Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Googles Sprachassistent ruft bei einem Coiffeur an und macht einen Termin ab. screenshot: youtube/Tech Insider

Google hat gerade die faszinierende Zukunft des Telefonierens gezeigt – und so klingt es

Das Gespräch klang wie ein ganz gewöhnlicher Anruf in einem Restaurant. «Hi, ähm, ich möchte einen Tisch für Mittwoch, den 7. reservieren.» Doch: Da rief kein Mensch in dem Lokal an, sondern der Google Assistant, die perfekt sprechende Software des Internet-Konzerns.



Kurz mal telefonieren, Termine machen beim Arzt oder Coiffeur: Für viele Menschen ist das nervig, für manche unangenehm und für einige gar eine Horrorvorstellung – sie leiden an einer sozialen Phobie. Wer nicht gerne telefoniert, dürfte an dieser Meldung äusserst interessiert sein. Googles Sprachassistent, der Google Assistant, kann dir künftig diese «lästigen» Anrufe abnehmen.

Gestern hat Google gezeigt, wie der Google Assistant einen Termin bei einem Coiffeur abmacht. Das Telefonat ist kaum oder gar nicht von einem Telefonat zwischen Menschen zu unterscheiden, aber schau und hör selbst:

Der Google Assistant vereinbart einen Termin bei einem Coiffeur

abspielen

Als Vorgabe hatte der Sprachassistent lediglich einen Tag und einen Zeitraum genannt bekommen. Video: YouTube/Voicebot

«Uhum», quittierte der Assistant lässig im Anruf, als die Mitarbeiterin eines Friseursalons um eine Sekunde Geduld bat, während sie ins den Terminkalender schaut. Die Demonstration zum Auftakt der Entwicklerkonferenz Google I/O war eine Premiere für die Menschheit: Eine Maschine, die nicht nur makellos eine Unterhaltung führen kann, sondern mit ihrer vom Computer generierten Stimme von einem Menschen nicht zu unterscheiden ist.

Perfekt ist Googles künstliche Intelligenz natürlich trotzdem noch lange nicht, wie der zweite Beispielanruf bei einem Restaurant zeigt, der etwas anders als erwartet ablief.

Der Google Assistant versucht eine Restaurant-Reservation zu tätigen

abspielen

Video: YouTube/Alfa Tech

Google-Chef Sundar Pichai betonte während der Demonstration, dass es sich um einen echten Anrufe handle. Die Stimme des Google Assistant klingt dabei so realistisch, dass die angerufene Mitarbeiterin offensichtlich nicht erkannte, dass sie nicht mit einem echten Menschen spricht. Während des Telefonats reagierte der Google Assistant auch auf Nachfragen, was das Gespräch mit den eingestreuten Pausen und Bemerkungen wie «Mm-hmm» besonders real erscheinen lässt. 

Wenn schon etwas die Software vom Menschen unterschied, dann höchstens die Geduld, mit der sie sich auch durch ein nicht glatt laufendes Gespräch arbeitete. Die Laute wie «Hmmm» sollen dem Gesprächspartner auf natürliche Weise zeigen, dass man noch kurz überlege, schrieben die Entwickler in einem Blogeintrag zur Vorstellung des Programms. Umfragen bestätigten, dass dies Gespräche natürlicher wirken lasse.

An dieser Technologie mit dem Namen Google Duplex arbeite Google bereits seit Jahren, sagte Google-Chef Sundar Pichai. Man wolle sie aber «richtig hinbekommen», bevor sie für die Nutzer verfügbar sein werde, schränkte er ein. 

In einem Blogpost erklärt Google die Technologie und präsentiert weitere Beispielanrufe. Duplex befindet sich noch in der Testphase und bislang ist vollkommen unklar, wann wir Telefonate tatsächlich an die künstliche Intelligenz delegieren können. Beweisen muss Google auch noch, dass dies nicht nur auf Englisch, sondern auch in anderen Sprachen so gut funktioniert.

Tech-Blogger Marques Brownlee erklärt Googles Duplex

abspielen

Video: YouTube/Marques Brownlee

Müssen sich Computer als Computer zu erkennen geben?

Die Konsequenzen sind klar: Wir werden es in absehbarer Zukunft mit Maschinen zu tun haben, die am Telefon nicht von Menschen zu unterscheiden sind. Damit kündigen sich neue Fragen an. Sollten Computer verpflichtet werden, sich als solche zu erkennen zu geben? Was bedeutet das für Medien wie das Radio? Und wenn irgendwann an beiden Enden der Telefonleitung solche Computer-Assistenten aufeinandertreffen, sollten sie einfach die Sprache ablegen und die Daten non-verbal austauschen?

Pichai betont, am Ende müsse die Gesellschaft zu einem Einvernehmen kommen, wann und wie solche Software eingesetzt werden dürfe. Google jedenfalls versuche, mit Bedacht vorzugehen und sehr gezielt passende Einsatzfelder herauszusuchen, die das Leben einfacher machen, ohne für Konflikte zu sorgen.

Das aufsehenerregendste Beispiel für den Einsatz künstlicher Intelligenz

Zum Start kann Duplex wie in den vorgespielten Beispielen Termine beim Friseur machen, Tische in Restaurants reservieren und Öffnungszeiten erfragen. Die Fähigkeit des Systems, eine Unterhaltung aufrechtzuerhalten, sei eng auf die Bereiche beschränkt, in denen es trainiert wurde, betonten die Entwickler. «Es kann keine allgemeine Unterhaltung führen.»

Bei Google Duplex kommen in einem Service Spracherkennung, Sprachausgabe und maschinelles Lernen zusammen. Es war das aufsehenerregendste Beispiel für den Einsatz künstlicher Intelligenz bei Google, die ansonsten auch automatisch Fotos bearbeitet, Sätze in E-Mails vorschlägt oder durch ein smartes App-Management die Laufzeit von Smartphone-Batterien verlängert.

