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Nein, das sind nicht Mulder und Scully. bild: zvg

Warum man das Retro-Game «Thimbleweed Park» unbedingt spielen muss

«Thimbleweed Park» ist ein Point-and-Click-Adventure der alten Schule. Mit viel Liebe zum Detail und Nostalgie-Charme wird man in die Vergangenheit zurück katapultiert. Eine verspätete Liebeserklärung.



Wie jetzt? Ein Spiel, das bereits im letzten Jahr veröffentlicht wurde, erhält erst jetzt eine Würdigung? Ja, es ist kompliziert ...

Die Leiden eines Journalisten

Als Gamejournalist ist das verspielte Leben oft nicht so einfach. Welche Spiele wollen rezensiert werden, welche Spiele muss man rezensieren und welche kann man auch mal einfach links liegen lassen? Solche Entscheidungen sind oft von dramatischer Natur. Es gibt einfach auch zu viele Spiele da draussen. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass ein Spiel einfach völlig untergeht und auf dem persönlichen Radar gar kein Piepen verursacht.

«Thimbleweed Park» ist so ein Spiel, das im letzten Jahr völlig an mir vorbei gedüst ist und erst jetzt mit voller Aufmerksamkeit vor meiner Nase tanzte. Es war zwar irgendwie immer da, doch erst jetzt erstrahlt es in meinem persönlichen Scheinwerferlicht und möchte seine Aufmerksamkeit einholen, die es auch verdient hat.

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He, Du! Los, lass uns spielen! bild: zvg

Eine Hommage und ein Denkmal

«Thimbleweed Park» wurde bereits im letzten Frühling auf einigen Systemen losgelassen. Mittels Crowdfunding wurde der Titel finanziert und entwickelt. Niemand geringeres als Ron Gilbert und Gary Winnick, die schon ihre Finger bei den Klassikern «Maniac Mansion» und «Monkey Island» tief im Spiel drin hatten, sind für dieses Retro-Game verantwortlich. Mit «Thimbleweed Park» schufen sie nicht nur eine Hommage an das Point-and-Click-Adventure, sondern auch noch gleich ein Denkmal für sich selber.

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Der Trailer zum Klassiker «Maniac Mansion». Video: YouTube/ADVRipper4EVER

Rückkehr in die 80er-Jahre

Wie es sich für ein Retro-Game gehört, befinden wir uns in der Vergangenheit. Im Jahr 1987 entdecken zwei FBI-Agenten eine Leiche in einem Fluss in der Nähe einer typischen Kleinstadt. Das sind doch Mulder und Scully? Auch wenn die beiden wortkargen Protagonisten den beiden «Akte-X»-Gesichtern zum Verwechseln ähnlich sehen, sie sind es nicht. Aber die erste Hommage hier an die beste Mysterie-Serie aller Zeiten ist unverkennbar.

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Die Ermittlungen beginnen mit dieser Flussleiche. bild: zvg

Die Agenten Angela Ray und Antonio Reyes müssen sich zusammen tun, um den Fall zu lösen. Dass hinter diesem Mord eine ziemlich abstruse Geschichte steckt und sie auf unglaublich durchgeknallte Figuren stossen werden, wissen die beiden noch nicht. Ein Sheriff mit mehreren Persönlichkeiten, ein fluchender Clown, der seine Maske nicht abziehen kann oder eine quirlige, liebenswerte Gamedesignerin sind nur ein paar Figuren, die in dieser Kleinstadt zum Rätselraten einladen.

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Illustre Figuren in einer illustren Kleinstadt. bild: zvg

Einfach wie früher

Wer Erfahrung mit dem Genre hat, weiss sofort wie es geht. Wie früher stehen unten links eine Reihe von Tätigkeitswörtern bereit, mit denen man auf dem Bildschirm oder mit den gesammelten Objekten rechts agieren kann. Mit Personen sprechen, Gegenstände aufnehmen oder tauschen, Schränke öffnen, alles wie früher. Alleine die simple Spielmechanik lässt das Retroherz höher springen. Und genau wie früher sind die Rätsel so richtige Knacknüsse. Selbst auf dem leichten Schwierigkeitsgrad muss man öfters genau nachdenken, kombinieren und genau lesen. Justus Jonas von den drei Fragezeichen hätte seine wahre Freude damit.

