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FILE - In this Wednesday, Sept. 27, 2017, file photo, David Limp, senior vice president of Devices and Services at Amazon, displays a new Echo, left, and an Echo Plus during an event announcing several new Amazon products by the company, in Seattle. Internet-connected lights, locks and laundry machines are on the cusp of broadening beyond tech-savvy enthusiasts. Voice-activated speakers such as Amazon’s Echo and Google Home are partly the reason. The more people use such speakers, the more they seek out what else they can do. (AP Photo/Elaine Thompson, File)

Smarte Speaker wie Amazons Echo (Bild) und Googles Home reagieren auf falsche Aktivierungsphrasen. Bild: AP/AP

Fail! Der Google Assistant lässt sich mit «Ok, Gugelhupf» statt «Ok, Google» starten

Die virtuellen Assistenten von Amazon und Google können unbeabsichtigt aktiviert werden – durch falsche Signalwörter wie etwa Gugelhupf. Das ist bisweilen witzig, kann aber zum Problem werden.

15.03.18, 13:53 15.03.18, 20:02

Patrick Beuth / spiegel online



Ein Artikel von

Es ist ein süsses Missverständnis: Der Befehl «Okay, Kuchen» weckt den Google Assistant auf Smartphones bzw. den smarten Lautsprecher Google Home ebenso auf wie die eigentliche Aktivierungsphrase «Okay, Google». Auch «Okay, gut» oder «Okay, gucken wir mal» funktionieren, wie die Marktwächter der Verbraucherzentrale NRW herausgefunden haben.

Gugelhupf Gugelhopf Kuchen

Der Google Assistant fühlt sich auch beim Signalwort «Okay, Gugelhupf» angesprochen. Bild: Public Domain

Amazons Lautsprecher Echo mit der virtuellen Assistentin Alexa passiert so etwas den Marktwächtern zufolge ebenfalls. Er höre auf das eigentliche Aktivierungswort «Alexa», aber auch auf «Alexandra». Und statt nur bei «Echo» werde er auch bei «Gecko» aktiv, ebenso bei «Ham wa schon» statt «Amazon». Mitunter reagiere Alexa «sogar völlig willkürlich», heisst es im Artikel der Marktwächter.

«Konsumenten sollten sich bei der Nutzung von digitalen Sprachassistenten also bewusst machen, dass auch von ihnen unbeabsichtigt Daten an die Anbieter-Server übertragen werden könnten», schreibt die Verbraucherschützerin Ayten Öksüz. Es sei «denkbar», dass das gesprochene Wort der Nutzer «für Werbung genutzt werden könnte».

In ihrer Untersuchung konnten die Tester allerdings nur feststellen, dass Daten mitunter an Googles Analyse- und Werbeserver übertragen werden, nicht aber, welche Daten. Die - an sich natürlich löbliche - verschlüsselte Übertragung verhindert genauere Einblicke.

In einem technischen Hintergrundpapier der Marktwächter heisst es allerdings, dass sich Amazon wiederum durch seine Nutzungsbedingungen grundsätzlich vorbehalte, Echo-Nutzerdaten für individualisierte Werbung zu nutzen.

Amazon will transparent sein

Auf SPIEGEL-Anfrage teilte Amazon mit, das Unternehmen habe «aktuell keinerlei Pläne, die über Alexa generierten Daten für Werbezwecke zu nutzen.» Echo-Besitzer würden zudem am blauen Leuchtring des Lautsprechers erkennen, ob das Gerät gerade aktiviert sei. Auf Wunsch können sie auch ein akustisches Signal wählen, das immer erklingt, wenn der Echo «aufgeweckt» wurde. Und sie können einzelne oder alle Aufnahmen von Amazons Servern löschen.

Unabsichtlich gestartete Aufnahmen, die Alexa nicht verarbeiten kann, weil sie keine Frage oder keinen Befehl enthalten, beantwortet die Assistentin mit einem Satz wie «Das habe ich nicht verstanden». Gespeichert werden diese Aufnahmen trotzdem. Durch die hörbare Reaktion von Alexa sollten Nutzer aber bemerken, dass sie gerade mit dem Gerät interagiert haben.

Google hat zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels eine Stellungnahme in Aussicht gestellt, sie aber noch nicht geschickt.

Darum reagieren Google Assistant und Alexa auf falsche Aktivierungswörter

Dass die Geräte mitunter auf falsche Signalwörter reagieren, ist zu einem gewissen Grad eine bewusste Entscheidung der Hersteller. Wie das Technikportal «ZDNet» hier sehr anschaulich beschreibt, sind die Mikrofone in den Lautsprechern oder Smartphones) immer aktiv (sofern man sie nicht manuell deaktiviert). Schnappen sie ein Geräusch auf, dessen Schallwellen denen des Aktivierungsbegriffs ähnlich genug sind, aktivieren sie die virtuellen Assistenten und damit die Datenübertragung zu den Servern der Anbieter.

Wie eindeutig die Wellenform ist, hängt von mehreren Faktoren ab: von der Nähe des Sprechers zu den Mikrofonen, von den Umgebungsgeräuschen, vom Akzent und der Lautstärke der Nutzer zum Beispiel.

Die Hersteller müssen eine Schwelle für die Eindeutigkeit der Wellenform festlegen, ab der sie ihre Assistenten aktivieren. Liegt sie zu hoch, reagiert das Gerät möglicherweise nur selten auf das richtige Aktivierungswort - einfach, weil die Nutzer zu weit entfernt sind, zu undeutlich sprechen oder sie die anderen Geräusche im Raum nicht genug übertönen. Liegt die Schwelle niedrig, reicht es, ein Signal zu erzeugen, das dem des eigentlichen Aktivierungswortes ähnlich ist.

Die niedrige Schwelle entspricht dem Gedanken der Hersteller, ihre Sprachsysteme lieber zu oft als zu selten anspringen zu lassen, weil letzteres für die Nutzer frustrierender wäre. Anders ausgedrückt: «Okay, Kuchen» statt «Okay, Google» ist kein Fehler, sondern ein Feature.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Mode!? 15.03.2018 21:21
    Highlight
    0 0 Melden
  • Saperlot 15.03.2018 20:49
    Highlight Die sollten mal lieber „Hey Jarwis“ aktivieren. Wäre viel cooler.
    3 0 Melden
  • 45rpm 15.03.2018 17:34
    Highlight Ist bei Siri auch so. Mit "Hey, Siri!" kann man sie aufrufen. Aber ebenfalls wenn man auf berndeutsch "Haben sie...." (3.Person Plural) sagt, also "hei sie..."
    2 1 Melden
  • aglio e olio 15.03.2018 15:11
    Highlight Wer weiss was es sonst noch für Triggerwörter gibt.
    Zu oft "Gewerkschaft" oder "Betriebsrat" gesagt, schon landet die Bewerbung bei Amazon ungelesen in der Rundablage. Oder so...
    15 1 Melden
  • Ylene 15.03.2018 15:04
    Highlight Ja, ja, völlig off topic, aber beim 'Ham wa schon' fällt mir die Geschichte einer guten Freundin ein. Deren Eltern gingen mit Bekannten nach London und eine ältere Dame wollte unbedingt Briefmarken kaufen, um eine Postkarte nach Hause zu schicken. Also haben sie ihr den Satz 'Do you have stamps to Germany?' beigebracht und in eine Post geschickt. Kommt sie wieder raus und sagt, sie hätten hier keine Briefmarken. Die gute hatte bei 'How many?' 'Ham wa nicht' verstanden. 😂 Es hat dann doch noch geklappt.
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