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Im Datendschungel: watson-Journalistin Camille Kündig.  bild: watson / lea senn

watson-Journalistin macht Datenstriptease: Das wissen Google, Apple und Zalando über mich

watson-Reporterin Camille Kündig stellte Auskunftsbegehren an die grossen Datenkraken dieser Welt. Zurück erhielt sie Informationen über sich selbst, die ein 10'000-Seiten-Buch sprengen würden.

02.07.18, 08:45 05.07.18, 11:37


Ich kaufe meine Kleider online, fahre mit Uber, poste Fotos auf Instagram und in meiner Wohnung genügt ein Machtwort in Richtung Alexa, damit die «digitale Sprachfee» von Amazon die Heizung um ein Grad wärmer stellt. 

Damit gebe ich viel über mich preis. Aus Bequemlichkeitsgründen nehme ich das – wie viele andere – in Kauf. Dennoch bin ich neugierig: Wie tief in unser Privatleben dringen die Tech-Giganten ein?

Mit Verweis auf die neue EU-Datenschutzverordnung habe ich bei Netflix, Apple, Amazon und Co. nachgefragt, was sie über mich wissen. Die Antwort findet sich in 19 Gigabyte an Daten. Das macht ausgedruckt ein Buch über etwa 11'000 Seiten. Ein Datenstriptease.

Google – der BFF

Google kennt mich am besten. Seit 2010 speichert der Internet-Gigant fein säuberlich jede meiner Suchanfragen, egal ob ich diese von meinem Smartphone aus oder über den PC getätigt habe. Dies sogar mit exakter Angabe der Uhrzeit. Wer die 15,2 Gigabyte Daten über mich konsultiert, die Google irgendwo in der Welt auf einem Server abgespeichert hat, könnte meine Biographie schreiben.

Am 11. Oktober 2011 um 21.52 Uhr habe ich zum ersten Mal ein Youtube-Video angeklickt: ein Song von Pitbull featuring Afrojack und Ne-Yo.

🎼🎼🎼«Grab somebody sexy, tell 'em hey, give me everything tonight.» 🎼🎼🎼

Alexa Echo – die Hilfskraft 

Datenschutz Story Camille

bild: print-screen Amazon-datenauflistung

Uber – das Daten-Taxi

bild: screenshot uber

bild: screenshot uber

Facebook – Sammelband der Peinlichkeiten 

screenshot datenauflistung facebook

Es ist klar ersichtlich, an welcher Adresse ich meine Nächte verbringe und an welcher ich arbeite.

Datenschutz Story Camille

Netflix – der Streaming-Spion

In this image released by ABC, Kiefer Sutherland portrays Tom Kirkman in a scene from,

Kiefer Sutherland als US-Präsident Tom Kirkman im Oval Office. Bild: AP/American Broadcasting Companies,

screenshot netflix

Von wegen Netflix & Chill! So sieht es in Wirklichkeit aus:

Video: watson/Knackeboul, Lya Saxer

Apple – die Datenkrake

Eindrücklich ist auch der riesige Haufen an Daten, den Apple über mich bunkert. Klar: Ich bin seit 2012 rege Nutzerin der iCloud-Services, brauche täglich mein iPhone, iPad und Mac. 

bild: screenshot apple-datenauflistung

Apple weiss: Am 27. Mai 2016 um 17 Uhr 35 war ich im Restaurant Santa Lucia im Zürcher Niederdorf.

Instagram – das Hashtag-Gedächtnis

Datenschutz Story Camille

Whatsapp – mein reges Gruppenleben 

ausschnitt whatsapp-datenübersicht 

Twitter – «25 and up»

bild: screenshot twitter-datenauflistung

Weight Watchers – die digitale Waage

Die Diät-Firma hat auf seinen Servern mein Gewicht, meine Grösse und Adresse gespeichert.

