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Netflix muss draussen bleiben: Im Palais de Cannes finden während der Filmfesstpiele vom 8. bis 19. Mai die grossen Premieren statt. bild: zvg

Der Streit zwischen Netflix und den Filmfestspielen von Cannes eskaliert

Das Streamingportal Netflix und die Filmfestspielen von Cannes wollen beide festlegen, auf welche Art wir Filme zu schauen haben.

Lory Roebuck / Schweiz am Wochenende



Man wähnt sich vor einem Sandkasten, in dem zwei Buben sitzen und um Spielzeug streiten. Sie kreischen, kratzen, schmollen, eigentlich hätte jemand sie längst in ihre Zimmer schicken sollen. Gemeint sind Thierry Frémaux, der künstlerische Leiter der Filmfestspiele von Cannes, und Ted Sarandos, Chef Filme und Serien beim Streaminganbieter Netflix. Der 57-jährige Franzose und der 53-jährige Amerikaner tragen seit Wochen über die Medien einen Streit aus, der beide Parteien in kein sehr sympathisches Licht rückt.

«Uns geht es ganz um die Zukunft des Kinos – wenn Cannes in der Vergangenheit feststecken will, sollen die doch», quengelt Sarandos beispielsweise. «Netflix hat so viele Filme, die könnten doch einfach für Cannes eine Ausnahme machen», quengelt seinerseits Frémaux. Worum gehts? Auslöser des Konflikts war Frémaux’ Entschluss, beim diesjährigen Festival (8. bis 19. Mai) sämtliche Netflix-Filme aus dem internationalen Wettbewerb auszuschliessen. Darauf verkündete Sarandos, die Filmfestspiele komplett zu boykottieren – sprich: auch in den Nebenreihen abseits des Wettbewerbs keine Netflix-Filme aufzuführen.

Knackpunkt ist die Gesetzgebung

Die unmittelbare Konsequenz: Wenn das wichtigste Filmfestival der Welt am kommenden Dienstag in seine 71. Ausgabe startet, werden einige der vielleicht wichtigsten Filme des Jahres fehlen. Etwa «Roma», das neue Werk von Oscar-Gewinner Alfonso Cuarón («Gravity»). Oder «Norway», Paul Greengrass’ filmische Auseinandersetzung mit dem Massenmörder Anders Breivik. Oder «The Other Side of the Wind», ein Film des grossen Orson Welles aus den 70ern, der erst jetzt fertiggestellt wurde. Alle drei Filme wurden von Netflix finanziert.

General Delegate of the Cannes Film Festival Thierry Fremaux answers reporters' questions during a press conference for the presentation of the 71st Cannes film festival, in Paris, Thursday, April 12, 2018. (AP Photo/Francois Mori)

Thierry Frémaux: «Netflix hat so viele Filme, die könnten doch einfach für Cannes eine Ausnahme machen.»  Bild: AP/AP

In einem Interview sagte Cannes-Direktor Frémaux kurioserweise: «‹Roma› ist ein fabelhafter Film, den wir gerne im Wettbewerb gehabt hätten.» Warum verwehrte er diesem und allen anderen Netflix-Filmen dann höchstpersönlich den Zugang zum Festival? Frémaux schiebt die Schuld Netflix selbst in die Schuhe, genauer: ihrem Geschäftsmodell. Netflix produziert seine Inhalte primär für die eigene Plattform, auf die alle Nutzer(innen) via Fernseher oder mobile Geräte jederzeit Zugang haben. Wenn das Unternehmen hin und wieder einen seiner Filme für kurze Zeit auch in ein paar Kinos zeigt – um diese damit für die Oscars zu qualifizieren –, besteht Netflix auf einen sogenannten Day-and-Date-Release: Der Film wird im Kino und auf der Internetplattform am selben Tag veröffentlicht. Ausnahmslos.

In Frankreich aber besteht ein Gesetz, das besagt, dass neue Filme, die in einem französischen Kino aufgeführt werden, erst 36 Monate später auf einer digitalen Plattform weiterverwertet werden dürfen. Das Gesetz dient zum Schutz der französischen Kinobetreiber, die um ihre Einnahmen bangen. Und von denen nicht wenige im Verwaltungsrat der Filmfestspiele von Cannes sitzen.

