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Dieses Video wird in sozialen Netzwerken als Absturz der MH17 verkauft, um Ahnungslose auf Werbeseiten zu locken. Tatsächlich handelt es sich um den Absturz einer Frachtmaschine in der Nähe der Bagram Airbase in Afghanistan aus dem Jahr 2013. Screenshot. YouTube via mimikama.at

Skrupelloser Spam

Betrüger legen Fake-Profile von MH17-Opfern an und verbreiten angebliche Videos des Absturzes

Sie wollen aus der Neugier Profit schlagen: Facebook-Profile mit den Namen und Bildern der Opfer des abgeschossenen Flugs MH17 führen zu dubiosen Webseiten voller Werbung. 

21.07.14, 14:58 21.07.14, 17:21

Ein Artikel von

Spammer missbrauchen nach Angaben der britischen Zeitung Daily Mail Namen und Fotos von Opfern des in der Ukraine abgeschossenen Fluges MH17, um Internetnutzer auf eine Werbe-Website zu locken. Noch am Tag des Abschusses legten sie dazu gefälschte Facebook-Profile unter den Namen von Opfern an und verbreiteten über die Kanäle Links zu einem angeblich neuen Video des Absturzes. Wer aus Neugierde draufklickte, ging in die Falle. 

«Eine Videokamera nahm den Moment auf, als MH17 in der Ukraine abstürzte. Schau dir hier das Video des Crashs an», stand in gebrochenem Englisch auf den mittlerweile wieder gelöschten Facebook-Profilen. Die Veröffentlichung des Eintrags erfolgte mit dem Namen des Flugkapitäns und verschiedener Passagiere, darunter auch dem einer Deutschen. 

Wer das vermeintliche Video anklickte, wurde auf eine Website mit Pseudo-Nachrichten und reichlich Spam-Werbung umgeleitet. Zumindest Viren und andere Computer-Schädlinge befinden sich laut Virustotal.com aber derzeit nicht darauf. 

Allzu spektakulären Nachrichten im Netz mit Vorsicht begegnen 

Die Fake-Nachrichten erscheinen handgemacht und nicht automatisiert erstellt. Inhaltlich sind sie wohl nicht illegal. Auf eine Anfrage von Spiegel Online hat der angebliche Webseitenbetreiber A. bislang nicht reagiert. 

Es ist nicht das erste Mal, dass nach spektakulären Ereignissen Betrüger und skrupellose Geschäftemacher im Internet auftauchen und die allgemeine Aufmerksamkeit zu ihrem eigenen Vorteil nutzen. Laut Alastair MacGibbon vom australischen Centre for Internet Safety der University of Canberra seien etwa Spamseiten «extrem lukrativ» für Kriminelle. Der «Canberra Times» sagte er, dass «Betrüger heute superschnell alles auch nur irgendwie Aktuelle als Chance nehmen, um damit kriminell Geld zu machen.» Das sei ein geschmackloser Trend – dem schwer beizukommen sei. Schliesse man ein solches Angebot, eröffne nebenan gleich ein neues. 

Wer sich schützen will, sollte seine Sinne schärfen und manchen Versprechungen im Netz mit Skepsis begegnen. Wenn eine allzu spektakuläre Nachricht auf Facebook zu einem unbekannten Web-Dienst führt: einfach ignorieren. Und vor allem sollte man solche höchst populären Nachrichten von unbekannten Quellen nicht auch noch selbst per Facebook weiterverbreiten. Weitere Tipps zum Umgang mit Betrugsmaschen im Internet finden Sie hier. (fko)



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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • mazzli 21.07.2014 17:50
    Highlight @Jaing hat ja so recht! Die Diskrepanz zwischen dem, was die Teaser versprechen und dem schwachen Content der dann effektiv folgt, wird bei Watson von Tag zu Tag grösser. Schade, ich hatte zum Launch von Watson ein gutes Gefühl...
    2 0 Melden

Tausende Schweizer fallen gerade auf diesen Facebook-Betrug herein – das steckt dahinter

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