Zalando – Kleider für Daten

T-Shirt IP Adresse Zalando Camille

LinkedIn – der Karrierefootprint 

Fragst du dich, warum du überall neuen AGB zustimmen musst? Corsin erklärt es dir:

Video: watson/Corsin Manser, Emily Engkent, Lya Saxer

Keine Lust Facebook noch mehr Daten zu liefern? – Hier sind 6 Alternativen zu WhatsApp

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33
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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • daniserio87 03.07.2018 12:18
    Highlight Ich google einfach alles, was mir in den Sinn kommt. JEDEN Scheiss! Das ist meine Taktik, viel Spass beim Auswerten!
    2 0 Melden
  • Karoon 02.07.2018 17:10
    Highlight Und welche Darstellerin von American Pie bist Du nun?
    10 0 Melden
  • EinePrieseR 02.07.2018 15:28
    Highlight Interessanter wäre vor allem was für Daten die Konzerne weiterverkauft haben und an wen. Und welche dieser Daten für was genutzt werden. Kann man das auch abfragen?
    19 0 Melden
  • chraebu 02.07.2018 13:13
    Highlight @Camille/Watson-Team: Könnt ihr hier eine Kurzanleitung inklusive Vorlage und (E-Mail)-Adressen der genannten Unternehmen veröffentlichen, damit man das möglichst effizient kopieren kann?
    24 0 Melden
  • Tatwort 02.07.2018 12:06
    Highlight Von Journalistinnen und Journalisten erwarte ich eigentlich, dass sie alle möglichen Techniken einsetzen, um nicht getrackt zu werden. Also: Keine Alexa, Google über VPN, gerootetes Handy, das sich von Google/Apple nicht tracker lässt. Denn Informantenschutz sollte genau hier ernst genommen werden.
    32 47 Melden
    • Elderwand 02.07.2018 12:31
      Highlight Ja, all diese topgeheimen Quellen im geheimen journalistischen Alltag. Hollywood hat angerufen, sie wollen ihre Fantasie zurück.
      30 6 Melden
    • chraebu 02.07.2018 13:16
      Highlight Wer den text liest, bemerkt, dass es rein vom Zeitfenster her gar nicht möglich ist, dass die Autorin Ihren Arbeitsaccount verwendet hat.

      Es handelt sich hier um ein Striptease des Privatlebens.

      Da muss der Tatwort-Kommissar die Ermittlung wohl nochmal neu starten

      20 3 Melden
    • KenGuru 02.07.2018 13:23
      Highlight Ob das wirklich nötig ist, kommt wohl auf die zu recherchierenden Themen an...
      2 4 Melden
    • Tatwort 02.07.2018 13:35
      Highlight ich nehme mal an dass alle, die hier Blitze verteilen, am liebsten auch Ed Snowden an die USA ausliefern würden - oder aber keine Ahnung haben, welche Wichtigkeit dem Informantenschutz im Journalismus beizumessen ist.
      17 15 Melden
    • Tatwort 02.07.2018 13:41
      Highlight Stell Dir vor, es gibt im Journalusmus eine grundsätzliche Ethik. Dass Du mit Ethik nichts anzufangen weisst, spricht Bände über Dich.
      6 12 Melden
    • Tatwort 02.07.2018 13:44
      Highlight @Sangallo: Es sollte ein Prinzip sein. Wenn JournalistInnen selber entscheiden, welche Quelle sie schützen wollen und welche nicht, wenn sie meinen, sie könnten alle Konsequenzen für die Quelle abschätzen, dann haben sie in diesem Beruf nichts verloren.
      6 11 Melden
    • Tatwort 02.07.2018 14:25
      Highlight @chraebu: Szenario aus dem juristischen Erleben: Eine Zeitung publiziert eine Story über illegales Verhalten eines Firmen-CEOs. Die Quelle des Journalisten war zwar geschützt. Über das private Handy eines anderen Redaktors kam man ihm trotzdem auf die Schliche, denn die Quelle war privat (Studium) mit dem Redaktionskollegen bekannt, welcher ihn dem Autoren vermittelt hatte. Fazit für die Quelle: Jobverlust und Schadenersatzforderung. Fazit für den "Journalisten": Weiterbildung und heute als "Coach" tätig. Das Leben ist oft anders, als Chraebeli es sich vorstellt.
      12 9 Melden
  • c_meier 02.07.2018 11:39
    Highlight hm ja schon sehr viel, was da an Daten zusammenkommt...

