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Der neue Hauptsitz hat eine 17-Megawatt-Solaranlage auf dem Dach. Bild: apple

Apple setzt Zeichen im Kampf gegen den Klimawandel

Der iPhone-Hersteller forciert die Umweltschutzbemühungen: Alle Anlagen weltweit werden nun mit 100 Prozent erneuerbarer Energie betrieben.



Das Wichtigste in Kürze:

* Zum Vergleich: Das Schweizer AKW Leibstadt kann «im Volllastbetrieb» 1275 MW ins Stromnetz einspeisen.

«Seit 2001 haben wir durch unsere Projekte für Erneuerbare Energien verhindert, dass fast 2,1 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre gelangten.»

Apple lobt sich selbst

In der aktuellen Medienmitteilung hebt Apple unter anderem den neuen Hauptsitz in Cupertino, Kalifornien, sowie Solarprojekte in China hervor (dazu gleich mehr).

Apple Park sei jetzt das grösste LEED-zertifizierte Bürogebäude in ganz Nordamerika (mit der Höchstbewertung «Platinum»).

Der neue Hauptsitz werde mit sauberer Energie aus verschiedenen Quellen betrieben, darunter eine 17-Megawatt-Solaranlage auf dem Dach und Biogas-Brennstoffzellen (4 Megawatt). Die Anlage speise bei geringer Auslastung Strom ins öffentliche Energieversorgungsnetz der Stadt Cupertino ein.

Apple Park, September 2017, Besucherzentrum des neuen Apple-Hauptsitzes in Cupertino, Kalifornien.

Im Besucherzentrum lässt sich der neue Apple-Hauptsitz auf dem iPad erkunden. Bild: watson

Weiter heisst es in der Medienmitteilung, es würden Wind- und Solaranlagen in sechs Provinzen Chinas gebaut, mit einer Kapazität von über 485 Megawatt, «um die Emissionen der vorgelagerten Produktion zu reduzieren». Gemeint sind damit wohl vor allem die riesigen iPhone-Produktionsstätten von Foxconn.

2015 hatte Apple angekündigt, die Auftragsfertiger in China innert fünf Jahren mit sauberem Strom zu versorgen.

Gibt's einen Haken?

Ja. Zumindest einen kleinen: Apple speichert gewisse iCloud-Daten nicht in seinen eigenen Rechenzentren, sondern bei der Konkurrenz, und damit in Anlagen, die nicht nur mit Strom aus erneuerbaren Energien wie der Sonne oder Windkraft betrieben werden. Laut Angaben in einem offiziellen Support-Dokument von Apple («iOS Security Guide», PDF) handelt es sich um Cloud-Rechenzentren von Amazon (S3) und Google.

Die gute Nachricht, was den Umweltschutz anbelangt: Apple baut derzeit zwei neue Rechenzentren in Dänemark, die vom ersten Tag an mit 100 Prozent erneuerbarer Energie betrieben werden sollen. Die Standorte sind Viborg und Aabenraa.

Und auch Google setzt auf erneuerbare Energien. Anfang April gab der aus der Schweiz stammende Google-Topmanager Urs Hölzle in einem Firmen-Blog-Beitrag bekannt, dass sein Unternehmen 2017 erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Energien gekauft habe, als es weltweit verbraucht habe. Damit sei Google der weltgrösste Käufer von «grünem» Strom.

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In Singapur, wo der Platz knapp ist, wurden auf über 800 Hochhäusern Solarpanels aufgestellt.  bild: apple

Apple dürfte Vorsprung ausbauen

In der jüngsten Bewertung der weltgrössten Tech-Konzerne durch Greenpeace im vergangenen Oktober hatte Apple gute Noten erreicht. Der iPhone-Hersteller landete bei der Gesamtbewertung hinter der vergleichsweise kleinen niederländischen Firma Fairphone auf dem zweiten Platz.

Greenpeace Report Green Guide

So hat Greenpeace die Umweltschutzbemühungen der Tech-Konzerne Ende 2017 bewertet. screenshot: greenpeace.org

Was die Energieversorgung betrifft, erreichte Apple die beste Bewertung (Note A-), deutlich vor Google und den anderen grossen Konkurrenten wie etwa Samsung oder Microsoft.

