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bild: zhdk

Das ist der erste 360°-Kurzfilm der Schweiz – sieht so die Zukunft aus?



Wir befinden uns momentan an einer Schwelle in der Geschichte der Technologie. Die Nachfrage nach Virtual Reality steigt rasant und somit sind auch die Entwickler von Medieninhalten gefragt. 

«Dadurch, dass im letzten Jahr so viele Virtual-Reality-Brillen verkauft wurden wie noch nie, stehen die Macher unter Druck, nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich weiterzukommen», erklärt Lorenz Troll, der Regisseur vom ersten Schweizer 360°-Kurzfilm «Gegen die Regeln», gegenüber watson.

Schau dir hier den Film an und bewege dich selbst durch die Kulissen. Am besten öffnest du das Video in der YouTube-App:

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YouTube/Cast / Audiovisuelle Medien

Der Film wurde von Studenten des Studiengangs «Cast / Audiovisuelle Medien» an der Zürcher Hochschule der Künste gedreht. Dort darf ich ihn mir auch zum ersten Mal ansehen. Während die VR-Brille noch etwas Vorbereitungszeit braucht, erklärt mir Troll, was der Reiz daran ist, einen 360°-Film zu drehen:

«Das ist ein junges Feld mit viel Platz für Experimente. Wir stehen hier ganz am Anfang und können so noch ausprobieren und herausfinden, wie man mit dieser Technik Geschichten erzählt.»

Dass das Team Pionierarbeit geleistet hat, zeigt sich schon bei der Wahl des Equipments. Es wurden sechs Gopro-Kameras auf einem speziell angefertigten Stativ befestigt. Die sechs Bilder wurden in aufwändiger Arbeit zu einer 360°-Rundumsicht zusammen-«gestitcht».

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Das Kamerakonstrukt: Der Akku baumelt zwischen den Beinen des Stativs, damit er nicht im Bild zu sehen ist.
bild: zhdk

Auch der Drehprozess unterscheidet sich massgeblich von herkömmlichen Filmen, wie Troll erklärt:

«Nach Jahrzehnten des Films hat jeder irgendwie so eine Vorstellung, wie ein Filmset auszusehen hat: Da ist ein Tontechniker, jemand der für die Beleuchtung zuständig ist, jemand hinter der Kamera etc. etc. Beim 360°-Film ist das nicht so, da sich die Crew ja nicht im selben Raum wie die Kamera befinden darf. Es gibt kein vor und hinter der Kamera, es gibt kein On/Off für Schauspieler.»

Ob die Szene gelungen ist, konnte nur im Nebenraum mit Hilfe von 6 iPads kontrolliert werden.

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bild: ZhdK

Beim Schauen des Filmes fällt sofort die detailverliebte Gestaltung der verschiedenen Sets auf. Besonders in der Barszene gibt es viel zu entdecken. Trotzdem verpasst man nichts.

Aber was bedeutet dieses Filmerlebnis für die Zukunft? Wird jetzt das Fernsehen von VR-Brillen abgelöst? Isolieren wir uns immer mehr von unseren Mitmenschen?

Troll sieht das nicht so, er empfindet diese Technologie vielmehr als «unglaublich bereichernden Zusatz» und nicht als Möglichkeit zur Isolation. «Dass wir uns mit VR-Brillen von unseren Mitmenschen abkapseln, halte ich für Quatsch. Ich denke, dass wir mit dieser Technik ab und zu in Welten eintauchen werden, die wir physisch nicht besuchen können.»

Der Film «Gegen die Regeln» ist seit heute auf YouTube verfügbar – 360°, mit oder ohne VR-Brille. Ein technisch komplexes, gelungenes Beziehungsdrama, das nur erahnen lässt, was die Zukunft der Virtual Reality noch für uns bereithält.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Thomas Bollinger (1) 15.01.2016 23:37
    Highlight Highlight Das schaffen auch nur wir Schweizer: Der erste Film in 360 Grad und wir produzieren ein Depro-Beziehungsdrama. Sorry Guys, das hilft dem Genre sicher nicht aus dem Brutkasten. (ja, die Blitze sind mir sicher, schon klar)

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