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FILE - This April 30, 2008 file photo shows then-CIA Director General Michael Hayden speaking at Kansas State University in Manhattan, Kansas. Leading Democrats are criticizing Hayden who suggested the Senate’s hotly contested torture report is motivated by Senate Intelligence Committee Chair Sen. Dianne Feinstein’s “emotional feeling” and not a desire for objectivity.  (AP Photo/Chuck France, File)

Ex-NSA-Chef Michael Hayden: «Das FBI möchte eine Hintertür in allen Geräten weltweit, die amerikanischen Ermittlern offen stehen soll.»
Bild: Chuck France/AP/KEYSTONE

Ex-NSA-Chef: «Das FBI möchte eine Hintertür in allen Geräten weltweit»

Im öffentlichen Schlagabtausch mit dem FBI bekommt Apple Unterstützung von überraschender Seite: Der frühere Direktor der NSA unterstützt den Konzern beim Kampf gegen Hintertüren.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Der öffentliche Streit Apples mit US-Behörden geht in die nächste Runde. FBI-Chef James Comey hat einen öffentlichen Brief geschrieben, in dem er versichert, dass er mit dem Druck auf den Konzern zum Entsperren des iPhones eines toten Attentäters keinen Präzedenzfall für spätere Überwachung anstrebe. «Es geht um die Opfer und um Gerechtigkeit», schrieb der Direktor der Bundespolizei in dem Brief.

«Wir wollen keine Verschlüsselung brechen oder einen Generalschlüssel in die Welt setzen», sagte Comey. Zugleich räumte er ein, dass es beim Thema Verschlüsselung einen Konflikt zwischen Sicherheit und Privatsphäre gebe. «Dieser Konflikt sollte nicht von Unternehmen gelöst werden, die davon leben, Dinge zu verkaufen», schrieb er. Allerdings auch nicht vom FBI, dessen Job Ermittlungen sind, sondern grundsätzlich vom amerikanischen Volk.

Comey hat in den letzten Jahren wiederholt deutlich gemacht, dass er für seine Behörde sehr wohl eine Hintertür für verschlüsselte Geräte will.

Apple-Chef Tim Cook hatte vergangene Woche ebenfalls in einem offenen Brief erklärt, warum er sich gegen die FBI-Forderungen sperrt. Die von den Ermittlern benötigte Software überhaupt zu schreiben, würde eine Hintertür ins iPhone öffnen und die Sicherheit für alle reduzieren, argumentierte er.

Jetzt mischte sich auch Michael Hayden, der frühere Chef der National Security Agency (NSA), erneut in die Debatte ein – und stellte sich beim Thema Hintertüren überraschenderweise auf die Seite Apples.

«Jim [der FBI-Chef] möchte eine Hintertür in allen Geräten weltweit.»

Ex-NSA-Chef Michael Hayden

Zwar müsse der Konzern den Beweis erbringen, dass eine begrenzte Zusammenarbeit mit den Ermittlern tatsächlich den Datenschutz generell gefährde, sagte er der Zeitung USA Today, und in diesem speziellen Fall teile er eher die Position der Regierung.

«Aber generell bin ich gegen die Absichten der Regierung, die von FBI-Direktor Jim Comey personifiziert werden», so Hayden. «Jim möchte eine Hintertür in allen Geräten weltweit, die amerikanischen Ermittlern offen stehen soll.» Dies würde Comeys Arbeit womöglich erleichtern, gefährde im Endeffekt aber die amerikanische Sicherheit.

Das sind eher ungewöhnliche Worte für einen früheren NSA-Chef, in dessen Amtszeit ein Teil der grossen Spähprogramme eingeführt wurde. Sie könnten auch damit zu tun haben, dass der frühere Chef der NSA (1999-2005) und CIA (2006-2009) gerade seine Memoiren veröffentlicht. Schon mehrmals hatte Hayden sich in den vergangenen Wochen für Verschlüsselung ausgesprochen.

Im konkreten Streit zwischen Apple und dem FBI geht es um das iPhone von Syed Rizwan Farook, der gemeinsam mit seiner Frau im kalifornischen San Bernardino im Dezember 14 Menschen erschoss. Das FBI will vor allem, dass Apple per Softwareeingriff die Funktion aushebelt, die den Inhalt eines Telefons löscht, wenn zehn Mal ein falsches Passwort eingegeben wird.

Ein Anwalt, der Verletzte des Terroranschlags vertritt, sagte, seine Mandanten würden die Position der Regierung unterstützen. «Sie wurden Ziel von Terroristen und sie müssen wissen, warum und wie dies geschehen konnte.»

fab/dpa

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    Alle Leser-Kommentare
  • CableTiger 22.02.2016 15:37
    Highlight Highlight Eine Verschlüsselung mit einer Hintertür macht so viel Sinn wie die Haustüre abzuschliessen, aber die Hintertüre im Garten offen lassen.

    Sie ist nicht nur zugänglich für die Polizei, sondern auch für alle Verbrecher.
  • C0BR4.cH 22.02.2016 14:44
    Highlight Highlight FBI ist doch eigentlich nur für das Landesinnere zuständig, warum will der Typ also eine Backdoor auf allen Geräten WELTWEIT?!

    Das 'Weltweit-Ding' ist eher was für die CIA und NSA, imho.

    Aber generell gilt ja eh, KEINE BACKDOORS, damnit, aber das kapieren die ja nicht...
    • El_Sam 22.02.2016 15:54
      Highlight Highlight Mit dem "Federal" nimmts das FBI etwa gleich genau wie die NSA mit ihrem "National".
    • @schurt3r 22.02.2016 15:57
      Highlight Highlight Nein, das FBI ist weltweit tätig. Und dabei dürften viele Aktivitäten geheim bzw. nicht bekannt sein...
      Es gibt (offiziell) 60 Büros, darunter auch eines in Bern. Zitat: «We work literally around the globe.»
      Quelle: https://www.fbi.gov/about-us/quick-facts
    • C0BR4.cH 22.02.2016 16:05
      Highlight Highlight Hmm... Stimmt.
      Was auch immer die unter "Support" verstehen -.-'

      "9. Support federal, state, local and international partners"
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