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Wir haben den berühmten Millennium Falcon ausprobiert.
screenshot: spiegel online

Was taugt das «Star Wars»-Spielzeug? Wir haben mit dem Millennium Falcon «Piu-Piu» gemacht

Die Strategie der Vermarkter geht auf: «Star Wars»-Spielzeuge stehen auf vielen Wunschzetteln ganz oben. Aber machen sie auch Spass? Spiegel Online hat den Millennium Falcon ausprobiert.

Benjamin Maack und Matthias Kremp / spiegel online



Ein Artikel von

Spiegel Online

Der neue «Star Wars»-Film bricht alle Rekorde, auch bei den Prognosen. Bis zu drei Milliarden Dollar könne er an den Kinokassen einspielen, weitere fünf Milliarden soll das Merchandising einbringen. George Lucas, Schöpfer der Science-Fiction-Reihe, hat die Welt der Filmvermarktung umgekehrt: Statt mit Filmen Memorabilien zu verkaufen, lässt er seine Fans erst zu Postern, Puppen und Plastikspielzeug greifen, bevor sie schliesslich ins Kino gehen und den Film zum Spielzeug sehen.

Wir wollten ausprobieren, wie so ein Spielzeig eigentlich aussieht, was man damit machen kann und ob es seinen Preis wert ist. Denn billig ist nichts, was mit «Star Wars» zu tun hat. Den «Millennium Falcon», das Raumschiff, mit dem Han Solo, dargestellt von Harrison Ford, durchs Weltall saust, gibt es in etlichen unterschiedlichen Ausführungen.

Die billigste, ein Kunststoffbausatz, kostet 20 Franken. Wir haben aber auch einen Händler gefunden, der für ein Sammlerstück aus limitierter Auflage gut 1500 Franken verlangt. Nicht nur George Lucas und der Disney-Konzern wollen mit dem Krieg der Sterne Kasse machen.

Wo kommen die Batterien rein?

Um auszuprobieren, was ein Plastikraumschiff so kann, haben wir uns ein Modell von Hasbro besorgt. Keinen Bausatz, sondern eher ein halbfertiges Spielzeug, das uns vor so manches Rätsel gestellt hat: Wo kommen bloss die – nicht mitgelieferten – Batterien rein? Was passiert, wenn man auf einen der vielen Knöpfe drückt? Und vor allem: Darf Chewbacca wirklich auf den Pilotensitz?

Nach rund einer Stunde mit dem Plastikraumschiff stand jedenfalls fest: Für uns ist das nichts. Aber wir sind ja auch nicht die Zielgruppe, sind wohl zu alt und auch zu ungeduldig, um uns ausgiebig damit zu beschäftigen, wo jetzt welcher Aufkleber hin soll und was man mit welchem Knopfdruck auslösen kann.

Ab in den Keller damit

Spass gemacht hat die eine Stunde mit dem Plaste-Falcon trotzdem – und wenn auch nur aus sentimentalen Gründen. Unser Fazit, nachdem wir den kleinen Raumfrachter wieder in seine Schachtel zurückgesteckt haben: Mit hinreichend Geduld und Hingabe zum Thema mag das 100 Franken teure Spielzeug auch länger als 60 Minuten Spass machen. Für uns ältere Herren wäre es aber zu kompliziert.

Vielleicht sollte man es nach dem Kauf lieber kühl und trocken in den Keller legen, immer in der Hoffnung, dass der Wert rasant steigt, wenn der übernächste «Star Wars»-Film in die Kinos kommt. Aber am besten ist es vermutlich immer noch, wenn der Falke von Kindern durch ihr Fantasie-All im Wohnzimmer gesteuert wird, um noch viel rasantere Abenteuer zu bestehen, als in allen «Star Wars»-Filmen zusammen.

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