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Einfach alles wie früher: Nehmen, reden, benutzen. bild: zvg

So läuft oder irrt man durch diese Stadt, um verdächtige Personen aufzufinden und sie mittels Beweislage dingfest zu machen. Jederzeit kann man zwischen den zwei FBI-Agenten wechseln und somit an unterschiedlichen Örtlichkeiten auf die Spurensuche gehen. Ab und zu wird man mit einer Rückblende noch weiter in die Vergangenheit geschickt, wo man in die Rolle von Nebenfiguren schlüpft, um mehr über die damaligen Geschehnisse zu erfahren. In dieser verrückten Kleinstadt sind wirklich abgefahrene Dinge passiert.

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Dieser durchgeknallte Clown hat diverse Geheimnisse. bild: zvg

Die ganz grosse Nostalgie-Kelle

Die Optik versprüht einen Nostalgie-Charme, wie er im Lehrbuch steht. In die pixelige Grafik muss man sich einfach verlieben und sinniert sofort darüber nach, als man als Teenager an den schulfreien Nachmittagen Zuhause vor dem Rechner sass und stundenlang solche Abenteuer erlebt hat. Auch dieser unverkennbare Humor, der uns schon damals bestens unterhalten hat, ist wieder mit an Bord. Die Dialoge sind köstlich, die Slapstickeinlagen göttlich und die piependen Soundeffekte eine Offenbarung für das Retro-Ohr.

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In diesem Zimmer gibt es viele Anspielungen zu entdecken. bild: zvg

«Thimbleweed Park» geht aber noch einen Schritt weiter: Das Spiel steckt voller Anspielungen auf die Populärkultur und auch auf die Videospielindustrie selber. In jeder einzelnen Szene gibt es etwas zu entdecken. Dabei sollte man sich nicht nur auf den aktiven Teil konzentrieren, sondern sich auch die liebevollen Hintergründe genauer ansehen. Da sind so viele Huldigungen versteckt, dass man oft einfach innehält und das Missionsziel vergisst.

Alte Filmposter, versteckte Gegenstände aus anderen Computerspielen, bekannte Personen aus der Szene, die ihren kurzen Auftritt haben, vertraute Melodien aus den 80ern, Zitate aus längst vergessenen Zeiten. Kurz: Da wird mit der ganz grossen Nostalgie-Kelle angerichtet und es ist eine wahre Freude für den Puristen.

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Es gibt sehr viel zu entdecken in dieser Kleinstadt. bild: zvg

Bitte spielen!

Ja, wie konnte so ein Meisterwerk an mir im letzten Jahr einfach so vorüberziehen? Dieses Sammelsurium an Spielspass und Nostalgie-Charme hätte bei mir einfach auf dem Radar erscheinen müssen. Schade.

Und trotzdem bedanke ich mich beim Game-Gott, dass er mir diese Perle erst jetzt geschickt hat. Denn die Welle an neuen Games kommt erst langsam ins Rollen. Somit hatte ich genügend Zeit, mich diesem Abenteuer in aller Ruhe und mit aller Liebe zu widmen. Denn «Thimbleweed Park» muss man in vollen Zügen geniessen. Man muss sich diesem Point-and-Click-Adventure hingeben und alles aufsaugen. Die Macher haben hier ganz viel Liebe reingesteckt. Das muss man als Konsument und Konsumentin auch einfach würdigen. Bis zum letzten Pixel.

«Thimbleweed Park» ist erhältlich für Playstation 4, Xbox One, Nintendo Switch, Windows, Linux, iOS und Android.

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Der Trailer zu «Thimbleweed Park». Video: YouTube/GameSpot Trailers

Mit Gamen Geld verdienen

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Video: srf/SDA SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • TanookiStormtrooper 04.03.2018 19:03
    Highlight Highlight Man kann natürlich auf die Akte X Anspielungen kommen, mit seinen ganzen schrägen Figuren komme ich dann aber eher auf Twin Peaks...

