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Fast die Hälfte der Befragten nutzt angeblich die SwissCovid-App. Die offiziellen Zahlen des Bundes sprechen eine andere Sprache. Aktive User: 1,81 Millionen. bild: watson

Wovor fürchten sich App-Verweigerer? Neue Studie zu SwissCovid und Co. liefert Antworten



Angst vor Überwachung, nicht wahrgenommener Nutzen oder fehlendes Interesse: Das sind einige der Gründe, wieso Menschen die Corona-Warn-Apps angeblich nicht installieren. Zumindest ergab dies eine Umfrage, die Forscher in der Schweiz, Deutschland und Österreich durchführten.

Die Forschenden der ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften) befragten im September über 3000 Personen in den drei deutschsprachigen Alpenländern. Sie untersuchten die Vorbehalte der Menschen gegenüber den Smartphone-Apps, die über mögliche Kontakte mit Infizierten informieren.

Demnach hatten zur Zeit der Befragung 46 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer die SwissCovid-App installiert, wie die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) am Donnerstag mitteilte. Diese Zahl liege höher als die von den Behörden angegebene Installationsrate von rund dreissig Prozent der Gesamtbevölkerung. In Deutschland (38 Prozent) und Österreich (18 Prozent) luden noch weniger der Befragten die App herunter.

Wovor fürchten sich die Verweigerer?

«Datenschutzbedenken» waren bei den Schweizerinnen und Schweizern der am häufigste genannte Grund, die App nicht zu installieren. Ein Fünftel der Befragten hatte demnach sogar Angst, dass die Pandemie zur Überwachung missbraucht werde. Auch fehlendes Interesse (31 Prozent), nicht wahrgenommener Nutzen (26 Prozent) oder nicht wahrgenommene Betroffenheit (11 Prozent) wurden genannt.

Studienautorin Caroline Brüesch:

«Personen, die die App nicht installieren, scheinen eigene Befindlichkeiten höher zu gewichten als den persönlichen und gesellschaftlichen Nutzen.»

Was sagen die Befürworter?

Wer die Contact-Tracing-App installiert hatte, nannte als Gründe am häufigsten die Kampagnen der Behörden und die Berichterstattung in den Medien.

Achim Lang, Mitautor der Studie:

«Personen, die die Contact-Tracing-App installieren, haben grosses Vertrauen in die nationale Regierung, in der Schweiz insbesondere in den Bundesrat sowie in die staatlichen Gesundheitsbehörden.»

Tendenziell laden mehr Männer als Frauen die jeweilige Contact-Tracing-App herunter, heisst es. Mit zunehmender Bildung erhöhe sich jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person die Contact-Tracing-App installiert.

Erst kürzlich schrieben zwei ETH-Forschende im Fachmagazin «Science», was Regierungen dafür tun müssen, damit die Bevölkerung den Corona-Warn-Apps vertraut. Denn ihren Nutzen würden die Apps erst entfalten, wenn ausreichend Menschen sie nutzen – gemäss einer Studie der Oxford University wären das 60 Prozent der Bevölkerung.

Anzumerken ist hier, dass Fachleute wie der Schweizer Epidemiologe Marcel Salathé, einer der SwissCovid-Entwickler, betonen, dass die App auch schon früher nütze. Jede Infektionskette, die unterbrochen werde, trage zum Erfolg bei.

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Einzelne Antworten zeigen das Unverständnis von Teilen der Bevölkerung gegenüber der neuartigen Technik, die es ermöglicht, per Smartphone-App Infektionsketten zu stoppen. grafik: zhaw

Quelle

(dsc/sda)

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