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Spass mit Textübersetzungs-Apps in Japan: Äh, was soll ich hier rauchen? bild: spiegel online

Welche Übersetzungs-Apps sind nützlich? Der Praxistest in Japan enthüllt den klaren Sieger

Schilder und Speisekarten verstehen, obwohl man im Ausland unterwegs ist: Übersetzer-Apps speziell für Texte sollen Reisenden dabei helfen. Aber klappt das? Wir haben drei Programme in Tokio ausprobiert.

23.07.18, 10:37 23.07.18, 11:27

Markus Böhm / spiegel online



Ein Artikel von

Ich rede Deutsch, mein Gegenüber spricht Japanisch - und wir verstehen uns dank moderner Technik trotzdem. Übersetzer-Gadgets und -Apps versprechen, die Kommunikation im Ausland enorm zu erleichtern. Was mehrere Geräte und Programme im Reisealltag taugen, habe ich in Tokio ausprobiert. Das Ergebnis kannst du auch in der neuesten Folge des Netzwelt-Podcasts «Netzteil» nachhören.

Im Podcast geht es vor allem ums Übersetzen von gesprochenem Wort, das Thema Texterkennung schneiden meine Kollegin Teresa Sickert und ich nur kurz an. Dabei sollen einige der von mir in Japan getesteten Apps auch dann helfen, wenn man über die Botschaften auf Schildern oder über Warnhinweise rätselt.

Diese Apps wurden getestet

Japanischen Text ins Deutsche übersetzen kann prinzipiell sowohl der kostenlose Übersetzer von Google (iOS/Android), als auch die Gratis-App von Microsoft (iOS/Android). Und mit Waygo (iOS/Android) hatte ich noch eine dritte App auf dem Smartphone, die zwar kein Deutsch beherrscht, dafür aber explizit damit wirbt, dass sie japanische Schilder und Speisekarten auf Englisch lesbar machen kann.

So klappt das Ganze in der Praxis

Doch wie gut sind Google Übersetzer, Microsoft Übersetzer und Waygo in der Praxis wirklich? Einen Eindruck von den Fähigkeiten der Apps gibt dir unsere Fotostrecke. 

Welche Übersetzungs-Apps sind wirklich nützlich?

Allgemein würde ich sagen, dass die Schriftübersetzung von Google und Microsoft vor allem bei Infoschildern ausreichend gut funktioniert: Hinweise in schwarzer Schrift vor weissem Hintergrund machen beide Programme einigermassen verständlich, Googles Übersetzungen ergeben dabei aber meist mehr Sinn und sind sprachlich schöner.

Die Waygo-App dagegen, die pro Tag nur zehn kostenlose Übersetzungen erlaubt (das dauerhafte Freischalten von Japanisch kostet sieben Euro), liess mich häufig im Stich: Sie lieferte auf Englisch oft nur Kauderwelsch und ist daher höchstens als Ergänzung zu den anderen Programmen empfehlenswert. Am ehesten hatte ich tatsächlich noch bei Speisekarten den Eindruck, dass sie hin und wieder positiv hervorsticht.

Grundsätzlich waren Speisekarten für alle Apps die grösste Herausforderung: Beim Essen bestellen war ich mit der Software oft genauso planlos wie ohne und deshalb sehr froh, dass in Japan viele Speisekarten mit Fotos versehen sind. Besonders handgeschriebene oder im Stil von Handschriften bedruckte Karten brachten die Apps an ihre Grenzen, dasselbe galt für Werbeplakate, bei denen Text vor Fotos platziert wurde. Auch die Lichtverhältnisse können das Ergebnis beeinträchtigen. Für das Lesen längerer Texte, etwa aus einem Buch oder in einer eng bedruckten Broschüre, eignet sich keine der drei Apps.

Eine Internetverbindung macht das Leben leichter

Schade ist auch, dass der Google-Übersetzer über die Kamera erfasste Schrift - anders als eingetippten Text - nur bei bestehender Internetverbindung ins Deutsche übersetzen kann. Waygo und der Microsoft-Übersetzer dagegen liefern auch ohne Netzverbindung Ergebnisse. Bei Microsofts Programm muss man aber daran denken, sich Deutsch und Japanisch vorher als «Offlinesprachen» herunterzuladen.

