise personalisierte Werbebotschaften zu senden.

Wer sich vorsorglich vor Ultraschall-Tracking schützen will, entzieht allen Apps die Berechtigung zur Nutzung des Mikrofons, wenn es für die jeweiligen Apps eigentlich keinen Sinn macht.

Das könnte dich auch interessieren:

(oli/sda/dpa)

Galaxy S8 und Galaxy S8 Plus im Test

Das könnte dich auch interessieren:

Fotograf schiesst DAS Foto der Notre-Dame und muss sich nun gegen Fake-Vorwürfe wehren

Link zum Artikel

Das grösste Verdienst von Tesla sind nicht die eigenen Autos

Link zum Artikel

Schluss mit Lügen! So lässt sich die ganze Welt allein mit grüner Energie versorgen

Link zum Artikel

Vergiss Tinder! Hier erfährst du, welches Potenzial deine Fassade hat 😉

Link zum Artikel

17 katastrophale Tinder-Chats, die definitiv niemanden antörnen

Link zum Artikel

Vermisst und wieder aufgetaucht – 9 Fälle von Kindern, die verschwunden waren

Link zum Artikel

Mit diesen 21 Fakten kannst du beim kommenden «Game of Thrones»-Marathon angeben

Link zum Artikel

«SRF Deville» verkündet Pfadi-Putsch in Liechtenstein – diese finden's gar nicht lustig

Link zum Artikel

Brauchen wir einen Green New Deal, um eine Rezession zu vermeiden?

Link zum Artikel

Wie rechte Ideologen den Brand von Notre-Dame für ihre Zwecke instrumentalisieren

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
sentifi.com

Watson_ch Sentifi

Abonniere unseren Newsletter

14
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Charlie Brown 08.05.2017 20:10
    Highlight Highlight Ist das technisch bei TV-Spots machbar? Bin leider inzwischen zu weit weg von der Materie, meine Vermutung wäre aber, dass dieser Frequenzbereich sowohl bei der digitalisierung der Tonspur wegkomprimiert wird als auch dass die Lautsprecher der TVs diese nicht übertragen können. Sind aber wie gesagt nur Vermutungen. Kann da jemand Auskunft geben?
    • Ueli der Knecht 08.05.2017 20:46
      Highlight Highlight Der Zugriff aufs Mikrofon macht das Problem. Ultraschall braucht es nur Signaturen/Beacons (zB. von Lokalitäten), die von den Benutzern nicht gehört/bemerkt werden sollen. Bei TV-Werbungen braucht es kein Ultraschall, weil der hörbare Ton ausreicht, um festzustellen, welche Werbung/TV-Programm du schaust (http://bit.ly/2pZirrd).

      Man kann sich schützen, indem man Apps, die keinen Zugriff aufs Mikrofon benötigen, diesen aber verlangen, entfernt:
      Android: Settings → Personal → Privacy → Privacy Guard;
      Android 7: Settings → Apps → App Permissions;
      iOS 10: Settings → Privacy → Microphone
    • Charlie Brown 09.05.2017 07:41
      Highlight Highlight So weit so klar. Gemäss Artikel wird aber Ultraschall in den TV-Spots eingesetzt. Kommt das US-Signal nun durch Komprimierung und die Bandbreite der Boxen beim Mikrofon meines Phones an?
    • pedrinho 09.05.2017 14:49
      Highlight Highlight @charlie
      ISO/IEC 13818-1
      SilverPush SDK (aus indien bereits 2014)

      Grenzfrequenz IMO +- 20kHz (mpeg-2) ob mit den verbauten lautsprechern ? ich zweifle.

      Heisst allerdings nicht, dass es nicht doch geht,
      es muss nicht ultraschall sein, ich erinnere mich an eine arbeit ueber "chirp pulses" die selbst im hoerbaren bereich kaum wahrgenommen werden koennen.

      In einem Ru-forum war mal die rede von "chirps" msecs vor und nach werbung (AstraSat) und diese zu nutzen werbefrei aufzuzeichnen.


      Man muesste mehr zeit haben......

    Weitere Antworten anzeigen
  • scheppersepp 08.05.2017 20:01
    Highlight Highlight Super. Jetzt schnüffeln uns auch noch Firmen aus... NSA, CIA, etc. reichen ja nicht. Es wäre jetzt aber interessant zu wissen welche apps das sind...
    • Schne 09.05.2017 12:11
      Highlight Highlight Ja, der Bericht ist nur halb so viel wert, wenn die Apps nicht an den Pranger gestellt werden.
  • Oberon 08.05.2017 19:42
    Highlight Highlight Ich finde das eine eher schlechte Entwicklung, wer kann mir sagen das wir im unterbewussten so nicht manipulierbar sind? Wieso gibt es keine Deklarationspflicht für Überwachungstätigkeiten oder ähnliches in diesem Zusammenhang?
    • wipix 09.05.2017 05:44
      Highlight Highlight Das Unterbewusstsein wird schon lange manipuliert. Die Werbung nutzt verschiedene Wege, über Sinneswahrnehmungen unseren Konsum zu steuern und beschäftigt dafür auch entsprechend ausgebildete Spezialisten.
      Hier werden einfach neue, zusätzliche Möglichkeiten genutzt.
    • Oberon 09.05.2017 10:47
      Highlight Highlight Naja, man muss schon zwischen den Methoden unterscheiden, visuelle Übermittlungen sind ohne entsprechende Vorbereitung des Ziels nicht wirklich effektiv. In Kombination mit Ultraschall-Tracking können weiter Optionen genutzt werden und das macht die ganze Geschichte gefährlicher.
  • Jokerf4ce 08.05.2017 19:21
    Highlight Highlight 1984
    • Wehrli 09.05.2017 15:41
      Highlight Highlight Panik

Sicherer als WhatsApp? IT-Experten haben versucht, Threema zu hacken

Deutsche Forscher haben die Android- und die iPhone-Version des Schweizer Messengers unter die Lupe genommen.

Bestnoten in Sachen Sicherheit: So fassen die Entwickler der Threema-App die Ergebnisse einer Untersuchung zusammen, die sie in Auftrag gegeben haben.

Deutsche IT-Sicherheitsexperten haben den Messenger-Dienst «während den letzten Monaten einer eingehenden Prüfung unterzogen», schreiben die Verantwortlichen der in Pfäffikon SZ angesiedelten Firma. Das Resultat: «Es wurden keine kritischen Schwachstellen gefunden».

Der Audit-Bericht sei in vollem Umfang einsehbar (hier als PDF). Die «wenigen …

Artikel lesen
Link zum Artikel