Bild

Ausschnitt aus dem «Guide to Greener Electronics 2017». screenshot: greenpeace.org (pdf)

Frühere Berichte zum Thema:

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Die herzigste Solaranlage der Welt steht in China

abspielen

Video: srf

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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Koala91 10.04.2018 07:35
    Highlight Highlight Haters gonna hate...

    ... Ich finde das super von apple. Sie sind zurecht auf dem 1. platz des IT-Nachhaltigkeitsratings. Klar, damit ist die welt noch nicht gerettet, aber das ist schon sehr viel mehr als andere billig-smartphone-hersteller tun.
  • Miikee 10.04.2018 06:55
    Highlight Highlight Google scheint zumindest das Ziel schon erreicht zu haben. Hier noch eine andere Grafik: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Google-Einkauf-sauberer-Energie-hoeher-als-Stromverbrauch-4012081.html
    • @schurt3r 10.04.2018 08:11
      Highlight Highlight Nicht ganz ;-)

      Im Artikel heisst es:

      «Die Versorgung von jedem einzelnen Standort mit erneuerbaren Energien sei bedingt durch die Infrastruktur vor Ort nicht möglich.»

      Google soll aber der grösste Abnehmer/Käufer von sauberem Strom weltweit sein.
    • Miikee 10.04.2018 11:06
      Highlight Highlight Das wird Apple auch nicht schaffen, die können ja nicht bei jedem Apple Store einen Windpark aufstellen, für Solar werden sie in den Shopping Malls auch einfach ein Mitspracherecht haben d.h. sie kaufen das irgendwo ein oder produzieren es an einem anderen Standort.

      Aber egal, hauptsache die grossen Firmen bringen den Öko-Strom voran und drängen ihre Partner auch dazu. Somit TipTop.
  • Matrixx 10.04.2018 06:27
    Highlight Highlight Finde ich super!
    Ich hoffe nur, dass Apple nicht auf die Idee kommt, die Geräte deswegen teurer zu verkaufen.

    Wenn sie jetzt noch die Reparierbarkeit erhöhen, den Ressourcenverbrauch und den Elektronikschrott vermindern, sind sie auf dem besten Weg, mehr Sympathie zu erhalten!
    • Rolf Meyer 10.04.2018 07:56
      Highlight Highlight doch, die Geräte kosten genau deshalb mehr als bei der Konkurrenz. Ich bin aber auch gerne bereit mehr zu zahlen im Wissen, dass die Geräte nachhaltig produziert werden.

