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Facebook-Chef Mark Zuckerberg.
Bild: EPA/DPA

Manipulation bei Facebook? Mitarbeiter sollen pro-republikanische Berichte gezielt gelöscht haben

Ehemalige Angestellte sollen bei Facebook bewusst konservative Berichte zensiert haben, berichtet ein US-Blog und sorgt damit für Aufregung. Der Konzern wehrt sich.

10.05.16, 13:22 10.05.16, 14:27


Ein Artikel von

Mitarbeiter von Facebook sollen regelmässig konservative Themen und Berichte aus den Nachrichtentrends des Netzwerks entfernt haben. Das berichtet zumindest das Tech-Blog Gizmodo und hat damit grosse Aufregung unter Nutzern und Beobachtern ausgelöst.

In dem Bericht erklären mehrere namentlich nicht genannte frühere Mitarbeiter, dass bei der Überprüfung der Trends Nachrichten zu republikanischen Politikern wie Mitt Romney oder Rand Paul sowie über das konservative CPAC-Treffen herausgefiltert worden seien. Dagegen seien Themen wie die Anti-Rassismus-Bewegung Black Lives Matter manuell hinzugefügt worden.

Die Nachrichten-Trends auf Facebook

Diese Funktion ist in den USA verfügbar, bei uns allerdings noch nicht. bild: gizmodo

Facebook hat die Vorwürfe aus dem Gizmodo-Artikel zurückgewiesen. «Unsere Regeln erlauben nicht die Unterdrückung von politischen Perspektiven», sagte ein Facebook-Sprecher auf Anfrage. Man bevorzuge oder benachteiligte auch keine einzelnen Medien.

Im Gizmodo-Bericht heisst es, Geschichten konservativer Medien wie «Breitbard» oder «Washington Examiner» würden so lange ignoriert, bis sie von grossen Seiten wie der «New York Times» oder CNN aufgegriffen werden.

Die Kontroverse dreht sich um den Bereich Trending Topics: Er soll widerspiegeln, welche Ereignisse die Facebook-Nutzer gerade interessieren, und ist zugleich ein wichtiger Kanal, über den Nachrichten verbreitet werden. Er hilft Facebook, zumindest im Kleinen so etwas wie eine Nachrichten-Plattform anzubieten. Nutzer in Deutschland und der Schweiz bekommen den Trending-Bereich bislang nicht auf der Startseite angezeigt.

Solche Manipulationen seien nach den internen Richtlinien verboten und es gebe technische Barrieren dagegen, schrieb der zuständige Manager Tom Stocky in der Nacht zum Dienstag in einem Facebook-Eintrag.

Zudem würden die Aktionen der Mitarbeiter aufgezeichnet und kontrolliert. Aufgabe des Teams sei es vor allem, die von einer Software ermittelten Trendnachrichten auf Doppelungen, Fälschungen oder schwache Quellenlage zu prüfen. Man bemühe sich um Methoden, die so «neutral und effektiv wie möglich» seien.

Facebooks politische Macht

Mit mehr als 1,6 Milliarden Mitgliedern weltweit wäre Facebook prinzipiell in der Lage, die Ansichten vieler Menschen über eine gezielte Nachrichtenauswahl zu beeinflussen. Insbesondere bei der US-Präsidentschaftswahl käme dem Netzwerk eine grosse Macht zu.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte vor einigen Wochen mit Kritik an Politikern, die Mauern bauen wollten, für Aufsehen gesorgt. In Amerika wurden die Aussagen als Breitseite gegen den republikanischen Präsidentschaftsanwärter Donald Trump aufgefasst, der eine Mauer zwischen den USA und Mexiko vorgeschlagen hatte.

Im Gizmodo-Bericht hiess es ausserdem, dass die für die Nachrichtentrends verantwortlichen Mitarbeiter dafür sorgten, dass Berichte über Facebook nicht in den Trends erschienen. Sie hätten erst Vorgesetzte fragen müssen, bevor dort Medienberichte über das Netzwerk erscheinen würden. Zu diesem Vorwurf sagte Facebook-Manager Stocky in seinem Blogpost nichts.