Für Netflix bedeutet das: Wenn die Firma in Cannes einen Film zeigen möchte, müsste sie sich bereit erklären, drei Jahre zu warten, bis sie diesen Film auf ihrem eigenen Internetportal veröffentlicht. Diese unrealistische Forderung treibt Sarandos zur Weissglut: «Was Cannes feiert, ist nicht die Filmkunst, sondern den Filmverleih.» Der harte Kurs von Kinobetreibern, konstatierte Sarandos 2016, werde eines Tages nicht nur die Kinos töten, sondern möglicherweise sogar die gesamte Filmbranche.

FILE - In this Feb. 1, 2017 file photo, Netflix CCO Ted Sarandos arrives at the season one premiere of

Ted Sarandos: «Was Cannes feiert, ist nicht die Filmkunst, sondern den Filmverleih.» Bild: Richard Shotwell/Invision/AP/Invision

Der Konflikt zwischen Cannes und Netflix erstreckt sich weit über die Côte d’Azur und auch weit über die kalifornische Kleinstadt Los Gatos, wo das Techunternehmen seine Büros hat. Der Konflikt ist ein Glaubenskrieg mit harten Fronten, die quer durch die Filmindustrie verlaufen. Auf dem Spiel steht nichts weniger als die Deutungshoheit, wie Zuschauer in Zukunft Filme konsumieren sollen. Als gemeinschaftliches Erlebnis in einem Kinosaal, sagt Cannes. Als Instanterlebnis daheim auf der Couch oder unterwegs, sagt Netflix. Steckt Cannes in der Vergangenheit fest? Ist das, was Netflix macht, überhaupt noch Kino?

Netflix springt in die Bresche

Fakt ist: An den Kinokassen machen heute fast nur noch Superheldenfilme und andere teure Fortsetzungen Eindruck (18 der 20 weltweit finanziell erfolgreichsten Kinofilme 2017 fallen in diese Kategorie). Kleine und mittelgrosse Filme mit originellen Inhalten dagegen werden immer mehr gemieden, weil sie von den Hollywoodstudios als finanzielles Risiko betrachtet werden.

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  • 16%Team Cannes

Ein Beispiel: Nachdem Martin Scorseses Film «Silence» Anfang 2017 an den Kinokassen floppte, kündete das Studio Paramount Pictures kurzerhand seine langjährige Zusammenarbeit mit dem Regieveteranen auf. In die Bresche sprang Netflix. Und stattete Scorseses neuen Mafiathriller «The Irishman» (mit Robert De Niro und Al Pacino) mit einem Megabudget von 140 Millionen Dollar aus. Kann es sich Cannes leisten, auf solche Filme zu verzichten? Während sich die Leiter der Konkurrenzfestivals die Hände reiben (Berlin, Venedig und Toronto kennen keine Berührungsängste mit Netflix), sagt Frémaux: «Wir führen mit Netflix weiterhin Gespräche, die Tür steht ihnen offen.» Ein zynischer Satz. Denn Netflix wird sein Geschäftsmodell nicht einfach für Cannes auf den Kopf stellen. Und die Kinonation Frankreich ihre Gesetzgebung wohl ebenso wenig.

Zynisch klingt es allerdings auch bei Sarandos, wenn er sagt: «Dass Filme auf eine grosse Leinwand gehören, ist eine romantische Sicht, von der wir uns verabschieden müssen.» Wo man einen Film am liebsten schaut, entscheidet man immer noch für sich selbst. Abends zu netflixen, am Wochenende ins Kino zu gehen und im Sommer ein Filmfestival zu besuchen, das schliesst sich nicht gegenseitig aus. Frémaux und Sarandos könnten das erkennen. Sie müssten sich nur mal den Sand aus den Augen reiben.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Chääschueche 07.05.2018 22:35
    Highlight Highlight Netflix Blockbusterproduktionen sid auch Mangelware. Netflix kann sich solche XXL Megaproduktionen nur 1-2 mal Pro Jahr leisten. Alles andere würde den Ruin bedeuten ausser die Nutzerzahlen vervielfachen sich.

    Und das an den Kinokassen "Randgruppenfilme" floppen liegr wohl nicht an Hollywood sondern am Zuschauer, strich den Menschen die nur für Avangers usw. Ins Kino Rennen um "anspruchslose" Filme zu schauen.
    Ebenfalls haben "Randgruppenfilme" meistens kein Budget von 100-200 Mio. Sondern kommen mit viel weniger aus. Meistens nicht einmal 50 Mio.