    Demnächst erscheint übrigens auch ein Mini-DLC. für knapp 2$ kann man dann den Clown unzensiert Fluchen hören 🤬
  • Buff Rogene 04.03.2018 17:17
    Highlight Highlight Top! Danke für den Tipp.

    ca. einmal im Jahr check ich den Fortschritt zu Inddiana Jones and the Fountain of Youth - dem Nachfolger von Fate of Atlantis - aber ich glaub, das wird einfach nichts mehr...

    http://www.barnettcollege.com/
    • Pana 05.03.2018 20:24
      Highlight Highlight Die haben vor 5 Jahren oder so mal ne Demo rausgebracht.. Ganz nett. Aber ja, die Jahre vergehen, und sie kommen nicht wirklich voran.
    • Buff Rogene 06.03.2018 05:15
      Highlight Highlight Gemäss ihrer facebook-Seite sind sie aber tatsächlich noch dran :D
    • Pana 06.03.2018 17:42
      Highlight Highlight Dran ja, seit ewig :)

      Letztes Jahr haben sie, wenn ich mich nicht irre, das ganze Konzept über den Haufen geschmissen, und mit einer neuen Software von vorne begonnen. Crowdfunding lehnen sie leider (oder zum Glück) ab. Soll auch Lizenzprobleme mit LucasArts oder Disney geben.
  • baldini75 04.03.2018 13:48
    Highlight Highlight Gegen Ende wirds einfach verdammt schwierig. Da muss man öfters zum,Telefon greifen ;)
  • El-Flaco 04.03.2018 13:30
    Highlight Highlight Cooles Adventure Game👍🏼👍🏼
    So richtig Old School
    Remember?
    Monkey Island, Day of the Tentacle, Manic Mansion, Zak Mc Kracken, Flight of the Amazon Queen, Indiana Jones, Simon the Sorcerer.. i‘m loving it
  • What’s Up, Doc? 04.03.2018 12:38
    Highlight Highlight Für Nostalgiker gibt es übrigens auch Zak McKracken 2 - Between Time and Space - Directors Cut auf diversen Webseiten gratis und legal zum Download.
  • Dario4Play 04.03.2018 12:05
    Highlight Highlight Grafisch erinnert es an die Neo magazin Royale game serie
    • blobb 04.03.2018 14:28
      Highlight Highlight :D Ich will auch wieder so jung sein!
    • TanookiStormtrooper 04.03.2018 18:22
      Highlight Highlight Welche übrigens auch auf den alten LucasArts-Adventures aufbauen...
      Diejenigen, die damals diese Point&Click-Adventures liebten machen mangels Alternativen jetzt eben selber welche. Das Genre gilt leider seit Jahren als tot und so macht kein grosser mehr solche Spiele.
  • Farson 04.03.2018 11:44
    Highlight Highlight Lohnt es sich das game für android zu kaufen oder ist die Steuerung auf dem Handy zu unhandlich?
    • Mia_san_mia 04.03.2018 15:10
      Highlight Highlight Gebt ihm doch ne Antwort anstatt Blitze 🙈
    • Simon Dick 04.03.2018 15:54
      Highlight Highlight Auch wenn die Steuerung durch den kleineren Bildschirm etwas fummeliger ist, lohnt es sich trotzdem definitiv.
    • TanookiStormtrooper 04.03.2018 18:28
      Highlight Highlight Wenn du wirklich keine andere Plattform hast, dann ist es eine Möglichkeit. Das Spiel gibt es aber auf so ziemlich jeder aktuellen Plattform.
    Weitere Antworten anzeigen
  • rothi 04.03.2018 10:34
    Highlight Highlight Oh ja. Das Spiel habe ich als LucasArts Fan nur so aufgesogen. Was auch ganz witzig ist, sind die Botschaften der Backer welche sich in den Büchern der Bibliothek oder als Audiobotschaft mittels Telefonanruf verfügbar sind :)
    • wolfderwolf 04.03.2018 10:52
      Highlight Highlight Unter anderem kann man auch smudo von den fantastischen 4 anrufen xD

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