Eine Offline-Übersetzung von Bildinhalten ist bei Google aber immerhin bei Japanisch-Englisch möglich und das - sofern man vorab die passenden Sprachpakete heruntergeladen hat - sogar in Echtzeit. Man hält seine Handykamera dafür einfach in Richtung des Textes und bekommt dann sofort die Übersetzung auf dem Display angezeigt. Bei Japanisch-Deutsch dagegen muss man immer erst ein Foto aufnehmen, damit der Text analysiert und übersetzt wird.

Allgemein halte ich es auf jeden Fall für sinnvoll, sich für einen Japan-Urlaub mit einem Pocket-Wifi, einem Reise-Datenpaket oder einer japanischen Simkarte auszurüsten - so kann man bei Sprachhürden immer noch zahlreiche Online-Wörterbücher und -Sprachführer ansteuern. Zudem lässt sich so auch der Kartendienst Google Maps nutzen, der in Japan gegenüber Konkurrenz-Apps einen grossen Nachteil hat: Man kann sich bei Maps für Japan keine Offline-Karten herunterladen.

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Wenn sich zwei Handys gegenseitig übersetzen: Was kann schon schiefgehen?

Video: watson

Von «Big Fuck Hall» bis zu «Eliminate Horniness Essence»: Die besten Übersetzungs-Fails

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • The_Doctor 23.07.2018 15:09
    Highlight Waygo ist echt peinlich. Die App erkennt im Beispiel nicht mal eines der häufigsten japanischen Verben (あります) richtig. Vielleicht wäre noch Yomiwa? erwähnenswert. Die Übersetzungen sind zwar nicht besser als bei Google & Co. Aber sie erkennt zumindest die Kanji & Kana korrekt. Und erst noch live.
    Aber am nützlichsten ist eh das Wörterbuch imiwa? Die absolut beste App für alle, die sich mit Japanisch befassen.
    Btw. wer die Möglichkeit hat, Yahoo! Japan Maps aus dem japanischen Store herunterzuladen, sollte das tun. Die App ist Apple & Google Maps in jeder Hinsicht überlegen.
    4 0 Melden
  • Glögglifrösch 23.07.2018 12:44
    Highlight Ich kann die anderen nicht beurteilen, aber Google Lens - in Verbindung mit dem Google Assistant und eben Google Translate - wird für mich von Tag zu Tag nützlicher und wichtiger. Das Handy auf Text oder eine Sehenswürdigkeit halten und die Übersetzung folgt umgehend, respektive Erklärungen zur Sehenswürdigkeit. Habe erstaunlich gute Erfahrungen gemacht mit Google Lens/Translate/Assistant!
    Ja, es braucht dazu eine Internet-Verbindung, aber da ich häufig im Ausland unterwegs bin, habe ich mir eine Daten-Sim gekauft und bin daher praktisch immer im Netz.
    5 4 Melden
  • Sarkasmusdetektor 23.07.2018 11:43
    Highlight Wir sind vor 20 Jahren auch ohne Handy, Internet oder Sprachkenntnisse ganz gut durch Japan gekommen.
    32 25 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 23.07.2018 17:05
      Highlight Man hat sich auch mit Pferdekutschen ganz gut durchs Land schlagen können...
      13 2 Melden
  • TheDoc 23.07.2018 11:37
    Highlight DeepL ist für mich aktuell der beste online Übersetzungsservice. Halt noch in beschränkter Anzahl Sprachen und leider (noch?) ohne App
    23 0 Melden
  • Luca Brasi 23.07.2018 11:00
    Highlight Am besten japanisch lernen. Das kommt auch bei den Einheimischen äusserst gut an. ;)
    53 17 Melden
    • Nicht Luca Brasi 23.07.2018 11:28
      Highlight 私はそうは思わない
      15 10 Melden
    • Ursus ZH 23.07.2018 14:43
      Highlight それでも
      0 0 Melden
    • exeswiss 23.07.2018 19:36
      Highlight ¯\_(ツ)_/¯
      4 0 Melden
  • AfterEightUmViertelVorAchtEsser 23.07.2018 10:51
    Highlight Ich warte mal bis DeepL eine solche App anbietet. Das müsste dann richtig gut werden.
    87 3 Melden

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