Datenschutz kein vorrangiges Thema

Datenschutz war kein prominentes Thema - schliesslich laufen die ganzen coolen Funktionen auch nicht ohne den Zugriff auf Nutzerinformationen. Zugleich versicherte Pichai, dass Google bei künstlicher Intelligenz vorsichtig und verantwortungsvoll vorgehen werde. Seine Eröffnungsrede der Google I/O war von einer heute ungewöhnlichen, nahezu fröhlichen Technikbegeisterung geprägt.

Die Reaktionen im Internet 

Weiterführende Links:

(oli/sda)

Chattest du etwa mit einem Computer?

abspielen

Video: srf/SDA SRF

28 Menschen, die an der modernen Technik scheitern

Das könnte dich auch interessieren:

Fotograf schiesst DAS Foto der Notre-Dame und muss sich nun gegen Fake-Vorwürfe wehren

Link zum Artikel

Das grösste Verdienst von Tesla sind nicht die eigenen Autos

Link zum Artikel

Schluss mit Lügen! So lässt sich die ganze Welt allein mit grüner Energie versorgen

Link zum Artikel

Vergiss Tinder! Hier erfährst du, welches Potenzial deine Fassade hat 😉

Link zum Artikel

17 katastrophale Tinder-Chats, die definitiv niemanden antörnen

Link zum Artikel

Vermisst und wieder aufgetaucht – 9 Fälle von Kindern, die verschwunden waren

Link zum Artikel

Mit diesen 21 Fakten kannst du beim kommenden «Game of Thrones»-Marathon angeben

Link zum Artikel

«SRF Deville» verkündet Pfadi-Putsch in Liechtenstein – diese finden's gar nicht lustig

Link zum Artikel

Brauchen wir einen Green New Deal, um eine Rezession zu vermeiden?

Link zum Artikel

Wie rechte Ideologen den Brand von Notre-Dame für ihre Zwecke instrumentalisieren

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
sentifi.com

Watson_ch Sentifi

Abonniere unseren Newsletter

14
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • goldmandli 10.05.2018 13:45
    Highlight Highlight Bis das realität ist, wird es noch jahrzehnte dauern. Das war wohl offensichtlich ein voraufgenommenes Video. Erstaunlich wie qufgeregt die "Presseleute" im Publikum reagiert haben.
  • Quacksalber 10.05.2018 10:12
    Highlight Highlight Kann das Ding dann auch Krankenkasse wechseln, Geld überweisen usw, alles was die Anrufer so wollen.
  • bebby 10.05.2018 06:52
    Highlight Highlight Endlich nimmt mal ein Rechner die lästigen Werbeanrufe entgegen.
  • goatfoodcompany 09.05.2018 22:56
    Highlight Highlight kann der google-assistent auch gleich für mich zum arzt?
  • Grave 09.05.2018 17:17
    Highlight Highlight Irgendwie befürchte ich das ganze mit dieser künstlichen intelligenz hatt irgendwann mal ganz schlimme folgen...
  • Menel 09.05.2018 13:19
    Highlight Highlight Darauf warte ich schon seit ich ein Kind bin!!! ENDLICH kommen die Assistenten 🙌🏻
  • DerSimu 09.05.2018 13:15
    Highlight Highlight Heisst das ich werde bald kein Herzklopfen mehr haben, weil Google meinen Arzttermin vereinbart?
    • maljian 09.05.2018 14:45
      Highlight Highlight Kommt drauf an, ob dein Herzklopfen der Grund für den Arzttermin ist 😉
    • DerSimu 09.05.2018 15:54
      Highlight Highlight @maljian Wenn ich so dran denke, was rauskommt, wenn ich nsch symptomen Google, weiss ich zwar nicht, ob ich Google mit dem Arzt telefonieren lassen will.
  • MeineMeinung 09.05.2018 13:09
    Highlight Highlight Beeindruckend und beängstigend zugleich
  • El Vals del Obrero 09.05.2018 13:01
    Highlight Highlight Wer eine Sozial-Phobie hat, hat in der Regel Mühe beim spontanen plaudern oder beim Small Talk oder persönlichen Gesprächen und weniger bei klar definierten sachlichen Abläufen wie einer Terminvereinbarung beim Coiffeur.
  • Slavoj Žižek 09.05.2018 12:09
    Highlight Highlight Hallo Matrix
    • Lezzelentius 09.05.2018 15:38
      Highlight Highlight Was?
      Benutzer Bild
  • Sarkasmusdetektor 09.05.2018 12:00
    Highlight Highlight Lustig wird es, wenn am anderen Ende dann ein Bot den Anruf entgegennimmt. Aber solche Schnittstellen sind bestimmt viel zuverlässiger als ein API...

Kevin ist noch einmal «Allein zu Haus» – aber diesmal mit Hightech 😜

Es ist ein Werbespot für Smart-Home-Anwendungen von Google, aber Macaulay Culkins Reise in die Vergangenheit musst du gesehen haben.

Weihnachten ist dieses Jahr früher!

«Kevin – Allein zu Haus» war in den 90er-Jahren der Weihnachtsfilm für die ganze Familie. Jungschauspieler Macaulay Culkin wurde mit seinem schlauen Kampf gegen Einbrecher weltberühmt. Nun bringt Google die Filmkomödie zurück – mit dem kaum gealterten Hauptdarsteller! Mit Originalmusik, in Originalkulisse und herrlichen Anspielungen.

Das Video ist so etwas wie ein Viral-Hit mit Ansage. Bei YouTube wurde es bereits millionenfach angeschaut, und auch bei Facebook …

Artikel lesen
Link zum Artikel