    Just saying...
  • giandalf the grey 07.05.2018 03:11
    Highlight Highlight Das Kino darf nicht aussterben, dafür ist es zu toll. Aber die französische Gesetzesgebung ist in diesem Fall einfach grotten schlecht. Netflix und Cannes sollten nicht gegeneinander sondern gegen das Gesetz kämpfen. Und Kinos sollten attraktiver werden, anstatt Snackpreise hochzudrücken und auf Schutzgesetze zu hoffen.
  • DerTaran 06.05.2018 23:32
    Highlight Highlight Das Problem mit den Kinos ist doch, dass die Preise so hoch sind, dass man auch als Zuschauer nicht mehr bereit ist ein Risiko einzugehen.
    • Mathis 07.05.2018 08:27
      Highlight Highlight Ein Kino-Billet ist für mich keine Investition. Auch wenn mir der Film nicht gefällt, ist es trotzdem ein Erlebnis, ins Kino zu gehen.
  • ignotusandri 06.05.2018 20:11
    Highlight Highlight Das Problem mit Netflix ist, dass sie keine Ambitionen haben ihre Filme in Kinos zu bringen. Aber gerade der neuste Scorsese zb ist ein Film den ich unbedingt in einem Kino sehen möchte...
  • Barracuda 06.05.2018 17:32
    Highlight Highlight Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. Ich sehe jedoch auch keinen Grund, weshalb ich mich da auf die Seite von Netflix stellen sollte. Reine Fernseh-Filme, die z.B. nie im Kino gezeigt wurden, werden an solchen Filmfestspielen in der Regel auch nicht nominiert. Daher ist es nicht mehr als verständlich, wenn Netflix in die gleiche Kategorie fällt. Und an die Stimmen, die hier verkünden, dass sich die Filmindustrie so ihr eigenes Grab schaufelt... Habt ihr echt das Gefühl, das Kino würde gerettet, wenn man auch noch an Filmfestspielen immer mehr Sofa-Filmchen prämieren würde?
    • Die Redaktion 06.05.2018 19:54
      Highlight Highlight Es gibt auch ausgezeichnete direct-to-DVD Produktionen oder sehr gute Fernsehfilme, welche auch nie die Chance auf eine Prämierung hatten. Ausserdem, wer achtet überhaupt auf diesen Palmwedel auf einer Verpackung?
    • Barracuda 07.05.2018 08:29
      Highlight Highlight Anscheinend genug, wenn Netflix so ein Aufstand macht.
  • Francis Begbie 06.05.2018 16:52
    Highlight Highlight Da wird Cannes aber auf lange frist nicht durchhalten können.
    Protektionismus hat langfristig noch selten geholfen.
    36 Monate zuwarten? Das macht doch keiner mit.
    Dieser Anachronismus gehört abgeschaft.
    Netflix hat schon recht wenn die sagen, dass Cannes ein Verleihfestival ist.
  • Jesses! 06.05.2018 16:19
    Highlight Highlight Tja, die Welt verändert sich. Wer dies nicht erkennt, bleibt auf der Strecke. Adieu Cannes!
  • Florian Harold 06.05.2018 15:33
    Highlight Highlight Das Festival von Cannes hat erstmals zwei Netflix-Filme im Wettbewerb. Damit beginnt das Kinosystem zu wanken Ein unabhängiger Staatsanwalt bzw. Anwalt für Vertragsrecht, Wirtschaftsrecht, Gesellschaftsrecht und Handelsrecht sollte dies überprüfen. vgl. http://www.wittib-law.ch/dienstleistungen/vertragsrecht
  • lilie 06.05.2018 15:14
    Highlight Highlight Versteh die ganze Diskussion überhaupt nicht.

    Es heisst doch "Filmfestival" von Cannes, nicht "Kinofestival".

    Ich finde, da sollte jeder Film von Spielfilmlänge, welcher für die Öffentlichkeit gedacht ist, berücksichtigt werden.

    Die Distributionsart muss doch nichts mit der Qualität eines Films zu tun haben.
  • Menel 06.05.2018 14:55
    Highlight Highlight Die Frage lautet ja dann, um was es bei den Filmfestspielen in Cannes eigentlich geht? Um Filme und Kunst oder um Kinointeressen und Geld?
    So wies ausscheut um Letzteres. Man muss dann einfach mal dazu stehen 😉
    • Die Redaktion 06.05.2018 20:11
      Highlight Highlight Welcher Begriff gehört mit Zusammenhang mit den Internationalen Filmfestspielen von Cannes nicht dazu?

