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In der dritten Version ist das Windows-8-Tablet des Software-Konzerns dünner, leichter, schneller, aber keineswegs billiger geworden. Bild: watson

Dritter Versuch

Microsofts Anti-Apple-Tablet: Ein Surface ist ein Tablet, ist ein Notebook, ist ein Laptop

Mit der neuen Version seines Surface-Tablets greift Microsoft Apple an. Allerdings positioniert der Konzern es nicht als iPad-Konkurrent, sondern als besseres Macbook Air. Ist das nun ein Laptop oder ein Tablet?

28.08.14, 18:46 29.08.14, 16:43

Matthias Kremp / spiegel online

Ein Artikel von

Die dritte Version des Microsoft-Tablets Surface Pro erstaunt schon auf dem Datenblatt: Es ist grösser als seine Vorgänger, gleichzeitig aber dünner und leichter geworden. 800 Gramm ist es schwer, 9,1 Millimeter dünn. Gegenüber den Geräten, die man normalerweise als Konkurrenz ansehen würde, ist es trotzdem ein dicker, schwerer Klopper. Sowohl Apples iPad Air als auch Samsungs Galaxy Note Pro 12.2 sind dünner und leichter.

Doch mit solchen Geräten will Microsoft das Surface Pro 3 nicht vergleichen. Stattdessen hat sich der Konzern einen anderen Gegner ausgesucht: Apples Ultraleicht-Notebook Macbook Air. Ein lohnendes Ziel. Dem Marktforschungsunternehmen Gartner zufolge hat Apple mit diesen Geräten 30 Prozent Marktanteil bei den ultramobilen Notebooks, und Experten sagen diesem Marktsegment für die nächsten Jahre hohe zweistellige Wachstumsraten vorher. Möglicherweise setzt Microsoft also auf die richtige Taktik, denn am Tablet-Markt haben die Surface-Tablets nur einen kleinen einstelligen Anteil.

Surface 3 Pro, Microsoft, Tablet

bild: matthias kremp

Wie ernst es dem Konzern ist, zeigte eine Aktion, mit der das Surface Pro 3 in den USA beworben wurde: Von Mitte Juni bis Ende Juli bekam man dort einen Rabatt von bis zu 650 Dollar auf den Kauf des Microsoft-Tablets, wenn man ein MacBook Air in Zahlung gab.

Lieber die etwas teurere Variante wählen

Einen solchen Rabatt kann man auch gut gebrauchen, denn die Preise liegen deutlich jenseits dessen, was andere Tablets kosten. Schon für das kleinste Modell, mit 64 GB Speicher und langsamer CPU, werden 899 Franken fällig, das Topmodell kostet laut Preisliste 2199 Franken.

Betriebssystem und vorinstallierte Apps beanspruchen mehr als 16 GB vom eingebauten Speicher. Empfehlenswert ist es deshalb, zumindest das Modell mit 128 GB Speicher zu kaufen. Das kostet zwar 1129 Franken, hat dann aber auch genug Platz für ein paar Apps mehr, Musik, Filme und Fotos.

Surface 3 Pro, Microsoft, Tablet

Im Desktop-Modus von Windows 8.1 und mit angeflanschter Tastatur ist das Surface kaum von einem Notebook zu unterscheiden. bild: matthias kremp

Knackig scharf und standfest

Unabhängig von der technischen Ausstattung ist es mühselig, Microsofts Tablet einhändig zu halten. Viel mehr noch als Apples grosses iPads und Samsungs Galaxy Tab S ist das Surface Pro 3 ein Tablet zum Couchsurfen und weniger geeignet für unterwegs.

Einen sehr guten Eindruck macht der 12-Zoll-Bildschirm. Mit einer Auflösung von 2.160 x 1.440 Pixeln stellt er Fotos, Filme, Texte und Tabellen knackig scharf dar. Leider spiegelt die Glasoberfläche stark. Das ungewöhnliche Seitenverhältnis von 3:2 ist dagegen eher eine angenehme Mischung aus dem 4:3 der iPads und dem 16:9 vieler Android-Tablets.

Surface 3 Pro, Microsoft, Tablet

Der integrierte Standfuss arretiert das Surface Pro 3 sicher in jeder erdenklichen Position. Bild: Matthias Kremp

Den integrierten Standfuss des Surface hat Microsoft verbessert. Im Test hielt er das Tablet zuverlässig in jedem Neigungswinkel, von leicht angeschrägt bis fast horizontal, fest. Ein Konzept, das anderen Herstellern als Vorbild dienen sollte.

