Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Apple, Samsung, Blackberry: Facebook gibt Geräteherstellern Zugriff auf Nutzerdaten

Ein Nutzerkonto - aber Daten von 300'000 Menschen: Seit Jahren erlaubt Facebook Hardware-Herstellern einen speziellen Zugriff auf Nutzerdaten. Ein Medienbericht zeigt, wie schnell Hunderttausende betroffen sein könnten.



epaselect epa06756114 The founder and CEO of Facebook Mark Zuckerberg is welcomed by EP President Antonio Tajani (not pictured) at the European Parliament ahead of an hearing at the European Parliament in Brussels, Belgium, 22 May 2018. Facebook CEO Mark Zuckerberg appeared before the European Parliament  representatives to answer questions in a live broadcast on data information  breach by Cambridge Analytica and also how Facebook uses personal data in general.  EPA/STEPHANIE LECOCQ

Mark, was ist jetzt wieder los? Bild: EPA/EPA

Ein Artikel von

Spiegel Online

Facebook hat mindestens 60 Herstellern von Smartphones, Tablets, Konsolen und anderen Geräten jahrelang einen tief gehenden Zugriff auf Nutzerdaten gewährt. Das berichtet die «New York Times». Unter den Facebook-Partnern: Apple, Samsung, Amazon, HTC, Blackberry und Microsoft.

Die Zeitung berichtet auch über ein Detail der Deals, das für Facebook problematisch werden könnte: Unter den mit den Herstellern geteilten Daten sollen nicht nur die des Nutzers und Gerätebesitzers selbst sein, sondern auch Daten von dessen Freunden - selbst wenn diese das Teilen für ihr Facebook-Konto eigentlich deaktiviert hatten. Der Zeitung zufolge könnte diese Praxis einen Verstoss gegen Auflagen bedeuten, die Facebook 2011 von der US-Handelsaufsicht FTC aufgebrummt bekommen hatte.

Facebook bestätigt den Datenzugriff für die Hersteller. Der Konzern weist aber den Vorwurf zurück, damit die eigene Datenschutzrichtlinie oder die FTC-Vorgaben verletzt zu haben. Die entsprechenden Verträge würden die Verwendung der Daten stark einschränken, egal ob sie nur lokal auf einem Gerät gespeichert oder auf die Server eines Herstellers übertragen werden. Dem Unternehmen sei keine missbräuchliche Nutzung bekannt.

Die Zusammenarbeit, teilte das Unternehmen in einem Blogpost mit, sei vor mehr als zehn Jahren entstanden, als das Internet gerade auf Smartphone kam und Symbian das verbreitetste mobile Betriebssystem war. Eine vollumfassende Facebook-App habe es damals nicht für jedes System gegeben. Deshalb habe Facebook den Herstellern die Nutzerdaten für eigene Facebook-bezogene Funktionen zur Verfügung gestellt, so wie auch Twitter, Google und YouTube damals direkt mit den Betriebssystemanbietern kooperiert hätten. Facebook betrachtet die Hersteller in diesem Fall als «Erweiterungen von Facebook», als sogenannte Service-Provider, nicht als externe Drittanbieter von Diensten, wie es die Entwickler von Apps seien. Und Service-Provider sind von den FTC-Vorgaben ausgenommen.

Facebook: Nichts davon passiert ohne Einwilligung der Nutzer

Auch einige Konzerne, die von dem Datenzugriff profitierten, haben sich bereits geäussert. Apple etwa sagte, man habe die Daten bis September 2017 verwendet, damit Nutzer Fotos auf Facebook veröffentlichen können, ohne dafür die Facebook-App öffnen zu müssen. Microsoft hat die Daten laut eigener Angaben seit 2008 zur Kontakt- und Freundesverwaltung auf dem jeweiligen Gerät eingesetzt, ähnlich wie Blackberry.

Unter den zugänglichen Nutzerdaten sind der «New York Times» zufolge Nutzer-ID, Name, Foto, Standort, E-Mail-Adresse, private Nachrichten mitsamt den Antworten und den Nutzer-IDs der Antwortenden, Beziehungsstatus, Religionszugehörigkeit, politische Einstellung und kommende Veranstaltungen.