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25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Echo der Zeit 10.05.2016 22:54
    Highlight Ja was - "Regelmässig konservative Themen und Berichte aus den Nachrichtentrends des Netzwerks entfernt haben" Ja die sind ja meist, so Primitiv das mann sie Löschen muss.
    3 5 Melden
  • äti 10.05.2016 20:58
    Highlight Da staun ich schon. Inhalte im FB haben Null Wert (zumindest für mich). Es ist völlig belanglos ob oder was drin steht resp. gelöscht oder umsortiert wird. Wer was reinschreibt ist etwas bescheuert und ebenso wer dort was liest und glaubt. Gilt auch für Twitter.
    7 4 Melden
  • zombie woof 10.05.2016 15:57
    Highlight Facebook, braucht man das?
    28 3 Melden
  • seventhinkingsteps 10.05.2016 15:22
    Highlight Free Speech in den USA gilt afaik nur für den öffentlichen Raum. Müsste man juristisch abklären, ob Facebook als solcher gilt oder nicht. Bei über einer Milliarde aber sowieso problematisch, jetzt mal von der juristischen Frage abgesehen
    3 5 Melden
  • Eskimo 10.05.2016 14:36
    Highlight Watson macht doch das selbe mit den Kommentaren....
    38 9 Melden
    • BigFudge28 10.05.2016 16:49
      Highlight Nein. Watson überprüft die Kommentare lediglich auf die Übereinstimmung mit den Nutzungsbedingungen/Kommentarregeln, sodass keine rassistischen oder sexistischen Aussagen weiterverbreitet werden. Das ist keine inhaltlich politische Zensur!
      10 18 Melden
    • Eskimo 10.05.2016 17:45
      Highlight Stimmt eben nicht! Dass rassistische Kommentare nicht veröffentlicht werden ist schon klar. Es werden aber auch andere (Linkskritische) Kommentare ignoriert.
      17 10 Melden
    • swissPHANTOM 10.05.2016 20:23
      Highlight @BigFudge

      Stimmt nicht!
      http://www.watson.ch/!316400575#comment_342560

      Ich kritisierte sachlich den Journalist und musste für die Veröffentlichung kämpfen.

      Es ging darum dass gewisse Journalisten mit übertriebene Titel usw "cklicks" generieren wollen um, wie der journalist
      schrieb, erfolgreich im Beruf zusein.

      Gleichzeitig erklärte der Journalist dass dies schädlich sei, bittete dann aber die Leserschaft dies zuakzeptieren.

      Die Kritik darauf war nicht erwünscht.
      9 1 Melden
  • jeanette_mueller 10.05.2016 13:55
    Highlight Wieso sollte Facebook nicht machen, was alle, einschliesslich watson, tun?
    45 30 Melden
    • Sir Jonathan Ive 10.05.2016 15:31
      Highlight Weil sie mit dem Versprechen rangehen, dass die Trends die wirklichen Trends repräsentieren.
      Watson ihrerseits kann publizieren was es will (im gesetzlichen Rahmen) und dies auf der Startseite ausrichten wie sie es wollen.
      14 1 Melden
    • Fabio74 10.05.2016 15:44
      Highlight was tut denn Watson genau?
      6 5 Melden
    • Sillum 10.05.2016 15:48
      Highlight Danke. Sie bringen es auf den Punkt. Die Zensur von Watson -sprich linkspopulistischen - Kommentaren ist unerträglich. Da werden sogar Kommentare welche absolut unter jeder Gürtellinie sind veröffentlicht, wenn dagegen protestiert wir, wird das unterschlagen. Nur ganz schlimme Bemerkungen am Rande der Legalität, werden hie und klammheimlich gelöscht.
      19 14 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Madison Pierce 10.05.2016 13:38
    Highlight Facebook ist eine private Firma, die können Beiträge hervorheben oder ausblenden, wie es ihnen beliebt. Neutrale Informationen holt man sich besser woanders.
    52 8 Melden
    • Firefly 10.05.2016 15:26
      Highlight @Madison Pierce und wo holt man sich die neutrale Information, beim Staat? Alles Andere ist ja privat oder privat finanziert!?
      0 2 Melden
    • Madison Pierce 10.05.2016 16:07
      Highlight @Firefly
      Ja, grundsätzlich bei öffentlich-rechtlichen Medien wie SRF, BBC etc. (Wobei die SVP mit SRF auch öfter Probleme hat, aber als einzige Partei.)

      Ansonsten sind ideologisch gefärbte Artikel nicht schlimm, wenn man weiss, woher sie kommen. Da einfach möglichst das gesamte Spektrum lesen, von WOZ bis Weltwoche und sich dann eine eigene Meinung bilden. Zudem gibt es Portale wie vimentis.ch.

      Schlimm ist es nur, wenn Leute davon ausgehen, dass Facebook die reale Welt abbildet und das Ziel hat, neutral zu informieren.
      10 2 Melden
  • HotShot 10.05.2016 13:33
    Highlight Da hat wohl eine Lobby die andere überboten im Wahlkampf😄
    28 1 Melden

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