Für weitere 150 Franken wird es zum Notebook

Die Bedienung über Fingergesten funktioniert dank Windows 8.1 mühelos. Der Touchscreen reagiert prompt auf jede Berührung und kommt auch nicht durcheinander, wenn man alle Finger gleichzeitig auf das Display drückt. Es wird ein Zeigestift mitgeliefert, mit dem man sehr gut auf dem Bildschirm schreiben und zeichnen kann. Weil dessen Spitze verglichen mit ähnlichen Stiften für andere Tablets sehr dünn ist, lassen sich auch feine Linien ziehen. Seine Energie bezieht der Stift aus einer AAAA-Batterie sowie zwei Knopfzellen.

Ein unverzichtbares Zubehör ist das Pro Type Cover, das Microsoft für 150 Franken anbietet. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Display-Abdeckung mit integrierter Tastatur und Touchpad. Damit wird das Surface zu dem, was Microsoft als Bestimmung des Surface Pro ansieht: Ein Notebook, das man auch als Tablet nutzen kann. Die Qualität liegt auf dem Niveau vieler Notebook-Tastaturen. Trotz sehr geringen Hubs bekommt man ein recht gutes Schreibgefühl.

Surface 3 Pro, Microsoft, Tablet

Die Tastatur wird leicht angewinkelt am Surface eingerastet. So ergibt sich eine angenehme Schreibposition. bild: matthias kremp

Die Leistung reicht, der Akku nicht

Ein gutes Gefühl hat man auch bei der Arbeit am neuen Surface. Selbst unser Testgerät, in dem ein vergleichsweise lahmer Intel-i3-Prozessor steckte, erledigte alle Aufgaben, mit denen wir es konfrontierten, nahezu mühelos. Störend war nur gelegentlich das Pusten des Lüfters, der Abwärme aus dem Gehäuse bläst.

Weniger positiv waren unsere Erfahrungen mit dem Akku. Der grosse hochauflösende Bildschirm und der Notebook-Prozessor fordern ihren Tribut und sorgten dafür, dass der Akku nach fünf bis sechs Stunden leer war. Um einen Arbeitstag durchzustehen, reicht das nicht. Die meisten Android-Tablets und iPads halten länger durch.

+ Alle Windows-Apps und -Programme lauffähig

+ In jeder Version ausreichende Leistung

+ Sehr robustes Gehäuse

+ Variable Neigung durch integrierten Standfuss

+ Leicht zum Notebook aufwertbar

- Display spiegelt stark 

- Mässige Akkulaufzeit

Surface 3 Pro, Microsoft, Tablet

Der mitgelieferte Stift ist so dünn und empfindlich, dass man damit auch feine Linien ziehen kann. bild: matthias kremp

Fazit

Ein richtiges Tablet ist das Surface Pro 3 nicht, dafür ist es zu gross, zu schwer und zu leistungsfähig. Insofern liegt Microsoft richtig damit, es gegen Apples ultraportable Macbooks zu positionieren, denn als Notebook ist so ein Surface richtig gut. Es ist schlank, leicht und schnell genug für Office und Co. Komisch nur, dass man die Tastatur als Zubehör kaufen muss.

Anmerkung der Redaktion: Anders als ursprünglich geschildert, wird der Stift des Surface Pro 3 nicht induktiv geladen. Stattdessen nutzt er eine vorinstallierte AAAA-Batterie als Energiequelle.



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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Durtydawg 29.08.2014 08:15
    Highlight @p4trick Google beispielsweise hat 43000 Macbooks im Einsatz http://bgr.com/2013/11/28/mac-chromebook-google-employees/
    0 1 Melden
  • Zeit_Genosse 28.08.2014 19:40
    Highlight Hier geht es um den Business-Markt, weniger für den Consumer-Markt. Apple möchte ja stärker in den Business-Markt eindringen. Das Surface kann als Notbook und Business-Tablet eingesetzt werden, bei Apple braucht man 2 Geräte. Hybride werden im Business bevorzugt werden. Speziell, wenn sie mit den Desktop-PC gut mit dem Betriebssystem verknüpft sind. Da wird Apple neues bieten müssen.
    6 1 Melden
    • Durtydawg 29.08.2014 08:13
      Highlight @p4trick Du erzählst Unsinn. Einerseits gibt es die Kooperation mit IBM, da IBM extrem viel Erfahrung im Business Bereich hat wird Apple sicherlich davon profitieren. Andererseits werden mit iOS 8 viele Wünsche für den Business Bereich erfüllt. Wurde an der WWDC angekündigt.
      3 3 Melden
  • Oberon 28.08.2014 19:33
    Highlight Tolle Sache, ich freue mich schon darauf. ;)
    6 0 Melden

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