Facebook widerspricht

Selbst Daten zu Freunden von Freunden können offenbar bei einem Gerätehersteller landen: Die Zeitung testete das mit dem Blackberry-Gerät eines Redakteurs und stellte fest, dass es Namen, IDs, Geburtstage, Arbeitsplatz, Ausbildung und Onlinestatus zu dessen 556 Freunden abfragte und bekam, sowie auch personenbezogene Daten (wahrscheinlich die IDs, aber das geht aus dem Text nicht eindeutig hervor) von deren insgesamt 294'258 Freunden.

Facebook widerspricht in seinem Blogpost der Darstellung der Zeitung, wonach all das ohne das Wissen und Einverständnis der Nutzer möglich sei, geht aber nicht näher auf das Experiment mit dem Redakteurs-Blackberry ein.

Derartige Kooperationen mit anderen Tech-Konzernen seien laut Facebook technisch oft nicht mehr nötig und würden zurückgefahren. 22 von ihnen seien bereits ganz beendet. Viele Smartphone-Nutzer haben heute Geräte, die mit iOS oder Android funktionieren. Facebook-Funktionen müssen daher nicht mehr direkt im Betriebssystem verankert sein.

pbe

Fragst du dich, warum du überall neuen AGB zustimmen musst?

Play Icon

Video: watson/Corsin Manser, Emily Engkent, Lya Saxer

Cambridge Analytica und der Facebook-Daten-Skandal

Im Cambridge-Analytica-Skandal zieht sich die Schlinge um Facebook zu

Link to Article

Facebook legt Widerspruch gegen britisches Datenschutz-Bussgeld ein

Link to Article

7 Lehren, die wir aus dem Facebook-Skandal dringend ziehen müssen

Link to Article

«Wie bei Castro» – warum Zuckerberg und Facebook über ihre Arroganz stolpern werden

Link to Article

Der Facebook-Skandal erzählt in 30 Cartoons

Link to Article

Jetzt untersucht Facebook die Verbindungen eines Angestellten zu Cambridge Analytica

Link to Article

Wegen Datenmissbrauch bei Trump-Wahlkampf: Facebook schmeisst Datenanalyse-Firma raus

Link to Article

Firma verwendet für Trumps Wahlkampf missbräuchlich Daten von 50 Millionen Facebook-Usern

Link to Article

Facebook steht vor dem Super-GAU – das musst du wissen

Link to Article

Dirnen, Bestechung und Fake-IDs: Die finsteren Methoden von Trumps Facebook-Helfern

Link to Article

Tote und Verletzte bei Feuerwerks-Explosion

Link to Article
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gipfeligeist 04.06.2018 22:46
    Highlight Highlight Und deswegen benutze ich paranoider kein FB...
  • azoui 04.06.2018 15:40
    Highlight Highlight Und wieder werden die User in Scharen davon laufen und ihren FB Acount löschen.
    113 Accounts weltweit werden es sicher sein...... , davon bin ich fast überzeugt :)

    Das schlimme ist nicht, dass FB und Konsorten das machen, das schlimme ist, dass die Leute das anstandslos aktzeptieren.
    • Gipfeligeist 04.06.2018 22:49
      Highlight Highlight Google nicht. Google bietet dir die Möglichkeit zu entscheiden, welche Daten gesammelt werden: Pesonalisierte Werbung, Standort oder Account kannst du alles deaktivieren wenn du willst. Sie sind um Welten transparenter als die Facebook-Datenkrake
      Aber ja, "Meinungsfreiheit" geht anders

Wir haben die Smartphone-Tastatur ein Leben lang falsch bedient

Es gibt für alles eine Lösung. Zumindest in der Handywelt.

Es ist wirklich eine nervige Situation: Da hat man sich vertippt, will ein bereits fertiggeschriebenes Wort im Satz nochmal ändern. Und? Man kommt nicht hin!

Grosse Finger, kleines Smartphone – das richtige (oder eben falsche) Satzzeichen zu erwischen, ist oft gar nicht so leicht. Zur Rettung schreitet: Krissy Brierre-Davis.

Die amerikanische Food-Bloggerin entdeckte am Wochenende ein kaum bekanntes iOS-Feature (das auch für Android …

Artikel lesen
Link to Article