    Zu was dient die Whatsapp-Gruppe "watsons Schlangenfänger"? ;)
    23 2 Melden
    • Camillemarlene 02.07.2018 17:09
      Highlight Das ist der Gruppenchat der watson-Reporterlis 🙈😂😂😂
      2 3 Melden
  • outdoorch 02.07.2018 11:23
    Highlight @CamilleKündig: und was sammelt denn Watson so? Denke, insbesondere bei uns eifrigen Kommentarschreibern zu unterschiedlichsten Themenbereichen aus Politik, Science, Hugo Stamms Sektenkolumne und Eva‘s Sex- und Beziehungskisten-Spalte, etc dürften sich ja sehr detaillierte Profile erstellen lassen. Nur schon weil bei teils Nutzern die Datenpunkte über sehr viele Themenbereiche gestreut sind. Erzählt mal! 😎
    156 1 Melden
  • TheBean 02.07.2018 11:18
    Highlight Kannst du noch deine Daten bei APG/SGA beantragen? Über aymo tracken die dich auch per Bluetooth (und watson ist dabei der Handlanger!) :-)
    19 1 Melden
  • Wilhelm Dingo 02.07.2018 10:52
    Highlight Ist deises Resultat nun erstaunlich?
    41 2 Melden
  • Z&Z 02.07.2018 10:14
    Highlight Das mit Google macht mich etwas unsicher, also nicht, dass sie die Daten sammeln. An das hat man sich ja gewöhnt (nicht, dass es gut wäre, aber keine Überraschung mehr). Kann mir jemand sagen, ob Google das auch kann, wenn ich nicht mit einem Google-Konto eingeloggt bin? Also wie soll das klappen, wenn ich zu Hause am PC auf Google gehe und von dort etwas suche, ohne ein Google-Konto zu haben, respektive ohne dort eingeloggt zu sein? Woher nehmen sie in diesem Fall meine ID? Oder wenn ich es vom Büro aus mache, wie wird es verknüpft?
    23 0 Melden
    • Madison Pierce 02.07.2018 10:36
      Highlight Wenn Du am PC einmal eingeloggt warst, können sie Dich über Cookies oder Browser Fingerprinting auch nach dem Ausloggen identifizieren.

      Ich habe das Gefühl, sie beziehen den Standort oder das WLAN des Smartphones ebenfalls mit ein. Einmal habe ich im Büro (wo ich nie mit meinem privaten Google-Account eingeloggt war) etwas gesucht. Am PC zuhause kam der Begriff zu oberst bei den Vorschlägen.

      Evtl. geht es auch über die Stimme: wir haben uns in der Mittagspause mal über Versicherungen unterhalten. Nach dem Mittag wurden auffallend viele Versicherungswerbungen angezeigt.
      34 6 Melden
    • Ueli der Knecht 02.07.2018 10:37
      Highlight Nicht nur deine Büro- oder Zuhause-IP liefert Daten an Google, sondern auch dein Smartphone. Das lässt sich dann clustern, und am Ende bleibt ein Datenklumpen, den man vermutlich dann gebündelt mit den Kontaktdaten deiner Telefonkontakte auch deinem Namen zuordnen kann.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Cluster_%28Datenanalyse%29

      Es ist aber sowieso irrelelevant, ob ein Datenklumpen einen Namen zugeordnet werden kann. Für Google ist es sogar einfacher, wenn der Name aussen vor gelassen wird, denn dann sparen sie sich auch lästige Daten-Einsicht-Begehren.
      21 2 Melden
    • Z&Z 02.07.2018 10:54
      Highlight Vielleicht @Camille noch die Frage, weisst Du noch, ob Du jeweils eingeloggt warst bei Google? Automatisch /unbewusst oder bewusst?
      7 0 Melden
    • D(r)ummer 02.07.2018 11:23
      Highlight @ Madison Pierce

      Ich hab mal mit meiner Arbeitskollegin über Bananen gesprochen.

