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Die Datenbrille hat einen schweren Stand

Frau reisst Journalist Google Glass aus dem Gesicht

In San Francisco ist erneut ein Google-Glass-Träger angegriffen worden: Diesmal traf es einen Journalisten, der die Datenbrille wohl zur falschen Zeit am falschen Ort getragen hatte.

Ein Artikel von

Spiegel Online

Kyle Russell, Journalist beim «Business Insider», wurde am Freitag in San Francisco von einer Frau angegangen. Zunächst riss sie ihm die Datenbrille aus dem Gesicht, dann schmiss sie sie auf den Boden. Display und Spracherkennung der Brille funktionierten daraufhin nicht mehr, das Gestell war verbogen, berichtet Russell.

Dass es bei dem Angriff um mehr als Diebstahl oder Vandalismus ging, glaubt Russell am Verhalten der Frau zu erkennen: «Glass!», soll die Angreiferin gerufen haben, bevor sie ihm das 1500 Dollar teure Tech-Spielzeug von der Nase riss. «Wie sie ‹Glass!› rief und wie sie die Brille zertrümmerte, hinterliess bei mir den Eindruck, dass es ihr um die Zerstörung ging», sagte Russell dem Tech-Blog Mashable. «Vielleicht ist mein Urteil aber auch von den Umständen des Vorfalls verzerrt.»

Vor dem Zwischenfall hatte Russell in einem Café über den Protest gegen einen Google-Mitarbeiter geschrieben. In San Francisco kommt es gerade häufig vor, dass kalifornische Anwohner gegen Google und den Einfluss der Firma auf die Mieten und Hauspreise in der Region protestieren. Immer wieder blockieren Anwohner Shuttle-Busse mit Google-Pendlern. Die IT-Unternehmen bezahlten angeblich ihre Mitarbeiter so gut, dass Mieten und Lebenshaltungskosten in die Höhe schnellten. Google wich den Demonstranten zuletzt mit Mitarbeiter-Fähren aus.

Demonstrators block the path of a Google commuter bus to Mountain View, in San Francisco, California April 1, 2014.  The bus was blocked by protesters in the Mission district, highlighting many residents' growing concern that an influx of affluent technology workers is driving up costs in the city.  REUTERS/Robert Galbraith  (UNITED STATES - Tags: SCIENCE TECHNOLOGY CIVIL UNREST)

Demonstranten stoppen einen Google-Bus aus Protest vor den steigenden Mieten.  Bild: Reuters

Jetzt wird der Fall auf Twitter diskutiert

Ob es sich bei dem Glass-Angriff tatsächlich um eine Aktion gegen Google oder doch um einfachen Vandalismus gehandelt hat, darüber streiten nun die Russell-Follower bei Twitter. Schon im Januar musste sich eine Glass-Trägerin in San Francisco dem Zorn einiger Barbesucher erwehren, die sich durch die Datenbrille beobachtet fühlten – der Vorfall war damals auf Video aufgezeichnet worden.

Google-Glass-Träger haben es in der Öffentlichkeit schon seit längerem schwer. Wer mit Googles Datenbrille unterwegs ist, sieht sich oft damit konfrontiert, dass ihn andere für protzig, voyeuristisch oder gar für eine Gefahr für die eigene Privatsphäre halten. Den Eindruck, dass an diesen Vorurteilen etwas dran sein könnte, hat Google noch befeuert, als das Unternehmen eine Etikette für Glass-Träger im Netz veröffentlichte: «Seid bitte keine Glassholes», schloss der Blogpost reichlich bevormundend ab: «Respektiere die anderen und wenn sie Fragen zu Glass haben, dann sei nicht schnippisch. Und wenn Du gebeten wirst, dein Handy abzuschalten, dann schalte auch Glass aus.» (fko)



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