      []Filme
      []Kunst
      []Netflix

      PS Ja sie produzieren auch Serien, welche durchaus als künstlerisch bezeichnet werden können.

      PPS Kunst ist es nicht.
  • Frances Ryder 06.05.2018 14:48
    Highlight Highlight Ich würde gern öfter ins Kino, aber die Preise sind lächerlich. 22.- für einen Kinoeintritt (25.- mit 3D Brille) und das ist noch ohne die 10.-, die du für 10 M&Ms und einen Getränk drauflegen musst. Da muss man sich nicht wundern, wenn die Besucher ausbleiben.
    • Raembe 06.05.2018 17:25
      Highlight Highlight Gehe oft ins Kino, da es für mich ein Genuss ist. Habe ein Carte Bleu Abo. Zahle 20.- pro Jahr dafür zahle ich in allen Kitag Kinos nur 13.- Eintritt, 15.- für 3D Filme. Finde ich ein faires Angebot. Das Getränk kauf ich vorher im Migros/Coop. Da ich 5.- überissen finde. Die M&Ms kann man vorher auch kaufen wenn man möchte.
  • Die Redaktion 06.05.2018 14:41
    Highlight Highlight Da Netflix keine Arthouse Filme produziert, werden sie ja selbst dann keinen Preis gewinnen, wenn sie mitmachen dürften. Wo liegt also das Problem? Ausserdem waren alle ihre Filme 2017, mit Ausnahme von Okja, belanglos.
  • mrmikech 06.05.2018 14:30
    Highlight Highlight Auch hier wird Frankreich der verlierer sein. Seit wann sollen Kinos bestimmen wo ich ein Film sehen soll? Dazu, viele "Cannes" Filme sind eh nur in Grossstädte zu sehen. Frankreich ist ein grosses Land. Alle nicht-kosmopoliten müssen also 3 jahre warten bis sie auch dürfen. Sehr elitair... Ich warte mit freude auf den Tag das jeder Film der jeh gedreht wurde auf knopfdruck verfügbar ist...
  • nickname2000 06.05.2018 14:27
    Highlight Highlight Geh mit der Zeit oder du gehst mit der Zeit.
  • Posersalami 06.05.2018 14:08
    Highlight Highlight Die Welt dreht sich eben weiter, liebe Kinoindustrie. Netflix ist dabei erst der Anfang und nicht das Ende der Entwicklung!

    Für den Preis von einem Eintritt pro Monat ins Kino bekomme ich uneingeschränkten Zugang zum Angebot von Netflix. Wieso gibts eigentlich fürs Kino keine Jahreskarte, mit uneingeschränktem Zugang zu allen Filmen? Denkt doch mal über so ein Modell nach!

    Ich gehe dennoch gerne ab und zu ins Kino. Aber halt eher ins Houdini als ins Abaton. Hat wohl was mit den gezeigten Filmen zu tun..
    • Likos 06.05.2018 18:29
      Highlight Highlight Also Pathé bietet so ein Monats bzw. Jahresabo an. Für 480.- pro Jahr sollte man aber schon leidenschaftlicher Kinogänger sein.
    • Oberon 06.05.2018 18:44
      Highlight Highlight Das kann man wohl weitläufig mit der Taxi Industrie vergleichen.
    • Posersalami 06.05.2018 21:26
      Highlight Highlight 480.- sind entschieden zu viel, da muss man ja 3x pro Monat ins Kino!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Magnum44 06.05.2018 13:55
    Highlight Highlight Was für eine dumme Gesetzgebung, da kann man nur auf der Seite von Netflix stehen.
  • c_meier 06.05.2018 13:42
    Highlight Highlight 2-3 Monate für die Kinos genügt doch völlig..
  • Hexentanz 06.05.2018 13:40
    Highlight Highlight "Abends zu netflixen, am Wochenende ins Kino zu gehen und im Sommer ein Filmfestival zu besuchen, das schliesst sich nicht gegenseitig aus."

    Das ist absolut so. Netflixe immer aber schaue neue Filme auch im Kino. Cannes bzw das französische Gesetz Schaufelt sich das eigene Grab mit diesem Gesetz. Schad um die Kinos die schließen werden.
  • Abnaxos 06.05.2018 13:37
    Highlight Highlight «Was Cannes feiert, ist nicht die Filmkunst, sondern den Filmverleih.» – Nicht einmal das, hier wird die Filmvorenthaltung gefeiert.