      Reparierbarkeit ist doch schon auf hohem Level, fast alles kann durch sie repariert werden. Und wenn nicht, dann wird das Gerät rezykliert und neu aufbereitet. Dadurch wird Ressorcenverbrauch und Elektronikschrott vermindert.
      Siehe hier: https://www.apple.com/chde/recycling/
      Und hier: https://www.apple.com/de/environment/resources/
    • Matrixx 10.04.2018 09:03
      Highlight Highlight @Distace
      Da sind Fairphone und Shiftphone um Längen nachhaltiger, ethisch besser und ressourcenschonender!
      Und dabei sogar noch günstiger.
    • Der Tom 10.04.2018 09:56
      Highlight Highlight @Matrixx das scheint zu stimmen aber die bauen "nur" Smartphones. Unterm Strich bezweifle ich sogar den Vorsprung von Fairphone (Software, Vertrieb usw...). Wenn man schon von fair spricht muss man natürlich auch sagen, dass Apple viele cloud Dienste von Amazon und google betreiben lässt. Trotzdem toll von Apple und gut wenn andere dies als positives Marketing erkennen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • CaptainLonestarr 10.04.2018 06:09
    Highlight Highlight Tönt gut, jetzt noch Geräte bauen die einfach und günstig repariert werden können (auch Akkuwechsel), dann könnte man sich den Kauf eines Apple-Produkts wieder überlegen.
    • Evenwhenthewaterscold 10.04.2018 06:54
      Highlight Highlight Tipp: Akkuwechsel kostet im Store an der Bahnhofstrasse irgendwas zwischen 20 und 30.-, habe das vor 3 Wochen gemacht. Ist innerhalb von 30min erledigt.
    • Globidobi 10.04.2018 08:55
      Highlight Highlight Leider gibt es Apple Stores in der Schweiz nur beschränkt. Bei anderen Handy-Doktoren ist der Tausch des Akkus um einiges teurer.
    • Sarkasmusdetektor 10.04.2018 15:54
      Highlight Highlight Das ist aber erst seit kurzem so günstig und auch nur wegen der Probleme mit der Handydrosselung bei schlechtem Akku. Da haben sie den Preis für den Akkutausch von Fr. 69 auf 29 gesenkt (oder so in der Grössenordnung). Was eigentlich immer noch teuer ist, so ein Akku kostet ja kaum mehr als ein paar Franken.
    Weitere Antworten anzeigen
  • CASSIO 10.04.2018 05:38
    Highlight Highlight das hört sich ja alles in allem gut an, aber man bedenke, wie viel strom apple bereits heute benötigt.
  • Adumdum 10.04.2018 01:15
    Highlight Highlight Hmm, good news von Apple - das wird interessant in der Kommentarspalte 🤨 das Reich des Bösen vielleicht doch nicht so böse sondern innovativ? Hoffentlich folgen jetzt nicht noch Facebook und Google, dann gerät die schwarz-weisse Welt ja völlig aus dem Gleichgewicht 😁
    • p4trick 10.04.2018 07:00
    • @schurt3r 10.04.2018 08:13
      Highlight Highlight Google soll der grösste Abnehmer/Käufer von sauberem Strom sein. Aber:
      «Die Versorgung von jedem einzelnen Standort mit erneuerbaren Energien sei bedingt durch die Infrastruktur vor Ort nicht möglich.»

      (Quelle: heise.de,
      https://bit.ly/2qhWHYO)
    • p4trick 10.04.2018 09:39
      Highlight Highlight @schrt3r: Das schreibt Google ja auch auf ihrer Seite. Aber auch: "Für jede verbrauchte Kilowattstunde Strom wurde 2017 eine Kilowattstunde Strom von erneuerbaren Energien in das Stromnetz eingespeist"
      Die Frage wäre wie das Apple erreicht? Kleines Beispiel z.B. Apple Shop Zürich. Die haben da ja nicht Sonnenkollektoren auf dem Dach, sondern kaufen wahrscheinlich den Ökostrom vom EWZ. Und das EWZ kann ja nicht garantieren dass über ihr Netz nur Ökostrom geht das ist weit komplizierter.
      Also finde ich die Aussage von Apple ein wenig Augenwischerei, die von Google ehrlicher, oder nicht?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Posersalami 10.04.2018 00:20
    Highlight Highlight Finde ich eine gute Sache. Nur so wird die Energiewende gelingen.

    Man muss es einfach nur machen.
  • glnb 09.04.2018 23:23
    Highlight Highlight Alles schön und gut. Aber dann pflanzen sie 9000 Parkplätze dorthin um den motorisierten Individualverkehr noch mehr zu stärken. Ist das nicht ein Widerspruch zu ihrer "nachhaltigen Vision"!?
    • Globidobi 09.04.2018 23:44
      Highlight Highlight Auch wie einfach es ist die neuen Geräte zu reparieren zeigt wie "Nachhaltig" Apple ist.
    • Posersalami 10.04.2018 00:08
      Highlight Highlight Was sollen sie denn machen? Die Alternative wäre gewesen, 10000 Wohnungen auf dem Campus zu bauen. Da gibt eben kein gut ausgebautes ÖV Netz wo man sich andocken könnte und die Leute müssen ja irgendwie zur Arbeit kommen.

      Die Europaallee (100 000m2 Nutzfläche, also 2.6x kleiner) hat gerade mal 500 Parkplätze. Mit dem Apple Faktor von 2.6 also 1300 PP. In den USA undenkbar. Ich würde sage, da sieht man was man am ÖV hat bei uns.
    • Adumdum 10.04.2018 01:17
      Highlight Highlight Dafür können die dann bald „leapfroggen“, den humanbetriebenen ÖV überspringen und gleich auf selbstfahrende Fahrzeuge umsteigen
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