Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
MyFC JAQ: Das Minikraftwerk fr unterwegs. Die Brennstoffzelle erzeugt Strom aus Salz und Wasser.

Das Minikraftwerk für unterwegs. Die Brennstoffzelle erzeugt Strom aus Salz und Wasser. bild: spiegel online

Diese Brennstoffzelle lädt Handys ganz ohne Steckdose

Auf dem Mobile World Congress zeigte das schwedische Unternehmen myFC eine besonders kleine Brennstoffzelle für Smartphones.

Matthias Kremp, barcelona



Ein Artikel von

Spiegel Online

Es ist egal, welches Smartphone man hat: Wenn man es intensiv benutzt, geht jedem Mobiltelefon viel zu früh der Strom aus. Bei Vielnutzern sind deshalb seit langem Zusatzakkus beliebt, externe Stromspeicher mit USB-Anschluss, an denen man sein Telefon aufladen kann, wenn keine Steckdose zur Hand ist.

Die schwedische Firma myFC verspricht nun eine andere Lösung für das leidige Energieproblem: Mit einer Brennstoffzelle soll man den nötigen Strom unterwegs selbst produzieren.

Neu sind solche Ideen nicht. Schon seit einem guten Jahrzehnt wetteifern Entwickler um gangbare Methoden, die Brennstoffzellentechnik unterwegs einfach, komfortabel und günstig nutzbar zu machen. Alle drei Kriterien konnte bisher aber noch niemand erfüllen.

MyFC JAQ: Das Minikraftwerk fr unterwegs. Die Brennstoffzelle erzeugt Strom aus Salz und Wasser.

Energietank: Die Kartuschen der JAQ sind etwa so gross wie Kreditkarten, aber einige Millimeter dicker. bild: spiegel online

MyFC beispielsweise bietet schon seit 2011 das mobile Ladegerät PowerTrekk an, eine zwar leistungsfähige, aber auch sehr klobige Kombination aus Brennstoffzelle und Akku.

Das neue Modell JAQ, das myFC auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorstellt, ist anders. Die eigentliche Brennstoffzelle ist hier kleiner als ein Smartphone, ein Akku nicht eingebaut. Der Wasserstoff, den die Brennstoffzelle zur Stromproduktion braucht, wird aus Salz, Wasser und einem Metalloxid erzeugt. Der Clou dabei: Diese Verbrauchsstoffe werden in Kartuschen geliefert, die ungefähr so gross wie eine Kreditkarte sind, aber etwas dicker.

MyFC JAQ: Das Minikraftwerk fr unterwegs. Die Brennstoffzelle erzeugt Strom aus Salz und Wasser.

An der Unterseite der Kartuschen befinden sich die Kontaktstellen, über die die Flüssigkeiten aus der Kartusche in die Brennstoffzelle geleitet werden. bild: spiegel online

Mini-Kraftwerk für die Reise

In der Anwendung ist das denkbar einfach: Meldet das Handy einen niedrigen Ladezustand, steckt man eine frische Kartusche in das Brennstoffzellengerät und die Stromproduktion beginnt. Nach rund zwei Stunden ist der Rohstoffvorrat erschöpft.

Pro Kartusche, verspricht der Hersteller, würden 2400 Milliamperestunden (mAh) erzeugt. Vielen kleineren Smartphones reicht das, um den Akku einmal voll aufzuladen, bei XL-Handys genügt die Energieausbeute entsprechend nur für eine Teilladung. Der Anschluss erfolgt über eine USB-Buchse in der Brennstoffzelle.

MyFC JAQ: Das Minikraftwerk fr unterwegs. Die Brennstoffzelle erzeugt Strom aus Salz und Wasser.

Die erzeugte Energie steht an einer Standard-USB-Buchse bereit. 2400 mAH sollen mit einer Kartusche erzeugt werden können. Für kleine Handys reicht das, grosse Smartphones bekommt man damit nur teilweise aufgeladen. Bild: spiegel online

Die Markteinführung des Mini-Kraftwerks planen die Schweden für das vierte Quartal 2015. Die Preise seien noch nicht endgültig festgelegt, erklärt ein Firmensprecher. Man rechne aber damit, die Brennstoffzelle für etwa 99 Dollar anzubieten. Pro Kartusche peilt das Unternehmen einen Preis von 1.50 Dollar an, der Vertrieb soll anfangs vor allem über Mobilfunkanbieter erfolgen.

Dass aus der JAQ ein Massenprodukt wird, ist nicht zu erwarten. Für Spezialfälle kann eine solche Brennstoffzelle aber genau das richtige Mittel sein: Etwa für Reisen in unerschlossenen Regionen oder Segeltörns, bei denen man sich nicht mit klobigen, schweren Zusatzakkus belasten will.

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

Themen
1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • djangobits 05.03.2015 10:47
    Highlight Highlight Eine Kartusche für eine einzige Ladung. Nicht gerade das, was man von einer Brennstoffzelle erwartet. Sehe keinen Vorteil gegenüber einem Akkupack (und evt. Solarzellen), weil Gewicht und Volumen der Kartuschen ja auch einschenken, wenn man mehr als eine rumträgt . Wenn die Kartusche ein Jahr lang oder sagen wir mal 100 Volladungen lang halten würde, dann wär das was anderes... aber so? -> #Fail
    7 1 Melden

Bei WhatsApp gibt's bald einen Ferien-Modus

Es gibt Situationen, in denen willst du von nichts und niemandem gestört werden. Mal ein Wochenende digital detoxen, oder einen ganzen Urlaub lang.

Oder du willst gerade echt nicht wissen, was der Neffe deines (etwas) nervigen, aber noch nicht zu nervigen (fürs Blockieren reicht es noch nicht) Bekannten so macht. 

Mit Hilfe des sogenannten Ferienmodus soll es bald auf WhatsApp möglich sein, sich ein bisschen Ruhe vor nervigen Nachrichten zu gönnen. Das schreibt der (meist sehr gut …

Artikel lesen
Link to Article