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Die «Chromebooks for Education» sind in US-Schulen verbreitet, weil sie in Basisversionen für weniger als 300 Dollar zu haben sind und Google übers Netz den Support bereitstellt.
bild: Kevin Jarrett via Flickr/Creative Commons

Google spioniert angeblich Schüler und Studenten aus

Verletzt Google mithilfe seiner Chromebooks in Schulen und Universitäten gezielt die Privatsphäre der Nutzer? US-Datenschützer reichen Beschwerde bei der Handelskommission ein. Der Internet-Konzern wehrt sich.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die US-Datenschutzstiftung Electronic Frontier Foundation (EFF) hat Google vorgeworfen, Schüler und Studenten auszuspionieren, die mit Geräten des Konzerns arbeiten. Eine entsprechende Beschwerde wurde bei der US-Handelskommission (FTC) eingereicht, teilt die EFF mit. Sie ist eine der wichtigsten Bürgerrechtsorganisationen in den USA.

Demnach habe Google persönliche Daten der Schüler und Studenten gespeichert – möglich geworden sei dies durch die Standardeinstellungen auf Googles Chromebooks in Schulen und Universitäten. So erfährt der Konzern der EFF zufolge, nach welchen Begriffen die Schüler gesucht haben, welche Ergebnisse sie sich angeschaut haben, welche YouTube-Videos aufgerufen und welche Passwörter gespeichert wurden. Eine Erlaubnis von den Eltern oder Schülern zum Speichern der Daten habe Google zuvor nicht eingeholt.

Google dementiert

Google hat auf die Vorwürfe der Electronic Frontier Foundation (EFF) mit einer ausführlichen Stellungnahme reagiert. In einem Blog-Beitrag betont der zuständige Manager, Jonathan Rochelle, dass in den sogenannten «Core Services», den wichtigsten Google-Apps für Studenten, keine Werbung vorkomme. Und studentische Daten innerhalb dieser Dienste (Gmail, Kalender, Docs etc.) würden nicht zu Werbezwecken ausgewertet. Weitere Informationen zu den Google-Apps und zur Gewährleistung des Datenschutzes gibt es auf der Website «Google for Education» (auf Englisch). (dsc)

Google tritt mit seinen Chromebooks auf dem Bildungsmarkt gegen Wettbewerber wie Apple, Microsoft und andere Hersteller an. Die Bildungsangebote von Google sind werbefrei. Allerdings wertet Google Anwenderdaten nach eigenen Angaben für «Nicht-Werbezwecke» aus.

Google könnte den Schülern auch auf andere Geräte folgen

Die «Chromebooks for Education» sind in Schulen verbreitet, weil sie in Basisversionen für weniger als 300 Dollar zu haben sind und Google übers Netz den Support bereitstellt. In Deutschland können Schulen die Geräte und den Service mieten.

Google teilte mit, man beachte bei der Dienstleistung für Schulen und Universitäten die geltenden Regeln und Gesetze. Nach Darstellung der EFF hat der Konzern versichert, in Kürze die kritisierten Standardeinstellungen der Chromebooks so zu ändern, dass Daten wie der Browserverlauf nicht mehr automatisch mit anderen Google-Services synchronisiert werden.

Der EFF gehen die Ankündigungen jedoch nicht weit genug. Sie finden die Privatsphäre der Schüler und Studenten müsse stärker geschützt werden. Die Standardeinstellungen würden Google auch künftig erlauben, Kindern auch dann zu folgen, wenn sie den Chrome-Browser auf dem iPad ihrer Eltern oder dem Smartphone eines Freundes nutzen und sich darüber bei einem Google-Dienst, etwa YouTube, einloggen.

«Entgegen der öffentlichen Versicherung, das nicht zu tun, sammelt Google die Browserdaten und andere Informationen der Schüler und nutzt diese für eigene Zwecke des Unternehmens», sagte EFF-Anwalt Nate Cardozo.

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • elivi 03.12.2015 09:04
    Highlight Highlight Lol, warum ist das bei Kindern so ein Skandal und beim Rest der User nicht? Sobald ich Chrome nutze und mich dort eingeloggt habe sammelt Google fleissig. Dem Brower ist es so egal, ob jetzt ein 10-Jähriger dran ist oder ein 98-Jähriger. Darum hab ich Googles Activity Report aktiviert. Jeden Monat erhalte ich einen Report, was Google alles gesammelt hat oder eben zum kucken, was sie nicht sammeln sollten.
  • Sagitarius 03.12.2015 07:17
    Highlight Highlight Ich bin schockiert!
  • viella 03.12.2015 07:10
    Highlight Highlight Wenn ein Produkt (fast) kostenlos ist, bist du das Produkt. Ganz einfach.
  • Teslaner 02.12.2015 23:10
    Highlight Highlight Bin sehr enttäuscht von Google. Dachte immer meine Daten sind dort sicher, und Google verdiene Geld mit den Nexusgeräten. Jetzt werden sie sogar an andere Firmen verkauft und damit werden Milliarden gemacht.
    Dass das nicht vorher jemandem aufgefallen ist? Oder ist es einfach allen egal (Wenn man den Android Marktanteil betrachtet)?
  • Statler 02.12.2015 22:26
    Highlight Highlight Ich bin schockiert... NOT...
  • Matrixx 02.12.2015 22:10
    Highlight Highlight Google klaut Daten von Nutzern, speichert die und wertet sie aus?

    Skandal! Wieso hat das zuvor nie jemand bemerkt?

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