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Hai Lam

Der amerikanische Pro-Gamer Hai Lam zieht sich zurück. bild: Hai Lam

22-jähriger Profi-Gamer muss sich wegen «Sekretärinnen-Krankheit» vom E-Sport zurückziehen

Wegen gesundheitlicher Probleme zieht sich Hai Lam vom professionellen Spielen zurück. Bekannt ist der Amerikaner für seine Leistungen im Team-Rollenspiel «League of Legends». Jetzt will er neue Talente aufspüren.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Er ist gerade einmal 22 Jahre und schon Sportinvalide: Mit einem Blogbeitrag hat der amerikanische Profispieler Hai Lam seinen Rückzug aus dem aktiven E-Sports-Spielgeschehen bekannt gemacht. Lam, der als Captain des Teams Cloud9 eine der weltbesten Mannschaften im Team-Rollenspiel «League of Legends» anführte, begründet seinen Ausstieg in erster Linie mit gesundheitlichen Problemen.

Während Fussballstars ihre Karriere zum Beispiel aufgrund von Kniebeschwerden beenden, ist bei professionellen Gamern – sogenannten E-Sportlern – eher das Handgelenk anfällig. Lams rechte Hand ist schon seit einiger Zeit von einer RSI-Verletzung betroffen – auch bekannt als Sekretärinnen-Krankheit.

Die berüchtigte «Maushand» entsteht durch häufig wiederholte Bewegungen des Gelenks – was sich bei Spiele-Sessions von 14 Stunden und länger kaum vermeiden lässt. «Meine Handgelenksverletzung ist etwas, das ich nicht länger ignorieren kann. Sie lässt es nicht zu, dass ich so viel spiele wie nötig und dass ich mich verbessere», erklärt Lam in seinem Blogbeitrag.

Hai Lam cloud9 esports

Hai Lam will in Zukunft Talente aufspüren. Bild: gamespot

Riesige Preisgelder warten

Im vergangenen Jahr kursierten bereits Berichte von Lungenproblemen, deretwegen Lam bei einem Turnier nicht antreten konnte. Lam selbst nennt nun auch eine Verschlechterung der Teammoral als Grund für seinen Rückzug – das Cloud9-Team hatte im vergangenen Jahr mitunter enttäuschende Leistungen gezeigt. Mit öffentlicher Kritik an seiner Person und seiner Spielweise als Mid-Laner habe seine Entscheidung nichts zu tun, betont Lam.

Wie viel Lam bei Cloud9 verdiente, ist nicht bekannt. Professionelle E-Sportler bekommen ein monatliches Gehalt gezahlt, dazu kommen mitunter enorme Preisgelder: Bei den letzten «League of Legends»-Weltmeisterschaften räumten die jeweiligen Gewinnerteams eine Million Dollar ab. Dazu kommen bei populären Spielerpersönlichkeiten Merchandising- und Werbeverträge: 600'000 bis 700'000 Euro will der spanische «LoL»-Spieler Carlos «ocelote» Rodríguez allein 2013 verdient haben.

Der Gamer-Szene und insbesondere Cloud9 bleibt Hai übrigens erhalten: «Ich konzentriere mich auf meine neue Rolle als Chief Gaming Officer (CGO) bei Cloud9», heisst es von Hai. Zu seinen Aufgaben gehöre es unter anderem, neue Talente und Teams «für alle relevanten Spiele» zu finden. (abr)

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