    Wenn die Filmindustrie weiter darauf bauen will, uns vorzuschreiben, wann und wo wir welchen Film zu schauen haben, müssen sie sich nicht wundern, wenn wir uns die Filme, die wir schauen wollen, halt auf anderem Wege beschaffen.

    Die Strategie der Vorenthaltung funktioniert im Internetzeitalter nicht mehr. Deal with it or choke on it.
  • Mira Bond 06.05.2018 13:32
    Highlight Highlight Fakt ist: An den Kinokassen machen heute fast nur noch Superheldenfilme und andere teure Fortsetzungen Eindruck ...
    Stimmt nicht ganz; wir müssen ja nicht immer über die Grenze schauen. Die Göttliche Ordnung hat einen riesen Erfolg in den Schweizer Kinos erlebt.
  • Scaros_2 06.05.2018 13:19
    Highlight Highlight Also für mich hat Frankreich einfach ein total bescheuertes und nicht zeitgemässes Gesetz. Die müssten halt auch einmal über die Bücher und sich der Zukunft anpassen.
    • redeye70 06.05.2018 14:51
      Highlight Highlight Frankreich stagniert auch noch in vielen anderen Bereichen. Irgendwie ist deren Gesellschaft im 20. Jahrhundert stehen geblieben. Das wird Folgen haben.
    • Grégory P. 06.05.2018 19:05
      Highlight Highlight Ich glaube es steht weder Netflix noch die Schweizer zu, den Gesetzgebung Frankreichs zu urteilen oder ändern zu wollen. Es ist Aufgabe der Bevölkerung. Die Französen sind nun der Meinung, dass Sie die eigene Filmindustrie und lokale Kulturschaffende zu schützen haben. Es mag die liberale Schweiz zu empören, jedoch bin ich der Meinung, dies ist zu respektieren. Wir haben es auch nicht gern, wenn Ausländer uns als bescheuert beschimpfen. Man geht mit Nachbarn und Freunde anders um.
    • Scaros_2 06.05.2018 21:24
      Highlight Highlight Wer sagt den das ich was ändern will? Du steigerst dich da bissl rein Grégory

      Ich stelle nur eine Sache fest die es bei weis gott vielen Ländern gibt, das nähmlich die Gesetze im Kontext von Digitalisierung und Fortschritt stets im Hintertreffen sind. Teils massiv, teils weniger. Teils kann man über dinge Reden inwiefern es notwendig ist

      Aber schlussendlich ist es lediglich eine Feststellung
    Weitere Antworten anzeigen
  • DaBoong 06.05.2018 13:18
    Highlight Highlight Die welt hat sich weiterbwegt, liebe kinobetreiber... für ca. 15 stutz kann ich was, wo und wie ich will schauen. An qualität mangelt es nicht (meiner meinung nach) und für dieses geld krieg ich gar keine kinokarte mehr. Zudem kann ich zuhause ungestört von den berüchtigten popkornwerfern meine movies mit bier und gepaffe geniessen... so, das wollte ich nur loswerden! 😉
    • w'ever 06.05.2018 13:45
      Highlight Highlight wenn ich 9 stutz für das popcorn im kino bezahlen muss, dann landet keines der körner mehr auf dem boden.
  • alex DL 06.05.2018 13:12
    Highlight Highlight Was bitte ist zynisch daran, zu sagen, dass der Zuschauer selbst entscheiden kann, wo er wann welchen Content sehen will? Frankreich versucht einmal mehr zu schützen und wird dabei verlieren. Unzählige ähnliche Situationen liessen eine recht genau Vorhersage zu, welchen Verlauf diese Geschichte nehmen wird. Man müsste lediglich bereit sein aus den Fehlern anderer zu lernen.
  • Matti_St 06.05.2018 12:59
    Highlight Highlight Da Netflix eine Reihe Filme produziert, die von den klassischen Produktionsfirmen gemieden wird, bin ich klar auf der Seite von Netflix. Sicher ist nicht alles gut, was Netflix produziert, aber das ist bei den klassischen Filme ebenfalls der Fall.

Als die US-Serie «Holocaust» Deutschland veränderte 

Vor 40 Jahren ging eine Serie um die Welt – «Holocaust». Nur in Deutschland gab es erbitterten Widerstand gegen die Ausstrahlung. Am Ende lief sie im Dritten Programm. Eine Dokumentation zeigt, was dann geschah.

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