      Am Nachmittag hatten wir Werbung von Fairfood-Bananen usw.

      Ich habe dann Shazam gelöscht.
      Hat gewirkt.
      26 4 Melden
    • Madison Pierce 02.07.2018 16:33
      Highlight @D(r)ummer: Shazam wäre naheliegend, habe ich aber nicht installiert.

      Gut, eigentlich reicht es, wenn ein Arbeitskollege das installiert hat und Google weiss, dass wir jeweils gemeinsam essen.
      1 0 Melden
  • Der Tom 02.07.2018 09:59
    Highlight Wieso ist das seltsam? Sie haben doch diese Daten angefordert oder?
    10 11 Melden
  • Madison Pierce 02.07.2018 09:11
    Highlight Das meiste sind keine Überraschungen, aber wenn man die Daten mal sieht, staunt man doch.

    Nicht erwartet hätte ich den umfangreichen Datensatz von Apple. Die rühmen sich ja immer für ihre Datensparsamkeit. Im Gegensatz zu Google verkaufen sie keine Werbung, deshalb müssen sie nicht so viel sammeln. Umso mehr erstaunt es mich, dass sie die Anrufliste und den Standortverlauf haben. Was ist ihre Begründung dafür? Optimierung von Siri?
    88 6 Melden
    • Rectangular Circle 02.07.2018 10:15
      Highlight Die Begründung ist immer die Gleiche:

      «Optimierung des Nutzererlebnisses»

      Was dann genau optimiert wird (und ob) steht wohl in den Sternen (oder im Kleingedruckten, wenn man Glück hat).
      33 3 Melden
    • DailyGuy 02.07.2018 10:26
      Highlight Bei den GPS Daten ist die Frage, welche Services eingeschalten wurden. Es gibt das Feature "Popular Apps near me", "Find my iPhone" und "Standort teilen" welche alle mit der Apple ID verbunden sind. Es gibt auch viele Geo-Features welche nicht mit der Apple ID verbunden sind und dann die Daten anonym gemacht werden.
      Gerade bei den Apple Daten hätte die Verfasserin besser beschreiben können, welche Features sie nutzt. Auf jeden Fall ist es hier gut beschrieben:
      https://www.apple.com/legal/privacy/en-ww/
      17 2 Melden
    • KenGuru 02.07.2018 13:28
      Highlight @Rectangular Circle: Vorweg, ich will nichts schön reden aber Daten helfen ganz sicher das Nutzererlebnis zu optimieren. Der Witz hierbei ist, dass das Nutzererlebnis mit UNSEREN Daten (das sollten sie jedenfalls sein) optimiert wird und wir dann dass dann auch noch bezahlen müssen :D
      2 0 Melden
    • Idrisi 02.07.2018 20:16
      Highlight Das mit den Verbindungsdaten und Apple hat mich auch am meisten erstaunt. Wie sich das mit dem Gebot der "Datensparsamkeit" in Einklang bringen lässt ist mir ein Rätsel.
      0 0 Melden
    • zsalizäme 03.07.2018 14:47
      Highlight Apple "lernt" aus den Mustern der Nutzer, deshalb sammeln auch sie sehr viele Daten. Brauchst du beispielsweise oft abends um 20 Uhr Instagram, "merkt" dein iPhone das und startet die App im Hintergrund bereits vorher, damit sie nachher schneller geöffnet ist. Auch der Standortverlauf wird biespielsweise dafür gebraucht die Maps App zu optimieren. Weshalb sie die Anrufe speichern, weiss ich aber auch nicht.
      0 0 Melden

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